Jul 17 2007
Die Realität im Visier
Ënnert dem Titel “Die Realität im Visier” brengt den Telecran en Artikel iwwer den Dokumentarfilm zu Lëtzebuerg.
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Den ganzen Artikel vum Jean-Louis Scheffen entweder op www.telecran.lu oder hei am commentaire.
Eine Autobahntankstelle, die Geschichte der Pfadfinder, ein Musiker auf Spurensuche oder ganz einfach nur Wasser: Dokumentarfilme zeigen die Wirklichkeit oft aus ungewohntem Blickwinkel. Und einige finden sogar den Weg in die Kinos. Eine Bestandsaufnahme….
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Ënnert dem Titel “Die Realität im Visier” brengt den Telecran en Artikel iwwer den Dokumentarfilm zu Lëtzebuerg.
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Den ganzen Artikel vum Jean-Louis Scheffen entweder op www.telecran.lu oder hei am commentaire.
Eine Autobahntankstelle, die Geschichte der Pfadfinder, ein Musiker auf Spurensuche oder ganz einfach nur Wasser: Dokumentarfilme zeigen die Wirklichkeit oft aus ungewohntem Blickwinkel. Und einige finden sogar den Weg in die Kinos. Eine Bestandsaufnahme….


Ein Film, der nichts anderes tut, als das Leben auf einer Tankstelle zu beobachten? Und das eine Stunde lang? Doch im Kino kommt es weniger auf das „Was“ an, als vielmehr darauf, wie eine Geschichte erzählt wird. Und das gilt auch für den Dokumentarfilm. Über ein Jahr lang hat Geneviève Mersch das Treiben auf der „Aire de Berchem“ beobachtet und die Eigenarten dieses Mikrokosmos mit der Kamera festgehalten – auf eine Art, die weit unterhaltsamer als eine banale Fernsehreportage zum gleichen Thema ist. Und die dennoch viel weiter in ihrer Analyse geht.
Mit einem Dokumentarfilm hatte die junge Filmschulabsolventin 1991 erstmals auf sich aufmerksam gemacht. In „Le pont rouge“ ging es um die Selbstmörder, die den Pont Grande-Duchesse Charlotte für ihre Tat auswählen – oder vielmehr um die Anwohner, Erwachsene sowohl als Kinder, die mit dem Tod von oben konfrontiert sind. Ohne abstoßende Bilder gelang es Geneviève Mersch in dem mehrfach preisgekrönten Film, Betroffenheit beim Zuschauer auszulösen und ihn zum Nachdenken zu bringen.
„Le pont rouge“ gilt immer noch als Maßstab für Dokumentarfilme „made in Luxembourg“. Im Laufe der letzten Jahre sind es deren immer mehr geworden. Ein Blick ins aktuelle Kinoprogramm und jenes der vergangenen Wochen zeigt, dass dieses Genre sogar immer öfter einen Platz im Kinosaal findet. Neben „Plein d’essence“ kann man sich zurzeit „Über Wasser“ und „Retour à Gorée“ ansehen, zwei internationale Produktionen, an denen Luxemburg beteiligt war. Die Geschichte der Pfadfinderbewegung in Luxemburg erzählte der Streifen „Ëmmer bereet“, während sich in „E stoarkt Stéck Minett“ alles um die hundertjährige Geschichte des Fußballvereins Jeunesse Esch drehte. Beide liefen im Frühjahr dieses Jahres mehrere Wochen lang in den Kinos des Landes.
Den Zuschauer emotional packen
Wie bereits „Le pont rouge“ ist auch „Plein d’essence“ eine Samsa-Produktion. Zuständig für diese Sparte bei Samsa ist seit 2000 Anne Schroeder, die vorher selbst Dokumentarfilme wie „Carreaux de mine“ und „Histoire(s) de jeunesse“ gedreht hatte. Zwei bis drei Themen- und Projektvorschläge erhielte sie im Durchschnitt jeden Monat, erzählt die Produzentin. „Rund die Hälfte davon kommt für uns allerdings überhaupt nicht in Frage, weil das Thema oder seine Aufbereitung uns nicht geeignet scheint.“
Was macht für Anne Schroeder einen guten Dokumentarfilm aus? „Eine schwierige Frage“, seufzt sie, bevor sie zu einer Antwort ansetzt. „Ich würde sagen, ein guter Film erzählt dem Zuschauer etwas, was er nicht bereits kannte, etwa aus Dutzenden von TV-Reportagen.“ Wichtig sei auch der persönliche, also subjektive Blickpunkt des Cineasten, der einen Dokumentarfilm von einer reinen Fernsehdokumentation unterscheidet. Und: „Der Zuschauer muss emotional gepackt sein – und das ist gar nicht so einfach. Es gibt viele langweilige Dokumentarfilme.“
Was ein guter Regisseur, in diesem Fall eine gute Regisseurin aus einem schlichten Alltagsthema machen kann, beweist „Plein d’essence“. Wohl bringt der Film Fakten und Zahlen, im Mittelpunkt steht aber die zufällige Begegnung mit den sehr unterschiedlichen Menschen, die im Laufe der Jahreszeiten auf der größten Tankstelle Europas passieren.
