Nov 28 2009

„La régate“ Ein Vater-Sohn-Konflikt

Published by at 22:16 under Articles

SOURCE: www.journal.lu – CH.S.

Mit einem Abschluss der Brüsseler INSAS in der Tasche, begann Bernard Bellefroid seine Karriere in der Filmwelt als Regisseur von kurzen Dokumentarfilmen, „Nous sommes au monde“ (2000) und „Quand on est mort, on ne respire plus“ (2002). 2006 gewann er den Bayard d’Or des besten Dokumentarfilms mit „Rwanda, les collines parlent“ beim Festival du Film Francophone in Namur. „Pourquoi on ne peut pas se voir dehors quand il fait beau“ lief 2008 in Namur. Sein erster abendfüllender Spielfilm „La régate“ wurde dieses Jahr in Namur mit dem Publikumspreis und dem Preis der Jury Junior ausgezeichnet. Vergangene Woche war die luxemburgische Erstaufführung dieser belgisch-französisch-luxemburgischen Co-Produktion im „Utopolis“.

Konflikt zwischen Vater und Sport

Das Leben für den 15-jährigen Alex (Joffrey Verbruggen) ist nicht das einfachste. Sein Vater Thierry (Thierry Hancisse) trinkt gerne einen über den Durst und lässt dann den Frust an seiner verkrachten Situation am Sohn aus. Alex versucht im Rudersport einen Ausgleich zu finden und bei seiner Freundin Muriel (Pénélope Lévèque) den nötigen Trost. Doch lassen ihn die vielen blauen Flecken des Öfteren am Training fehlen, was seinem Trainer Sergi (Sergi Lopez) nicht gefällt, will Alex doch an den belgischen Meisterschaften teilnehmen und gar eine Medaille gewinnen. Erst als Sergi erkennt, dass Alex gewillt ist, wieder ernsthaft zu trainieren, nimmt er ihn erneut in sein Team auf. Zu allem Übel soll Alex mit Pablo (David Murgia) im Doppelruderboot die Meisterschaft bestreiten. Auf der Maas entwickelt sich ein Rivalitätskampf. Schließlich sieht Alex ein, dass sie zu zweit die Meisterschaft im Doppel gewinnen können. Kurz vor dem Finale, eskaliert die Gewalt wieder zuhause und Alex wird von seinem Vater schwer verletzt.

Positive Lehrjahre im Dokumentarfilmbereich

Man merkt dem Film an, dass sein Erschaffer aus dem Bereich des Dokumentarfilms kommt. Die Trainingseinheiten auf der Maas (gedreht wurde u. a. in Namur) sowie die Meisterschaftsrennen sind mit einer realistischen Virtuosität gefilmt, ohne dass man allerdings das Gefühl hat, einer Reportage über das Rudern beizuwohnen. Die Lehrjahre im Dokumentarfilmbereich haben den Regisseur auch gelehrt, eine Geschichte wirklichkeitsnah zu erzählen. Der hier beschriebene Vater-Sohn-Konflikt bleibt auf dem Boden der Realitäten, ist oft hart und wird schockieren, obwohl die Gewaltexzesse des Vaters dezent behandelt wurden. Thierry weiß, dass sein Verhalten abscheulich ist, aber er kann es unter bestimmten Voraussetzungen nicht mehr kontrollieren und rastet aus. Alex muss sich schließlich gegen seinen Vater entscheiden, dem er bis zu einem bestimmten Punkt immer verziehen hat und sich vorsorglich um ihn gekümmert hat. Akzeptiert er die blauen Flecken weiter, wird er nie ein normales Leben führen können. Diese Entscheidung ist nicht einfach, bedeutet sie vielleicht, dass dieser ins Gefängnis muss.

Luxemburger Beteiligung

Regisseur Bellefroid unterstrich bei der Premiere, dass sein Film ohne die luxemburgische Unterstützung von Samsa Film sowie dem Film Fund nie gedreht worden wäre. Claude Waringo von Samsa Film finanzierte den Film zusammen mit der belgischen Produktionsfirma Artémis Productions und der französischen Liaison Cinématographique. Claudine Muno und The Luna Boots haben den Soundtrack komponiert und singen ebenfalls etliche Songs. Véronique Sacrez entwarf die Dekoration und Magdalena Labuz die Kostüme, Brigitte Kerger-Santos arbeitete als Produktionsleiterin, Anne Van Hove als Script und Fabienne Adam als Maskenbildnerin. In Nebenrollen spielen Hervé Sogne, Jean-François Wolff, Luc Schiltz, Norbert Rutili und Valérie Bodson.

