Feb 27 2007
She He It – Kritik
D’Woxx brengt eng SHE HE IT Kritik:
source: www.woxx.lu
Ăśber Wasser
Mit “She He It” zeichnet der junge Filmemacher Christian Neuman seinen ersten groĂźen Feature-Film. Er handelt von der Schwierigkeit, autonom zu leben.
Mike ist mit Miriam zusammen. Miriam kommt aus Kolumbien. Wie Mike hat sie keinen Job. Aber sie hat noch ein anderes Problem: Sie ist schwanger. Obwohl sie die Nase voll hat von Mike, der sie schlecht behandelt, sieht sie keine Möglichkeit, sich von ihm zu trennen. Mikes bester Freund, Marc, würde ihr gerne helfen, er ist in Miriam verliebt. Aber abgesehen davon, dass er bei Miriam keinen Erfolg hat, verläuft auch sein Leben recht perspektivlos: Außer Autos steht bei ihm nichts auf dem Programm. Wie der coole Mike mit den coolen Sonnenbrillen hat er zu seiner Familie den Kontakt abgebrochen und versucht sich irgendwie über Wasser zu halten.
Die Geschichte, die “She He It” erzählt, ist eine Geschichte von Losern. Nicht nur von jugendlichen Verlierern – der größte unter ihnen ist Albert, Mikes Vater, der seiner verstorbenen Frau nachtrauert und seinen Sohn vermisst. Und der sich daran abarbeitet, dörfliche Konventionen aufrechtzuerhalten. Ist der Film deshalb ein Film ĂĽber Luxemburg, wie der Untertitel “Luxembourgish Culture?” andeutet? Auch das Rot-WeiĂź-Blau auf dem Cover der DVD weist auf einen Luxemburg-Bezug hin, doch das typisch Luxemburgische an der Sammlung gescheiterter Existenzen, die Regisseur und Drehbuchautor Christian Neuman hier präsentiert, ist nicht wirklich zu erkennen. Was schwerer wiegt: Bei der Darstellung der zentralen Figuren bemĂĽht er immer wieder altbekannte Klischees. Neben der geschwängerten Migrantin etwa die drogenabhängige Prostituierte in Person der jungen Claire oder den netten geistig Behinderten in Gestalt von Mikes Bruder Luc. Am störendsten wirkt die Darstellung von Albert: Die Szenen, in denen er mit einem Kleid seiner Frau tanzt (untermalt von Ziehharmonika-Musik) oder allein vor einem fĂĽr zwei gedeckten Tisch sitzt, sind schlichtweg kitschig. Manche Elemente sind auch unglaubwĂĽrdig: Etwa, dass Miriam gerade erst einen Schwangerschaftstest gemacht hat und trotzdem schon ihren dicken Bauch mit Klebeband zu kaschieren versucht. Auch die Szene, in der die junge Prostituierte Albert an Land zieht, wirkt wenig glaubhaft.
Dass aus dem schwachen Plot dennoch ein sehenswerter Film geworden ist, liegt vor allem an den zum Teil beeindruckenden Leistungen der Schauspielerinnen und Schauspieler. Albert Federspiel glänzt als älterer Herr, der sich zwischen biederer Arriviertheit und ganz banalem LiebesbedĂĽrfnis aufreibt, und Myriam Gracia gelingt es, Miriams verzweifelte Lage wirklich spĂĽrbar zu machen. Auch die anderen DarstellerInnen, vor allem Mike Tock und Marc Baum, gehen in ihrer Rolle auf. Einen groĂźen Anteil an der NatĂĽrlichkeit der Figuren hat die Entscheidung des Regisseurs, auf ein Script zu verzichten und die SchauspielerInnen – teils dem Team von “Independent Little Lies” entliehen – improvisieren zu lassen. Auch auf formaler Ebene nimmt sich der Film Freiheiten, die ihm durchaus zugute kommen. So beginnt die Geschichte fast wie ein Dokumentarfilm mit Intervieweinlagen, in dem dann aber auch Fiktionselemente auftauchen. Fast unmerklich verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen den drei filmischen Mitteln hin zur dargestellten Geschichte.
Zwar hört der Film mit einer ironisch gebrochenen, aber doch positiven Note auf, doch die Beschreibung der Figuren ist eine pessimistische. Am deutlichsten wird dies an den beiden jungen Frauen Miriam und Claire, für die es kaum eine andere Wahl im Leben zu geben scheint, als sich von Männern aushalten zu lassen. Aber auch Marc und Mike scheitern bei ihren kläglichen Versuchen, Autonomie über ihr Leben zu erlangen. Tragik mit universellem Charakter.