Der Zeitaufwand für einen solchen Streifen ist beträchtlich, von den Dreharbeiten bis zum Schnitt des endlos scheinenden Bildmaterials. Wohl auch ein Grund, warum viele Nachwuchsregisseure sich lieber gleich dem Spielfilm zuwenden, ob als Kurzfilm oder in abendfüllender Länge. „Man braucht viel Durchhaltevermögen, da sich ein Dokumentarfilmprojekt von den ersten Recherchen über die Dreharbeiten bis zum Schnitt und zur Vertonung oft über Monate und manchmal gar Jahre hinzieht“, so Anne Schroeder. „Man muss ständig verfügbar sein, und bereit sein, sich auf geänderte Situationen einzustellen.“ Das könnten Zeitzeugen sein, die sterben oder andere Interviewpartner, die plötzlich nicht mehr vor der Kamera aussagen wollen. Es käme auch vor, dass ein Thema gar nicht mehr zu realisieren sei oder sich gewissermaßen „von selbst“ erledige.
Finanziert vom Filmfonds
Neben den künstlerischen Entscheidungen gilt es aber auch, die ganze Logistik zu organisieren: Kontakte knüpfen, Archivmaterial organisieren, Rechte aushandeln, Drehgenehmigungen anfragen und so fort. Arbeit genug für ein kleines Produktionsteam, das den Regisseur von dieser Verantwortung befreit. Zugleich sei der Produzent auch so etwas wie ein „Zuschauer“, der den Film mit den Augen des Publikums sehe und der helfen könne, dass der rote Faden nicht verloren gehe.
Mit Dokumentarfilmen allein kann kein Filmemacher sein Brot verdingen, schon gar nicht in Luxemburg. Durch die staatliche Filmförderung ist aber zumindest die Finanzierung gesichert, wenn das Projekt den Qualitätsansprüchen des „Fonds de soutien à la production audiovisuelle“ genügt. Während im Ausland nämlich meist Fernsehsender als Koproduzent einsteigen, hält sich RTL in Luxemburg sehr zurück – wohl auch, weil das Budget des luxemburgischen Programms keine Mittel für solche zum Teil kostenintensiven Eigenproduktionen vorsieht. Die meisten einheimischen Produzenten bedauern diese Situation, weisen aber auch auf deren Vorteile hin: eine größere künstlerische Unabhängigkeit, da man keinem Fernsehredakteur Rechenschaft schuldig sei.
Filme über die gesellschaftliche Realität des heutigen Luxemburgs sind immer noch rar. Christophe Wagners „Ligne de vie“ (über die Obdachlosenproblematik) und „Doheem (schwer erziehbare Jugendliche), Donato Rotunnos „Terra mia“ (Italiener in Luxemburg) oder „Stam – Nous restons là“ (Siebenbürger Sachsen in Rumänien), eine Gemeinschaftsarbeit der beiden Ethnologinnen Anne Schiltz und Charlotte Grégoire, gehören zu den Ausnahmen. Viel größer ist die Zahl der Dokumentarfilme über historische Themen – wohl auch, weil es hierzulande noch einen enormen Nachholbedarf gibt, und die Zeitzeugen, die vor der Kamera berichten können, immer weniger werden. Den größten Erfolg in dieser Gattung hatte Claude Lahrs „Heim ins Reich“, der die Geschichte Luxemburgs unter der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg erzählte.
Bereits zuvor gab es Filme über die Stahlindustrie („Stol“ von Claude Lahr), die Spanienkämpfer („Les perdants n’écrivent pas l’histoire“ von Frédéric Fichefet und Edie Laconie), die luxemburgische Armee („Ons Arméi“ von Tom Alesch) und andere mehr. Und auch Andy Bausch befasst sich in seinen Dokumentarfilmen mit der Vergangenheit, genauer mit der Geschichte der populären Kultur, vor allem Kino („Electric Theatre“ und „L’homme au cigare“) und Musik („Monsieur Warum“, „Leslie Kent“).
Tausende Filmstunden im Archiv
Erste Anlaufstelle für historisches Bildmaterial, das für solche Produktionen benötigt wird, ist das Centre national de l’audiovisuel (CNA), das bei vielen der erwähnten Projekte selbst als Produzent oder als Koproduzent fungierte. In der jüngsten Vergangenheit war das zum Beispiel bei „Ëmmer bereet“ und „E stoarkt Stéck Minett“ der Fall. Vom CNA wird nicht nur das riesige Bild- und Tonarchiv von Radio und Télé Luxembourg verwaltet, in seinen Archivräumen lagern auch Tausende von Amateurfilmen, die gerade für die Zeit, als es noch kein luxemburgisches Fernsehen gab, oft die einzige zeitgeschichtliche Bildquelle darstellen.
