Jun 18 2011

„Germaine Damar – Der tanzende Stern“

Published by at 01:12 under Articles,Deutsch

SOURCE: http://www.journal.lu/2011/06/07/„germaine-damar-–-der-tanzende-stern“/

Germaine Haeck wird am 31. August 1929 in Petingen als dritte von vier Töchtern von Dominique Haeck und Barbara Poncelet geboren. Ihr Vater arbeitet bei der ARBED. Im Turnverein lernt sie die Beherrschung ihres Körpers. Zusammen mit ihrer Schwester Geny (Geneviève) und zwei ihrer Turnlehrer tritt sie im Alter von fünf Jahren als Akrobatentruppe „Los Habaneros“ auf. 1940 flüchtet die Familie nach Paris, wo Germaine wieder mit Geny und ihrem Turnlehrer Atilio Bariviera als „Trio Delux“ akrobatische Nummern zum Besten gibt. Außerdem nimmt sie Tanz-, Ballett- und Schauspielunterricht. Nach dem Krieg reist sie viel, u.a. nach Spanien und Nordafrika, wo sie mit ihrer Schwester Sylvie und deren Mann Claude als „Trio Vialine“ in Kairo vor König Faruk auftritt – unter dem Künstlernamen Ria Poncelet.

 

Aus Germaine Haeck wird Germaine Damar

In der ägyptischen Hauptstadt lernt sie 1951 auch Zarah Leander kennen. Der schwedische Filmstar vermittelt sie zu Probeaufnahmen an Herbert Tischendorf, den Chef des Herzog Filmverleihs. Regisseur Robert A. Stemmle war nicht unbedingt von ihr begeistert, doch Regie-Kollege Geza von Cziffra ist auf der Suche nach einer talentierten Tänzerin für einen Revuefilm, und so erhält Germaine Haeck, die ihren Namen in Germaine Damar (in Anlehnung an den Hollywood-Star Hedy Lamarr) ändert, 1952 ihre erste Filmrolle in „Tanzende Sterne“.

Die junge Germaine unterschreibt zunächst einen Fünf-Jahres-Vertrag, spielt aber zwischen 1952 und 1963 in insgesamt 28 Kinofilmen. Sie ist die Partnerin von u.a. Peter Alexander in „Die Beine von Dolores“, „So ein Millionär hat’s schwer“ und „Peter schießt den Vogel ab“, Heinz Erhardt in „Mädchen mit schwachem Gedächtnis“, Walter Giller in „An jedem Finger zehn“, „Die drei von der Tankstelle“ und „Der schräge Otto“ oder Vico Torriani in „Siebenmal in der Woche“. 1963 dreht sie ihren letzten Spielfilm, „Escala en Hi-Fi“ in Spanien. 1997 hat sie einen kurzen Auftritt in „Nirvana“ von Gabriele Salvatores.

Germaine Damar war u.a. mit dem Schauspieler Georg Thomalla oder dem Produzenten Andreas C. Schuller liiert. In Argentinien lernt sie den Amerikaner Roman G. Toporow kennen. Beide heiraten Ende 1964, und sie sagt ihrem Beruf ade. 1966 bringt sie ihren Sohn Roman Martin zur Welt. Ihr Mann stirbt 1994, und seitdem lebt die Damar in Fort Lauderdale in Florida.

Die Welt des Unterhaltungs- und Schlagerfilms

Michael Wenk realisierte bereits den Dokumentarfilm „René Deltgen – Der sanfte Rebell“ (2004) über eine weitere luxemburgische Kinolegende. Er war Co-Autor der Biografie „René Deltgen – Eine Schauspielerkarriere“ und Autor von „Peter Alexander – Das tat ich alles aus Liebe“.

In seiner neuen Dokumentation zeichnet Wenk das Bild der Karriere der gebürtigen Luxemburgerin, die ebenfalls einer Bestandsaufnahme des deutschen Unterhaltungsfilms der 1950er Jahre gleichkommt.

Germaine Damar war das Idol einer Generation und der Stolz einer Nation. Anhand zahlreicher Filmausschnitte und unveröffentlichter Fotos aus dem Privatbesitz von Germaine Damar werden ihr Leben und ihre Karriere dargestellt. Außerdem erzählen Schauspielerlegenden wie Sonja Ziemann, Joachim Fuchsberger, Walter Giller, Claus Biederstaedt, Peter Weck, Maria Sebaldt und Chris Howland von ihrer Zusammenarbeit mit der Luxemburgerin.

Die Arbeiten zum Film nahmen über zwei Jahre in Anspruch, und während seiner Recherchen fand Wenk ebenfalls den verloren geglaubten Damar-Film „Glück und Liebe in Monaco“ (1959) in einem Münchner Archiv. Désirée Nosbusch spricht den Kommentar. Die Premiere des Films ist am 14. Juni um 19:00 Uhr im Kino „Utopia“ auf Limpertsberg im Beisein des Regisseurs und Germaine Damars.

