Mar 26 2010

Motive sollen Filmemacher anlocken

Published by at 04:59 under Deutsch

SOURCE: Kölner Stadt-Anzeiger

Bis Ende Juni 2011 soll eine Datenbank mit 40 bis 50 Filmdrehorten in der Eifel aufgebaut werden. Im Mai flimmert der Eifel-Krimi “Der Bulle und das Landei” über den Bildschirm.

Eifel/Berlin – „Die Filmindustrie ist auf die Eifel aufmerksam geworden“, resümierte der Aufsichtsratsvorsitzende der Eifel Tourismus GmbH, Landrat Heinz Onnertz, auf der Internationalen Tourismus Börse in Berlin. Zuvor war das Projekt „Criminale 2010“ durch die Wirtschaftsförderin des Kreises Euskirchen, Iris Poth, vorgestellt worden.

Im Rahmen einer Pressekonferenz erfuhren die Journalisten nicht nur das umfangreiche Programm des Eifeler Krimifestivals vom 8. bis 12. September dieses Jahres in der Nordeifel. Es wurde auch bekannt, dass im Mai der erste Fernseh-Eifelkrimi über den Bildschirm flimmert.

Von einem besonders interessanten Projekt berichtete Leo Hammes von der Eifeltourismus GmbH: So soll bis Ende Juni 2011 eine Motiv-Datenbank mit 40 bis 50 Filmdrehorten in der Eifel aufgebaut werden. „Location Guide“ heißt das 632 000 Euro teure grenzüberschreitende Projekt, das zu 50 Prozent mit europäischen Fördermitteln realisiert wird und das als neuer touristischer Magnet dienen soll.

Durch die Umsetzung von Filmprojekten an den in der Datenbank aufgeführten Drehorten versprechen sich die Eifeler Tourismusmacher eine Belebung der Wirtschaft, weil die Drehorte verstärkt von Touristen aufgesucht werden. Und auch die heimische Wirtschaft soll gestärkt werden, weil den Filmemachern Daten von Handwerkern, Technikern, Hoteliers, Schauspielern oder sonstigen Dienstleistern angeboten werden.

Tourismus-Magnete

Drehorte solcher Serien wie zum Beispiel „Küstenwache“ oder „Schwarzwaldklinik“ erfreuen sich eines regen Besucheransturms. „Die Leute pilgern regelrecht dahin“, berichtete Leo Hammes. Nicht selten stünden Schauspieler für Autogrammstunden zur Verfügung. Außerdem erhofft sich die Eifeltourismus GmbH eine hohe Wertschöpfung durch die Übernachtungen und Verpflegung der Filmteams oder der Touristen, die die Drehorte besuchen.

Durch die Umsetzung der Filmprojekte an den Drehorten erreichten die beteiligen Regionen eine zusätzliche Bekanntheit, so Hammes. Projektpartner sind neben der Eifel Tourismus GmbH die Gesellschaft für Medienförderung im Saarland, das Medienzentrum der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgien, „Film Fund“ in Luxemburg und „Conseil Régional de Lorraine“ in Lothringen. Im Saarland und Lothringen gibt es die Datenbank bereits, die nun auf die Eifel, Ostbelgien und Luxemburg erweitert wird.

Wie in Berlin bekannt wurde, wird der „Tatort“ in den Dritten Programmen der ARD bald Konkurrenz aus der Eifel bekommen. Vom ersten Fernseh-Eifelkrimi mit dem Titel „Der Bulle und das Landei“, der am Montag, 10. Mai, um 20.15 Uhr vom SWR ausgestrahlt wird, konnte sich die Eifeler Delegation bei der ITB einen Vorgeschmack holen.

Der SWR präsentierte den Trailer zum Film mit den Schauspielern Uwe Ochsenknecht und Diana Amft in den Hauptrollen. Nach einem heimtückischen Mord in einem kleinen Eifelstädtchen geht es hoch her. Der Trailer zeigt zum Beispiel, wie der „Bulle“ Uwe Ochsenknecht mit dem „Landei“ Diana Amft auf einem Trecker auf Mörderjagd gehen.

