May 30 2008

“Qualitätskriterien zum Tragen bringen”

Published by at 08:22 under Misc. Luxembourg

Interview mam Communicatiounsminister Jean Louis Schiltz am  “Luxemburger Wort” vum 21-05-2008:

Le ministre des Communications au sujet de sa visite au festival de Cannes

Luxemburger Wort: Herr Schiltz, was macht der luxemburgische Kommunikationsminister auf dem Filmfestival von Cannes?

Jean-Louis Schiltz: Seit 2004 komme ich jedes Jahr nach Cannes, denn es ist die beste Gelegenheit, sich mit den Produzenten und Regisseuren an einen Tisch zu setzen. 2005 war es zu einer Stagnation der Filmproduktion in Luxemburg gekommen. Die Produzenten traten damals mit dem Wunsch an mich heran, den gesetzlichen Rahmen für die steuerliche Filmförderung zu ändern. Sie wollten eine Öffnung nach Europa bei der Ausstellung von audiovisuellen Produktionszertifikaten, und dies bei gleichzeitiger Beibehaltung nationaler Kriterien. Das entsprach genau dem Willen der Politik, sodass wir uns schnell einig wurden. 2006 wurde das Reformprojekt “CIAV Plus” hier in Cannes vorgestellt und ein Jahr später vom Parlament verabschiedet. Seitdem entwickelt sich die Luxemburger Filmbranche wieder sehr positiv. Man spürt eine neue Dynamik im gesamten Sektor, die auch, aber nicht nur, von einer neuen Generation junger Filmschaffender getragen wird. Dies macht sich sowohl quantitativ als auch qualitativ bemerkbar. Ich bin heute jedenfalls optimistisch, was die Zukunft der audiovisuellen Produktion in Luxemburg betrifft.

Luxemburger Wort: Um was ging es diesmal in den Gesprächen mit den Produzenten?

Jean-Louis Schiltz: Obwohl man nach nur einem Jahr keine Bilanz der neuen Bestimmungen für die steuerliche Filmförderung ziehen kann, wollte ich doch hören, welche Erfahrungen die Produzenten bisher damit gemacht haben. Die Reaktionen sind eigentlich sehr positiv. Wenn es kleine Probleme gibt, dann erklären die sich eher aus dem Aufschwung, den die Branche nun wieder erlebt.

Luxemburger Wort: Welche Probleme sind das?

Jean-Louis Schiltz: Wir haben heute in Luxemburg neben den laufenden und geplanten Projekten der etablierten Filmemacher eine ganze Reihe neuer Regisseure, die sich bereits mit Kurzfilmen bewiesen haben und nun den Schritt zum Spielfilm machen wollen. Die Basis wird also breiter. Deshalb müssen wir darüber nachdenken, wie die staatliche Filmförderung – sowohl die selektive Hilfe als auch die steuerliche “CIAV Plus”-Gesetzgebung – in den kommenden Jahren organisiert werden kann. Die Qualitätskriterien, wie auch die Produzenten sie wünschen, müssen zum Tragen kommen, wenn man in den nächsten Jahren unnötige Engpässe verhindern will.

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Interview mam Communicatiounsminister Jean Louis Schiltz am  “Luxemburger Wort” vum 21-05-2008:

Le ministre des Communications au sujet de sa visite au festival de Cannes

Luxemburger Wort: Herr Schiltz, was macht der luxemburgische Kommunikationsminister auf dem Filmfestival von Cannes?

Jean-Louis Schiltz: Seit 2004 komme ich jedes Jahr nach Cannes, denn es ist die beste Gelegenheit, sich mit den Produzenten und Regisseuren an einen Tisch zu setzen. 2005 war es zu einer Stagnation der Filmproduktion in Luxemburg gekommen. Die Produzenten traten damals mit dem Wunsch an mich heran, den gesetzlichen Rahmen für die steuerliche Filmförderung zu ändern. Sie wollten eine Öffnung nach Europa bei der Ausstellung von audiovisuellen Produktionszertifikaten, und dies bei gleichzeitiger Beibehaltung nationaler Kriterien. Das entsprach genau dem Willen der Politik, sodass wir uns schnell einig wurden. 2006 wurde das Reformprojekt “CIAV Plus” hier in Cannes vorgestellt und ein Jahr später vom Parlament verabschiedet. Seitdem entwickelt sich die Luxemburger Filmbranche wieder sehr positiv. Man spürt eine neue Dynamik im gesamten Sektor, die auch, aber nicht nur, von einer neuen Generation junger Filmschaffender getragen wird. Dies macht sich sowohl quantitativ als auch qualitativ bemerkbar. Ich bin heute jedenfalls optimistisch, was die Zukunft der audiovisuellen Produktion in Luxemburg betrifft.

Luxemburger Wort: Um was ging es diesmal in den Gesprächen mit den Produzenten?

Jean-Louis Schiltz: Obwohl man nach nur einem Jahr keine Bilanz der neuen Bestimmungen für die steuerliche Filmförderung ziehen kann, wollte ich doch hören, welche Erfahrungen die Produzenten bisher damit gemacht haben. Die Reaktionen sind eigentlich sehr positiv. Wenn es kleine Probleme gibt, dann erklären die sich eher aus dem Aufschwung, den die Branche nun wieder erlebt.

Luxemburger Wort: Welche Probleme sind das?

Jean-Louis Schiltz: Wir haben heute in Luxemburg neben den laufenden und geplanten Projekten der etablierten Filmemacher eine ganze Reihe neuer Regisseure, die sich bereits mit Kurzfilmen bewiesen haben und nun den Schritt zum Spielfilm machen wollen. Die Basis wird also breiter. Deshalb müssen wir darüber nachdenken, wie die staatliche Filmförderung – sowohl die selektive Hilfe als auch die steuerliche “CIAV Plus”-Gesetzgebung – in den kommenden Jahren organisiert werden kann. Die Qualitätskriterien, wie auch die Produzenten sie wünschen, müssen zum Tragen kommen, wenn man in den nächsten Jahren unnötige Engpässe verhindern will.

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