Oct 18 2009

Premiere des Kurzfilms „Lingo Vino“

Published by at 14:40 under Articles

source: www.journal.lu – CH.S

Eine aparte Freundschaft inmitten der Machtumer Weinberge
Daniel Texter wurde 1973 in Saarbrücken geboren. Während seiner Studien an der Universität von Saarbrücken jobbte er bereits als Produktionsassistent beim Saarländischen Rundfunk, wo er später an der Realisation von Dokumentarfilmen beteiligt war. Als Regieassistent arbeitete er u. a. bei den Iris-Filmproduktionen „Deep Frozen“ (Regie: Andy Bausch), „Freigesprochen“ (R.: Peter Payer) und „Réfractaire“ (R.: Nicolas Steil) sowie bei Andy Bauschs neuem „Trouble No More“. Für Daniel Texter konnte es nur Produzent Nicolas Steil sein, meinte er mit einem Schmunzeln auf den Lippen, der seinen ersten Kurzfilm produzieren würde, da es sich um eine Geschichte handelt, die um den Wein dreht. Der Chef von Iris Productions zeigte sich interessiert an diesem Drehbuch, „Lingo Vino“, und im Herbst 2008 begannen die Dreharbeiten in einem Weinberg in Machtum. Am Mittwochabend war die luxemburgische Erstaufführung, wie es sich gehört in einer Moselstadt, nämlich in Grevenmacher im „Cinémaacher“. Im Januar lief der 33-minütige Film im Rahmen des Max Ophüls Preis Filmfestivals.

Krüppel und Sackgesicht
Sie kennen sich seit über 40 Jahren, Leo (Marc Olinger) und Jakob (Fernand Fox). Jeder hat seinen Weinberg und seine Vorliebe für Wein. Jakob liebt den Pinot, und für ihn ist Leo der Krüppel. Leo mag seinen Riesling über alles, und Jakob ist ein Sackgesicht. Nach getaner Arbeit sitzen beide an einem Tisch zwischen ihren Häusern und streiten über die Qualitäten ihrer Weine. Bei diesem alltäglichen Ritual werden etliche Liter Rebensaft getrunken. Eines Tages bringt der Briefträger Lucas (Thierry Van Werveke) einen roten Brief, den Leo aber nicht aufmacht, da er glaubt, dass er eh von seinem Sohn ist, der zu seiner Schande Bierbrauer wurde. Jakob tauscht nach langen Streitereien seinen Weinberg gegen den Brief ein. Da dieser ab nun ein anderes Leben führt, wird Leo neugierig und spioniert seinem Freund hinterher, um zu erfahren, was im Brief stand.
„Lingo Vino“, die Programmiersprache des Weines also, ist ein handwerklich gut gemachtes Filmchen, das ganz von der Präsenz der beiden Hauptakteure lebt. Olinger und Fox kennen sich im privaten Leben genauso lange wie Leo und Jakob im Film. Ihre Streitereien sind eigentlich Liebkosungen einer speziellen Art. Aus der Mischung von flotten und ruhigen Bildern (Kamera: Carlo Thiel), unterlegt mit einer passenden Musik von Gast Waltzing, und der überzeugenden Schauspielerleistung entströmt eine melancholische Stimmung, wie man sie sehr selten in Kurzfilmen findet. Nach 33 Minuten ist man erfreut, aber irgendwie enttäuscht, dass der Film bereits zu Ende ist und somit die ganz aparte Atmosphäre. Diese Geschichte hätte möglicherweise das Zeug zu einem abendfüllenden Spielfilm gehabt. In der Rolle der Lucie ist Nora Koenig zu sehen. Regieneuling Texter bereitet zurzeit seinen ersten Spielfilm vor. Man darf gespannt sein.
„Lingo Vino“ läuft im „Cinémaacher“ von Freitag bis Sonntag und am Dienstag und Mittwoch jeweils um 19.30 Uhr im Vorprogramm von „Public Enemies“ und „Los abrazos rotos“.

