Jan 22 2015

Filmnachbarn

Published by at 04:03 under Festival,Red Lion

SOURCE: http://www.journal.lu

SAARBRÜCKEN – CHRISTIAN SPIELMANN

Eröffnung des 36. Filmfestivals Max Ophüls Preis am Montagabend

Am Montagabend wurde das 36. Filmfestival Max Ophüls Preis im „Cinestar“-Kino in Saarbrücken eröffnet. Auf dem Programm stand die deutsch-belgisch-luxemburgische Koproduktion „Die Räuber“ von Frank Hoffmann und Pol Cruchten, dessen Produktionsfirma Red Lion den Film mitfinanzierte. Ehe der Film in gleich vier Sälen Premiere lief, wurde der deutsche Regisseur und Produzent Hans W. Geißendörfer für sein Lebenswerk geehrt. Das Festival widmet dieses Jahr dem Filmland Luxemburg eine kleine Retrospektive mit fünf Filmen in der neuen Reihe „Fënster Lëtzebuerg“.

Ein bewegter Regisseur

Die Eröffnungsgala moderierte die Schauspielerin Nina Azizi. Schauspieler und Regisseur Hark Bohm ging auf das Leben und Wirken seines Freundes Hans Wilhelm Geißendörfer ein, dessen Film „Die gläserne Zelle“ 1979 für den Oscar des besten ausländischen Films nominiert worden war. Geißendörfer entwickelte in den Achtzigern die ARD-Serie „Lindenstraße“, die er auch produzierte. Ein sichtlich berührter Geißendörfer bedankte sich und nahm den Ehrenpreis des Festivals aus den Händen der Festivalleiterin Gabriella Bandel in Empfang.

Nach den obligatorischen Reden der Festivalleiterin, Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und Staatssekretär Jürgen Lennartz wurde dem Publikum die Jury Wettbewerb (Langfilm) präsentiert. Schauspielerin Hannelore Hoger, Casterin Anja Dihrberg, Schauspieler Devid Striesow, Produzent Anatol Nitschke und Regisseur Jakob Lass, der letztes Jahr den Max Ophüls Preis gewann, müssen sich unter 16 Filmen entscheiden.

Bankenplatz im Mittelpunkt

Die beiden luxemburgischen Regisseure Hoffmann und Cruchten, begleitet vom Schauspieler Tchéky Karyo, präsentierten dann ihre gemeinsame Regiearbeit „Die Räuber“, die sich weitläufig an Friedrich Schillers gleichnamigem Drama inspiriert. Es war Maximilian Schells letzter Film, der Schauspieler verstarb am 1. Februar 2014. Hoffmann kannte Schell von einer gemeinsamen Theaterproduktion: 2009 spielte der Oscarpreisträger die Hauptrolle in dem von Hoffmann inszenierten Stück „Lieben Sie Strindberg …“ bei den Ruhrfestspielen, und so kam die Zusammenarbeit zustande. Cruchten seinerseits gewann 1993 den Max Ophüls Preis mit „Hochzäitsnuecht“ und hat einen sehr persönlichen Bezug zum saarländischen Filmfestival.

In „Die Räuber“ spielt Schell einen Bankier namens Escher, dessen Bank mit der von Field (Georg Marin) fusioniert. Sein Sohn Franz (Robinson Stévenin) und seine Tochter Amalia (Isild le Besco) unterschreiben den Vertrag. Währenddessen kommt der zweite Sohn Karl (Eric Caravaca) aus dem Gefängnis frei, wo er eine Strafe wegen Urkundenfälschung und Veruntreuung absaß. Eigentlich hatte er die Verurteilung nur angenommen, um seinen Vater zu schützen. Karl plant nun mit Komplizen, die Bank zu überfallen.

Im Mittelpunkt des Films, der sichtlich in Luxemburg spielt, stehen nehmen der Geldwäsche weitere unlautere Machenschaften der Bankenwelt. Schell spielt seine Rolle mit gekonnter Routine, sehr überzeugend ist der Luxemburger Luc Schiltz in der kurzen Rolle des Ganoven Herman. Auffällig ist der Vorspann, der wie eine Tonspur abläuft zu der äußerst flotten Musik von Michael Rother. Trotzt vielen Klischees über die Finanzwelt kann „Die Räuber“ gefallen. Der Film kommt am 18. März in unsere Kinos.

