Sep 28 2009

Zu Gunsten junger „Troublemaker“

Published by at 01:34 under Events & Projects

source: http://www.journal.lu

Mit dem Tod von Thierry van Werveke am 11. Januar 2009, hat Luxemburg seinen populärsten Schauspieler und darüber hinaus einen seiner obersten „Rock’n’Roller“ verloren. Geboren am 23. Oktober 1958 in Genf, findet Thierry erst später zu seiner künstlerischen Bestimmung, sammelt 1982 erste schauspielerische Erfahrungen in Andy Bauschs Kurzfilm „Stefan“. Zur nationalen Ikone wird er 1988 durch seine Rolle als „Johnny Chicago“ in Bauschs Kinofilm „Troublemaker“, der bis heute Kult ist. Beim Filmfestival La Clusaz wird Thierry 1988 als bester männlicher Schauspieler für seine Rolle in diesem Film ausgezeichnet. Spätestens mit seiner Rolle als Belgier Henk in dem Film „Knockin’ on Heaven’s Door“ wird er dann auch beim deutschen Publikum bekannt. Auf der Leinwand hat man ihn später mit bekannten Schauspielern wie Isabelle Huppert, Götz George, Burt Reynolds oder Mario Adorf gesehen. Unvergessen bleibt er auch als Theaterdarsteller, so hat er Titelrollen in Shakespeares Hamlet oder in der Bühnenfassung von Camus’ „L’étranger“ gespielt. Im Jahr 2003 wurde ihm der „Lëtzebuerger Film-präis“ als bester männlicher Schauspieler für seine Rolle in „Le Club des Chômeurs“ verliehen. 2008 erfolgt, für seine Rolle in dem deutschen Fernsehfilm „Eine andere Liga“, mit dem renommierten Adolf-Grimme-Preis der Ritterschlag als Schauspieler.

Bekanntheitsgrad verschaffte sich „Thierry National“ aber auch früh als Sänger der beiden Luxemburger Bands NAZZ NAZZ und „taboola rasa“ und gilt heute, durch seine unglaubliche Live-Präsenz und seine raue Stimme, als eine Kultfigur der luxemburgischen Rockszene.

„Im Sinne von Thierry“

Galt Thierry selbst, vor allem in jungen Jahren, als „Troublemaker“ so hat er kurz vor seinem Tod den Wunsch geäußert, anderen jungen „Troublemakers“ dabei zu helfen, den richtigen Weg einzuschlagen. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde gestern die „Fondation Thierry van Werveke“ vorgestellt. „Als wir wussten, dass wir den Kampf gegen den Krebs verlieren werden, kam Thierry diese Idee. Jungen Leuten mit Problemen oder sozial benachteiligt, zu helfen, war ihm wichtig“, erklärte seine Frau Danielle, übrigens Präsidentin der Stiftung. „Nicht jeder hat die Chance, wie Thierry, durch sein Talent und aus eigener Kraft aus dem Gröbsten rauszukommen. Um diese junge Menschen zu unterstützen haben wir die Stiftung nach Thierrys Tod ins Leben gerufen“, führte Marc Limpach weiter aus. Ein weiteres Ziel sei es, junge Musik- oder Theaterkünstler zu unterstützen, sowie die junge Szene im Allgemeinen zu fördern. Die gesammelten Gelder fließen in konkrete Projekte. Derzeit führt man Gespräche mit der Organisation „Stëmm vun der Strooss“. „Dies alles im Sinne von Thierry“, unterstrich Limpach.

„Rock mat engerSchëpp Dreck“

Natürlich soll durch die Organisation von speziellen Events, auch dafür Sorge getragen werden, dass Thierry van Werveke nicht in Vergessenheit gerät. Am 16. Oktober wird somit ein „Tribute to Thierry“-Rockkonzert organisiert. „Luxemburgische Bands wie Metro, Inborn und Quentin Lagonza waren sofort mit von der Partie, sowie natürlich auch Thierrys Gruppen NAZZ NAZZ und taboola rasa“, freute sich Danielle van Werveke. Stattfinden wird das Konzert ab 20.00 Uhr in der Kulturfabrik, wegen „der historischen, nostalgischen Verbindung“, – um das Jahr 1988 hat Thierry mit seiner Band NAZZ NAZZ, die er 1986 mit einigen Düdelinger Rockmusikern gegründet hat, in der Kufa in einem zum Probesaal umgebauten ehemaligen Kühlraum geprobt. 1990 erschien das erste Album „Stay aboard“. Über die Jahre hinweg entwickelten sich NAZZ NAZZ mit ihrem „Rough’n Roll“ oder „Rock mat enger Schëpp Dreck“ zu einer der „etabliertesten“ Bands Luxemburgs und Thierry selbst wurde zum Vorbild einer nachwachsenden Generation von Rocksängern. Mit „Mad Man“ (1994) und „His Bastard’s Noise” (2003) hat NAZZ NAZZ noch zwei weitere Alben auf den Markt gebracht. 1998 hat Thierry einen Abstecher zu Serge Tonnar und Thierry Kinsch und deren Projekt „taboola rasa“ gemacht. Gemeinsam wurde schließlich ein Album eingespielt, das zwar längst vergriffen ist, dafür bald aber in iTunes-Version zu haben sein wird.

„Daat Bescht an de Rescht“

Die „Tribute to Thierry“-Veranstaltung in der Kufa wird gleichzeitig auch Release-Party für die „Best of Thierry“-CD sein. Was genau auf der Doppel-CD zu finden sein wird, ist noch streng geheim. „Daat Bescht an de Rescht“, verriet Serge Tonnar schon mal, „auf der einen CD werden 16 von den Alben ausgekoppelte Songs zu finden sein, auf der anderen 16 Raritäten, unveröffentlichte Demoaufnahmen oder Songs aus Filmen“.

