Jan 19 2012

Bady Minck Werkschau

Published by at 01:45 under Articles,Events & Projects,Festival

SOURCE: http://www.wand5.de

bady minck

Bady Minck Werkschau beim Stuttgarter Filmwinter, 19.1.-22.1.2012

SO, 22.01. 14:00 Uhr, SAAL 2

Bady Minck ist eine aus Luxemburg stammende Künstlerin, Filmemacherin und Produzentin, deren Filme auch schon im Kurzfilmwettbewerb des Stuttgarter Filmwinters gezeigt wurden. Wir freuen uns einige
frühe und späte Arbeiten von ihr sowie Musikfilme in diesem Programm präsentieren zu können.
Trailer und weitere Informationen zu den Filmen finden sich auf www.badyminck.com.

DER MENSCH MIT DEN MODERNEN NERVEN

Österreich/Luxemburg 1989, 35 mm, S/W, 8:00 Min. Regie: Bady Minck, Stefan Stratil

Das Modell, das in der rhythmisch-phantastischen Animation „Der Mensch mit den modernen Nerven“ benutzt wurde, basiert auf Skizzen von terrassenförmigen mexikanischen Pyramiden, die Alfred Loos
im Jahr 1923 als visionäres Design für das Rathaus von Mexico City anfertigte. Loos, der für seinen schlichten und einfachen Stil bekannt wurde, gilt als einer der Pioniere der modernen Architektur. Der Animationsfilm mit Realfilmsequenzen kann als Hommage an Alfred Loos verstanden werden, ist aber – abgesehen von seinem persönlichen, sehr intellektuellen Ansatz – auch eine künstlerische Version eines biografischen Ausschnitts. Die Stufenpyramide seiner Skizzen wurde nicht nur in ihrer Inszenierung animiert, sie wird Teil eines abstrakten Spiels geometrischer Formen von Licht und Schatten, das an bestimmte Filme der 1920er Jahre erinnert. Der Film, der mehr als die bloße Animation des Modells darstellt, zeigt Adolf Loos’ Architekturkonzepte von Oberflächen und Raumvolumen. (Jean-Michel Bouhours, „L’Art du mouvement“ éditions Centre Pompidou Paris 1994)

MÉCANOMAGIE

Luxemburg 1996, 35 mm, Farbe, 16:00 Min. Regie: Bady Minck

Mécanomagie begibt sich auf einen stilvollen, performativen Weg durch die Landschaft im Norden Luxemburgs. Pixilierte Realfilm-Animationen rufen ein erdig-bäuerliches Bewußtsein der natürlichen Kräfte und folkloristischen Mythen der menschenartigen Jitzerten, die sich unbemerkt durchs Land bewegen. Am Wegesrand finden sich imaginative Konstruktionen, die die wundersame anthropomorphische Natur der Felsen offenbahren – Kinder, die aus der Erde und einem mysteriösen
blutigen Käferbuch erschaffen wurden. Die Glanzleistung des Films liegt in der eleganten Verschmelzung der magischen, neo-surrealistischen Jenseitigkeit mit einer fundamentalen Erdverbundenheit.
(Stephen Ball, International Melbourne Film Festival 1997)

SCHEIN SEIN

Luxemburg/Österreich 2008, 35 mm, Farbe, 8:00 Min. Regie: Bady Minck

„Schein sein“ basiert auf einem Stück des Komponisten Morton Feldman und spielt mit den Ebenen der optischen und auditiven Wahrnehmung, dabei erliegen sowohl Augen und Ohren einer Täuschung,
wie auch die Spannung zwischen zweidimensionaler Reproduktion und dreidimensionaler räumlicher Neugestaltung.

DAS SEIN UND DAS NICHTS

Luxemburg/Österreich 2007, 35 mm, Farbe, 10:00 Min. Regie: Bady Minck

In Bady Mincks visueller Bearbeitung einer Komposition von Beat Furrer sieht man das, was man auch hört. Die einzelnen Musiker erscheinen nur in den kurzen Momenten, in denen sie spielen, ihre Körper werden durch Noten auf einer bildlichen Partitur dargestellt. Indem der Dirigent die Zeit meisterhaft im Zaum hält und die Stille befiehlt, wird die Dominanz von Musik über den Körper gekonnt illustriert
während sich die Musik zum lebhaften Bild verwandelt. (Jason Buchanan, New York Times 2007)

LA BELLE EST LA BÊTE

Österreich/Niederlande/Luxemburg 2005, 35 mm, Farbe, 2:30 Min. Regie: Bady Minck

Ein Traum, eine Frau und eine mit Fell überzogene Zunge: Bady Mincks The Beauty is The Beast verläuft an der Nahtstelle von Zivilisation und Wildnis, Natur und Kultur, Mensch und Tier. Ein Film, der die Vorund
Nachteile unserer Kultivierung hinterfragt. An der Grenze zwischen dem Tier im Innern und dem zivilisierten Äußeren, wird „die Schöne (la belle)“ selbst zum „Biest (la bête)“. (Black Book, New York 2005)

IM ANFANG WAR DER BLICK

Luxemburg/Österreich 2003, 35 mm, Farbe, 45:00 Min. Regie: Bady Minck

Um dieses filmische UFO, das im Wesentlichen aus hunderten von Postkarten besteht, herzustellen benötigte die Filmemacherin fünf Jahre. Stellenweise ist der Film eine traumartige Vision, dann wieder politisch, philosophisch und sogar kulinarisch – er ist technisch perfekt. Die überwältigende Ton- und Bilderflut und das hypnotische Ende sorgen dafür, dass nicht eine Minute Langeweile aufkommt. (Martin Granica, Repérages, Paris 2003)

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bady minck

Bady Minck Werkschau beim Stuttgarter Filmwinter, 19.1.-22.1.2012

SO, 22.01. 14:00 Uhr, SAAL 2

Bady Minck ist eine aus Luxemburg stammende Künstlerin, Filmemacherin und Produzentin, deren Filme auch schon im Kurzfilmwettbewerb des Stuttgarter Filmwinters gezeigt wurden. Wir freuen uns einige
frühe und späte Arbeiten von ihr sowie Musikfilme in diesem Programm präsentieren zu können.
Trailer und weitere Informationen zu den Filmen finden sich auf www.badyminck.com.

