Jun 20 2007

Crazy Cinématographe

Published by at 11:07 under Misc. Luxembourg

Ein ehrgeiziges Projekt präsentiert die Medienwissenschaft der Uni Trier zusammen mit der Cinématèque de la Ville de Luxembourg: Mit dem “Crazy Cinématographe” wird ein historisches Wanderkino im Zelt auf Tournee durch die Großregion geschickt.

crazy

In Trier feiert das Kinozelt am Altstadtfest ab dem 22. Juni Premiere. Begleitend wird eine Doppel-DVD mit Filmmaterial aus der Zeit von 1896 bis 1916 herausgebracht.

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Ein ehrgeiziges Projekt präsentiert die Medienwissenschaft der Uni Trier zusammen mit der Cinématèque de la Ville de Luxembourg: Mit dem “Crazy Cinématographe” wird ein historisches Wanderkino im Zelt auf Tournee durch die Großregion geschickt.

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In Trier feiert das Kinozelt am Altstadtfest ab dem 22. Juni Premiere. Begleitend wird eine Doppel-DVD mit Filmmaterial aus der Zeit von 1896 bis 1916 herausgebracht.

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  1. filmreakteron 20 Jun 2007 at 11:08

    Quelle: http://www.16vor.de/index.php/2007/06/16/alte-filme-neu-gezeigt/

    Ein ehrgeiziges Projekt präsentiert die Medienwissenschaft der Uni Trier zusammen mit der Cinématèque de la Ville de Luxembourg: Mit dem “Crazy Cinématographe” wird ein historisches Wanderkino im Zelt auf Tournee durch die Großregion geschickt. In Trier feiert das Kinozelt am Altstadtfest ab dem 22. Juni Premiere. Begleitend wird eine Doppel-DVD mit Filmmaterial aus der Zeit von 1896 bis 1916 herausgebracht.

    TRIER. “Wir wollen das frühe Kino herausführen aus der Ghettoisierung des Expertentums.” Dieser auf Anhieb etwas pompös anmutende Satz von Claude Bertemes, Chef der Luxemburger Cinématèque, beschreibt das Projekt “Crazy Cinématographe”, recht treffend. Denn: Filme aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg liegen heute in Spezialarchiven wie dem des British Film Institute, schwer zugänglich für die Öffentlichkeit, in der Regel nur von Experten wie den Trierer Medienwissenschaftlern zu Forschungszwecken angesehen. Dabei, so Bertemes, kommen diese Filme aus dem Umfeld der Jahrmärkte, wo sie früher in Zelten gezeigt wurden, und da sollen sie auch wieder hin: “Das frühe Kino war lebensfroh, anarchisch, tragisch, komisch, eben unterhaltsam – diese Filme sind zu schade um in Archiven zu verstauben.”

    Also organisierte man Folgendes: Ein Wanderkino im Zelt, das 80 Personen Platz bietet, fährt in der Großregion über die “modernen Jahrmärkte” von Trier, Luxemburg, Saarbrücken, Thionville und Liège und führt das vor, was sonst nur im Archiv liegt. Die Bandbreite reicht von artistisch, über komisch und erotisch bis bizarr: Filme von Klavier spielenden Hunden, Schlangenmenschen, explodierenden Schwiegermüttern, leicht bekleideten Tänzerinnen und einigem mehr.

    Besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf den sogenannten Regionalfilmen, ein Spezialgebiet der Trierer Medienwissenschaft: Straßenszenen aus Trier im frühen 20. Jahrhundert werden auf der Cinématographe-Tournee ebenso zur Aufführung kommen wie ein bislang unbekanntes Filmfragment aus Saarbrücken, das Dr. Uli Jung von der Uni Trier eher zufällig im British Film Insitute fand.

    “Die frühen Lichtspielhausbesitzer hatten als Geschäftsidee die Regionalfilme im Programm. Sie filmten belebte Straßenszenen in ihren Städten, entwickelten den Film so schnell wie möglich und bewarben dann seine Aufführung bei genau dem Publikum, das sie vorher gefilmt hatten – in der Hoffnung, dass sich möglichst viele Bürger selbst im Kino sehen wollten”, erklärt die Trierer Filmhistorikerin Brigitte Braun.

    Unterhaltsam wird an den stündlichen Zeltvorführungen neben dem Filmmaterial besonders das Begleitprogramm sein: ganz in der alten Stummfilmtradition werden die Filme von Livemusik, Animateuren und klassischen Kinoerzählern, die die Handlung des Films schauspielerisch kommentieren, begleitet.

    Ab 22 Uhr wird’s pikant

    Nach 22 Uhr wird das Programm dann sogar ausdrücklich pornographisch: Wer sich den Programmteil “The sexual life of Grandma and Grandpa” ansehen will, muss erst der Alterskontrolle nachweisen, dass er 18 ist, um in den Genuss von Kurzfilmperlen mit Titeln wie “Der Musketier im Restaurant”, “Das Bad der Hofdamen” oder, selbsterklärend, “Pornographische Szene” zu kommen.

    Zusätzlich zur Kino-Zelttournee wird eine Doppel-DVD veröffentlicht werden: DVD 1, herausgegeben von der Cinématèque enthält “Europäisches Kino der Attraktionen 1896 – 1916″, 32 Kurzfilme aus 15 verschiedenen europäischen Filmarchiven. DVD 2, herausgegeben vom Fach Medienwissenschaft der Uni Trier, enthält “Lokalfilme aus der Großregion 1902 – 1914″ mit, auch das ein besonderer Clou, Audiokommentaren in Deutsch, Englisch, Französisch, Luxemburgisch und Trierer Mundart.

    Die DVD wird auf dem Trierer Altstadtfest am 22. Juni zum ersten Mal zum Vorzugspreis von 24,95 erhältlich sein, bevor sie am 25. Juni offiziell in den Handel kommt. “Wir hoffen, dass wir mir diesem Projekt zu einer Re-Etablierung einer alten Jahrmarkttradition beitragen können”, so Claude Bertemes.

    Um bei allem Unterhaltungswillen dem akademischen Gedanken Rechnung zu tragen, ist für den 6. – 8. September (während das Kinozelt auf dem Luxemburger Schueberfouer gastiert) eine Konferenz in Luxemburg mit dem Thema “Travelling Cinema in Europe” mit einer anschließenden
    Buchveröffentlichung geplant.

    Das Wanderkino “Crazy Cinématographe” gastiert während des Trierer Altstadtfests vom 22. bis 24. Juni auf dem Basilika-Vorplatz.

    Vorstellungen:

    Freitag, 22. Juni: 18:00, 20:00, 21:00, 22:00, 23:00 Uhr
    Samstag, 23. Juni: 15:00, 16:00, 17:00, 18:00, 20:00, 21:00, 22:00, 23:00 Uhr
    Sonntag, 24. Juni: 15:00, 16:00, 17:00, 18:00, 20:00, 21:00, 22:00 Uhr

    Eintritt: € 2,00; ermäßigt € 1,00.
    von Tom Rüdell

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