D’Woxx brengt eng SHE HE IT Kritik:
source: www.woxx.lu
Ăśber Wasser
Mit “She He It” zeichnet der junge Filmemacher Christian Neuman seinen ersten groĂźen Feature-Film. Er handelt von der Schwierigkeit, autonom zu leben.
Mike ist mit Miriam zusammen. Miriam kommt aus Kolumbien. Wie Mike hat sie keinen Job. Aber sie hat noch ein anderes Problem: Sie ist schwanger. Obwohl sie die Nase voll hat von Mike, der sie schlecht behandelt, sieht sie keine Möglichkeit, sich von ihm zu trennen. Mikes bester Freund, Marc, würde ihr gerne helfen, er ist in Miriam verliebt. Aber abgesehen davon, dass er bei Miriam keinen Erfolg hat, verläuft auch sein Leben recht perspektivlos: Außer Autos steht bei ihm nichts auf dem Programm. Wie der coole Mike mit den coolen Sonnenbrillen hat er zu seiner Familie den Kontakt abgebrochen und versucht sich irgendwie über Wasser zu halten.
Die Geschichte, die “She He It” erzählt, ist eine Geschichte von Losern. Nicht nur von jugendlichen Verlierern – der größte unter ihnen ist Albert, Mikes Vater, der seiner verstorbenen Frau nachtrauert und seinen Sohn vermisst. Und der sich daran abarbeitet, dörfliche Konventionen aufrechtzuerhalten. Ist der Film deshalb ein Film ĂĽber Luxemburg, wie der Untertitel “Luxembourgish Culture?” andeutet? Auch das Rot-WeiĂź-Blau auf dem Cover der DVD weist auf einen Luxemburg-Bezug hin, doch das typisch Luxemburgische an der Sammlung gescheiterter Existenzen, die Regisseur und Drehbuchautor Christian Neuman hier präsentiert, ist nicht wirklich zu erkennen. Was schwerer wiegt: Bei der Darstellung der zentralen Figuren bemĂĽht er immer wieder altbekannte Klischees. Neben der geschwängerten Migrantin etwa die drogenabhängige Prostituierte in Person der jungen Claire oder den netten geistig Behinderten in Gestalt von Mikes Bruder Luc. Am störendsten wirkt die Darstellung von Albert: Die Szenen, in denen er mit einem Kleid seiner Frau tanzt (untermalt von Ziehharmonika-Musik) oder allein vor einem fĂĽr zwei gedeckten Tisch sitzt, sind schlichtweg kitschig. Manche Elemente sind auch unglaubwĂĽrdig: Etwa, dass Miriam gerade erst einen Schwangerschaftstest gemacht hat und trotzdem schon ihren dicken Bauch mit Klebeband zu kaschieren versucht. Auch die Szene, in der die junge Prostituierte Albert an Land zieht, wirkt wenig glaubhaft.
Dass aus dem schwachen Plot dennoch ein sehenswerter Film geworden ist, liegt vor allem an den zum Teil beeindruckenden Leistungen der Schauspielerinnen und Schauspieler. Albert Federspiel glänzt als älterer Herr, der sich zwischen biederer Arriviertheit und ganz banalem LiebesbedĂĽrfnis aufreibt, und Myriam Gracia gelingt es, Miriams verzweifelte Lage wirklich spĂĽrbar zu machen. Auch die anderen DarstellerInnen, vor allem Mike Tock und Marc Baum, gehen in ihrer Rolle auf. Einen groĂźen Anteil an der NatĂĽrlichkeit der Figuren hat die Entscheidung des Regisseurs, auf ein Script zu verzichten und die SchauspielerInnen – teils dem Team von “Independent Little Lies” entliehen – improvisieren zu lassen. Auch auf formaler Ebene nimmt sich der Film Freiheiten, die ihm durchaus zugute kommen. So beginnt die Geschichte fast wie ein Dokumentarfilm mit Intervieweinlagen, in dem dann aber auch Fiktionselemente auftauchen. Fast unmerklich verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen den drei filmischen Mitteln hin zur dargestellten Geschichte.
Zwar hört der Film mit einer ironisch gebrochenen, aber doch positiven Note auf, doch die Beschreibung der Figuren ist eine pessimistische. Am deutlichsten wird dies an den beiden jungen Frauen Miriam und Claire, für die es kaum eine andere Wahl im Leben zu geben scheint, als sich von Männern aushalten zu lassen. Aber auch Marc und Mike scheitern bei ihren kläglichen Versuchen, Autonomie über ihr Leben zu erlangen. Tragik mit universellem Charakter.



