Jan 02 2008

Bye Bye Blackbird

Published by at 12:31 under Misc. Luxembourg

Bye, Bye, Blackbird leeft dësse Freideg an Eisteraich am Kino unfilmladen . Nicht alle Mitwirkenden beherrschen den Einheitsdialekt der trostlosen Eurokoproduktionswelt mit gleichem Geschick. Im Zusammenschluss der am Film beteiligten Staaten ist, vermutlich aus Steuer(abschreibungs)gründen Luxemburg federführend, nur dort ist er im Entstehungsjahr 2005 angelaufen, 2006 folgte ein Koproduzent (Deutschland), nun zieht Österreich nach, allein die britische Beteiligung blieb bislang folgenlos.

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Bye, Bye, Blackbird leeft dësse Freideg an Eisteraich am Kino unfilmladen . Nicht alle Mitwirkenden beherrschen den Einheitsdialekt der trostlosen Eurokoproduktionswelt mit gleichem Geschick. Im Zusammenschluss der am Film beteiligten Staaten ist, vermutlich aus Steuer(abschreibungs)gründen Luxemburg federführend, nur dort ist er im Entstehungsjahr 2005 angelaufen, 2006 folgte ein Koproduzent (Deutschland), nun zieht Österreich nach, allein die britische Beteiligung blieb bislang folgenlos.

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One Response to “Bye Bye Blackbird”

  1. filmreakteron 02 Jan 2008 at 12:34

    Im Niemandsland der Eurokoproduktion: Das künstliche Drama „Bye, Bye Blackbird“. Ab Freitag.

    Alles so unwirklich hier – und noch bevor es in jenes artifizielle Studioreich geht, das in Bye Bye Blackbird Zirkus und engere Umgebung darstellen soll. Doch schon eingangs ist das Bild des Himmels künstliche Anmutung: Zwei Arbeiter auf einem Stahlträger in der Höhe – die Einstellung, offenbar ikonischen US-Wolkenkratzerbildern nachempfunden, sichtlich das Werk minderbegabter digitaler Trickserei. Einer stürzt in die Tiefe, es ist das gnädigere Los: Der andre, Josef (James Thiérée, Enkel von Charles Chaplin) stolpert traumatisiert von einem Niemandsland ins nächste, landet letztlich in einem Zirkus, der Europudding heißen könnte.

    Dort verliebt sich Josef in eine Trapezartistin: Er steigt zu ihr hinauf – und wird von der nächsten Tragödie niedergeschmettert. Mehr Faszinationskraft als die in Möchtegern-Melancholie und posenhaft-poetische Vignetten zerfließende Handlung haben freilich die Produktionsumstände des Films.

    Denn das Dekorreich von Bye Bye Blackbird – selbst die Stadt jenseits des Zirkuszelts ist nur gemalt – ist wörtlich ein Studiokonstrukt. Die trotz nostalgischer Lichtspielerei unterproduziert wirkende Fertigteillandschaft gibt der Manege-Menagerie wenigstens glaubhaft Mitleid erweckendes Flair.

    Mitleid erweckt auch der große alte Michael Lonsdale (traurig): Wie Derek Jacobi (herrisch) bringt er immerhin einen Hauch verblassten Leinwandglanz mit – und Macht über die englische Sprache. Denn nicht alle Mitwirkenden beherrschen den Einheitsdialekt der trostlosen Eurokoproduktionswelt mit gleichem Geschick. Im Zusammenschluss der am Film beteiligten Staaten ist, vermutlich aus Steuer(abschreibungs)gründen Luxemburg federführend, nur dort ist er im Entstehungsjahr 2005 angelaufen, 2006 folgte ein Koproduzent (Deutschland), nun zieht Österreich nach, allein die britische Beteiligung blieb bislang folgenlos.

    Ansonsten startete der Film nur in Frankreich, was entweder auf die dunkle Seite der dort sprichwörtlichen Cinephilie zurückzuführen ist, oder schlicht auf die Nationalität des Regisseurs: Franzose Robinson Savary, Fotograf, Spross des „Grand Magic Circus“-Direktors Jérôme Savary, erfüllt sich vermutlich einen Herzenswunsch.

    Keine bezaubernde Schwerelosigkeit

    Die Wünsche aller anderen bleiben ob Savarys Obsessivität eher unerfüllt: Abgesehen vielleicht von der großen Trapezszene wird Kunstwille in Material investiert, das selbst unter den mildernden Märchenumständen nur wenig fesselt. Die Loslösung vom Irdischen, das die Trapez-Metapher suggeriert, produziert nicht bezaubernde Schwerelosigkeit, sondern bedeutungsschwere Leere.

    In der zweiten Hälfte folgt immerhin ein konsequenter Rückzug ins endgültige Trauma. Bis die Liebe nochmal, endgültig im unerwartet brüsken (zu spät!) Finale zuschlägt. Bei allem Respekt vor der Tragödie: Man wünschte, sie hätte es früher getan. hub

    (“Die Presse”, Print-Ausgabe, 31.12.2007)

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