Dec 10 2010

Filmindustrie und Kultur unter einem Dach

Published by at 01:27 under Articles,Deutsch

SOURCE: http://www.tageblatt.lu/index.php/culture/48166.html

Mit einer akademischen Sitzung feiert der „Fonds national de soutien à la production audiovisuelle“ (Fonspa) am Montag sein 20-jähriges Bestehen. Direktor Guy Daleiden sprach mit dem Tageblatt über die relativ junge Filmindustrie im Land und über kommende Projekte, wie die mit RTL gemeinsam geplante Sitcom oder Soap für Luxemburg.


Janina Strötgen (Text), Pierre Matgé (Foto)

Tageblatt: 20 Jahre Filmförderung in Luxemburg. Sie sind beinahe von Anfang an dabei. Worin sehen Sie die Grundlagen, aus denen sich eine Filmindustrie in Luxemburg entwickeln konnte?

Guy Daleiden: „Eine wichtige Voraussetzung, damit sich eine Filmindustrie überhaupt entwickeln konnte, war, dass zwei große Unternehmen der audiovisuellen Kommunikation in Luxemburg ansässig waren und heute übrigens noch sind: RTL Group und die Betreiber der Astra-Satelliten SES. In den achtziger Jahren wurden jedoch in Luxemburg hauptsächlich Programme vertrieben, aber sehr wenig produziert. Um das zu ändern, entwickelte die Regierung auf Anraten von RTL das Zertifikatengesetz, das im Dezember 1989 durchs Parlament ging. Ein attraktives Steuergesetz, das ausländische Produktionen nach Luxemburg zog und so die Projektentwicklung im Land ankurbelte.

Gleichzeitig machte sich das Kulturministerium aber auch Gedanken darüber, die einheimische Filmproduktion zu fördern. Als Luxemburg 1989 150 Jahre Unabhängigkeit feierte, stellt die Regierung im Vorfeld ungefähr 15 Millionen Luxemburger Franken zur Verfügung, um Roger Manderscheids ‘Schako Klak’ zu verfilmen. Nach dem großen Erfolg von ‘Schako Klak’, dem ersten mit öffentlichen Geldern finanzierten Luxemburgischen Spielfilm, richtete die Regierung einen Fonds, den Fonspa, ein, um konsequent die einheimische Filmszene zu fördern. Diese beiden Initiativen, die Filmwirtschaft durch das Zertifikatengesetz einerseits, und der Fonds zur Unterstützung der nationalen Filmproduktion andererseits, liefen parallel und legten sicherlich die Grundlage für eine Entwicklung der Luxemburger Filmszene.“

„T“: Was war die nächste entscheidende Etappe zur Professionalisierung?

G.D.: „Der nächste große Schritt lag sicher in der Zusammenlegung der beiden Hilfen. 1999 wurde eine Struktur geschaffen, die sowohl die industrielle, als auch die kulturelle Filmförderung verband. Der Fonds, der bis dahin parallel vom Direktor des CNA verwaltet wurde, bekam eine eigene Administration mit einem Direktor. Von da an kümmerte sich der Fonspa sowohl um die Zertifikate für internationale Koproduktionen, als auch um die Subventionierung einheimischer Projekte. Dank dieser Umstrukturierung haben wir es bis heute fertig gebracht, ein professionelles Umfeld zu schaffen. Wir können auf internationalem Niveau mithalten, das zeigt sich allein durch die Präsenz unserer Koproduktionen auf internationalen Filmfestspielen.“

Budget von 6,5 Millionen Euro

„T“: Wie viel Geld hat die Filmförderung heute jährlich zur Verfügung?

G.D.: „Wir haben ein Budget von 6,5 Millionen Euro. Ziehen wir Kosten wie für die Promotion im Ausland (Filmfestspiele), für die Gehälter und für Initiativen wie die Förderung der EAVE-Fortbildung, unterstützt durch das MEDIA-Programm der Europäischen Union, ab, bleiben etwa fünf Millionen Euro für die direkte Förderung, Drehbuch- undProjektentwicklungen und der Produktionen im Land. Hinzu kommt die indirekte Hilfe durch das Zertifikatengesetz, das um die 20 Millionen Euro netto pro Jahr generiert.“

„T“: Nach welchen Kriterien werden Projekte unterstützt?

