Mar 25 2010

Hip-Hop ist pure Lebensfreude

Published by at 19:58 under Articles,Deutsch

SOURCE: http://tageblatt.editpress.lu/culture/39202.html – Wiebke Trapp
„Hamilius“ ist Liebeserklärung und Hommage zugleich für ein altes Stiefkind moderner Kulturen. Hip-Hop war und ist ein klischeebehaftetes Schmuddelkind. Zum ersten Mal ist es mit dem Film in Luxemburg gelungen, die hiesige Szene abzubilden und die Künstler vorzustellen. Heute läuft im Utopolis die Vorpremiere, am Freitag ist der offizielle Start.

Hip-Hop ist was für nicht verstandene Minderheiten, die Musik der sozial schwach gestellten und kommt aus dem Ghetto. Zur „Uniform“ der Szene gehören übergestülpte Kapuzenjacke und die Jeans mit Zwickel kurz über den Knien. Sowieso nur was, mit dem Leute unter 30 sich beschäftigen.
So oder ähnlich lauten wohl vielerorts die Klischees zu einer Musik und ihren Protagonisten, die in den achtziger Jahren ihren Ursprung im Protest des schwarzen Amerikas feierte.

Klischees abbauen

Seitdem haben Künstler wie Kanye West, Snoop „Doggy“ Dogg oder Peter Fox der Musikrichtung zwar so etwas wie internationale Stubenreinheit gebracht, die Klischees jedoch haben sich gehalten. Berührungsängste mit Protagonisten wie Fans existieren unvermindert weiter und bis jetzt gibt es keinen Überblick über die hiesige Szene. Genau das aber wollen die beiden Macher des Films, Produzent Raoul Nadalet und Regisseur Alain Tshinza, mit „Hamilius“ leisten. Beide haben eine klare Haltung dazu, der eine mit dem Blick von außen, der andere mit dem Insiderblick der Szene.

Für Nadalet hat Hip-Hop zuallererst einen kulturellen Stellenwert, den es zu würdigen gilt. „Hip-Hop ist Kultur, die verschiedene Sparten kennt“, sagt er und denkt dabei an „Breaken“, Graffiti, DJing und Rappen.

„Hip-Hop ist pure Lebensfreude“, fügt Regisseur Alain Tshinza hinzu, der unter dem Künstlernamen „Gospel Emcee“ selbst ein aktiver Teil der Szene ist.
„Hamilius“ ist als Dokumentarfilm angelegt, was aus der Tatsache resultiert, dass Tshinza in seinem Drehbuch biografische Elemente eingebaut hat. „Der Film erzählt einen Teil meines Lebens“, sagt er.

„Ich habe so viel real erlebt, das ist besser als jede Fiktion.“ Dramaturgisch spielt er mit den Klischees, denen der Film die luxemburgischen Realitäten entgegensetzen will.
Das zeigt schon der Trailer, in dem die Performance der Breaker nicht mit Rap, sondern mit dem „Feierwon“ unterlegt ist. Dem 150 Jahre alten Lied entstammt heimische Identität: „Mir wëlle bleiwen, wat mir sinn.“

Den gesamten Beitrag finden sie in der Donnerstagsausgabe des Tageblatt

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SOURCE: http://tageblatt.editpress.lu/culture/39202.html – Wiebke Trapp
„Hamilius“ ist Liebeserklärung und Hommage zugleich für ein altes Stiefkind moderner Kulturen. Hip-Hop war und ist ein klischeebehaftetes Schmuddelkind. Zum ersten Mal ist es mit dem Film in Luxemburg gelungen, die hiesige Szene abzubilden und die Künstler vorzustellen. Heute läuft im Utopolis die Vorpremiere, am Freitag ist der offizielle Start.

Hip-Hop ist was für nicht verstandene Minderheiten, die Musik der sozial schwach gestellten und kommt aus dem Ghetto. Zur „Uniform“ der Szene gehören übergestülpte Kapuzenjacke und die Jeans mit Zwickel kurz über den Knien. Sowieso nur was, mit dem Leute unter 30 sich beschäftigen.
So oder ähnlich lauten wohl vielerorts die Klischees zu einer Musik und ihren Protagonisten, die in den achtziger Jahren ihren Ursprung im Protest des schwarzen Amerikas feierte.

Klischees abbauen

Seitdem haben Künstler wie Kanye West, Snoop „Doggy“ Dogg oder Peter Fox der Musikrichtung zwar so etwas wie internationale Stubenreinheit gebracht, die Klischees jedoch haben sich gehalten. Berührungsängste mit Protagonisten wie Fans existieren unvermindert weiter und bis jetzt gibt es keinen Überblick über die hiesige Szene. Genau das aber wollen die beiden Macher des Films, Produzent Raoul Nadalet und Regisseur Alain Tshinza, mit „Hamilius“ leisten. Beide haben eine klare Haltung dazu, der eine mit dem Blick von außen, der andere mit dem Insiderblick der Szene.

Für Nadalet hat Hip-Hop zuallererst einen kulturellen Stellenwert, den es zu würdigen gilt. „Hip-Hop ist Kultur, die verschiedene Sparten kennt“, sagt er und denkt dabei an „Breaken“, Graffiti, DJing und Rappen.

„Hip-Hop ist pure Lebensfreude“, fügt Regisseur Alain Tshinza hinzu, der unter dem Künstlernamen „Gospel Emcee“ selbst ein aktiver Teil der Szene ist.
„Hamilius“ ist als Dokumentarfilm angelegt, was aus der Tatsache resultiert, dass Tshinza in seinem Drehbuch biografische Elemente eingebaut hat. „Der Film erzählt einen Teil meines Lebens“, sagt er.

„Ich habe so viel real erlebt, das ist besser als jede Fiktion.“ Dramaturgisch spielt er mit den Klischees, denen der Film die luxemburgischen Realitäten entgegensetzen will.
Das zeigt schon der Trailer, in dem die Performance der Breaker nicht mit Rap, sondern mit dem „Feierwon“ unterlegt ist. Dem 150 Jahre alten Lied entstammt heimische Identität: „Mir wëlle bleiwen, wat mir sinn.“

Den gesamten Beitrag finden sie in der Donnerstagsausgabe des Tageblatt

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