Comments

comments

SOURCE: http://www.journal.lu

SAARBRÜCKEN – CHRISTIAN SPIELMANN

Eröffnung des 36. Filmfestivals Max Ophüls Preis am Montagabend

Am Montagabend wurde das 36. Filmfestival Max Ophüls Preis im „Cinestar“-Kino in Saarbrücken eröffnet. Auf dem Programm stand die deutsch-belgisch-luxemburgische Koproduktion „Die Räuber“ von Frank Hoffmann und Pol Cruchten, dessen Produktionsfirma Red Lion den Film mitfinanzierte. Ehe der Film in gleich vier Sälen Premiere lief, wurde der deutsche Regisseur und Produzent Hans W. Geißendörfer für sein Lebenswerk geehrt. Das Festival widmet dieses Jahr dem Filmland Luxemburg eine kleine Retrospektive mit fünf Filmen in der neuen Reihe „Fënster Lëtzebuerg“.

Ein bewegter Regisseur

Die Eröffnungsgala moderierte die Schauspielerin Nina Azizi. Schauspieler und Regisseur Hark Bohm ging auf das Leben und Wirken seines Freundes Hans Wilhelm Geißendörfer ein, dessen Film „Die gläserne Zelle“ 1979 für den Oscar des besten ausländischen Films nominiert worden war. Geißendörfer entwickelte in den Achtzigern die ARD-Serie „Lindenstraße“, die er auch produzierte. Ein sichtlich berührter Geißendörfer bedankte sich und nahm den Ehrenpreis des Festivals aus den Händen der Festivalleiterin Gabriella Bandel in Empfang.

Nach den obligatorischen Reden der Festivalleiterin, Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und Staatssekretär Jürgen Lennartz wurde dem Publikum die Jury Wettbewerb (Langfilm) präsentiert. Schauspielerin Hannelore Hoger, Casterin Anja Dihrberg, Schauspieler Devid Striesow, Produzent Anatol Nitschke und Regisseur Jakob Lass, der letztes Jahr den Max Ophüls Preis gewann, müssen sich unter 16 Filmen entscheiden.

Bankenplatz im Mittelpunkt

Die beiden luxemburgischen Regisseure Hoffmann und Cruchten, begleitet vom Schauspieler Tchéky Karyo, präsentierten dann ihre gemeinsame Regiearbeit „Die Räuber“, die sich weitläufig an Friedrich Schillers gleichnamigem Drama inspiriert. Es war Maximilian Schells letzter Film, der Schauspieler verstarb am 1. Februar 2014. Hoffmann kannte Schell von einer gemeinsamen Theaterproduktion: 2009 spielte der Oscarpreisträger die Hauptrolle in dem von Hoffmann inszenierten Stück „Lieben Sie Strindberg …“ bei den Ruhrfestspielen, und so kam die Zusammenarbeit zustande. Cruchten seinerseits gewann 1993 den Max Ophüls Preis mit „Hochzäitsnuecht“ und hat einen sehr persönlichen Bezug zum saarländischen Filmfestival.

In „Die Räuber“ spielt Schell einen Bankier namens Escher, dessen Bank mit der von Field (Georg Marin) fusioniert. Sein Sohn Franz (Robinson Stévenin) und seine Tochter Amalia (Isild le Besco) unterschreiben den Vertrag. Währenddessen kommt der zweite Sohn Karl (Eric Caravaca) aus dem Gefängnis frei, wo er eine Strafe wegen Urkundenfälschung und Veruntreuung absaß. Eigentlich hatte er die Verurteilung nur angenommen, um seinen Vater zu schützen. Karl plant nun mit Komplizen, die Bank zu überfallen.

Im Mittelpunkt des Films, der sichtlich in Luxemburg spielt, stehen nehmen der Geldwäsche weitere unlautere Machenschaften der Bankenwelt. Schell spielt seine Rolle mit gekonnter Routine, sehr überzeugend ist der Luxemburger Luc Schiltz in der kurzen Rolle des Ganoven Herman. Auffällig ist der Vorspann, der wie eine Tonspur abläuft zu der äußerst flotten Musik von Michael Rother. Trotzt vielen Klischees über die Finanzwelt kann „Die Räuber“ gefallen. Der Film kommt am 18. März in unsere Kinos.

Comments

comments

No responses yet

Comments are closed at this time.

Trackback URI |