Dec 15 2009

Prix Eurimages

Published by at 12:52 under Articles

SOURCE: http://www.journal.lu – CH.S.

(v.l.) Filmfund-Direktor Guy Daleiden, Jani Thiltges, EU-Kommissarin Viviane Reding und Claude Waringo von Samsa Film

Jani Thiltges und Diana Elbaum

Am Samstagabend war die Jahrhunderthalle in Bochum bis auf den letzten Platz besetzt. Viele Stars des europäischen Kinos waren angereist, um an der Verleihung der Europäischen Filmpreise (European Film Awards) teilzunehmen, Preise, die seit 1988 von der Europäischen Filmakademie (EFA) vergeben werden. Der deutsche Comedy-Star Anke Engelke moderierte den Abend mit ihrem gewohnten Witz, Charme und in ausgezeichnetem Englisch. Musikalisch umrahmte die Gruppe Bauhouse die Veranstaltung.

Der Publikumspreis und weitere Preise
Das Publikum wurde vor der eigentlichen Verleihung von EFA-Geschäftsführerin Marion Döring und EFA-Präsident Wim Wenders begrüßt. Die Veranstaltung fand im Rahmen des bevorstehenden Kulturjahres statt und war sozusagen eine Vor-Eröffnung von „Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010“. Anke Engelke spielte alle Rollen in einem kurzen Film, in dem ein fiktives Casting abgehalten wurde, um eine Moderatorin für die Verleihung zu finden.
Der erste Preis des Abends war der People Choice Award, der Publikumspreis, dessen Austragung in Luxemburg dieses Jahr von einem großen Wochenmagazin vergessen wurde. „Slumdog Millionaire“ von Danny Boyle wurde von Europas Kinogängern zum besten Film gewählt. Der Regisseur nahm diese Statue selbst ab.
Die Schauspieler Maria Valverde und Anatole Taubman gaben den Gewinner des Drehbuchpreises bekannt: Michael Haneke für „Das weiße Band“. Der Carlo Di Palma European Cinematographer Award 2009 (Preis für die beste Kameraarbeit) wurde an Anthony Dod Mantle für „Antichrist“ und „Slumdog Millionaire“ verliehen, eine Statue, welche Regisseur Danny Boyle in Abwesenheit des Gewinners in Empfang nahm.
Schließlich betrat Michael Haneke ein zweites Mal die Bühne, um den Preis des besten Regisseurs von „Das weiße Band“ aus den Händen von Regisseurin Nino Kirtadzé und Schauspieler Jesper Christensen entgegen zu nehmen.
Peter Strickland gewann den European Discovery Award 2009 für seinen Film „Katalin Varga” (Rumänien, Ungarn, UK).
Standing Ovations
In Abwesenheit von Ben Kingsley hielt der deutsche Regisseur Volker Schlöndorff die Laudatio für die französische Schauspielerin Isabelle Huppert, die von der Akademie mit dem Ehrenpreis für ihren Beitrag zum Weltkino 2009 belohnt wurde. Das Publikum ehrte ihre Arbeit mit einer stehenden Ovation, genau wie anschließend das Werk vom polnischen Regisseur Andrzej Wajda, der mit dem Preis der Kritik (Prix FIPRESCI) für seinen Film „Tatarak“ ausgezeichnet wurde. Die polnische Schauspielerin Krystyna Janda überreichte dem 83-jährigen Regisseur seinen verdienten Preis.
Der beste Dokumentarfilm, Schauspieler und die beste Schauspielerin