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Mit einem Abschluss der Brüsseler INSAS in der Tasche, begann Bernard Bellefroid seine Karriere in der Filmwelt als Regisseur von kurzen Dokumentarfilmen, „Nous sommes au monde“ (2000) und „Quand on est mort, on ne respire plus“ (2002). 2006 gewann er den Bayard d’Or des besten Dokumentarfilms mit „Rwanda, les collines parlent“ beim Festival du Film Francophone in Namur. „Pourquoi on ne peut pas se voir dehors quand il fait beau“ lief 2008 in Namur. Sein erster abendfüllender Spielfilm „La régate“ wurde dieses Jahr in Namur mit dem Publikumspreis und dem Preis der Jury Junior ausgezeichnet. Vergangene Woche war die luxemburgische Erstaufführung dieser belgisch-französisch-luxemburgischen Co-Produktion im „Utopolis“.

Konflikt zwischen Vater und Sport

Das Leben für den 15-jährigen Alex (Joffrey Verbruggen) ist nicht das einfachste. Sein Vater Thierry (Thierry Hancisse) trinkt gerne einen über den Durst und lässt dann den Frust an seiner verkrachten Situation am Sohn aus. Alex versucht im Rudersport einen Ausgleich zu finden und bei seiner Freundin Muriel (Pénélope Lévèque) den nötigen Trost. Doch lassen ihn die vielen blauen Flecken des Öfteren am Training fehlen, was seinem Trainer Sergi (Sergi Lopez) nicht gefällt, will Alex doch an den belgischen Meisterschaften teilnehmen und gar eine Medaille gewinnen. Erst als Sergi erkennt, dass Alex gewillt ist, wieder ernsthaft zu trainieren, nimmt er ihn erneut in sein Team auf. Zu allem Übel soll Alex mit Pablo (David Murgia) im Doppelruderboot die Meisterschaft bestreiten. Auf der Maas entwickelt sich ein Rivalitätskampf. Schließlich sieht Alex ein, dass sie zu zweit die Meisterschaft im Doppel gewinnen können. Kurz vor dem Finale, eskaliert die Gewalt wieder zuhause und Alex wird von seinem Vater schwer verletzt.

Positive Lehrjahre im Dokumentarfilmbereich

Man merkt dem Film an, dass sein Erschaffer aus dem Bereich des Dokumentarfilms kommt. Die Trainingseinheiten auf der Maas (gedreht wurde u. a. in Namur) sowie die Meisterschaftsrennen sind mit einer realistischen Virtuosität gefilmt, ohne dass man allerdings das Gefühl hat, einer Reportage über das Rudern beizuwohnen. Die Lehrjahre im Dokumentarfilmbereich haben den Regisseur auch gelehrt, eine Geschichte wirklichkeitsnah zu erzählen. Der hier beschriebene Vater-Sohn-Konflikt bleibt auf dem Boden der Realitäten, ist oft hart und wird schockieren, obwohl die Gewaltexzesse des Vaters dezent behandelt wurden. Thierry weiß, dass sein Verhalten abscheulich ist, aber er kann es unter bestimmten Voraussetzungen nicht mehr kontrollieren und rastet aus. Alex muss sich schließlich gegen seinen Vater entscheiden, dem er bis zu einem bestimmten Punkt immer verziehen hat und sich vorsorglich um ihn gekümmert hat. Akzeptiert er die blauen Flecken weiter, wird er nie ein normales Leben führen können. Diese Entscheidung ist nicht einfach, bedeutet sie vielleicht, dass dieser ins Gefängnis muss.

Luxemburger Beteiligung

Regisseur Bellefroid unterstrich bei der Premiere, dass sein Film ohne die luxemburgische Unterstützung von Samsa Film sowie dem Film Fund nie gedreht worden wäre. Claude Waringo von Samsa Film finanzierte den Film zusammen mit der belgischen Produktionsfirma Artémis Productions und der französischen Liaison Cinématographique. Claudine Muno und The Luna Boots haben den Soundtrack komponiert und singen ebenfalls etliche Songs. Véronique Sacrez entwarf die Dekoration und Magdalena Labuz die Kostüme, Brigitte Kerger-Santos arbeitete als Produktionsleiterin, Anne Van Hove als Script und Fabienne Adam als Maskenbildnerin. In Nebenrollen spielen Hervé Sogne, Jean-François Wolff, Luc Schiltz, Norbert Rutili und Valérie Bodson.

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