Jul 11 2008

Leinwand-Stars zum Anfassen

Published by at 12:01 under Festival

www.wort.lu:

Das “International Film Festival Luxembourg City” wartet erneut mit hochkarätigen Namen auf.

Dass genau das “Cut” aus dem Namen geschnitten wurde, ist schon irgendwie drollig , denn auch wenn der Name gekürzt wurde, das Projekt – und Budget – erfreut sich einer Erweiterung: Luxemburg soll nunmehr sein eigenes, richtiges Filmtreffen bekommen . Vom 15. bis zum 19. Oktober erfolgt nämlich die zweite Auflage des Festivals , dessen Geburtsstunde unter dem blauen Stern von “Luxemburg und Großregion, Kulturhauptstadt Europas 2007” lag. Und wenn die “Drehtermin-Götter” gnädig bleiben, wird im Herbst erneut ein hochkarätiges Aufgebot von Filmleuten aus dem Dunkel hinter der Kamera ins gleißende Scheinwerferlicht treten …

 

Sir Richard Attenborough oder Sofia Coppola, Agnès Jaoui und Jean-Marc Barr – nicht nur eingefleischten Filmfans sind diese Namen ein Begriff. Doch auf dem ersten , gestern präsentierten Entwurf der Gästeliste finden sich weitaus mehr appetitanregende Argumente, es sich im Herbst im kuscheligen Kinosaal gemütlich zu machen.

 

Schlug die erste Ausgabe noch mit 487 681 Euro zu Buche, so peilt man für 2008 rund eine halbe Million Euro an, von denen die Stadt Luxemburg den Großteil , staatliche und private Sponsoren rund ein Drittel tragen. “Wir arbeiten jedoch daran , weitere Geldgeber zu gewinnen, auch wenn es hierzulande stets heißt ,Zuerst der Sport!?”, so Suzel Pietri vom Organisationskomitee schulterzuckend. Pragmatisch meinte Utopolis-Direktor Nico Simon hierzu: “Ich bin glücklich, denn für solch ein Festival haben wir lange gekämpft- man muss sich aber erst einmal beweisen, bevor man unterstützt wird!”

 

“Wir wollen Künstler und Publikum näher bringen”, so Staatssekretärin Modert, aber solch einem Unterfangen müsse man eben die nötige Zeit lassen , sich im In- und Ausland zu positionieren. Zu den vorjährigen Vorführungsorten , der hauptstädtischen Cinémathèque und dem Utopolis, gesellt sich 2008 ebenfalls das Kino Utopia. “Solche Veranstaltungen sind wichtig für unser Image, denn sie ermöglichen es, das Bild, das viele von uns besitzen, zu erweitern : wir sind ein kulturreiches und weitaus breiter gefächertes Land”, bekräftigte Bürgermeister Paul Helminger.

 

Ein durchaus “sozialer und vernünftiger” Eintrittspreis von 5 Euro soll das Publikum anziehen, damit es 2008 mehr als die 3 600 Zuschauer werden, die man vergangenes Jahr begrüßen konnte. “Dies ist kein Festival für die Elite, Presse oder Insiderkreise, sondern fürs Publikum”, so Colette Flesch, Präsidentin der gemeinnützigen Vereinigung, die das Festival organisiert.

 

Medienerziehung

Im “Panorama” werden sechs bis zehn in dem Festival vorhergehenden Jahr fertiggestellte Filme in Luxemburger Premiere präsentiert. Dass daraus in ein paar Jahren ein Wettbewerb entstehen soll, steht bereits auf der Wunschliste der Organisatoren, “Aber zuerst müssen wir uns das Vertrauen der Branche erarbeiten”, meint Suzel Pietri von der Pariser “Orbis Media”, die erneut mit der Ausrichtung beauftragt ist.

 

Das Prinzip der “Carte Blanche” bleibt auch für die zweite Auflage des Festivals bestehen. Erwartet werden hier der Brite Sir Richard Attenborough, die Amerikanerin Sofia Coppola, Agnès Jaoui, Dany Boon und Jean-Marc Barr aus Frankreich, Bouli Lanners aus Belgien und der Deutsche Detlev Buck. Neu ist, dass die Regisseure/Schauspieler auch den Produzenten ihres ersten Filmes begrüßen können. Das Festival soll eben-falls zur Plattform werden, um Kontakte zwischen nationaler und internationaler Filmszene zu knüpfen.

 

In der Sparte “Ciné-Concerts” wird das “Octuor de France” eine Partitur von Gabriel Thibaudeau auf Stumm-Kurzfilme von Max Linder aus den Jahren 1910-1914 uraufführen . Artefact wird derweil “Les larmes du clown” des Schweden Victor Sjöström (1924) begleiten.

 

Spezielle Filmvorführungen für Schulklassen ergänzen das Programm . Die hierzulande auf den Lehrplänen fehlende Medienerziehung, darüber waren sich alle Vertreter einig, sei Bestandteil der Zukunftsarbeit des “DirActors”-Festivals . Claude Bertemes, Direktor der Cinémathèque, unterstrich die Wichtigkeit der “Bildkonsum-Erziehung”. In diesem Rahmen findet ebenfalls ein Workshop mit dem Luxemburger Schauspieler und Regisseur Luc Feidt statt.

