Feb 18 2014

“Fieber” und die “Monuments Men”

Published by at 01:37 under Festival

SOURCE: http://www.tageblatt.lu

Kurz nach der Berlinale werden bereits einige der dort gezeigten Filme in den heimischen Kinos anlaufen. „The Monuments Men“ ist nur einer davon und den sollte man aus luxemburgischer Sicht genauer unter die Lupe nehmen.

Es geschieht nicht allzu oft, dass Hollywood luxemburgische Schauspieler für einen Dreh verpflichtet. Genau dies ist aber hier der Fall: Luc Feit, Schauspieler mit Wohnsitz in Berlin hat eine Mini-Szene mit Jean Dujardin. Feit übernimmt die Rolle eines Aachener Priesters.

“Es war halt Glück”

Feit konnte aus Termingründen nicht am Montag beim Luxemburger Abend anwesend sein, zur “Fieber”-Premiere am Tag danach aber war er in Berlin. Viele Bekannte werden ihn wohl in den nächsten Wochen auf seinen Auftritt bei den “Monuments Men” ansprechen. Gedreht wurde unter anderem auch in Berlin. Als diese Rolle besetzt werden musste, stellt sich natürlich die Frage, wie groß ist sie, wie wichtig ist sie.

“Ich glaube nicht, dass die gesagt haben: Also ohne den Luc Feit drehen wir den Film nicht. Es war halt Glück, dass der Termin gepasst hat. Ich hatte viel Spaß, aber ich habe schon andere Dinge gemacht, die für mich spannender waren, dennoch hätte ich nie abgelehnt. Am Set war alles super organisiert und der Umgang mit den Stars war ok. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, die Leute, die wirklich gut sind, die benehmen sich entsprechend normal. Schlimm sind nur die, die meinen, sie seien große Stars.”

Bei Elfi Mikeschs “Fieber” liegt der Fall ganz anders. Dieser Film gehört zu den Werken, die laut Feit wirklich spannend sind. “Schon das Drehbuch war spannend , aber eben auch schwierig. Es stellt sich die persönliche Frage: Liege ich mit meiner Einschätzung/Interpretation mit der Regisseurin auf einer Linie? Über solche gewagten Filme, die keine ‘valeur sûre’ darstellen, wo das Risiko greifbar ist, freut man sich besonders.”

Wie fast alle anderen Beteiligten macht auch Feit aus seiner Bewunderung für Elfi Mikesch keinen Hehl: Es ist ihre Lebenserfahrung, ihre Sensibilität sowie die Poesie und die Visionen in den Gedanken, die so genial sind.

Auch die Sängerin und Schauspielerin Sascha Ley denkt ganz ähnlich. In zahlreichen langen Gesprächen mit der Regisseurin erforschte sie ihre Rolle und formte ihre Filmfigur auf der Basis der Erinnerungen an ihre französische Großmutter.

Bilder der Vergangenheit

“Fieber” erzählt von Franziska, einer renommierten Fotografin, die den Bildern ihrer Vergangenheit auf der Spur ist. Die Reise bringt jedoch nicht nur die glücklichen Momente ans Licht, sondern auch die dunklen Geheimnisse ihres Vaters.

Die Regisseurin Mikesch: “Ich habe 73 Jahre gebraucht, um diesen Film zu machen. Er beginnt in meiner Kindheit, mit den Fotografien, die mein Vater aus Marokko mit nach Hause gebracht hatte. Er war zehn Jahre in der Fremdenlegion gewesen und die Fotos von damals haben auch heute noch große Aussagekraft. Für die Konflikte von heute, zum Beispiel in Syrien, für diese Konflikte wurde 1916 der Grundstein gelegt. Nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches zogen England und Frankreich neue Grenzen, allerdings ohne Rücksicht auf Ethnien. Ich wollte die Geschichte aufblättern, allerdings über die Fiktion.

Ich habe den Film gemacht, um zu zeigen, was Kinder in ihrer Vorstellung erleben können und wie bedrohlich es ist, gewaltsame Vorstellungen zu haben, die einen bis in die Träume verfolgen.” Die Filmemacherin benutzte in diesem Zusammenhang das Wort Übergriff.

Wichtige Namen

Für die Produzentin Bady Minck von “Amour fou” war es enorm wichtig, dass der Film zwei wichtige Namen verpflichten konnte: Eva Mattes sowie Martin Wuttke. Für Bady Minck “zwei Lokomotiven, die das Publikum ins Kino bringen sollen”.

“Fieber” hat seine Luxemburg-Premiere beim Discovery Zone, Luxembourg City Film Festival und wird danach im regulären Kinoprogramm weiterlaufen.

