Sep 15 2013

Es ist okay, „nein“ zu sagen

Published by at 01:59 under Misc. Luxembourg

SOURCE: http://www.revue.lu

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Um auf die Cannabisproblematik in Luxemburg aufmerksam zu machen, hat die Polizei ein neues Projekt gestartet. Ab Oktober wird ein von Andy Bausch inszenierter Fernsehspot im Kino, im Internet sowie im Fernsehen zu sehen sein.

Cannabis, die am meisten konsumierte Droge der Welt, ist seit jeher ein Kapitel mit vielen Missverständnissen. Sie wird verharmlost und verteufelt, dabei kennen die Wenigsten die realen Risiken und möglichen Schäden. Mittlerweise ist wissenschaftlich bewiesen, dass die Droge zwar nicht körperlich, doch sehr wohl psychisch abhängig machen kann. Der Konsument hat das Gefühl, nicht ohne die Droge funktionieren zu können, und leidet unter einem Mangel an Elan und Lebensfreude. Allerdings muss in diesem Zusammenhang betont werden, dass der gelegentliche Konsum von Cannabis nicht zur Sucht führt. Dazu kommt, dass die Substanz seit Jahren erfolgreich in der Medizin eingesetzt wird und man ihr gute Eigenschaften bei Schmerztherapien, Depressionen sowie bei der Behandlung von Autoimmunkrankheiten wie Multipler Sklerose nachsagt. Kurz gesagt: Für Kranke ist die Droge eine Hilfe, für Gesunde kann sie jedoch schnell zur Gefahr werden Nach einem kurzen Rückgang vor ein paar Jahren ist der Konsum von Cannabis in Luxemburg, vor allem bei Jugendlichen, wieder in die Höhe geschnellt. Die Konsumenten werden immer jünger. Dass 12-oder 13-Jährige beim Cannabis-Rauchen erwischt werden, ist keine Seltenheit. Um dem vorzubeugen, ist die Polizei schon seit Jahren mit einem Präventionsprogramm in den Schulen unterwegs. Ab dem sechsten Schuljahr werden Schüler beispielsweise durch Rollenspiele auf den Umgang mit der Droge vorbereitet. Wenn die Jugendlichen im Nachhinein das Lyzeum besuchen, erwartet sie dort nämlich ein komplett neues Umfeld, falsche Freunde können einen rasch auf die schiefe Bahn bringen. Gerade deshalb will man den Schülern beibringen, dass es okay ist „nein“ zu sagen.

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Falsche Freunde bringen Schüler rasch auf die schiefe Bahn.

„Da wir fast jeden Tag jemanden erwischen, der im Besitz von Cannabis ist, handelt es sich durchaus um ein akutes Problem“, so Marcel Steffen. „Was auffällt“, so der Polizist weiter, „ist, dass manche Leute glauben, die Substanz sei mittlerweile legal. Dabei ist der Konsum wie auch der Besitz nach wie vor strafbar und wird mit einer Geldstrafe und im schlimmsten Fall sogar mit Freiheitsentzug bestraft. Viele Leute unterschätzen ebenfalls die Droge, denn deren Wirkung ist stärker geworden und die Qualität ist nicht immer Eins-A. Wir haben in den letzten Jahren immer mehr Verkehrsunfälle wegen Cannabiskonsums und dennoch wird die Droge weiterhin verharmlost.“

Jetzt hat die Polizei in Sachen Prävention ein neues Projekt gestartet. Ein Fernsehspot soll über die Folgen von Cannabiskonsum aufklären. Der 40 Sekunden lange Clip ist in drei Szenen aufgeteilt, die alltägliche Situationen zeigen, die durch das Einnehmen von Cannabis ein schlechtes Ende finden. Ein Autounfall, Orientierungslosigkeit im Alltag sowie Versagen im Bett sind mögliche Folgen der Droge. „Ich wollte Situationen zeigen, die jeden betreffen können und hoffentlich abschrecken“, erklärt Regisseur Andy Bausch. Zusammen mit der Werbeagentur Moskito arbeitete er das Konzept, das auf einem Wettbewerb ruhte, aus. „Es ist ein toller Auftrag, ich hatte freie Hand beim Storyboard und für luxemburgische Verhältnisse ist es ein zeitlich und finanziell recht aufwändiges Projekt“, so der Regisseur. Als die Anfrage kam, hat er nicht lange gezögert und sofort zugesagt. „Früher war ich der Auffassung, dass jeder tun soll, was er will, doch seit ich selber Kinder habe, hat sich mein Blick auf die Drogenproblematik verändert. Ich habe bewusst Szenen aus dem alltäglichen Leben gewählt, die besonders die Jugendlichen aufrütteln sollen. Ich wollte zeigen, wie sich ein toller Moment schnell zum Bösen wenden kann.“ Gedreht wurde der Clip während zwei Tagen in Kehlen und in Diekirch. Er wird aber nicht nur in den Luxemburger Medien ausgestrahlt, sondern wird außerdem zu Vorführungszwecken in den Schulen gezeigt.

CANNABIS
• Psychoaktive Substanz: Tetrahydrocannabinol (THC)
• Konsumformen: Meistens geraucht, kann auch unters Essen gemischt werden
• Wirkungen: Entspannung, Verzerrung der Zeitwahrnehmung, verlangsamte Reaktion, Augenirritationen, …
• Risiken: Psychische Abhängigkeit, Mangel an Elan und Lebensfreude
• Für weiter Infos: www.cept.lu

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SOURCE: http://www.revue.lu

492_r12-04-drogen-gir-046

Um auf die Cannabisproblematik in Luxemburg aufmerksam zu machen, hat die Polizei ein neues Projekt gestartet. Ab Oktober wird ein von Andy Bausch inszenierter Fernsehspot im Kino, im Internet sowie im Fernsehen zu sehen sein.

