Jan 01 2012

Zwei Brüder auf dem Weg zum Gipfel

Published by at 01:25 under Articles,PTD

SOURCE: http://www.journal.lu

Ein Interview mit dem Regisseur Jean-Louis Schuller, dessen Kinodokumentation„The Road Uphill“ über die Schleck-Brüder heute Vorpremiere feiert

Zwei Brüder auf dem Weg zum Gipfel

Die beiden Schleck-Brüder Fränk und Andy füllen seit Jahren die Spalten der Sport-Presse; heute ziehen die beiden Rad-Profis nun ins Kultur-Ressort ein. Der Grund dafür ist weniger ihre großartigen sportlichen Leistung, die sie seit Jahren konstant abrufen, sondern vielmehr ein Kinofilm, der die beiden Sportler bei ihren Vorbereitungen auf das prestigeträchtigste aller Radrennen, der Tour de France, begleitet. Der von Paul Thiltges Distribution produzierte Schleck-Dokumentarfilm „The Road Uphill“, der heute Abend seine Vorpremiere feiert, wurde von dem luxemburgischen Filmemacher Jean-Louis Schuller realisiert, der in Brüssel die Ausbildung zum „Director of Cinematography“ genossen hat.

Im Laufe seines Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für Dokumentarfilme. Der Produzent Paul Thilges hat den Filmemacher eines Tages darauf angesprochen, ob er nicht Lust hätte, das filmische Projekt über die beiden Brüder um zu setzen. „Paul Thilges meinte, es würde sich um ein visuelles Projekt handeln, das mich eigentlich ansprechen müsste“, erklärte uns der Regisseur am Tag vor der Vorpremiere. Daraufhin hat er sich einen zusammenfassenden Überblick über das Thema verschafft. Einen Dokumentarfilm für das breite Kinopublikum zu inszenieren betrachtete er als Herausforderung. „The Road Uphill“ ist ein visuelles Dokument, das sich nicht in eine gemeinsame Schublade mit den unzähligen, im Fernsehen ausgestrahlten Reportagen über die beiden Sportler stecken lässt. „Der Dokumentarfilm unterscheidet sich von einer herkömmlichen Reportage durch den Aufbau, den Ton sowie die Bewegungen der Kamera“, erläuterte Schuller die Unterschiede. Dem 90-minütigen Werk den Stempel einer „ XXL-Reportage für die Kinoleinwand“ auf zu drücken, verbietet sich demnach. Es war im Großen und Ganzen dem Filmemacher selbst überlassen, wie er an das Projekt herangehen würde. Schuller hat seine eigene Vision vom Projekt umgesetzt „Mir war aber schnell klar, dass ich mit Interviews arbeiten müsste“. Diese dienten ihm als stilistisches Mittel. Auf Archivbilder oder Zeitungsberichte habe er verzichtet, meinte Schuller.

Das Privatleben bleibt tabu

Der abendfüllende Dokumentar-Streifen befasst sich keinesfalls hauptsächlich mit der Tour de France: „Den Zuschauer erwarten Bilder, die so noch niemals gezeigt wurden; lediglich während zehn Filmminuten geht es um die TDF“. Als Filmemacher möchte Jean-Louis Schuller eine Geschichte erzählen, in der es u.a. über das Vorstoßen an die eigenen Grenzen geht:

„Mein Film ist keine Aneinanderreihung verschiedener Bilder; ich versuche, die Geschichte zweier Brüder zu schildern, die sich physisch wie auch mental auf die Frankreichrundfahrt vorbereiten.“ Um dies umsetzen zu können, begleitete der Regisseur den Schleck-Tross über mehrere Monate. Den Alltag der beiden Spitzensportler wollte der Filmemacher so wenig wie möglich beeinträchtigen: „Ich achtete darauf, möglichst unsichtbar zu bleiben“. Am Anfang war Schuller einer von vielen in der Schar der Medienvertreter, die sich tagein, tagaus um die Fahrer drängt. Nach und nach wurden ihm die Türen zur Schleck-Welt jedoch immer weiter geöffnet, weil Schuller ihre Privatsphäre respektiert hat. Wer sich voyeuristische Einblicke in das Privatleben der beiden Mondorfer erwartet, braucht den Gang ins Kino erst gar nicht an zu treten: „Die Privatsphäre wurde im Film ausgeklammert“, so die eindeutige Aussage des Regisseurs. Schuller begleitete die Profi-Radler mit ihrem Team zu verschiedenen Rennen oder ins Trainingslager; auch der Tourbus war für den Filmemacher keine Sperrzone.