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Mit dem Tod von Thierry van Werveke am 11. Januar 2009, hat Luxemburg seinen populärsten Schauspieler und darüber hinaus einen seiner obersten „Rock’n’Roller“ verloren. Geboren am 23. Oktober 1958 in Genf, findet Thierry erst später zu seiner künstlerischen Bestimmung, sammelt 1982 erste schauspielerische Erfahrungen in Andy Bauschs Kurzfilm „Stefan“. Zur nationalen Ikone wird er 1988 durch seine Rolle als „Johnny Chicago“ in Bauschs Kinofilm „Troublemaker“, der bis heute Kult ist. Beim Filmfestival La Clusaz wird Thierry 1988 als bester männlicher Schauspieler für seine Rolle in diesem Film ausgezeichnet. Spätestens mit seiner Rolle als Belgier Henk in dem Film „Knockin’ on Heaven’s Door“ wird er dann auch beim deutschen Publikum bekannt. Auf der Leinwand hat man ihn später mit bekannten Schauspielern wie Isabelle Huppert, Götz George, Burt Reynolds oder Mario Adorf gesehen. Unvergessen bleibt er auch als Theaterdarsteller, so hat er Titelrollen in Shakespeares Hamlet oder in der Bühnenfassung von Camus’ „L’étranger“ gespielt. Im Jahr 2003 wurde ihm der „Lëtzebuerger Film-präis“ als bester männlicher Schauspieler für seine Rolle in „Le Club des Chômeurs“ verliehen. 2008 erfolgt, für seine Rolle in dem deutschen Fernsehfilm „Eine andere Liga“, mit dem renommierten Adolf-Grimme-Preis der Ritterschlag als Schauspieler.

Bekanntheitsgrad verschaffte sich „Thierry National“ aber auch früh als Sänger der beiden Luxemburger Bands NAZZ NAZZ und „taboola rasa“ und gilt heute, durch seine unglaubliche Live-Präsenz und seine raue Stimme, als eine Kultfigur der luxemburgischen Rockszene.

„Im Sinne von Thierry“

Galt Thierry selbst, vor allem in jungen Jahren, als „Troublemaker“ so hat er kurz vor seinem Tod den Wunsch geäußert, anderen jungen „Troublemakers“ dabei zu helfen, den richtigen Weg einzuschlagen. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde gestern die „Fondation Thierry van Werveke“ vorgestellt. „Als wir wussten, dass wir den Kampf gegen den Krebs verlieren werden, kam Thierry diese Idee. Jungen Leuten mit Problemen oder sozial benachteiligt, zu helfen, war ihm wichtig“, erklärte seine Frau Danielle, übrigens Präsidentin der Stiftung. „Nicht jeder hat die Chance, wie Thierry, durch sein Talent und aus eigener Kraft aus dem Gröbsten rauszukommen. Um diese junge Menschen zu unterstützen haben wir die Stiftung nach Thierrys Tod ins Leben gerufen“, führte Marc Limpach weiter aus. Ein weiteres Ziel sei es, junge Musik- oder Theaterkünstler zu unterstützen, sowie die junge Szene im Allgemeinen zu fördern. Die gesammelten Gelder fließen in konkrete Projekte. Derzeit führt man Gespräche mit der Organisation „Stëmm vun der Strooss“. „Dies alles im Sinne von Thierry“, unterstrich Limpach.

„Rock mat engerSchëpp Dreck“

Natürlich soll durch die Organisation von speziellen Events, auch dafür Sorge getragen werden, dass Thierry van Werveke nicht in Vergessenheit gerät. Am 16. Oktober wird somit ein „Tribute to Thierry“-Rockkonzert organisiert. „Luxemburgische Bands wie Metro, Inborn und Quentin Lagonza waren sofort mit von der Partie, sowie natürlich auch Thierrys Gruppen NAZZ NAZZ und taboola rasa“, freute sich Danielle van Werveke. Stattfinden wird das Konzert ab 20.00 Uhr in der Kulturfabrik, wegen „der historischen, nostalgischen Verbindung“, – um das Jahr 1988 hat Thierry mit seiner Band NAZZ NAZZ, die er 1986 mit einigen Düdelinger Rockmusikern gegründet hat, in der Kufa in einem zum Probesaal umgebauten ehemaligen Kühlraum geprobt. 1990 erschien das erste Album „Stay aboard“. Über die Jahre hinweg entwickelten sich NAZZ NAZZ mit ihrem „Rough’n Roll“ oder „Rock mat enger Schëpp Dreck“ zu einer der „etabliertesten“ Bands Luxemburgs und Thierry selbst wurde zum Vorbild einer nachwachsenden Generation von Rocksängern. Mit „Mad Man“ (1994) und „His Bastard’s Noise” (2003) hat NAZZ NAZZ noch zwei weitere Alben auf den Markt gebracht. 1998 hat Thierry einen Abstecher zu Serge Tonnar und Thierry Kinsch und deren Projekt „taboola rasa“ gemacht. Gemeinsam wurde schließlich ein Album eingespielt, das zwar längst vergriffen ist, dafür bald aber in iTunes-Version zu haben sein wird.

„Daat Bescht an de Rescht“

Die „Tribute to Thierry“-Veranstaltung in der Kufa wird gleichzeitig auch Release-Party für die „Best of Thierry“-CD sein. Was genau auf der Doppel-CD zu finden sein wird, ist noch streng geheim. „Daat Bescht an de Rescht“, verriet Serge Tonnar schon mal, „auf der einen CD werden 16 von den Alben ausgekoppelte Songs zu finden sein, auf der anderen 16 Raritäten, unveröffentlichte Demoaufnahmen oder Songs aus Filmen“.

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