Wie ein Sprecher des SWR betonte, sollen weitere Eifelkrimis als Serie folgen. Es handele sich allerdings nicht um die Verfilmung der Eifelkrimis von Jacques Berndorf oder Ralf Kramp, sondern um eigene Geschichten. Man habe vorher mit den Eifeler Krimischreibern gesprochen: Die hätten nichts gegen die Fernsehkonkurrenz einzuwenden gehabt.

Hintergrund
Film-Produktionen in der Eifel

In den vergangenen Jahren war die Eifel oft Schauplatz von Dreharbeiten für Film und Fernsehen. So ließ die Crew der TV-Serie „Alarm für Cobra 11“ bereits mehrmals auf der Bundesstraße 56 n bei Zülpich Autos imposant ineinanderkrachen. 1999 drehte Joseph Vilsmaier mit Katja Flint auf Burg Vogelsang Szenen des Spielfilms „Marlene“.

Ex-Bond-Darsteller Roger Moore stand für die Klamotte „Boat Trip“ auf der Dahlemer Binz vor der Kamera. Und auf Burg Dreiborn vermieste Uwe Ochsenknecht Armin Rohde ein Familienfest, das dann zur „Bluthochzeit“ wurde. RTL legte in „Der Vulkan“ Bad Münstereifel in Schutt und Asche, nannte die Kurstadt aber Lorchheim. Auch in Schönau, Nettersheim und Buir wurden Szenen für das „Event-Movie“, wie der Kölner TV-Sender den Katastrophenstreifen anpries, gedreht. In Schmidtheim stellte Regisseur Sönke Wortmann die Kameras auf und fing einige Szenen für die Literaturverfilmung „Die Päpstin“ mit Johanna Wokalek ein. Und die ARD filmte gleich eine ganze Serie in der Eifel: Die Arbeiten für „Mord mit Aussicht“ gingen in Kallmuth über die Bühne. „Tatort“-Kommissar Jörg Schüttauf stand für „Arnies Welt“ in Schleiden und Weyer vor der Kamera. Das Freilichtmuseum in Kommern war Kulisse für „Fräulein Stinnes fährt um die Welt“. (tom)

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SOURCE: Kölner Stadt-Anzeiger

Bis Ende Juni 2011 soll eine Datenbank mit 40 bis 50 Filmdrehorten in der Eifel aufgebaut werden. Im Mai flimmert der Eifel-Krimi “Der Bulle und das Landei” über den Bildschirm.

Eifel/Berlin – „Die Filmindustrie ist auf die Eifel aufmerksam geworden“, resümierte der Aufsichtsratsvorsitzende der Eifel Tourismus GmbH, Landrat Heinz Onnertz, auf der Internationalen Tourismus Börse in Berlin. Zuvor war das Projekt „Criminale 2010“ durch die Wirtschaftsförderin des Kreises Euskirchen, Iris Poth, vorgestellt worden.

Im Rahmen einer Pressekonferenz erfuhren die Journalisten nicht nur das umfangreiche Programm des Eifeler Krimifestivals vom 8. bis 12. September dieses Jahres in der Nordeifel. Es wurde auch bekannt, dass im Mai der erste Fernseh-Eifelkrimi über den Bildschirm flimmert.

Von einem besonders interessanten Projekt berichtete Leo Hammes von der Eifeltourismus GmbH: So soll bis Ende Juni 2011 eine Motiv-Datenbank mit 40 bis 50 Filmdrehorten in der Eifel aufgebaut werden. „Location Guide“ heißt das 632 000 Euro teure grenzüberschreitende Projekt, das zu 50 Prozent mit europäischen Fördermitteln realisiert wird und das als neuer touristischer Magnet dienen soll.

Durch die Umsetzung von Filmprojekten an den in der Datenbank aufgeführten Drehorten versprechen sich die Eifeler Tourismusmacher eine Belebung der Wirtschaft, weil die Drehorte verstärkt von Touristen aufgesucht werden. Und auch die heimische Wirtschaft soll gestärkt werden, weil den Filmemachern Daten von Handwerkern, Technikern, Hoteliers, Schauspielern oder sonstigen Dienstleistern angeboten werden.

