May 28 2012

Minister Biltgen lends support to Luxembourg talent at Cannes festival

Published by at 01:46 under Articles

SOURCE: http://www.wort.lu

(CS) Luxembourg Communications Minister François Biltgen visited the Cannes Film Festival this weekend, presenting plans for a new law to promote film production in the Grand Duchy. (English translation below)

cannes

Was haben Kommunikationsminister François Biltgen und Regiemeister wie Haneke, Audiard oder Kiorastami gemeinsam? Nun, sie alle sind an der Croisette wohl bekannte Gesichter.

Während Michael Haneke, der Cannes-Preisträger von 2007 sein neuestes Werk „Amour“ heute vorstellte, präsentierte François Biltgen in wesentlich kleinerem Kreis seine Pläne für ein neues Filmförderungsgesetz. Das alte Finanzierungssystem, mit dem der Luxemburger Staat Kinoproduktionen im Großherzogtum unterstützt, habe durch die Wirtschaftskrise an Attraktivität verloren. Von der Möglichkeit über so genannte „Certificats d’investissement audiovisuels“ Steuervergünstigungen auf den Gewinn geltend zu machen, hätte kaum noch ein Produzent in letzter Zeit Gebrauch gemacht, erläuterte Biltgen.

Fortan sollen nur noch direkte Hilfen fließen. Vorgesehen ist ein globales Budget von rund 20 Millionen im Jahr. Damit der Steuerzahler auch nachvollziehen kann, wohin sein Geld fließt, möchte Biltgen eine transparente Bewertung der beim Filmfund eingereichten Projekte. Sie sollen nach künstlerischen, technischen und finanziellen Kriterien geprüft werden. Außerdem soll verstärkt ein Augenmerk auf die Vermarktungsstrategie gelegt werden, die laut Biltgen von manchen Produzenten bisher etwas stiefmütterlich behandelt wurde. „Sie sollen sich vorher überlegen, welches Publikum sie überhaupt ansprechen wollen.“

Eine rot-weiß-blaue Filmwirtschaft

 

Das zurzeit angewandte Punkte-System, bei dem auch die Höhe der bei einem Dreh in Luxemburg getätigten Ausgaben – dazu gehört auch die Zahl der Luxemburger Mitarbeiter – als Kriterium gilt, soll ebenfalls eine gesetzliche Basis erhalten. „Ich mache mich durchaus auf Klagen von enttäuschten Filmemachern gefasst“, räumte Biltgen ein. „Sie werden aber nur bis zum Verwaltungsgericht damit kommen. Es wird kein Richter darüber entscheiden müssen, ob ein Film gut oder schlecht ist.“

 

„Der Fortbestand des Filmpreises steht außer Frage“, sagte Biltgen.
Foto: Filmfund – Frutz Lentz

Künftig sollen weniger internationale Koproduktionen entstehen, die aus dem alleinigen Grund gedreht werden, weil die Produktionsfirma dringend eine Finanzspritze braucht. „Ich will eine rot-weiß-blaue Filmwirtschaft“, so Biltgen. Was nicht heiße, dass man fortan ganz auf internationale Koproduktionen verzichten werde. Im Gegenteil: „Koproduktionen sind wichtig, um die hohe Qualität zu halten.“

Auch der „Lëtzebuerger Filmpräis“ soll als Auszeichnung für herausragende Leistungen im neuen Gesetz verankert werden. „Der Fortbestand des Filmpreises steht außer Frage“, sagte Biltgen.

Drei Luxemburger Filme

Luxemburg ist in diesem Jahr mit drei Filmen auf den Filmfestspielen in Cannes vertreten. In der Selektion „Un Certain Regard“ geht das Liebesdrama „A perdre la raison“ (Samsa Film) von Joachim Lafosse und mit Emilie Dequenne an den Start. Mélusine Productions stellen den Animationsfilm Ernest et Célestin während der „Quinzaine des Réalisateurs“ vor und Iris Production sind mit Sandrine Bonnaires „J’enrage de son absence“ bei der „Semaine de la critique“ im Rennen.

