Aug 09 2012

Schillers „Räuber“ als Finanzhaie

Published by at 00:27 under Deutsch,Red Lion

SOURCE: http://www.derwesten.de

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Recklinghausen / Luxemburg Ruhrfestspiel-Intendant Frank Hoffmann verfilmt das Drama mit französischen Hauptdarstellern – und mit Mario Adorf als „Vater Moor“

Der Erfolg der „schillernden“ Ruhrfestspiele 2011 wirkt nach: Frank Hoffmann nutzt die sommerlichen Theaterferien, um nach vielen Jahren wieder Regie für einen Spielfilm zu führen: gestern starteten (wie auf der Kulturseite vermeldet) mit namhafter Besetzung die Dreharbeiten für „Die Räuber“, nach Friedrich Schillers stürmischem und drangvollen Dramen-Debüt.

Das Film-Skript schrieb der 58-jährige Intendant der Ruhrfestspiele und des Luxemburger Nationaltheaters zusammen mit den Autoren Erick Malabry und Pol Cruchten (der zudem als einer der Co-Produzenten firmier). Frank Hoffmanns Fassung der „Räuber“ ist angesiedelt im internationalen Finanzmilieu der Gegenwart. Zu erwarten ist – so die Pressemitteilung der Produktionsfirmen – ein moderner „Film noir“.

Geld und Macht waren schon beim jungen Württemberg-Flüchtling Schiller ein zentrales Motiv und sind – so das Berliner Büro Filmcontact – „heute so aktuell wie nie zuvor“. Frank Hoffmann will in seinem Spielfilm zwei Welten des Verbrechens zeigen – die korrupte Finanzbranche und die schwere Kriminalität.

Der Clan derer von Moor ist folglich im Film eine Bankiers-Familie – und an ihrer Spitze agiert ein nun 81-jähriger Grande des europäischen Kinos: Mario Adorf vermeldete das Engagement als Vater Moor bereits stolz auf seiner Homepage. Drei weitere Hauptrollen sind besetzt mit preisgekrönten französischen Darstellern: Karl Moor spielt der 45-jährige Éric Caravaca, der vor zwölf Jahren den „César“ – das „Oscar“-Pendant der stolzen französischen Film-Indus­trie – als damals bester Nachwuchsdarsteller erhielt.

Franz Moor, die „Kanaille“ in Schillers Tragödie, spielt der 31-jährige Robinson Stévenin, auch er ausgestattet mit César-Ehren. Schillers tragische Heroine Amalia schließlich ist in dieser Verfilmung nicht Verlobte, sondern die jüngere Schwester der verfeindeten Brüder. Ihre Darstellerin, die 29-jährige Isild Le Besco, war bereit mit zarten 18 Jahren für den Nachwuchs-César nominiert.

In der kleineren Rolle des Henry agiert ein Lieblings-Schauspieler einiger Hoffmann-Inszenierungen während der letzten Ruhrfestspiele: Der 50-jährige Wolfram Koch beeindruckte 2011 als Charles / Karl Moor in Albert Ostermeiers Schiller-Adaption „Der Aufstand“. Schauplatz war damals der Recklinghäuser Ratssaal – erstmals in der Historie der Ruhrfestspiele.

Drehorte für Hoffmanns Spielfilm-„Räuber“ sind in diesen Wochen zunächst Städte im rheinländischen NRW, darunter Bad Honnef, Kerpen und Engelskirchen, danach geht es bis Mitte September in Luxemburg weiter. „Die Räuber“ entsteht als eine deutsch-luxemburgisch-belgische Koproduktion der Firmen Red Lion Luxemburg, Coin Film Köln sowie der Brüsseler Novak. Unterstützt wird die Produktion durch die Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen, ZDF und Arte sowie den Filmfund Luxemburg.

Mit TV-Ausstrahlungen nach der Kino-Verwertung ist also sicher zu rechnen. 2013 soll Frank Hoffmanns „Die Räuber“ im „Farbfilm Verleih“ in den Kinos starten.