DER MENSCH MIT DEN MODERNEN NERVEN

Österreich/Luxemburg 1989, 35 mm, S/W, 8:00 Min. Regie: Bady Minck, Stefan Stratil

Das Modell, das in der rhythmisch-phantastischen Animation „Der Mensch mit den modernen Nerven“ benutzt wurde, basiert auf Skizzen von terrassenförmigen mexikanischen Pyramiden, die Alfred Loos
im Jahr 1923 als visionäres Design für das Rathaus von Mexico City anfertigte. Loos, der für seinen schlichten und einfachen Stil bekannt wurde, gilt als einer der Pioniere der modernen Architektur. Der Animationsfilm mit Realfilmsequenzen kann als Hommage an Alfred Loos verstanden werden, ist aber – abgesehen von seinem persönlichen, sehr intellektuellen Ansatz – auch eine künstlerische Version eines biografischen Ausschnitts. Die Stufenpyramide seiner Skizzen wurde nicht nur in ihrer Inszenierung animiert, sie wird Teil eines abstrakten Spiels geometrischer Formen von Licht und Schatten, das an bestimmte Filme der 1920er Jahre erinnert. Der Film, der mehr als die bloße Animation des Modells darstellt, zeigt Adolf Loos’ Architekturkonzepte von Oberflächen und Raumvolumen. (Jean-Michel Bouhours, „L’Art du mouvement“ éditions Centre Pompidou Paris 1994)

MÉCANOMAGIE

Luxemburg 1996, 35 mm, Farbe, 16:00 Min. Regie: Bady Minck

Mécanomagie begibt sich auf einen stilvollen, performativen Weg durch die Landschaft im Norden Luxemburgs. Pixilierte Realfilm-Animationen rufen ein erdig-bäuerliches Bewußtsein der natürlichen Kräfte und folkloristischen Mythen der menschenartigen Jitzerten, die sich unbemerkt durchs Land bewegen. Am Wegesrand finden sich imaginative Konstruktionen, die die wundersame anthropomorphische Natur der Felsen offenbahren – Kinder, die aus der Erde und einem mysteriösen
blutigen Käferbuch erschaffen wurden. Die Glanzleistung des Films liegt in der eleganten Verschmelzung der magischen, neo-surrealistischen Jenseitigkeit mit einer fundamentalen Erdverbundenheit.
(Stephen Ball, International Melbourne Film Festival 1997)

SCHEIN SEIN

Luxemburg/Österreich 2008, 35 mm, Farbe, 8:00 Min. Regie: Bady Minck

„Schein sein“ basiert auf einem Stück des Komponisten Morton Feldman und spielt mit den Ebenen der optischen und auditiven Wahrnehmung, dabei erliegen sowohl Augen und Ohren einer Täuschung,
wie auch die Spannung zwischen zweidimensionaler Reproduktion und dreidimensionaler räumlicher Neugestaltung.

DAS SEIN UND DAS NICHTS

Luxemburg/Österreich 2007, 35 mm, Farbe, 10:00 Min. Regie: Bady Minck

In Bady Mincks visueller Bearbeitung einer Komposition von Beat Furrer sieht man das, was man auch hört. Die einzelnen Musiker erscheinen nur in den kurzen Momenten, in denen sie spielen, ihre Körper werden durch Noten auf einer bildlichen Partitur dargestellt. Indem der Dirigent die Zeit meisterhaft im Zaum hält und die Stille befiehlt, wird die Dominanz von Musik über den Körper gekonnt illustriert
während sich die Musik zum lebhaften Bild verwandelt. (Jason Buchanan, New York Times 2007)

LA BELLE EST LA BÊTE

Österreich/Niederlande/Luxemburg 2005, 35 mm, Farbe, 2:30 Min. Regie: Bady Minck

Ein Traum, eine Frau und eine mit Fell überzogene Zunge: Bady Mincks The Beauty is The Beast verläuft an der Nahtstelle von Zivilisation und Wildnis, Natur und Kultur, Mensch und Tier. Ein Film, der die Vorund
Nachteile unserer Kultivierung hinterfragt. An der Grenze zwischen dem Tier im Innern und dem zivilisierten Äußeren, wird „die Schöne (la belle)“ selbst zum „Biest (la bête)“. (Black Book, New York 2005)

IM ANFANG WAR DER BLICK

Luxemburg/Österreich 2003, 35 mm, Farbe, 45:00 Min. Regie: Bady Minck

Um dieses filmische UFO, das im Wesentlichen aus hunderten von Postkarten besteht, herzustellen benötigte die Filmemacherin fünf Jahre. Stellenweise ist der Film eine traumartige Vision, dann wieder politisch, philosophisch und sogar kulinarisch – er ist technisch perfekt. Die überwältigende Ton- und Bilderflut und das hypnotische Ende sorgen dafür, dass nicht eine Minute Langeweile aufkommt. (Martin Granica, Repérages, Paris 2003)

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