Mar 17 2012

Verwirrung am Set: Echte Polizisten nehmen unechte in Jena fest

Published by at 01:37 under Misc. Luxembourg,No-Low Budget

SOURCE: http://www.otz.de


Das stand nicht im Drehbuch von Regisseur Govinda van Maele: Mitten in einer Verfolgungsjagd von Polizei und Bankräubern für einen Kurzkrimi des Jenaer Theaterhauses tauchten plötzlich am Set sechs echte Streifenwagen der Jenaer Polizei auf und nahmen die ganze Filmcrew vorläufig fest.
Jena. “Eine Frau hatte uns am Donnerstag vergangener Woche gegen 14 Uhr über Notruf verständigt, dass sich im Holzweg bei Ziegenhain zwei Autos mit hoher Geschwindigkeit verfolgen”, sagte Polizeisprecherin Steffi Kopp. Die Frau berichtete, dass im zweiten Wagen zwei Uniformierte sitzen, die mit einer Maschinenpistole auf den ersten Wagen schießen.
“Die Einsatzzentrale der Polizeidirektion hat diesen Notruf natürlich sehr ernst genommen und sofort überprüft, ob ein Einsatz angemeldet ist”, so Kopp. Da das nicht der Fall war, jagten Beamte der Zentralen Dienste mit sechs Streifenwagen in Richtung Fuchsturm. Am Parkplatz Steinkreuz sichteten sie schließlich den Mazda mit der blauen Rundumleuchte auf dem Dach und die beiden “Kollegen” in Uniform. Im Wagen fanden die Beamten auch die Waffen. Mehrere Pistolen vom russischen Typ Makarow und eine israelische Maschinenpistole vom Typ Uzi.
“Dass das nur sogenannte Anscheinwaffen sind”, so Polizeisprecherin Kopp, “ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Wir mussten also zunächst von einem Verstoß gegen das Waffengesetz ausgehen.” Die echten Polizisten nahmen die beiden unechten Kollegen, die Bankräuber, den Regisseur und Kameramann Govinda van Maele und seine beiden Assistentinnen vom Theaterhaus kurzerhand zur Polizeidirektion mit. Zwei Stunden blieben sie dort festgesetzt, bis die Staatsanwaltschaft Gera entschied, die Crew wieder auf freien Fuß zu setzen und die Filmwaffen dem Theaterhaus zurückzugeben.

“Der Filmdreh war nicht angemeldet, so dass wir erst einmal von Amts wegen Anzeigen wegen Verstoß gegen das Waffengesetz und Amtsanmaßung erstatten mussten”, sagt Steffi Kopp. Die Entscheidung über Verfahren oder Einstellung liegt nun bei der Staatsanwaltschaft.
“Wir hatten verdammtes Glück”, sagt Hans Deubel, der den Hauptkommissar spielte. Der Kahlaer, dem auch die Uniformen und ein Teil der Waffen gehören, spielte schon in 42 “echten” Fernseh-Krimis als Komparse mit und kennt sich aus im Metier, wie er sagt. “Die Jenaer Polizisten haben beim Zugriff sehr professionell gearbeitet”, lobt Deubel. Es sei schließlich nicht ungefährlich, wenn man in einer unklaren Situation mit einer Maschinenpistole einem Polizisten mit einer scharfen Waffe begegnet. Die am Dreh beteiligten Laienschauspieler aus Jena hatten keine Ahnung, dass die Verfolgungsjagd auf öffentlichen Straßen zwischen Jentower und Fuchsturm nicht genehmigt war. “So sind Künstler eben manchmal. Etwas zerstreut”, sagt Deubel entschuldigend.

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Das stand nicht im Drehbuch von Regisseur Govinda van Maele: Mitten in einer Verfolgungsjagd von Polizei und Bankräubern für einen Kurzkrimi des Jenaer Theaterhauses tauchten plötzlich am Set sechs echte Streifenwagen der Jenaer Polizei auf und nahmen die ganze Filmcrew vorläufig fest.
Jena. “Eine Frau hatte uns am Donnerstag vergangener Woche gegen 14 Uhr über Notruf verständigt, dass sich im Holzweg bei Ziegenhain zwei Autos mit hoher Geschwindigkeit verfolgen”, sagte Polizeisprecherin Steffi Kopp. Die Frau berichtete, dass im zweiten Wagen zwei Uniformierte sitzen, die mit einer Maschinenpistole auf den ersten Wagen schießen.
“Die Einsatzzentrale der Polizeidirektion hat diesen Notruf natürlich sehr ernst genommen und sofort überprüft, ob ein Einsatz angemeldet ist”, so Kopp. Da das nicht der Fall war, jagten Beamte der Zentralen Dienste mit sechs Streifenwagen in Richtung Fuchsturm. Am Parkplatz Steinkreuz sichteten sie schließlich den Mazda mit der blauen Rundumleuchte auf dem Dach und die beiden “Kollegen” in Uniform. Im Wagen fanden die Beamten auch die Waffen. Mehrere Pistolen vom russischen Typ Makarow und eine israelische Maschinenpistole vom Typ Uzi.
“Dass das nur sogenannte Anscheinwaffen sind”, so Polizeisprecherin Kopp, “ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Wir mussten also zunächst von einem Verstoß gegen das Waffengesetz ausgehen.” Die echten Polizisten nahmen die beiden unechten Kollegen, die Bankräuber, den Regisseur und Kameramann Govinda van Maele und seine beiden Assistentinnen vom Theaterhaus kurzerhand zur Polizeidirektion mit. Zwei Stunden blieben sie dort festgesetzt, bis die Staatsanwaltschaft Gera entschied, die Crew wieder auf freien Fuß zu setzen und die Filmwaffen dem Theaterhaus zurückzugeben.

“Der Filmdreh war nicht angemeldet, so dass wir erst einmal von Amts wegen Anzeigen wegen Verstoß gegen das Waffengesetz und Amtsanmaßung erstatten mussten”, sagt Steffi Kopp. Die Entscheidung über Verfahren oder Einstellung liegt nun bei der Staatsanwaltschaft.
“Wir hatten verdammtes Glück”, sagt Hans Deubel, der den Hauptkommissar spielte. Der Kahlaer, dem auch die Uniformen und ein Teil der Waffen gehören, spielte schon in 42 “echten” Fernseh-Krimis als Komparse mit und kennt sich aus im Metier, wie er sagt. “Die Jenaer Polizisten haben beim Zugriff sehr professionell gearbeitet”, lobt Deubel. Es sei schließlich nicht ungefährlich, wenn man in einer unklaren Situation mit einer Maschinenpistole einem Polizisten mit einer scharfen Waffe begegnet. Die am Dreh beteiligten Laienschauspieler aus Jena hatten keine Ahnung, dass die Verfolgungsjagd auf öffentlichen Straßen zwischen Jentower und Fuchsturm nicht genehmigt war. “So sind Künstler eben manchmal. Etwas zerstreut”, sagt Deubel entschuldigend.

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