(Martine Reuter/Tageblatt.lu)

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Kurz nach der Berlinale werden bereits einige der dort gezeigten Filme in den heimischen Kinos anlaufen. „The Monuments Men“ ist nur einer davon und den sollte man aus luxemburgischer Sicht genauer unter die Lupe nehmen.

Es geschieht nicht allzu oft, dass Hollywood luxemburgische Schauspieler für einen Dreh verpflichtet. Genau dies ist aber hier der Fall: Luc Feit, Schauspieler mit Wohnsitz in Berlin hat eine Mini-Szene mit Jean Dujardin. Feit übernimmt die Rolle eines Aachener Priesters.

“Es war halt Glück”

Feit konnte aus Termingründen nicht am Montag beim Luxemburger Abend anwesend sein, zur “Fieber”-Premiere am Tag danach aber war er in Berlin. Viele Bekannte werden ihn wohl in den nächsten Wochen auf seinen Auftritt bei den “Monuments Men” ansprechen. Gedreht wurde unter anderem auch in Berlin. Als diese Rolle besetzt werden musste, stellt sich natürlich die Frage, wie groß ist sie, wie wichtig ist sie.

“Ich glaube nicht, dass die gesagt haben: Also ohne den Luc Feit drehen wir den Film nicht. Es war halt Glück, dass der Termin gepasst hat. Ich hatte viel Spaß, aber ich habe schon andere Dinge gemacht, die für mich spannender waren, dennoch hätte ich nie abgelehnt. Am Set war alles super organisiert und der Umgang mit den Stars war ok. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, die Leute, die wirklich gut sind, die benehmen sich entsprechend normal. Schlimm sind nur die, die meinen, sie seien große Stars.”

Bei Elfi Mikeschs “Fieber” liegt der Fall ganz anders. Dieser Film gehört zu den Werken, die laut Feit wirklich spannend sind. “Schon das Drehbuch war spannend , aber eben auch schwierig. Es stellt sich die persönliche Frage: Liege ich mit meiner Einschätzung/Interpretation mit der Regisseurin auf einer Linie? Über solche gewagten Filme, die keine ‘valeur sûre’ darstellen, wo das Risiko greifbar ist, freut man sich besonders.”

Wie fast alle anderen Beteiligten macht auch Feit aus seiner Bewunderung für Elfi Mikesch keinen Hehl: Es ist ihre Lebenserfahrung, ihre Sensibilität sowie die Poesie und die Visionen in den Gedanken, die so genial sind.

Auch die Sängerin und Schauspielerin Sascha Ley denkt ganz ähnlich. In zahlreichen langen Gesprächen mit der Regisseurin erforschte sie ihre Rolle und formte ihre Filmfigur auf der Basis der Erinnerungen an ihre französische Großmutter.

Bilder der Vergangenheit

“Fieber” erzählt von Franziska, einer renommierten Fotografin, die den Bildern ihrer Vergangenheit auf der Spur ist. Die Reise bringt jedoch nicht nur die glücklichen Momente ans Licht, sondern auch die dunklen Geheimnisse ihres Vaters.

Die Regisseurin Mikesch: “Ich habe 73 Jahre gebraucht, um diesen Film zu machen. Er beginnt in meiner Kindheit, mit den Fotografien, die mein Vater aus Marokko mit nach Hause gebracht hatte. Er war zehn Jahre in der Fremdenlegion gewesen und die Fotos von damals haben auch heute noch große Aussagekraft. Für die Konflikte von heute, zum Beispiel in Syrien, für diese Konflikte wurde 1916 der Grundstein gelegt. Nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches zogen England und Frankreich neue Grenzen, allerdings ohne Rücksicht auf Ethnien. Ich wollte die Geschichte aufblättern, allerdings über die Fiktion.

Ich habe den Film gemacht, um zu zeigen, was Kinder in ihrer Vorstellung erleben können und wie bedrohlich es ist, gewaltsame Vorstellungen zu haben, die einen bis in die Träume verfolgen.” Die Filmemacherin benutzte in diesem Zusammenhang das Wort Übergriff.

Wichtige Namen

Für die Produzentin Bady Minck von “Amour fou” war es enorm wichtig, dass der Film zwei wichtige Namen verpflichten konnte: Eva Mattes sowie Martin Wuttke. Für Bady Minck “zwei Lokomotiven, die das Publikum ins Kino bringen sollen”.

“Fieber” hat seine Luxemburg-Premiere beim Discovery Zone, Luxembourg City Film Festival und wird danach im regulären Kinoprogramm weiterlaufen.

(Martine Reuter/Tageblatt.lu)

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