Oct 02 2013

FÜNF FRAGEN an … Jeanne Werner

Published by at 00:57 under Acting

SOURCE: http://www.culture.lu


FÜNF FRAGEN an … Jeanne Werner, Luxemburger Schauspielerin in Zürich

Zusammenfassung
Die Schauspielerin Jeanne Werner kann als Stellvertreterin einer neuen Riege von jungen Luxemburger Kreativen und Kulturschaffenden gesehen werden, die bereits sehr früh den Sprung ins Ausland wagen. Dort genießen sie eine qualitativ hochwertige Ausbildung und können während dem Studium wichtige Kontakte knüpfen. Jeanne Werner hat an der renommierten „Zürcher Hochschule der Künste“ studiert und 2011 dort mit einem Master of Arts in Schauspiel abgeschlossen. Sie wurde mit dem „ZHdK Solopreis für besondere Leistungen innerhalb des Bachelor Studiums“ ausgezeichnet und erhielt den „Emil und Emmie Oprecht Preis für herausragende Leistungen beim Abschlussvorsprechen.“ Anders als viele anderen Luxemburger und Luxemburgerinnen hat es sie nach dem Studium nicht sofort zurück nach Hause gezogen, sondern erst einmal auf die Zürcher Bühnen. 2010 war sie am Theater Neumarkt Zürich in der Uraufführung von Anna Papsts „Die Schläferinnen“ zu sehen, 2012 in einer weiteren Uraufführung am Jungen Schauspielhaus Zürich in Esther Beckers Stück „Supertrumpf“.
Man sollte seine Wurzeln aber nie verkennen. So ist Jeanne Werner auch in vielen Luxemburger Produktionen zu sehen, und trägt nicht zuletzt – aber auch nicht nur – wegen ihrer hervorragenden Ausbildung zur Bereicherung und weiter steigenden Professionalisierung der einheimischen Theaterszene bei.
Max Duhr vom Festival [Luxemburg ist Theater] hat im Vorfeld auch die Gelegenheit ergriffen, Jeanne Werner im Rahmen unserer Interview-Reihe „FÜNF FRAGEN an …“ zu interviewen. Die Schaupsielerin wird in Berlin in „Kaspar Häuser Meer“ und „Wilhelm B“ zu sehen sein.

Mehr Information

Frau Werner, Sie treten während unseres Festivals innerhalb kürzester Zeit 3 Mal auf – wie bereiten Sie sich darauf vor?
Da es sich bei beiden Projekten um Wiederaufnahmen handelt, werde ich zuerst den Text daheim auffrischen. „Kaspar Häuser Meer“ z.b. liegt jetzt anderthalb Jahre zurück, da muss schon intensivere Textarbeit geleistet werden. Dann haben wir für beide Projekte ein paar Tage Wiederaufnahmeproben und dann kann’s wieder losgehen mit den Aufführungen! „Wilhelm B.“ haben wir vor wenigen Monaten zuletzt gespielt, das ist noch sehr präsent.

Was können Sie uns über Ihre beiden Rollen verraten?
In „Kaspar Häuser Meer“ spiele ich eine überforderte junge Mutter die ihren anstrengenden Job als Sozialarbeiterin mit einer Art naivem Perfektionismus meistern will – und am Ende ihr eigenes Kind vernachlässigt. Eine tolle Rolle, in einem sprachlich sehr anspruchsvollen Stück. Im Kinderstück „Wilhelm B.“ spiele ich Fipps den Affen welcher sich einen Spaß draus macht zwei nicht mehr ganz junge Herren zu beklauen und zu veräppeln. Ich liebe es Fipps zu spielen, er ist sehr frech, gut gelaunt und schlau.

Haben Sie sich schon vor dem Festival einmal mit den beiden Berliner Partnertheatern, dem Theater an der Parkaue und der Brotfabrik Berlin, auseinander setzen können?
Ich kenne das Theater an der Parkaue viel vom Hörensagen da Freunde von mir bereits dort gearbeitet haben. Die Brotfabrik Berlin hingegen kannte ich vorher nicht. Ich bin auf das Erlebnis in beiden Theatern sehr gespannt.