G.D.: „Wir haben zwei Komitees, die Projekte bewerten. Das eine ist ein Lektorenkomitee, das den artistischen Wert des Projekts einschätzt und die Qualität des Drehbuches prüft, ob die Dialoge klappen oder die Figuren kohärent sind zum Beispiel. Das andere ist ein wirtschaftliches Komitee, das die finanzielle Machbarkeit, also die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rückflüsse analysiert.“

„T“: Wie viele Menschen arbeiten heute in der Filmindustrie?

G.D.: „Das variiert natürlich je nach laufenden Projekten. Aber in unserer Datenbank haben wir 500-600 Leute eingetragen, die hier in Luxemburg von der Filmindustrie leben.“

„T“: Worin sehen Sie die Stärken und Schwächen der Luxemburger Filmindustrie?

G.D.: „Im Bereich der kreativen Technik, besonders Kamera und Ton, sind wir sehr gut vertreten. Auch unsere Produktionsfirmen haben sich mittlerweile etabliert und sorgen vor allem durch Koproduktionen mit anderen Ländern für eine große Sichtbarkeit der Luxemburger Filmindustrie. Woran es ganz klar mangelt sind Drehbuchautoren und auch bei den Schauspielern haben wir Nachholbedarf. Nur wenige, wie etwa Luc Feit, André Jung oder Desirée Nosbusch schaffen den Sprung über die Landesgrenzen. Doch Luxemburg ist nun mal ein kleines Land, wir haben ja auch keine elf Fußballspieler, die auf internationalem Niveau mithalten können.“

Mehr Eigenproduktionen von RTL gefordert

„T“: Im Moment läuft gerade ein Wettbewerb für ein Drehbuch zu einer Sitcom oder Soap für Luxemburg. Wie kam die Idee zustande, in Luxemburg eine Sitcom oder Soap zu produzieren?

G.D.: „Von Produzenten kommt immer wieder die Forderung an RTL, doch auch mehr in Eigenproduktionen zu investieren. Nach den ’assises du film luxembourgeois‘ Anfang des Jahres haben wir vom Filmfonds uns dann mit RTL und den Produzenten an einen Tisch gesetzt und über Möglichkeiten diskutiert. RTL hat sich die Wünsche der Produzenten zu Herzen genommen und eine Sitcom oder Soap vorgeschlagen. Im Moment wird wie wild an Drehbüchern geschrieben und wir sind gespannt auf die Konzepte.“

„T“: Wissen Sie, wie viele Teams gerade am Schreiben sind?

G.D.: „Ich weiß es nicht genau. Glaubt man den Gerüchten, dann soll es aber zwischen 12 und 18 Teams geben. Es gibt sogar Produktionsfirmen, die parallel an mehreren Konzepten arbeiten. So eine Energie haben wir noch nie freigesetzt. Ich bin sehr gespannt.“

„T“: Zwischen Sitcom und Soap gibt es einen großen Unterschied, vor allem qualitativ. Warum haben Sie im Vorfeld nicht klarer definiert, was Sie sich vorstellen?

G.D.: „Mit diesem Projekt betreten wir völliges Neuland, deshalb haben wir den Rahmen bewusst offen gehalten. Wichtig ist uns, dass die Geschichte in die soziokulturelle Realität des Landes eingebettet ist und das Drehbuch in luxemburgischer Sprache geschrieben ist.“

„T“: Worin sehen Sie Vor- und Nachteile einer Sitcom beziehungsweise einer Soap?

G.D.: „Es ist klar, dass eine Soap teurer wäre als eine Sitcom, da man bei einer Soap stärker mit unterschiedlichen Motiven und Außenaufnahmen arbeiten muss. Für eine Sitcom benötigt man weniger Motive, meistens auch weniger Schauspieler. Dafür sind bei einer Sitcom die Ansprüche an das Drehbuch deutlich höher, die Pointen müssen perfekt sitzen, die Dialoge ausgefeilt sein. Bei einer Soap hat man mehr Fleisch auf den Knochen, wenn ich das so sagen kann.“

„T“: Warum braucht Luxemburg seine eigene Sitcom bzw. Soap?