› Patrick Versall

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Ein Interview mit dem Regisseur Jean-Louis Schuller, dessen Kinodokumentation„The Road Uphill“ über die Schleck-Brüder heute Vorpremiere feiert

Zwei Brüder auf dem Weg zum Gipfel

Die beiden Schleck-Brüder Fränk und Andy füllen seit Jahren die Spalten der Sport-Presse; heute ziehen die beiden Rad-Profis nun ins Kultur-Ressort ein. Der Grund dafür ist weniger ihre großartigen sportlichen Leistung, die sie seit Jahren konstant abrufen, sondern vielmehr ein Kinofilm, der die beiden Sportler bei ihren Vorbereitungen auf das prestigeträchtigste aller Radrennen, der Tour de France, begleitet. Der von Paul Thiltges Distribution produzierte Schleck-Dokumentarfilm „The Road Uphill“, der heute Abend seine Vorpremiere feiert, wurde von dem luxemburgischen Filmemacher Jean-Louis Schuller realisiert, der in Brüssel die Ausbildung zum „Director of Cinematography“ genossen hat.

Im Laufe seines Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für Dokumentarfilme. Der Produzent Paul Thilges hat den Filmemacher eines Tages darauf angesprochen, ob er nicht Lust hätte, das filmische Projekt über die beiden Brüder um zu setzen. „Paul Thilges meinte, es würde sich um ein visuelles Projekt handeln, das mich eigentlich ansprechen müsste“, erklärte uns der Regisseur am Tag vor der Vorpremiere. Daraufhin hat er sich einen zusammenfassenden Überblick über das Thema verschafft. Einen Dokumentarfilm für das breite Kinopublikum zu inszenieren betrachtete er als Herausforderung. „The Road Uphill“ ist ein visuelles Dokument, das sich nicht in eine gemeinsame Schublade mit den unzähligen, im Fernsehen ausgestrahlten Reportagen über die beiden Sportler stecken lässt. „Der Dokumentarfilm unterscheidet sich von einer herkömmlichen Reportage durch den Aufbau, den Ton sowie die Bewegungen der Kamera“, erläuterte Schuller die Unterschiede. Dem 90-minütigen Werk den Stempel einer „ XXL-Reportage für die Kinoleinwand“ auf zu drücken, verbietet sich demnach. Es war im Großen und Ganzen dem Filmemacher selbst überlassen, wie er an das Projekt herangehen würde. Schuller hat seine eigene Vision vom Projekt umgesetzt „Mir war aber schnell klar, dass ich mit Interviews arbeiten müsste“. Diese dienten ihm als stilistisches Mittel. Auf Archivbilder oder Zeitungsberichte habe er verzichtet, meinte Schuller.

Das Privatleben bleibt tabu

Der abendfüllende Dokumentar-Streifen befasst sich keinesfalls hauptsächlich mit der Tour de France: „Den Zuschauer erwarten Bilder, die so noch niemals gezeigt wurden; lediglich während zehn Filmminuten geht es um die TDF“. Als Filmemacher möchte Jean-Louis Schuller eine Geschichte erzählen, in der es u.a. über das Vorstoßen an die eigenen Grenzen geht:

„Mein Film ist keine Aneinanderreihung verschiedener Bilder; ich versuche, die Geschichte zweier Brüder zu schildern, die sich physisch wie auch mental auf die Frankreichrundfahrt vorbereiten.“ Um dies umsetzen zu können, begleitete der Regisseur den Schleck-Tross über mehrere Monate. Den Alltag der beiden Spitzensportler wollte der Filmemacher so wenig wie möglich beeinträchtigen: „Ich achtete darauf, möglichst unsichtbar zu bleiben“. Am Anfang war Schuller einer von vielen in der Schar der Medienvertreter, die sich tagein, tagaus um die Fahrer drängt. Nach und nach wurden ihm die Türen zur Schleck-Welt jedoch immer weiter geöffnet, weil Schuller ihre Privatsphäre respektiert hat. Wer sich voyeuristische Einblicke in das Privatleben der beiden Mondorfer erwartet, braucht den Gang ins Kino erst gar nicht an zu treten: „Die Privatsphäre wurde im Film ausgeklammert“, so die eindeutige Aussage des Regisseurs. Schuller begleitete die Profi-Radler mit ihrem Team zu verschiedenen Rennen oder ins Trainingslager; auch der Tourbus war für den Filmemacher keine Sperrzone.

› Patrick Versall

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