Sie haben in Zürich studiert und leben jetzt auch dort – wieso nicht in Berlin?
Das ist zum Teil auch eine berufsunabhängige Entscheidung. Ich mag Zürich, weil ich mich dort inzwischen sehr Zuhause fühle, und weil die Stadt sehr viele unterschiedliche Gesichter hat. Außerdem bin ich in Zürich, neben Luxemburg, am besten vernetzt da ich dort meine Ausbildung gemacht und dadurch viele Theaterschaffende vor Ort kennengelernt habe. Berlin würde für mich völliges Neuland bedeuten, was sicher auch sehr spannend wäre. Es ist eine tolle Stadt die ich so oft wie möglich besuchen will, ich habe viele Schauspielerfreunde die dort leben. In Berlin zu spielen ist einfach wunderbar, ich freue mich sehr darauf!

Welche Herausforderungen gilt es für Luxemburger SchauspielerInnen im Ausland zu meistern, würden Sie jungen Schauspiel- und Theaterinteressierten den frühen Schritt ins Ausland empfehlen?
Ich glaube, die erste Herausforderung ist mal die, sich in einem neuen Land zurecht zu finden und einzuleben, was manchmal etwas dauern kann. Man kriegt dadurch aber enorm viel neuen Input und sammelt wahrscheinlich mehr Eindrücke, als es im gewohnten Umfeld daheim möglich ist. Ich denke, dass es für junge Luxemburger Theater- und Filmbegeisterte, die diesen Beruf angehen wollen, wichtig ist sich nach einer Ausbildung im Ausland umzusehen. Die staatlichen Hochschulen im deutschsprachigen Raum z.b. bereiten einen sehr rigoros auf den Beruf vor. Für mich war es jedoch nicht nur die Schule sondern auch das neue Umfeld, das viel in mir bewegt hat. Durch den Schritt ins Ausland sieht man auch was die anderen in Europa so machen, was sicher von Vorteil ist.

Autor – Max Duhr von „Luxemburg ist Theater“

Comments

comments

SOURCE: http://www.culture.lu


FÜNF FRAGEN an … Jeanne Werner, Luxemburger Schauspielerin in Zürich

Zusammenfassung
Die Schauspielerin Jeanne Werner kann als Stellvertreterin einer neuen Riege von jungen Luxemburger Kreativen und Kulturschaffenden gesehen werden, die bereits sehr früh den Sprung ins Ausland wagen. Dort genießen sie eine qualitativ hochwertige Ausbildung und können während dem Studium wichtige Kontakte knüpfen. Jeanne Werner hat an der renommierten „Zürcher Hochschule der Künste“ studiert und 2011 dort mit einem Master of Arts in Schauspiel abgeschlossen. Sie wurde mit dem „ZHdK Solopreis für besondere Leistungen innerhalb des Bachelor Studiums“ ausgezeichnet und erhielt den „Emil und Emmie Oprecht Preis für herausragende Leistungen beim Abschlussvorsprechen.“ Anders als viele anderen Luxemburger und Luxemburgerinnen hat es sie nach dem Studium nicht sofort zurück nach Hause gezogen, sondern erst einmal auf die Zürcher Bühnen. 2010 war sie am Theater Neumarkt Zürich in der Uraufführung von Anna Papsts „Die Schläferinnen“ zu sehen, 2012 in einer weiteren Uraufführung am Jungen Schauspielhaus Zürich in Esther Beckers Stück „Supertrumpf“.
Man sollte seine Wurzeln aber nie verkennen. So ist Jeanne Werner auch in vielen Luxemburger Produktionen zu sehen, und trägt nicht zuletzt – aber auch nicht nur – wegen ihrer hervorragenden Ausbildung zur Bereicherung und weiter steigenden Professionalisierung der einheimischen Theaterszene bei.
Max Duhr vom Festival [Luxemburg ist Theater] hat im Vorfeld auch die Gelegenheit ergriffen, Jeanne Werner im Rahmen unserer Interview-Reihe „FÜNF FRAGEN an …“ zu interviewen. Die Schaupsielerin wird in Berlin in „Kaspar Häuser Meer“ und „Wilhelm B“ zu sehen sein.