„Insgesamt handelt es sich dabei um mittlerweile gut 6000 Stunden Bildaufnahmen“, schätzt Joy Hoffmann, beim CNA verantwortlich für den Bereich Film. „Ech war am Congo“, von Paul Kieffer ein Film über die Luxemburger in der früheren belgischen Kolonie, verdankt sein Entstehen weitgehend diesen „Inédits“, wie solche Amateurfilme in der Fachsprache genannt werden. Die Eigenheit dieses Materials, so Hoffmann, sei der „politisch ungefilterte Blick, den die Amateurfilmer auf die Ereignisse ihrer Zeit warfen.“ Diese Kurzfilme seien aber auch soziologische Dokumente erster Güte, die viel über Lebens- und Sehgewohnheiten ihrer Entstehungszeit aussagten.
Bis zur Eröffnung des neuen CNA-Gebäudes in Düdelingen, Ende dieses Jahres, sollen die gesamten Bestände digitalisiert und in einer Datenbank erfasst sein. „Das wird die Auswertung wesentlich erleichtern, zumal unser Archiv, das bislang auf verschiedene Standorte verteilt ist, dann endlich an einem einzigen Ort zusammengefasst werden kann, wo zudem optimale Lagerbedingungen geboten werden“, freut sich CNA-Direktor Jean Back.
Digital geht’s einfacher
Wie erklärt es sich, dass der vor Jahren aus den Vorprogrammen verschwundene Dokumentarfilm nun plötzlich wieder sein Comeback auf der großen Leinwand zu feiern scheint? Joy Hoffmann macht dafür zunächst technische Gründe aus: „Seit die Digitalprojektion Einzug in den Kinosälen hält, ist es wesentlich einfacher geworden, Dokumentarfilme zu zeigen.“ Diese würden nämlich in der Regel auf Video gedreht, wobei die HDV-Technik heute Bilder von einer filmähnlichen Qualität ermögliche.
Die technische Entwicklung macht es für Produzenten auch finanziell leichter, ihren Film im Kino herauszubringen, bestätigt Paul Thiltges, der als Koproduzent oder „sales agent“ an erfolgreichen internationalen Produktionen wie „Megacities“ oder „Workingman’s Death“ (beide von Michael Glawogger) beteiligt ist. Der Grund: „Es müssen keine Kopien gezogen werden, womit ein wesentlicher Kostenfaktor entfällt.“ Ein Risikogeschäft sei es dennoch, wenn auch kalkulierbar. Im Endeffekt gehe es weniger darum, was ein Dokumentarfilm an den Kinokassen einspiele, als um die Aufmerksamkeit, die dem Film im Hinblick auf seine spätere Videovermarktung zuteil würde, ist Samsa-Produzentin Anne Schroeder überzeugt.
Im europäischen Dokumentarfilm mischt Paul Thiltges bereits seit einiger Zeit mit. Im Katalog hat er auch die österreichisch-luxemburgische Koproduktion „Über Wasser“ (Samsa) und den schweizerisch-luxemburgischen Film „Retour à Gorée“ (Iris Productions). Außer dass gelegentlich einheimische Techniker mitwirken und die Postproduktion – Schnitt und Vertonung – zum Teil im Großherzogtum erfolgt, ist der luxemburgische Beitrag zu solchen Werken allerdings recht gering. Die Beteiligung hat in erster Linie eine strategische Bedeutung: „Es geht darum, einen Fuß in der Tür zu haben, um im Gegenzug die ausländischen Partner für die Beteiligung an in Luxemburg entwickelten Filmprojekten zu gewinnen“, sagt Anne Schroeder. Denn auch im Dokumentarfilm, zumindest bei aufwändigeren Produktionen, ist es heute so, dass ohne europäische Zusammenarbeit nichts mehr läuft.
Eine detaillierte Filmographie der bisher in Luxemburg gedrehten Dokumentarfilme gibt es auf der Webseite des „Centre national de l’audiovisuel“, zum Teil mit Filmausschnitten: http://www.cna.public.lu
Gudden Owend, ech wier immens frou, wann Dir dëse Mail un den Andy géift weider reechen! Säin Web-Site ass leider net oprufbar.
Hy Andy, fréier hunn mir ons kannt, zwar och net gutt, ma héi ans do hunn mir eng Béier am Troubadur zesumme gedronk!
Firun kurzem hunn mir ons an der Stat beim Rousegäertchen getraff, mir souzen an engem rouden Pick-Up e Land Rover130, Du has mäin Gesicht sécher vergiess.
Dat ass och ok esou….
Mir dh. de Michel an ech wollten DIR häerzlech gratuléieren fir Deng 50 Joer!
Ma awer och fir alles, wat’s DU fir ons Lëtzebuerger geleescht hues!!
Mir wënschen Dir nach vill erfollegräich Tournagen, mir kënen stolz sinn, well DU hues eist Land international erbléihen gelooss!!!
Dofir ons béscht Wënsch!
Bléif sou straight, wéi Du ëmmer wors!
Bescht Gréiss aus Dewelt
Michel & Sonja