Außerdem werden drei Kurzfilme gezeigt: „Do you believe in magic“ von Brice Montagne (Open Books Pictures) et „Der Penner“ von Emile Schlesser). Der junge Regisseur Michel Tereba profitierte außerdem von einem Stipendium, das ihm ermöglicht an Filmmarkt in Cannes teilzunehmen.

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ENGLISH TRANSLATION:

Biltgen commented that the current system to finance films “Made in Luxembourg” had lost in competitiveness due to the financial crisis. He said that hardly anyone took advantage of the “Certificats d’investissement audiovisuel” anymore, which allow tax deductions on the film’s earnings.

In the future, the minister envisions only direct funding through a 20 million euro budget. Biltgen also wants a transparent system assessing projects applying for funding, so that tax payers can see where their money goes.

Future films will be judged on artistic merit, but also technical and financial criteria when applying for funding through the Luxembourg Filmfund. Biltgen also wants better marketing strategies for Luxembourg films.

Red-white-blue film landscape

The point system, which currently regulates expenses, for example including the number of Luxembourg employees on set, will also get a legal base, according to the minister. Biltgen wants to avoid that international co-productions come Luxembourg merely for financial reasons.

He said that he wants a red, white and blue film landscape for Luxembourg. However, the minister had to concede that international co-productions were necessary for the country’s film industry.

The Luxembourg film prize is also set to find its place in the new set of laws, according to Biltgen.

Three Luxembourg films at Cannes

Three Luxembourg productions are being shown at this year’s Cannes festival. In the new talent selection “Un Certain Regard” Joachim Lafosse presents his new drama A perdre la raison produced by Samsa Film.

The “Quinzaine des Réalisateurs”, a series of films screened out of competition includes animation film Ernest et Célestin produced by Mélusine productions, and Sandrine Bonnaires’ J’enrage de son absence (Iris Production) is screened as part of the “Semaine de la Critique.”

Original article by Martine Hemmer (Cannes)

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SOURCE: http://www.wort.lu

(CS) Luxembourg Communications Minister François Biltgen visited the Cannes Film Festival this weekend, presenting plans for a new law to promote film production in the Grand Duchy. (English translation below)

cannes

Was haben Kommunikationsminister François Biltgen und Regiemeister wie Haneke, Audiard oder Kiorastami gemeinsam? Nun, sie alle sind an der Croisette wohl bekannte Gesichter.

Während Michael Haneke, der Cannes-Preisträger von 2007 sein neuestes Werk „Amour“ heute vorstellte, präsentierte François Biltgen in wesentlich kleinerem Kreis seine Pläne für ein neues Filmförderungsgesetz. Das alte Finanzierungssystem, mit dem der Luxemburger Staat Kinoproduktionen im Großherzogtum unterstützt, habe durch die Wirtschaftskrise an Attraktivität verloren. Von der Möglichkeit über so genannte „Certificats d’investissement audiovisuels“ Steuervergünstigungen auf den Gewinn geltend zu machen, hätte kaum noch ein Produzent in letzter Zeit Gebrauch gemacht, erläuterte Biltgen.

Fortan sollen nur noch direkte Hilfen fließen. Vorgesehen ist ein globales Budget von rund 20 Millionen im Jahr. Damit der Steuerzahler auch nachvollziehen kann, wohin sein Geld fließt, möchte Biltgen eine transparente Bewertung der beim Filmfund eingereichten Projekte. Sie sollen nach künstlerischen, technischen und finanziellen Kriterien geprüft werden. Außerdem soll verstärkt ein Augenmerk auf die Vermarktungsstrategie gelegt werden, die laut Biltgen von manchen Produzenten bisher etwas stiefmütterlich behandelt wurde. „Sie sollen sich vorher überlegen, welches Publikum sie überhaupt ansprechen wollen.“

Eine rot-weiß-blaue Filmwirtschaft

 

