Jan 18 2008

Aus für Kino Marivaux

Published by at 08:34 under Misc. Luxembourg

Wo einst Filme über die Leinwand flimmerten, entstehen bis Ende 2010 Büros und Wohnungen

marivaux
Foto:  Marc Wilwert / wort.lu

Das ehemalige Kino Marivaux wird demnächst abgerissen – unseren Informationen zufolge noch vor Ende Januar. Bis Ende 2010 soll an dem Standort ein neues Gebäude mit zwölf Wohnungen und rund 2 900 Quadratmetern Bürofläche entstehen . Eine Zeit lang hatte das Kino auf der Zusatzliste der geschützten Denkmäler gestanden, war dann aber wieder davon gestrichen worden. Spurlos verschwinden wird das Gebäude aber nicht: Die Ecke der Fassade wird in das neue Bauwerk integriert .

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Wo einst Filme über die Leinwand flimmerten, entstehen bis Ende 2010 Büros und Wohnungen

marivaux
Foto:  Marc Wilwert / wort.lu

Das ehemalige Kino Marivaux wird demnächst abgerissen – unseren Informationen zufolge noch vor Ende Januar. Bis Ende 2010 soll an dem Standort ein neues Gebäude mit zwölf Wohnungen und rund 2 900 Quadratmetern Bürofläche entstehen . Eine Zeit lang hatte das Kino auf der Zusatzliste der geschützten Denkmäler gestanden, war dann aber wieder davon gestrichen worden. Spurlos verschwinden wird das Gebäude aber nicht: Die Ecke der Fassade wird in das neue Bauwerk integriert .

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  1. filmreakteron 18 Jan 2008 at 08:37

    http://www.wort.lu

    Aus für ehemaliges Kino Marivaux
    Wo einst Filme über die Leinwand flimmerten, entstehen bis Ende 2010 Büros und Wohnungen
    Letzte Aktualisierung: 18-01-2008 07:44

    (raz) – Das ehemalige Kino Marivaux wird demnächst abgerissen – unseren Informationen zufolge noch vor Ende Januar. Bis Ende 2010 soll an dem Standort ein neues Gebäude mit zwölf Wohnungen und rund 2 900 Quadratmetern Bürofläche entstehen . Eine Zeit lang hatte das Kino auf der Zusatzliste der geschützten Denkmäler gestanden, war dann aber wieder davon gestrichen worden. Spurlos verschwinden wird das Gebäude aber nicht: Die Ecke der Fassade wird in das neue Bauwerk integriert .

    Am 15. März 1928 war im Marivaux, der damals 900 Zuschauern Platz bot, der erste Stummfilm gezeigt worden. Fast genau 80 Jahre später – im kommenden Frühjahr – werden die Bauarbeiten für ein neues Gebäude an diesem Standort beginnen . Der Abriss des alten Kinos soll noch in diesem Monat erfolgen. Die Zeit der Kinos im Zentrum der Hauptstadt ist seit Jahren vorbei: Die meisten Kunden bevorzugen heute große Unterhaltungszentren wie das Utopolis. So war vor Jahren schon ein letzter Wiederbelebungsversuch des Ciné Cité durch die Stadt Luxemburg zum Scheitern verurteilt.

    Weil die Nutzungsmöglichkeiten eines alten Kinos begrenzt sind und auch einer Finanzierung bedürfen, wurde der Abriss des Marivaux unvermeidlich – obwohl das Gebäude eine Zeit lang auf der Zusatzliste der geschützten Denkmäler gestanden hatte. Wie der “Pôle Nord” wurde es aber wieder davon gestrichen, um einem Neubau Platz zu machen, der den heutigen Bedürfnissen gerecht wird. Und ein Bedarf besteht heute eben an Wohnraum und Bürofläche.

    Ein charakteristisches Merkmal der Fassade, nämlich der Teil an der Straßenecke , soll jedoch in das neue Projekt integriert werden. Wer die gegenüberliegende Zitha-Klinik verlässt, wird sich also an das Marivaux erinnert fühlen, auch wenn sich Büros und Wohnungen hinter den neuen Mauern befinden werden. Die Höhe des Gebäudes bleibt unverändert, damit die Vorgaben des Allgemeinen Bebauungsplanes in diesem geschützten Bereich der Stadt eingehalten werden.

    Für Robert L. Philippart, Direktor des ONT (Office national du tourisme) und Autor mehrerer Werke über die Architektur in der Hauptstadt, hat das Gebäude zwar einen gewissen Wert als Zeugnis der Kinogebäude jener Zeit, letztlich zähle aber wohl vor allem der “lokal-nostalgische Charakter” des ehemaligen Kinos. Es war ein öffentlicher Ort, und die Leute verbinden damit gemeinsame Erinnerungen . “Jeder hat eine Träne im Auge – aber damit ist es getan”, sagt Robert L. Philippart .
    “Das ganze Gebäude war eine Inszenierung”

    “Der Entwurf für das Gebäude stammt von Jean Warken, der auch etliche Mietshäuser in der Avenue de la Liberté entworfen hatte”, erklärt Philippart. Es wurden “Art déco”-Elemente verarbeitet, vor allem beim Dekor . “Die Kino-Architektur inspirierte sich an einem Theatersaal – das Kino war gefilmtes Theater.” Weil das Gebäude als Werbeträger und Orientierungspunkt diente , musste die Architektur auffällig sein. Auch die Beleuchtung sollte effektvoll sein – Neonröhren wurden zwecks indirekter Beleuchtung hinter Verkleidungen versteckt, vor dem Eingang wurde eine auffällige runde Neonbeleuchtung angebracht . Effektvoll war auch die Art der Gestaltung des Treppenhauses. Eine solche Wirkung wurde auch mit der Hufeisen-Treppe im Cercle-Gebäude gesucht. “Der Zuschauer wurde durch die Architektur selbst zum Star. Das Kino-Erlebnis war ein soziales Happening – sehen und gesehen werden. Das ganze Gebäude war eine Inszenierung.”

    1993 hatte die Gesellschaft “Utopia” den Betrieb des Kinos übernommen. Aus Rentabilitätsgründen wurde es am 1. August 1997 geschlossen. Anschließend ließ sich eine brasilianische Sekte im Gebäude nieder. Robert L. Philippart richtet den Blick derweil auf die Gegenwart: Das Utopolis habe auch seine spezielle Atmosphäre. Es sei eine typische Kinoatmosphäre – aber eben nicht die der Vergangenheit, sondern die der heutigen Zeit.

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