G.D.: „Eine Sitcom oder Soap wäre eine Bereicherung für beide Seiten: Sowohl für das Publikum, als auch für die Filmschaffenden. Ich denke, eine solche Serie könnte zur stärkeren Akzeptanz eines multikulturellen Luxemburgs beitragen. Ich rede jetzt nicht von einem Quotenschwulen und einem Quotenschwarzen, aber in dem man verschiedene soziale Schichten, verschiedene Generationen, aber auch verschiedene Nationalitäten zeigt, zeigt man das Luxemburg, wie es heute ist: multikulturell. Für die Filmindustrie sehe ich in diesem Projekt eine große Herausforderung. Der Dreh für eine Serie läuft völlig anders ab, als für Filme. Technisch können wir dadurch sehr viel lernen. Außerdem sehe ich das Projekt auch als Talentschuppen für Schauspieler. Das Projekt ist auch eine andere Art der Talentsuche.“

„T“: Was wünschen Sie der Luxemburger Filmindustrie für die Zukunft?

G.D.: „Die klassische Antwort ist immer: Zuschauer in den Kinosälen und einen schönen Preis für einen Luxemburger Film oder Regisseur bei einem der großen internationalen Filmfestivals. Doch ich muss differenzieren: Ich wünsche mir diesen Preis nicht nur wegen der Auszeichnung an sich. Ich bin davon überzeugt, dass wir bereits die Qualität erreicht haben, dass einige Filme von uns einen Preis verdient hätten. Aber darum geht es nicht in erster Linie. Es geht mir um die Promotion des Filmstandortes Luxemburg. Durch einen internationalen Preis gehen Türen auf, Österreich hat es 2009 gezeigt, als ‘Das Weiße Band’ von Michael Haneke mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet wurde. So ein Preis funktioniert wie ein Schneeball. Das würde Luxemburg guttun.“

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SOURCE: http://www.tageblatt.lu/index.php/culture/48166.html

Mit einer akademischen Sitzung feiert der „Fonds national de soutien à la production audiovisuelle“ (Fonspa) am Montag sein 20-jähriges Bestehen. Direktor Guy Daleiden sprach mit dem Tageblatt über die relativ junge Filmindustrie im Land und über kommende Projekte, wie die mit RTL gemeinsam geplante Sitcom oder Soap für Luxemburg.


Janina Strötgen (Text), Pierre Matgé (Foto)

Tageblatt: 20 Jahre Filmförderung in Luxemburg. Sie sind beinahe von Anfang an dabei. Worin sehen Sie die Grundlagen, aus denen sich eine Filmindustrie in Luxemburg entwickeln konnte?

Guy Daleiden: „Eine wichtige Voraussetzung, damit sich eine Filmindustrie überhaupt entwickeln konnte, war, dass zwei große Unternehmen der audiovisuellen Kommunikation in Luxemburg ansässig waren und heute übrigens noch sind: RTL Group und die Betreiber der Astra-Satelliten SES. In den achtziger Jahren wurden jedoch in Luxemburg hauptsächlich Programme vertrieben, aber sehr wenig produziert. Um das zu ändern, entwickelte die Regierung auf Anraten von RTL das Zertifikatengesetz, das im Dezember 1989 durchs Parlament ging. Ein attraktives Steuergesetz, das ausländische Produktionen nach Luxemburg zog und so die Projektentwicklung im Land ankurbelte.