Tourismus-Magnete

Drehorte solcher Serien wie zum Beispiel „Küstenwache“ oder „Schwarzwaldklinik“ erfreuen sich eines regen Besucheransturms. „Die Leute pilgern regelrecht dahin“, berichtete Leo Hammes. Nicht selten stünden Schauspieler für Autogrammstunden zur Verfügung. Außerdem erhofft sich die Eifeltourismus GmbH eine hohe Wertschöpfung durch die Übernachtungen und Verpflegung der Filmteams oder der Touristen, die die Drehorte besuchen.

Durch die Umsetzung der Filmprojekte an den Drehorten erreichten die beteiligen Regionen eine zusätzliche Bekanntheit, so Hammes. Projektpartner sind neben der Eifel Tourismus GmbH die Gesellschaft für Medienförderung im Saarland, das Medienzentrum der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgien, „Film Fund“ in Luxemburg und „Conseil Régional de Lorraine“ in Lothringen. Im Saarland und Lothringen gibt es die Datenbank bereits, die nun auf die Eifel, Ostbelgien und Luxemburg erweitert wird.

Wie in Berlin bekannt wurde, wird der „Tatort“ in den Dritten Programmen der ARD bald Konkurrenz aus der Eifel bekommen. Vom ersten Fernseh-Eifelkrimi mit dem Titel „Der Bulle und das Landei“, der am Montag, 10. Mai, um 20.15 Uhr vom SWR ausgestrahlt wird, konnte sich die Eifeler Delegation bei der ITB einen Vorgeschmack holen.

Der SWR präsentierte den Trailer zum Film mit den Schauspielern Uwe Ochsenknecht und Diana Amft in den Hauptrollen. Nach einem heimtückischen Mord in einem kleinen Eifelstädtchen geht es hoch her. Der Trailer zeigt zum Beispiel, wie der „Bulle“ Uwe Ochsenknecht mit dem „Landei“ Diana Amft auf einem Trecker auf Mörderjagd gehen.

Wie ein Sprecher des SWR betonte, sollen weitere Eifelkrimis als Serie folgen. Es handele sich allerdings nicht um die Verfilmung der Eifelkrimis von Jacques Berndorf oder Ralf Kramp, sondern um eigene Geschichten. Man habe vorher mit den Eifeler Krimischreibern gesprochen: Die hätten nichts gegen die Fernsehkonkurrenz einzuwenden gehabt.

Hintergrund
Film-Produktionen in der Eifel

In den vergangenen Jahren war die Eifel oft Schauplatz von Dreharbeiten für Film und Fernsehen. So ließ die Crew der TV-Serie „Alarm für Cobra 11“ bereits mehrmals auf der Bundesstraße 56 n bei Zülpich Autos imposant ineinanderkrachen. 1999 drehte Joseph Vilsmaier mit Katja Flint auf Burg Vogelsang Szenen des Spielfilms „Marlene“.

Ex-Bond-Darsteller Roger Moore stand für die Klamotte „Boat Trip“ auf der Dahlemer Binz vor der Kamera. Und auf Burg Dreiborn vermieste Uwe Ochsenknecht Armin Rohde ein Familienfest, das dann zur „Bluthochzeit“ wurde. RTL legte in „Der Vulkan“ Bad Münstereifel in Schutt und Asche, nannte die Kurstadt aber Lorchheim. Auch in Schönau, Nettersheim und Buir wurden Szenen für das „Event-Movie“, wie der Kölner TV-Sender den Katastrophenstreifen anpries, gedreht. In Schmidtheim stellte Regisseur Sönke Wortmann die Kameras auf und fing einige Szenen für die Literaturverfilmung „Die Päpstin“ mit Johanna Wokalek ein. Und die ARD filmte gleich eine ganze Serie in der Eifel: Die Arbeiten für „Mord mit Aussicht“ gingen in Kallmuth über die Bühne. „Tatort“-Kommissar Jörg Schüttauf stand für „Arnies Welt“ in Schleiden und Weyer vor der Kamera. Das Freilichtmuseum in Kommern war Kulisse für „Fräulein Stinnes fährt um die Welt“. (tom)

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