Cannabis, die am meisten konsumierte Droge der Welt, ist seit jeher ein Kapitel mit vielen Missverständnissen. Sie wird verharmlost und verteufelt, dabei kennen die Wenigsten die realen Risiken und möglichen Schäden. Mittlerweise ist wissenschaftlich bewiesen, dass die Droge zwar nicht körperlich, doch sehr wohl psychisch abhängig machen kann. Der Konsument hat das Gefühl, nicht ohne die Droge funktionieren zu können, und leidet unter einem Mangel an Elan und Lebensfreude. Allerdings muss in diesem Zusammenhang betont werden, dass der gelegentliche Konsum von Cannabis nicht zur Sucht führt. Dazu kommt, dass die Substanz seit Jahren erfolgreich in der Medizin eingesetzt wird und man ihr gute Eigenschaften bei Schmerztherapien, Depressionen sowie bei der Behandlung von Autoimmunkrankheiten wie Multipler Sklerose nachsagt. Kurz gesagt: Für Kranke ist die Droge eine Hilfe, für Gesunde kann sie jedoch schnell zur Gefahr werden Nach einem kurzen Rückgang vor ein paar Jahren ist der Konsum von Cannabis in Luxemburg, vor allem bei Jugendlichen, wieder in die Höhe geschnellt. Die Konsumenten werden immer jünger. Dass 12-oder 13-Jährige beim Cannabis-Rauchen erwischt werden, ist keine Seltenheit. Um dem vorzubeugen, ist die Polizei schon seit Jahren mit einem Präventionsprogramm in den Schulen unterwegs. Ab dem sechsten Schuljahr werden Schüler beispielsweise durch Rollenspiele auf den Umgang mit der Droge vorbereitet. Wenn die Jugendlichen im Nachhinein das Lyzeum besuchen, erwartet sie dort nämlich ein komplett neues Umfeld, falsche Freunde können einen rasch auf die schiefe Bahn bringen. Gerade deshalb will man den Schülern beibringen, dass es okay ist „nein“ zu sagen.

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Falsche Freunde bringen Schüler rasch auf die schiefe Bahn.

„Da wir fast jeden Tag jemanden erwischen, der im Besitz von Cannabis ist, handelt es sich durchaus um ein akutes Problem“, so Marcel Steffen. „Was auffällt“, so der Polizist weiter, „ist, dass manche Leute glauben, die Substanz sei mittlerweile legal. Dabei ist der Konsum wie auch der Besitz nach wie vor strafbar und wird mit einer Geldstrafe und im schlimmsten Fall sogar mit Freiheitsentzug bestraft. Viele Leute unterschätzen ebenfalls die Droge, denn deren Wirkung ist stärker geworden und die Qualität ist nicht immer Eins-A. Wir haben in den letzten Jahren immer mehr Verkehrsunfälle wegen Cannabiskonsums und dennoch wird die Droge weiterhin verharmlost.“

Jetzt hat die Polizei in Sachen Prävention ein neues Projekt gestartet. Ein Fernsehspot soll über die Folgen von Cannabiskonsum aufklären. Der 40 Sekunden lange Clip ist in drei Szenen aufgeteilt, die alltägliche Situationen zeigen, die durch das Einnehmen von Cannabis ein schlechtes Ende finden. Ein Autounfall, Orientierungslosigkeit im Alltag sowie Versagen im Bett sind mögliche Folgen der Droge. „Ich wollte Situationen zeigen, die jeden betreffen können und hoffentlich abschrecken“, erklärt Regisseur Andy Bausch. Zusammen mit der Werbeagentur Moskito arbeitete er das Konzept, das auf einem Wettbewerb ruhte, aus. „Es ist ein toller Auftrag, ich hatte freie Hand beim Storyboard und für luxemburgische Verhältnisse ist es ein zeitlich und finanziell recht aufwändiges Projekt“, so der Regisseur. Als die Anfrage kam, hat er nicht lange gezögert und sofort zugesagt. „Früher war ich der Auffassung, dass jeder tun soll, was er will, doch seit ich selber Kinder habe, hat sich mein Blick auf die Drogenproblematik verändert. Ich habe bewusst Szenen aus dem alltäglichen Leben gewählt, die besonders die Jugendlichen aufrütteln sollen. Ich wollte zeigen, wie sich ein toller Moment schnell zum Bösen wenden kann.“ Gedreht wurde der Clip während zwei Tagen in Kehlen und in Diekirch. Er wird aber nicht nur in den Luxemburger Medien ausgestrahlt, sondern wird außerdem zu Vorführungszwecken in den Schulen gezeigt.

CANNABIS
• Psychoaktive Substanz: Tetrahydrocannabinol (THC)
• Konsumformen: Meistens geraucht, kann auch unters Essen gemischt werden
• Wirkungen: Entspannung, Verzerrung der Zeitwahrnehmung, verlangsamte Reaktion, Augenirritationen, …
• Risiken: Psychische Abhängigkeit, Mangel an Elan und Lebensfreude
• Für weiter Infos: www.cept.lu

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