Personnages sans identité
de Fränk Grotz (LAND)
Dans la forme She.He.It fait preuve d’un peu plus d’originalitĂ©. Christian Neumann alterne entre fiction, faux documentaire et surrĂ©alisme.
RĂ©aliser un long-mĂ©trage pour seulement 2 000 euros ! Une idĂ©e dĂ©risoire ou un projet rĂ©aliste ? Le jeune cinĂ©aste Christian Neumann a tentĂ© l’expĂ©rience en collaboration avec les a.s.b.l Filmreakter et Independent Little Lies.
Le rĂ©sultat s’intitule She.He.It. et raconte l’histoire de six personnages dont le fil conducteur est la quĂŞte d’identitĂ©. Mike (Mike Tock), un bon Ă rien près de la trentaine, dĂ©gage sa frustration dans des accès de violence contre son frère handicapĂ© Luc (Luc Spada) et son amie colombienne Miriam (Myriam Gracia). MalgrĂ© ses lacunes linguistiques, cette dernière se bat au quotidien pour trouver un emploi. Marc (Marc Baum), le meilleur ami de Mike, partage
l’attitude irresponsable, mais fait au moins preuve de conscience en critiquant le caractère explosif de ce dernier. Par ailleurs la camĂ©ra suit Albert (Albert Federspiel), un retraitĂ© qui n’arrive pas Ă surmonter le dĂ©cès de son Ă©pouse, et Claire (Claire Thill), une jeune sans abris, qui oppose sa joie de vivre Ă sa misère.
Alors que le rĂ©alisateur/scĂ©nariste cherche Ă analyser la psychologie des ses personnages, il ne les dote pas d’une histoire très dĂ©taillĂ©e. On apprend que Miriam regrette sa famille en Colombie, que Marc aime les voitures, qu’Albert est nĂ©vrosĂ©, que Claire a un bon cĹ“ur, que Luc a un comportement d’enfant et que Mike se veut promoteur de boxe et se prend pour le maĂ®tre du monde. Assez pour un court-mĂ©trage, trop peu pour un long.
Dans la forme She.He.It. fait preuve d’un peu plus d’originalitĂ©. Christian Neumann alterne entre fiction, faux documentaire et surrĂ©alisme. En effet, la narration est interrompue par des petites interviews imaginĂ©es des personnages et des interludes surrĂ©elles dans lesquelles les protagonistes apparaissent comme doubles cyniques et autodestructeurs. Ce qui paraĂ®t intĂ©ressant dans le principe fonctionne mal une fois appliquĂ© sur les personnages, parce que ces derniers n’ont rien Ă dire. Surtout Mike, rĂ©duit Ă des rĂ©pliques dĂ©sagrĂ©ables, et Marc sont tout simplement lourds et les scènes qui leur sont consacrĂ©es, des longs moments Ă passer.
Ă€ travers des cadrages intĂ©ressants et un choix bien rĂ©flĂ©chi des lieux, l’ambiance nocturne est rendue avec une densitĂ© surprenante. C’est aussi dans ces moments rĂ©ussis de la nuit qu’apparaĂ®t la lumière du film, l’acteur Albert Federspiel dans le rĂ´le d’Albert, personnage le plus touchant et de loin le mieux incarnĂ©.
She.He.It. erre quelque part entre dĂ©lire psychĂ©dĂ©lique, caricature sociale et drame romantique. Des personnages sont abandonnĂ©s en cours de route (Luc ne s’Ă©vade pas seulement de l’appartement, mais peu après de l’intrigue tout court) ou bien tellement ridicules (Marc avec sa casquette de travers et ses paroles vides) qu’on ne les accepte mĂŞme plus comm’ caricature.
Les affiches dans l’appartement de Mike donnent des indices sur l’inspiration de Christian Neumann. Lynch pour le cĂ´tĂ© onirique, le dĂ©doublement des personnages et le tournage sans scĂ©nario, Tarantino pour la valorisation des protagonistes triviaux et la violence. Seulement, le mĂ©lange ne veut pas fonctionner et le film brille uniquement dans les quelques rares instants oĂą il assume son approche et ose choquer. She.He.It. aurait pu profiter d’un format court et d’un rythme de montage accĂ©lĂ©rĂ© pour renforcer ces instants cauchemardesques et surrĂ©alistes.
Christian Neumann prouve uniquement au niveau des images que l’on peut crĂ©er un long-mĂ©trage regardable pour une somme modeste. Malheureusement, le traitement des personnages ne tient pas la route. Après une petite tournĂ©e dans les salles, She.He.It. est dĂ©sormais disponible en DVD.
source: http://www.land.lu