Gleichzeitig machte sich das Kulturministerium aber auch Gedanken darüber, die einheimische Filmproduktion zu fördern. Als Luxemburg 1989 150 Jahre Unabhängigkeit feierte, stellt die Regierung im Vorfeld ungefähr 15 Millionen Luxemburger Franken zur Verfügung, um Roger Manderscheids ‘Schako Klak’ zu verfilmen. Nach dem großen Erfolg von ‘Schako Klak’, dem ersten mit öffentlichen Geldern finanzierten Luxemburgischen Spielfilm, richtete die Regierung einen Fonds, den Fonspa, ein, um konsequent die einheimische Filmszene zu fördern. Diese beiden Initiativen, die Filmwirtschaft durch das Zertifikatengesetz einerseits, und der Fonds zur Unterstützung der nationalen Filmproduktion andererseits, liefen parallel und legten sicherlich die Grundlage für eine Entwicklung der Luxemburger Filmszene.“

„T“: Was war die nächste entscheidende Etappe zur Professionalisierung?

G.D.: „Der nächste große Schritt lag sicher in der Zusammenlegung der beiden Hilfen. 1999 wurde eine Struktur geschaffen, die sowohl die industrielle, als auch die kulturelle Filmförderung verband. Der Fonds, der bis dahin parallel vom Direktor des CNA verwaltet wurde, bekam eine eigene Administration mit einem Direktor. Von da an kümmerte sich der Fonspa sowohl um die Zertifikate für internationale Koproduktionen, als auch um die Subventionierung einheimischer Projekte. Dank dieser Umstrukturierung haben wir es bis heute fertig gebracht, ein professionelles Umfeld zu schaffen. Wir können auf internationalem Niveau mithalten, das zeigt sich allein durch die Präsenz unserer Koproduktionen auf internationalen Filmfestspielen.“

Budget von 6,5 Millionen Euro

„T“: Wie viel Geld hat die Filmförderung heute jährlich zur Verfügung?

G.D.: „Wir haben ein Budget von 6,5 Millionen Euro. Ziehen wir Kosten wie für die Promotion im Ausland (Filmfestspiele), für die Gehälter und für Initiativen wie die Förderung der EAVE-Fortbildung, unterstützt durch das MEDIA-Programm der Europäischen Union, ab, bleiben etwa fünf Millionen Euro für die direkte Förderung, Drehbuch- undProjektentwicklungen und der Produktionen im Land. Hinzu kommt die indirekte Hilfe durch das Zertifikatengesetz, das um die 20 Millionen Euro netto pro Jahr generiert.“

„T“: Nach welchen Kriterien werden Projekte unterstützt?

G.D.: „Wir haben zwei Komitees, die Projekte bewerten. Das eine ist ein Lektorenkomitee, das den artistischen Wert des Projekts einschätzt und die Qualität des Drehbuches prüft, ob die Dialoge klappen oder die Figuren kohärent sind zum Beispiel. Das andere ist ein wirtschaftliches Komitee, das die finanzielle Machbarkeit, also die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rückflüsse analysiert.“

„T“: Wie viele Menschen arbeiten heute in der Filmindustrie?

G.D.: „Das variiert natürlich je nach laufenden Projekten. Aber in unserer Datenbank haben wir 500-600 Leute eingetragen, die hier in Luxemburg von der Filmindustrie leben.“

„T“: Worin sehen Sie die Stärken und Schwächen der Luxemburger Filmindustrie?

G.D.: „Im Bereich der kreativen Technik, besonders Kamera und Ton, sind wir sehr gut vertreten. Auch unsere Produktionsfirmen haben sich mittlerweile etabliert und sorgen vor allem durch Koproduktionen mit anderen Ländern für eine große Sichtbarkeit der Luxemburger Filmindustrie. Woran es ganz klar mangelt sind Drehbuchautoren und auch bei den Schauspielern haben wir Nachholbedarf. Nur wenige, wie etwa Luc Feit, André Jung oder Desirée Nosbusch schaffen den Sprung über die Landesgrenzen. Doch Luxemburg ist nun mal ein kleines Land, wir haben ja auch keine elf Fußballspieler, die auf internationalem Niveau mithalten können.“

Mehr Eigenproduktionen von RTL gefordert

„T“: Im Moment läuft gerade ein Wettbewerb für ein Drehbuch zu einer Sitcom oder Soap für Luxemburg. Wie kam die Idee zustande, in Luxemburg eine Sitcom oder Soap zu produzieren?