 

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Germaine Haeck wird am 31. August 1929 in Petingen als dritte von vier Töchtern von Dominique Haeck und Barbara Poncelet geboren. Ihr Vater arbeitet bei der ARBED. Im Turnverein lernt sie die Beherrschung ihres Körpers. Zusammen mit ihrer Schwester Geny (Geneviève) und zwei ihrer Turnlehrer tritt sie im Alter von fünf Jahren als Akrobatentruppe „Los Habaneros“ auf. 1940 flüchtet die Familie nach Paris, wo Germaine wieder mit Geny und ihrem Turnlehrer Atilio Bariviera als „Trio Delux“ akrobatische Nummern zum Besten gibt. Außerdem nimmt sie Tanz-, Ballett- und Schauspielunterricht. Nach dem Krieg reist sie viel, u.a. nach Spanien und Nordafrika, wo sie mit ihrer Schwester Sylvie und deren Mann Claude als „Trio Vialine“ in Kairo vor König Faruk auftritt – unter dem Künstlernamen Ria Poncelet.

 

Aus Germaine Haeck wird Germaine Damar

In der ägyptischen Hauptstadt lernt sie 1951 auch Zarah Leander kennen. Der schwedische Filmstar vermittelt sie zu Probeaufnahmen an Herbert Tischendorf, den Chef des Herzog Filmverleihs. Regisseur Robert A. Stemmle war nicht unbedingt von ihr begeistert, doch Regie-Kollege Geza von Cziffra ist auf der Suche nach einer talentierten Tänzerin für einen Revuefilm, und so erhält Germaine Haeck, die ihren Namen in Germaine Damar (in Anlehnung an den Hollywood-Star Hedy Lamarr) ändert, 1952 ihre erste Filmrolle in „Tanzende Sterne“.

Die junge Germaine unterschreibt zunächst einen Fünf-Jahres-Vertrag, spielt aber zwischen 1952 und 1963 in insgesamt 28 Kinofilmen. Sie ist die Partnerin von u.a. Peter Alexander in „Die Beine von Dolores“, „So ein Millionär hat’s schwer“ und „Peter schießt den Vogel ab“, Heinz Erhardt in „Mädchen mit schwachem Gedächtnis“, Walter Giller in „An jedem Finger zehn“, „Die drei von der Tankstelle“ und „Der schräge Otto“ oder Vico Torriani in „Siebenmal in der Woche“. 1963 dreht sie ihren letzten Spielfilm, „Escala en Hi-Fi“ in Spanien. 1997 hat sie einen kurzen Auftritt in „Nirvana“ von Gabriele Salvatores.

Germaine Damar war u.a. mit dem Schauspieler Georg Thomalla oder dem Produzenten Andreas C. Schuller liiert. In Argentinien lernt sie den Amerikaner Roman G. Toporow kennen. Beide heiraten Ende 1964, und sie sagt ihrem Beruf ade. 1966 bringt sie ihren Sohn Roman Martin zur Welt. Ihr Mann stirbt 1994, und seitdem lebt die Damar in Fort Lauderdale in Florida.

Die Welt des Unterhaltungs- und Schlagerfilms

Michael Wenk realisierte bereits den Dokumentarfilm „René Deltgen – Der sanfte Rebell“ (2004) über eine weitere luxemburgische Kinolegende. Er war Co-Autor der Biografie „René Deltgen – Eine Schauspielerkarriere“ und Autor von „Peter Alexander – Das tat ich alles aus Liebe“.

In seiner neuen Dokumentation zeichnet Wenk das Bild der Karriere der gebürtigen Luxemburgerin, die ebenfalls einer Bestandsaufnahme des deutschen Unterhaltungsfilms der 1950er Jahre gleichkommt.

Germaine Damar war das Idol einer Generation und der Stolz einer Nation. Anhand zahlreicher Filmausschnitte und unveröffentlichter Fotos aus dem Privatbesitz von Germaine Damar werden ihr Leben und ihre Karriere dargestellt. Außerdem erzählen Schauspielerlegenden wie Sonja Ziemann, Joachim Fuchsberger, Walter Giller, Claus Biederstaedt, Peter Weck, Maria Sebaldt und Chris Howland von ihrer Zusammenarbeit mit der Luxemburgerin.

Die Arbeiten zum Film nahmen über zwei Jahre in Anspruch, und während seiner Recherchen fand Wenk ebenfalls den verloren geglaubten Damar-Film „Glück und Liebe in Monaco“ (1959) in einem Münchner Archiv. Désirée Nosbusch spricht den Kommentar. Die Premiere des Films ist am 14. Juni um 19:00 Uhr im Kino „Utopia“ auf Limpertsberg im Beisein des Regisseurs und Germaine Damars.

 

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