Das zurzeit angewandte Punkte-System, bei dem auch die Höhe der bei einem Dreh in Luxemburg getätigten Ausgaben – dazu gehört auch die Zahl der Luxemburger Mitarbeiter – als Kriterium gilt, soll ebenfalls eine gesetzliche Basis erhalten. „Ich mache mich durchaus auf Klagen von enttäuschten Filmemachern gefasst“, räumte Biltgen ein. „Sie werden aber nur bis zum Verwaltungsgericht damit kommen. Es wird kein Richter darüber entscheiden müssen, ob ein Film gut oder schlecht ist.“

 

„Der Fortbestand des Filmpreises steht außer Frage“, sagte Biltgen.
Foto: Filmfund – Frutz Lentz

Künftig sollen weniger internationale Koproduktionen entstehen, die aus dem alleinigen Grund gedreht werden, weil die Produktionsfirma dringend eine Finanzspritze braucht. „Ich will eine rot-weiß-blaue Filmwirtschaft“, so Biltgen. Was nicht heiße, dass man fortan ganz auf internationale Koproduktionen verzichten werde. Im Gegenteil: „Koproduktionen sind wichtig, um die hohe Qualität zu halten.“

Auch der „Lëtzebuerger Filmpräis“ soll als Auszeichnung für herausragende Leistungen im neuen Gesetz verankert werden. „Der Fortbestand des Filmpreises steht außer Frage“, sagte Biltgen.

Drei Luxemburger Filme

Luxemburg ist in diesem Jahr mit drei Filmen auf den Filmfestspielen in Cannes vertreten. In der Selektion „Un Certain Regard“ geht das Liebesdrama „A perdre la raison“ (Samsa Film) von Joachim Lafosse und mit Emilie Dequenne an den Start. Mélusine Productions stellen den Animationsfilm Ernest et Célestin während der „Quinzaine des Réalisateurs“ vor und Iris Production sind mit Sandrine Bonnaires „J’enrage de son absence“ bei der „Semaine de la critique“ im Rennen.

Außerdem werden drei Kurzfilme gezeigt: „Do you believe in magic“ von Brice Montagne (Open Books Pictures) et „Der Penner“ von Emile Schlesser). Der junge Regisseur Michel Tereba profitierte außerdem von einem Stipendium, das ihm ermöglicht an Filmmarkt in Cannes teilzunehmen.

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ENGLISH TRANSLATION:

Biltgen commented that the current system to finance films “Made in Luxembourg” had lost in competitiveness due to the financial crisis. He said that hardly anyone took advantage of the “Certificats d’investissement audiovisuel” anymore, which allow tax deductions on the film’s earnings.

In the future, the minister envisions only direct funding through a 20 million euro budget. Biltgen also wants a transparent system assessing projects applying for funding, so that tax payers can see where their money goes.

Future films will be judged on artistic merit, but also technical and financial criteria when applying for funding through the Luxembourg Filmfund. Biltgen also wants better marketing strategies for Luxembourg films.

Red-white-blue film landscape

The point system, which currently regulates expenses, for example including the number of Luxembourg employees on set, will also get a legal base, according to the minister. Biltgen wants to avoid that international co-productions come Luxembourg merely for financial reasons.

He said that he wants a red, white and blue film landscape for Luxembourg. However, the minister had to concede that international co-productions were necessary for the country’s film industry.

The Luxembourg film prize is also set to find its place in the new set of laws, according to Biltgen.

Three Luxembourg films at Cannes

Three Luxembourg productions are being shown at this year’s Cannes festival. In the new talent selection “Un Certain Regard” Joachim Lafosse presents his new drama A perdre la raison produced by Samsa Film.

The “Quinzaine des Réalisateurs”, a series of films screened out of competition includes animation film Ernest et Célestin produced by Mélusine productions, and Sandrine Bonnaires’ J’enrage de son absence (Iris Production) is screened as part of the “Semaine de la Critique.”

Original article by Martine Hemmer (Cannes)

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One Response to “Minister Biltgen lends support to Luxembourg talent at Cannes festival”

  1. Salyon 30 May 2012 at 17:32

    Es ist bemerkenswert wie ein so kleines Land so viele Filme ins Rennen geschickt hat. Ein weiteres Kulturzentrum würde Europa jedenfalls kaum schaden.

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