Jun 28 2011

Trakl wird Tabu

Published by at 01:09 under Articles,Deutsch

TABU – Iris Production
SOURCE: http://www.kino-news.de/news-details-31091750/tabupremiere-bei-moskauer-kinofestival-gefeiert.html

«Tabu»-Premiere bei Moskauer Kinofestival gefeiert
Moskau – Für sein Drama «Tabu» hat der deutsche Regisseur Christoph Stark beim Moskauer Internationalen Kinofestival viel Beifall erhalten.

Nach der Premiere des Films um die leidenschaftliche Beziehung des Künstlers Georg Trakl zu seiner Schwester Grete applaudierten die Kinokritiker am Samstag und lobten Starks «dichte und eingehende Erzählweise». Der 1965 in Esslingen geborene Stark präsentierte gemeinsam mit der jungen Hauptdarstellerin Peri Baumeister aus München seinen Streifen erstmals öffentlich.

Nach Angaben der Filmemacher war es schwierig, Investoren für den Film zu gewinnen, weil das Thema intimer Beziehungen zwischen Blutsverwandten heikel und mit Vorurteilen behaftet sei. Stark betonte, dass er das Leben des österreichischen Literaturklassikers Trakl (1887-1914) frei interpretiert habe. «Ich bin überzeugt, dass es eine körperliche Liebe zwischen beiden gab», sagte Stark im Kinosaal. Erfunden sei aber etwa die Szene, in der die schwangere Grete das mit ihrem Bruder gezeugte Kind verliere. Er wolle zeigen, was passiere, wenn Grenzen nicht eingehalten würden, sagte Stark.

In «Tabu» geht es um Probleme in Beziehungen allgemein sowie um Fragen von Nähe und Distanz etwa zwischen Bruder und Schwester. Russische Filmkritiker sprachen von «echter und großer Kunst». Der mit vielen Zitaten aus Trakls Gedichten gedrehte Film erzählt in gut 90 Minuten zudem von der inneren Zerrissenheit und den Drogenexzessen des Künstlers (Lars Eidinger) im Wien Anfang des 20. Jahrhunderts sowie von der kurzen Karriere Gretes als Pianistin. In intensiven Bildern zeigt Stark viele intime Momente zwischen den beiden Geschwistern, aber auch ihre Phasen der Trennung.

«Tabu – Es ist die Seele … ein Fremdes auf Erden» ist der einzige deutsche Beitrag im Hauptwettbewerb des 33. Moskauer Internationalen Kinofestivals. Er soll als nächstes auf dem Filmfest in München gezeigt werden. Insgesamt will die Moskauer Jury unter Leitung der Schauspielerin Geraldine Chaplin bis 2. Juli 17 Filme bewerten. Sie schaue Filme «mit dem Kopf, den Augen, ihrem Herz und dem ganzen Körper», sagte die Tochter des Stummfilm-Meisters Charlie Chaplin.

Zu Gast ist zudem der deutsche Regisseur Werner Herzog (68), der in einer Retrospektive seine Filme wie «Woyzeck» von 1979 und andere vorstellt. Moskau gehört wie Berlin, Cannes oder Venedig zu den A-Festivals der internationalen Produzentenvereinigung FIAPF. Das vorwiegend vom Staat finanzierte Kinoereignis wurde 1959 gegründet. Seit 2000 wird es jährlich organisiert.

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TABU – Iris Production
SOURCE: http://www.kino-news.de/news-details-31091750/tabupremiere-bei-moskauer-kinofestival-gefeiert.html

«Tabu»-Premiere bei Moskauer Kinofestival gefeiert
Moskau – Für sein Drama «Tabu» hat der deutsche Regisseur Christoph Stark beim Moskauer Internationalen Kinofestival viel Beifall erhalten.

Nach der Premiere des Films um die leidenschaftliche Beziehung des Künstlers Georg Trakl zu seiner Schwester Grete applaudierten die Kinokritiker am Samstag und lobten Starks «dichte und eingehende Erzählweise». Der 1965 in Esslingen geborene Stark präsentierte gemeinsam mit der jungen Hauptdarstellerin Peri Baumeister aus München seinen Streifen erstmals öffentlich.

Nach Angaben der Filmemacher war es schwierig, Investoren für den Film zu gewinnen, weil das Thema intimer Beziehungen zwischen Blutsverwandten heikel und mit Vorurteilen behaftet sei. Stark betonte, dass er das Leben des österreichischen Literaturklassikers Trakl (1887-1914) frei interpretiert habe. «Ich bin überzeugt, dass es eine körperliche Liebe zwischen beiden gab», sagte Stark im Kinosaal. Erfunden sei aber etwa die Szene, in der die schwangere Grete das mit ihrem Bruder gezeugte Kind verliere. Er wolle zeigen, was passiere, wenn Grenzen nicht eingehalten würden, sagte Stark.

In «Tabu» geht es um Probleme in Beziehungen allgemein sowie um Fragen von Nähe und Distanz etwa zwischen Bruder und Schwester. Russische Filmkritiker sprachen von «echter und großer Kunst». Der mit vielen Zitaten aus Trakls Gedichten gedrehte Film erzählt in gut 90 Minuten zudem von der inneren Zerrissenheit und den Drogenexzessen des Künstlers (Lars Eidinger) im Wien Anfang des 20. Jahrhunderts sowie von der kurzen Karriere Gretes als Pianistin. In intensiven Bildern zeigt Stark viele intime Momente zwischen den beiden Geschwistern, aber auch ihre Phasen der Trennung.

«Tabu – Es ist die Seele … ein Fremdes auf Erden» ist der einzige deutsche Beitrag im Hauptwettbewerb des 33. Moskauer Internationalen Kinofestivals. Er soll als nächstes auf dem Filmfest in München gezeigt werden. Insgesamt will die Moskauer Jury unter Leitung der Schauspielerin Geraldine Chaplin bis 2. Juli 17 Filme bewerten. Sie schaue Filme «mit dem Kopf, den Augen, ihrem Herz und dem ganzen Körper», sagte die Tochter des Stummfilm-Meisters Charlie Chaplin.

Zu Gast ist zudem der deutsche Regisseur Werner Herzog (68), der in einer Retrospektive seine Filme wie «Woyzeck» von 1979 und andere vorstellt. Moskau gehört wie Berlin, Cannes oder Venedig zu den A-Festivals der internationalen Produzentenvereinigung FIAPF. Das vorwiegend vom Staat finanzierte Kinoereignis wurde 1959 gegründet. Seit 2000 wird es jährlich organisiert.

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