ARTE-Präsident Gottfried Langenstein übergab den Preis des besten Dokumentarfilms an Peter Liechti für „The Sound of Insects: Record of a Mummy“.
Die Schauspieler Caterina Murino und Branko Djuric gaben den Namen der besten Schauspielerin bekannt: Kate Winslet für ihre Rolle in „The Reader“ (Der Vorleser) von Stephen Daldry. In ihrer Abwesenheit – außer ihr fehlten noch die Nominierten Penélope Cruz („Los abrazos rotos“), Charlotte Gainsbourg („Antichrist“) – las Regisseur Stephen Daldry ein Dankesschreiben von ihr vor.
Tahar Rahim wurde als bester Schauspieler Europas für seine bewegende und schwierige Rolle in „Un prophète“ von Jacques Audiard ausgezeichnet.
Prix Eurimages, bester Kurzfilm und Komponist und der Prix d’Excellence
Eine nicht unwichtige Ehrung in Europas Kinolandschaft kam dem Luxemburger Produzenten Jani Thiltges (Samsa Film) und seiner belgischen Kollegin Diana Elbaum (Entre Chien et Loup) zugute. Die spanische Schauspielerin Victoria Abril überreichte ihnen den Prix Eurimages für europäische Koproduktionen. In seiner Dankesrede bedankte sich Jani bei seinen Partnern, u. a. Claude Waringo und Patrick Quinet, ohne die keine Filme gedreht worden wären.
Schauspieler Aksel Hennie übergab den Preis des besten Kurzfilms an Marcel Lozinski für „Poste restante“.
Alberto Iglesias bekam alsdann seine Statue als bester Komponist („Los abrazos rotos“) aus den Händen der Schauspieler Johanna ter Steege und Maciej Stuhr.
Der Prix d’Excellence der Akademie ging an Brigitte Taillandier, Francis Wargnier, Jean-Paul Hurier und Marc Doisne für die Tongestaltung von „Un prophète“.
European Film Academy Lifetime Achievement Award
Das einstige „enfant terrible“ des Weltfußballs Eric Cantona betrat die Bühne, um dem britischen Regisseur Ken Loach („Land And Freedom“, „The Wind That Shakes The Barley”, „Looking For Eric“) den European Film Academy Lifetime Achievement Award zu überreichen, also einen Preis für das gesamte Lebenswerk. Ken Loachs Wunsch ist es, dass das Publikum sich vermehrt europäische Filme ansehen soll und dass die Politiker den europäischen Film mehr schützen sollen.
Bester Animationsfilm und bester europäischer Film
Den zweitletzten Preisträger verkündete Schauspieler Detlev Buck: Europas bester Animationsfilm „Mia et le Migou“ von Jacques-Rémy Girerd (mitrealisiert von Nora Twomey).
Zu guter Letzt betraten Akademie-Präsident Wim Wenders und noch EU-Kommissarin Viviane Reding die Bühne und überreichten den begehrtesten Preis, den des besten europäischen Films an Michael Haneke für „Das weiße Band“.
Unter den Gästen waren u. a. noch Hannelore Elsner, Julia Jentsch, Roland Emmerich, Moritz Bleibtreu, Katie Jarvis, Rudi Assauer, Tina Ruland, Filippo Timi, Steve Evets und Yolande Moreau. Anschließend wurde noch lange und ausgiebig gefeiert. Zu hoffen bleibt, dass dieses 22. Stelldichein der europäischen Kinoelite auch beim Publikum nachhallen wird. Das nächste EFA-Event wird 2010 in der lettischen Hauptstadt Riga stattfinden.