G.D.: „Von Produzenten kommt immer wieder die Forderung an RTL, doch auch mehr in Eigenproduktionen zu investieren. Nach den ’assises du film luxembourgeois‘ Anfang des Jahres haben wir vom Filmfonds uns dann mit RTL und den Produzenten an einen Tisch gesetzt und über Möglichkeiten diskutiert. RTL hat sich die Wünsche der Produzenten zu Herzen genommen und eine Sitcom oder Soap vorgeschlagen. Im Moment wird wie wild an Drehbüchern geschrieben und wir sind gespannt auf die Konzepte.“

„T“: Wissen Sie, wie viele Teams gerade am Schreiben sind?

G.D.: „Ich weiß es nicht genau. Glaubt man den Gerüchten, dann soll es aber zwischen 12 und 18 Teams geben. Es gibt sogar Produktionsfirmen, die parallel an mehreren Konzepten arbeiten. So eine Energie haben wir noch nie freigesetzt. Ich bin sehr gespannt.“

„T“: Zwischen Sitcom und Soap gibt es einen großen Unterschied, vor allem qualitativ. Warum haben Sie im Vorfeld nicht klarer definiert, was Sie sich vorstellen?

G.D.: „Mit diesem Projekt betreten wir völliges Neuland, deshalb haben wir den Rahmen bewusst offen gehalten. Wichtig ist uns, dass die Geschichte in die soziokulturelle Realität des Landes eingebettet ist und das Drehbuch in luxemburgischer Sprache geschrieben ist.“

„T“: Worin sehen Sie Vor- und Nachteile einer Sitcom beziehungsweise einer Soap?

G.D.: „Es ist klar, dass eine Soap teurer wäre als eine Sitcom, da man bei einer Soap stärker mit unterschiedlichen Motiven und Außenaufnahmen arbeiten muss. Für eine Sitcom benötigt man weniger Motive, meistens auch weniger Schauspieler. Dafür sind bei einer Sitcom die Ansprüche an das Drehbuch deutlich höher, die Pointen müssen perfekt sitzen, die Dialoge ausgefeilt sein. Bei einer Soap hat man mehr Fleisch auf den Knochen, wenn ich das so sagen kann.“

„T“: Warum braucht Luxemburg seine eigene Sitcom bzw. Soap?

G.D.: „Eine Sitcom oder Soap wäre eine Bereicherung für beide Seiten: Sowohl für das Publikum, als auch für die Filmschaffenden. Ich denke, eine solche Serie könnte zur stärkeren Akzeptanz eines multikulturellen Luxemburgs beitragen. Ich rede jetzt nicht von einem Quotenschwulen und einem Quotenschwarzen, aber in dem man verschiedene soziale Schichten, verschiedene Generationen, aber auch verschiedene Nationalitäten zeigt, zeigt man das Luxemburg, wie es heute ist: multikulturell. Für die Filmindustrie sehe ich in diesem Projekt eine große Herausforderung. Der Dreh für eine Serie läuft völlig anders ab, als für Filme. Technisch können wir dadurch sehr viel lernen. Außerdem sehe ich das Projekt auch als Talentschuppen für Schauspieler. Das Projekt ist auch eine andere Art der Talentsuche.“

„T“: Was wünschen Sie der Luxemburger Filmindustrie für die Zukunft?

G.D.: „Die klassische Antwort ist immer: Zuschauer in den Kinosälen und einen schönen Preis für einen Luxemburger Film oder Regisseur bei einem der großen internationalen Filmfestivals. Doch ich muss differenzieren: Ich wünsche mir diesen Preis nicht nur wegen der Auszeichnung an sich. Ich bin davon überzeugt, dass wir bereits die Qualität erreicht haben, dass einige Filme von uns einen Preis verdient hätten. Aber darum geht es nicht in erster Linie. Es geht mir um die Promotion des Filmstandortes Luxemburg. Durch einen internationalen Preis gehen Türen auf, Österreich hat es 2009 gezeigt, als ‘Das Weiße Band’ von Michael Haneke mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet wurde. So ein Preis funktioniert wie ein Schneeball. Das würde Luxemburg guttun.“

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