Comments

comments

source: www.journal.lu – CH.S

Eine aparte Freundschaft inmitten der Machtumer Weinberge
Daniel Texter wurde 1973 in Saarbrücken geboren. Während seiner Studien an der Universität von Saarbrücken jobbte er bereits als Produktionsassistent beim Saarländischen Rundfunk, wo er später an der Realisation von Dokumentarfilmen beteiligt war. Als Regieassistent arbeitete er u. a. bei den Iris-Filmproduktionen „Deep Frozen“ (Regie: Andy Bausch), „Freigesprochen“ (R.: Peter Payer) und „Réfractaire“ (R.: Nicolas Steil) sowie bei Andy Bauschs neuem „Trouble No More“. Für Daniel Texter konnte es nur Produzent Nicolas Steil sein, meinte er mit einem Schmunzeln auf den Lippen, der seinen ersten Kurzfilm produzieren würde, da es sich um eine Geschichte handelt, die um den Wein dreht. Der Chef von Iris Productions zeigte sich interessiert an diesem Drehbuch, „Lingo Vino“, und im Herbst 2008 begannen die Dreharbeiten in einem Weinberg in Machtum. Am Mittwochabend war die luxemburgische Erstaufführung, wie es sich gehört in einer Moselstadt, nämlich in Grevenmacher im „Cinémaacher“. Im Januar lief der 33-minütige Film im Rahmen des Max Ophüls Preis Filmfestivals.

Krüppel und Sackgesicht
Sie kennen sich seit über 40 Jahren, Leo (Marc Olinger) und Jakob (Fernand Fox). Jeder hat seinen Weinberg und seine Vorliebe für Wein. Jakob liebt den Pinot, und für ihn ist Leo der Krüppel. Leo mag seinen Riesling über alles, und Jakob ist ein Sackgesicht. Nach getaner Arbeit sitzen beide an einem Tisch zwischen ihren Häusern und streiten über die Qualitäten ihrer Weine. Bei diesem alltäglichen Ritual werden etliche Liter Rebensaft getrunken. Eines Tages bringt der Briefträger Lucas (Thierry Van Werveke) einen roten Brief, den Leo aber nicht aufmacht, da er glaubt, dass er eh von seinem Sohn ist, der zu seiner Schande Bierbrauer wurde. Jakob tauscht nach langen Streitereien seinen Weinberg gegen den Brief ein. Da dieser ab nun ein anderes Leben führt, wird Leo neugierig und spioniert seinem Freund hinterher, um zu erfahren, was im Brief stand.
„Lingo Vino“, die Programmiersprache des Weines also, ist ein handwerklich gut gemachtes Filmchen, das ganz von der Präsenz der beiden Hauptakteure lebt. Olinger und Fox kennen sich im privaten Leben genauso lange wie Leo und Jakob im Film. Ihre Streitereien sind eigentlich Liebkosungen einer speziellen Art. Aus der Mischung von flotten und ruhigen Bildern (Kamera: Carlo Thiel), unterlegt mit einer passenden Musik von Gast Waltzing, und der überzeugenden Schauspielerleistung entströmt eine melancholische Stimmung, wie man sie sehr selten in Kurzfilmen findet. Nach 33 Minuten ist man erfreut, aber irgendwie enttäuscht, dass der Film bereits zu Ende ist und somit die ganz aparte Atmosphäre. Diese Geschichte hätte möglicherweise das Zeug zu einem abendfüllenden Spielfilm gehabt. In der Rolle der Lucie ist Nora Koenig zu sehen. Regieneuling Texter bereitet zurzeit seinen ersten Spielfilm vor. Man darf gespannt sein.
„Lingo Vino“ läuft im „Cinémaacher“ von Freitag bis Sonntag und am Dienstag und Mittwoch jeweils um 19.30 Uhr im Vorprogramm von „Public Enemies“ und „Los abrazos rotos“.

Comments

comments

No responses yet

Trackback URI | Comments RSS

Leave a Reply