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(v.l.) Filmfund-Direktor Guy Daleiden, Jani Thiltges, EU-Kommissarin Viviane Reding und Claude Waringo von Samsa Film

Jani Thiltges und Diana Elbaum

Am Samstagabend war die Jahrhunderthalle in Bochum bis auf den letzten Platz besetzt. Viele Stars des europäischen Kinos waren angereist, um an der Verleihung der Europäischen Filmpreise (European Film Awards) teilzunehmen, Preise, die seit 1988 von der Europäischen Filmakademie (EFA) vergeben werden. Der deutsche Comedy-Star Anke Engelke moderierte den Abend mit ihrem gewohnten Witz, Charme und in ausgezeichnetem Englisch. Musikalisch umrahmte die Gruppe Bauhouse die Veranstaltung.

Der Publikumspreis und weitere Preise
Das Publikum wurde vor der eigentlichen Verleihung von EFA-Geschäftsführerin Marion Döring und EFA-Präsident Wim Wenders begrüßt. Die Veranstaltung fand im Rahmen des bevorstehenden Kulturjahres statt und war sozusagen eine Vor-Eröffnung von „Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010“. Anke Engelke spielte alle Rollen in einem kurzen Film, in dem ein fiktives Casting abgehalten wurde, um eine Moderatorin für die Verleihung zu finden.
Der erste Preis des Abends war der People Choice Award, der Publikumspreis, dessen Austragung in Luxemburg dieses Jahr von einem großen Wochenmagazin vergessen wurde. „Slumdog Millionaire“ von Danny Boyle wurde von Europas Kinogängern zum besten Film gewählt. Der Regisseur nahm diese Statue selbst ab.
Die Schauspieler Maria Valverde und Anatole Taubman gaben den Gewinner des Drehbuchpreises bekannt: Michael Haneke für „Das weiße Band“. Der Carlo Di Palma European Cinematographer Award 2009 (Preis für die beste Kameraarbeit) wurde an Anthony Dod Mantle für „Antichrist“ und „Slumdog Millionaire“ verliehen, eine Statue, welche Regisseur Danny Boyle in Abwesenheit des Gewinners in Empfang nahm.
Schließlich betrat Michael Haneke ein zweites Mal die Bühne, um den Preis des besten Regisseurs von „Das weiße Band“ aus den Händen von Regisseurin Nino Kirtadzé und Schauspieler Jesper Christensen entgegen zu nehmen.
Peter Strickland gewann den European Discovery Award 2009 für seinen Film „Katalin Varga” (Rumänien, Ungarn, UK).
Standing Ovations
In Abwesenheit von Ben Kingsley hielt der deutsche Regisseur Volker Schlöndorff die Laudatio für die französische Schauspielerin Isabelle Huppert, die von der Akademie mit dem Ehrenpreis für ihren Beitrag zum Weltkino 2009 belohnt wurde. Das Publikum ehrte ihre Arbeit mit einer stehenden Ovation, genau wie anschließend das Werk vom polnischen Regisseur Andrzej Wajda, der mit dem Preis der Kritik (Prix FIPRESCI) für seinen Film „Tatarak“ ausgezeichnet wurde. Die polnische Schauspielerin Krystyna Janda überreichte dem 83-jährigen Regisseur seinen verdienten Preis.
Der beste Dokumentarfilm, Schauspieler und die beste Schauspielerin
ARTE-Präsident Gottfried Langenstein übergab den Preis des besten Dokumentarfilms an Peter Liechti für „The Sound of Insects: Record of a Mummy“.
Die Schauspieler Caterina Murino und Branko Djuric gaben den Namen der besten Schauspielerin bekannt: Kate Winslet für ihre Rolle in „The Reader“ (Der Vorleser) von Stephen Daldry. In ihrer Abwesenheit – außer ihr fehlten noch die Nominierten Penélope Cruz („Los abrazos rotos“), Charlotte Gainsbourg („Antichrist“) – las Regisseur Stephen Daldry ein Dankesschreiben von ihr vor.
Tahar Rahim wurde als bester Schauspieler Europas für seine bewegende und schwierige Rolle in „Un prophète“ von Jacques Audiard ausgezeichnet.
Prix Eurimages, bester Kurzfilm und Komponist und der Prix d’Excellence
Eine nicht unwichtige Ehrung in Europas Kinolandschaft kam dem Luxemburger Produzenten Jani Thiltges (Samsa Film) und seiner belgischen Kollegin Diana Elbaum (Entre Chien et Loup) zugute. Die spanische Schauspielerin Victoria Abril überreichte ihnen den Prix Eurimages für europäische Koproduktionen. In seiner Dankesrede bedankte sich Jani bei seinen Partnern, u. a. Claude Waringo und Patrick Quinet, ohne die keine Filme gedreht worden wären.
Schauspieler Aksel Hennie übergab den Preis des besten Kurzfilms an Marcel Lozinski für „Poste restante“.
Alberto Iglesias bekam alsdann seine Statue als bester Komponist („Los abrazos rotos“) aus den Händen der Schauspieler Johanna ter Steege und Maciej Stuhr.
Der Prix d’Excellence der Akademie ging an Brigitte Taillandier, Francis Wargnier, Jean-Paul Hurier und Marc Doisne für die Tongestaltung von „Un prophète“.
European Film Academy Lifetime Achievement Award
Das einstige „enfant terrible“ des Weltfußballs Eric Cantona betrat die Bühne, um dem britischen Regisseur Ken Loach („Land And Freedom“, „The Wind That Shakes The Barley”, „Looking For Eric“) den European Film Academy Lifetime Achievement Award zu überreichen, also einen Preis für das gesamte Lebenswerk. Ken Loachs Wunsch ist es, dass das Publikum sich vermehrt europäische Filme ansehen soll und dass die Politiker den europäischen Film mehr schützen sollen.
Bester Animationsfilm und bester europäischer Film
Den zweitletzten Preisträger verkündete Schauspieler Detlev Buck: Europas bester Animationsfilm „Mia et le Migou“ von Jacques-Rémy Girerd (mitrealisiert von Nora Twomey).
Zu guter Letzt betraten Akademie-Präsident Wim Wenders und noch EU-Kommissarin Viviane Reding die Bühne und überreichten den begehrtesten Preis, den des besten europäischen Films an Michael Haneke für „Das weiße Band“.
Unter den Gästen waren u. a. noch Hannelore Elsner, Julia Jentsch, Roland Emmerich, Moritz Bleibtreu, Katie Jarvis, Rudi Assauer, Tina Ruland, Filippo Timi, Steve Evets und Yolande Moreau. Anschließend wurde noch lange und ausgiebig gefeiert. Zu hoffen bleibt, dass dieses 22. Stelldichein der europäischen Kinoelite auch beim Publikum nachhallen wird. Das nächste EFA-Event wird 2010 in der lettischen Hauptstadt Riga stattfinden.

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