Mehr Information

Frau Werner, Sie treten während unseres Festivals innerhalb kürzester Zeit 3 Mal auf – wie bereiten Sie sich darauf vor?
Da es sich bei beiden Projekten um Wiederaufnahmen handelt, werde ich zuerst den Text daheim auffrischen. „Kaspar Häuser Meer“ z.b. liegt jetzt anderthalb Jahre zurück, da muss schon intensivere Textarbeit geleistet werden. Dann haben wir für beide Projekte ein paar Tage Wiederaufnahmeproben und dann kann’s wieder losgehen mit den Aufführungen! „Wilhelm B.“ haben wir vor wenigen Monaten zuletzt gespielt, das ist noch sehr präsent.

Was können Sie uns über Ihre beiden Rollen verraten?
In „Kaspar Häuser Meer“ spiele ich eine überforderte junge Mutter die ihren anstrengenden Job als Sozialarbeiterin mit einer Art naivem Perfektionismus meistern will – und am Ende ihr eigenes Kind vernachlässigt. Eine tolle Rolle, in einem sprachlich sehr anspruchsvollen Stück. Im Kinderstück „Wilhelm B.“ spiele ich Fipps den Affen welcher sich einen Spaß draus macht zwei nicht mehr ganz junge Herren zu beklauen und zu veräppeln. Ich liebe es Fipps zu spielen, er ist sehr frech, gut gelaunt und schlau.

Haben Sie sich schon vor dem Festival einmal mit den beiden Berliner Partnertheatern, dem Theater an der Parkaue und der Brotfabrik Berlin, auseinander setzen können?
Ich kenne das Theater an der Parkaue viel vom Hörensagen da Freunde von mir bereits dort gearbeitet haben. Die Brotfabrik Berlin hingegen kannte ich vorher nicht. Ich bin auf das Erlebnis in beiden Theatern sehr gespannt.

Sie haben in Zürich studiert und leben jetzt auch dort – wieso nicht in Berlin?
Das ist zum Teil auch eine berufsunabhängige Entscheidung. Ich mag Zürich, weil ich mich dort inzwischen sehr Zuhause fühle, und weil die Stadt sehr viele unterschiedliche Gesichter hat. Außerdem bin ich in Zürich, neben Luxemburg, am besten vernetzt da ich dort meine Ausbildung gemacht und dadurch viele Theaterschaffende vor Ort kennengelernt habe. Berlin würde für mich völliges Neuland bedeuten, was sicher auch sehr spannend wäre. Es ist eine tolle Stadt die ich so oft wie möglich besuchen will, ich habe viele Schauspielerfreunde die dort leben. In Berlin zu spielen ist einfach wunderbar, ich freue mich sehr darauf!

Welche Herausforderungen gilt es für Luxemburger SchauspielerInnen im Ausland zu meistern, würden Sie jungen Schauspiel- und Theaterinteressierten den frühen Schritt ins Ausland empfehlen?
Ich glaube, die erste Herausforderung ist mal die, sich in einem neuen Land zurecht zu finden und einzuleben, was manchmal etwas dauern kann. Man kriegt dadurch aber enorm viel neuen Input und sammelt wahrscheinlich mehr Eindrücke, als es im gewohnten Umfeld daheim möglich ist. Ich denke, dass es für junge Luxemburger Theater- und Filmbegeisterte, die diesen Beruf angehen wollen, wichtig ist sich nach einer Ausbildung im Ausland umzusehen. Die staatlichen Hochschulen im deutschsprachigen Raum z.b. bereiten einen sehr rigoros auf den Beruf vor. Für mich war es jedoch nicht nur die Schule sondern auch das neue Umfeld, das viel in mir bewegt hat. Durch den Schritt ins Ausland sieht man auch was die anderen in Europa so machen, was sicher von Vorteil ist.

Autor – Max Duhr von „Luxemburg ist Theater“

Comments

comments

No responses yet

Comments are closed at this time.

Trackback URI |