Von Ralph Wilms

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Recklinghausen / Luxemburg Ruhrfestspiel-Intendant Frank Hoffmann verfilmt das Drama mit französischen Hauptdarstellern – und mit Mario Adorf als „Vater Moor“

Der Erfolg der „schillernden“ Ruhrfestspiele 2011 wirkt nach: Frank Hoffmann nutzt die sommerlichen Theaterferien, um nach vielen Jahren wieder Regie für einen Spielfilm zu führen: gestern starteten (wie auf der Kulturseite vermeldet) mit namhafter Besetzung die Dreharbeiten für „Die Räuber“, nach Friedrich Schillers stürmischem und drangvollen Dramen-Debüt.

Das Film-Skript schrieb der 58-jährige Intendant der Ruhrfestspiele und des Luxemburger Nationaltheaters zusammen mit den Autoren Erick Malabry und Pol Cruchten (der zudem als einer der Co-Produzenten firmier). Frank Hoffmanns Fassung der „Räuber“ ist angesiedelt im internationalen Finanzmilieu der Gegenwart. Zu erwarten ist – so die Pressemitteilung der Produktionsfirmen – ein moderner „Film noir“.

Geld und Macht waren schon beim jungen Württemberg-Flüchtling Schiller ein zentrales Motiv und sind – so das Berliner Büro Filmcontact – „heute so aktuell wie nie zuvor“. Frank Hoffmann will in seinem Spielfilm zwei Welten des Verbrechens zeigen – die korrupte Finanzbranche und die schwere Kriminalität.

Der Clan derer von Moor ist folglich im Film eine Bankiers-Familie – und an ihrer Spitze agiert ein nun 81-jähriger Grande des europäischen Kinos: Mario Adorf vermeldete das Engagement als Vater Moor bereits stolz auf seiner Homepage. Drei weitere Hauptrollen sind besetzt mit preisgekrönten französischen Darstellern: Karl Moor spielt der 45-jährige Éric Caravaca, der vor zwölf Jahren den „César“ – das „Oscar“-Pendant der stolzen französischen Film-Indus­trie – als damals bester Nachwuchsdarsteller erhielt.

Franz Moor, die „Kanaille“ in Schillers Tragödie, spielt der 31-jährige Robinson Stévenin, auch er ausgestattet mit César-Ehren. Schillers tragische Heroine Amalia schließlich ist in dieser Verfilmung nicht Verlobte, sondern die jüngere Schwester der verfeindeten Brüder. Ihre Darstellerin, die 29-jährige Isild Le Besco, war bereit mit zarten 18 Jahren für den Nachwuchs-César nominiert.

In der kleineren Rolle des Henry agiert ein Lieblings-Schauspieler einiger Hoffmann-Inszenierungen während der letzten Ruhrfestspiele: Der 50-jährige Wolfram Koch beeindruckte 2011 als Charles / Karl Moor in Albert Ostermeiers Schiller-Adaption „Der Aufstand“. Schauplatz war damals der Recklinghäuser Ratssaal – erstmals in der Historie der Ruhrfestspiele.

Drehorte für Hoffmanns Spielfilm-„Räuber“ sind in diesen Wochen zunächst Städte im rheinländischen NRW, darunter Bad Honnef, Kerpen und Engelskirchen, danach geht es bis Mitte September in Luxemburg weiter. „Die Räuber“ entsteht als eine deutsch-luxemburgisch-belgische Koproduktion der Firmen Red Lion Luxemburg, Coin Film Köln sowie der Brüsseler Novak. Unterstützt wird die Produktion durch die Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen, ZDF und Arte sowie den Filmfund Luxemburg.

Mit TV-Ausstrahlungen nach der Kino-Verwertung ist also sicher zu rechnen. 2013 soll Frank Hoffmanns „Die Räuber“ im „Farbfilm Verleih“ in den Kinos starten.

Von Ralph Wilms

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