 

Im September gibt es die definitive Teilnehmerliste, ab dem 1. Oktober auf der Internetseite das detaillierte Programm. Wenn dies nicht ein Herbst ist, auf den man sich freuen kann …

  • Tickets für die verschiedenen Vorführungen und Ciné-Concerts sind ab dem 10. Oktober im Utopolis, Utopia und der Cinémathèque erhältlich . Pass (5 Eintritte) 20, resp. 15 Euro, Einzelticket 5 resp. 4 Euro, Ciné-Concerts 10, resp. 5 Euro.
  • Von Vesna Andonovic

 

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Das “International Film Festival Luxembourg City” wartet erneut mit hochkarätigen Namen auf.

Dass genau das “Cut” aus dem Namen geschnitten wurde, ist schon irgendwie drollig , denn auch wenn der Name gekürzt wurde, das Projekt – und Budget – erfreut sich einer Erweiterung: Luxemburg soll nunmehr sein eigenes, richtiges Filmtreffen bekommen . Vom 15. bis zum 19. Oktober erfolgt nämlich die zweite Auflage des Festivals , dessen Geburtsstunde unter dem blauen Stern von “Luxemburg und Großregion, Kulturhauptstadt Europas 2007” lag. Und wenn die “Drehtermin-Götter” gnädig bleiben, wird im Herbst erneut ein hochkarätiges Aufgebot von Filmleuten aus dem Dunkel hinter der Kamera ins gleißende Scheinwerferlicht treten …

 

Sir Richard Attenborough oder Sofia Coppola, Agnès Jaoui und Jean-Marc Barr – nicht nur eingefleischten Filmfans sind diese Namen ein Begriff. Doch auf dem ersten , gestern präsentierten Entwurf der Gästeliste finden sich weitaus mehr appetitanregende Argumente, es sich im Herbst im kuscheligen Kinosaal gemütlich zu machen.

 

Schlug die erste Ausgabe noch mit 487 681 Euro zu Buche, so peilt man für 2008 rund eine halbe Million Euro an, von denen die Stadt Luxemburg den Großteil , staatliche und private Sponsoren rund ein Drittel tragen. “Wir arbeiten jedoch daran , weitere Geldgeber zu gewinnen, auch wenn es hierzulande stets heißt ,Zuerst der Sport!?”, so Suzel Pietri vom Organisationskomitee schulterzuckend. Pragmatisch meinte Utopolis-Direktor Nico Simon hierzu: “Ich bin glücklich, denn für solch ein Festival haben wir lange gekämpft- man muss sich aber erst einmal beweisen, bevor man unterstützt wird!”

 

“Wir wollen Künstler und Publikum näher bringen”, so Staatssekretärin Modert, aber solch einem Unterfangen müsse man eben die nötige Zeit lassen , sich im In- und Ausland zu positionieren. Zu den vorjährigen Vorführungsorten , der hauptstädtischen Cinémathèque und dem Utopolis, gesellt sich 2008 ebenfalls das Kino Utopia. “Solche Veranstaltungen sind wichtig für unser Image, denn sie ermöglichen es, das Bild, das viele von uns besitzen, zu erweitern : wir sind ein kulturreiches und weitaus breiter gefächertes Land”, bekräftigte Bürgermeister Paul Helminger.

 

Ein durchaus “sozialer und vernünftiger” Eintrittspreis von 5 Euro soll das Publikum anziehen, damit es 2008 mehr als die 3 600 Zuschauer werden, die man vergangenes Jahr begrüßen konnte. “Dies ist kein Festival für die Elite, Presse oder Insiderkreise, sondern fürs Publikum”, so Colette Flesch, Präsidentin der gemeinnützigen Vereinigung, die das Festival organisiert.

 

Medienerziehung

Im “Panorama” werden sechs bis zehn in dem Festival vorhergehenden Jahr fertiggestellte Filme in Luxemburger Premiere präsentiert. Dass daraus in ein paar Jahren ein Wettbewerb entstehen soll, steht bereits auf der Wunschliste der Organisatoren, “Aber zuerst müssen wir uns das Vertrauen der Branche erarbeiten”, meint Suzel Pietri von der Pariser “Orbis Media”, die erneut mit der Ausrichtung beauftragt ist.

 

Das Prinzip der “Carte Blanche” bleibt auch für die zweite Auflage des Festivals bestehen. Erwartet werden hier der Brite Sir Richard Attenborough, die Amerikanerin Sofia Coppola, Agnès Jaoui, Dany Boon und Jean-Marc Barr aus Frankreich, Bouli Lanners aus Belgien und der Deutsche Detlev Buck. Neu ist, dass die Regisseure/Schauspieler auch den Produzenten ihres ersten Filmes begrüßen können. Das Festival soll eben-falls zur Plattform werden, um Kontakte zwischen nationaler und internationaler Filmszene zu knüpfen.

 

In der Sparte “Ciné-Concerts” wird das “Octuor de France” eine Partitur von Gabriel Thibaudeau auf Stumm-Kurzfilme von Max Linder aus den Jahren 1910-1914 uraufführen . Artefact wird derweil “Les larmes du clown” des Schweden Victor Sjöström (1924) begleiten.

 

Spezielle Filmvorführungen für Schulklassen ergänzen das Programm . Die hierzulande auf den Lehrplänen fehlende Medienerziehung, darüber waren sich alle Vertreter einig, sei Bestandteil der Zukunftsarbeit des “DirActors”-Festivals . Claude Bertemes, Direktor der Cinémathèque, unterstrich die Wichtigkeit der “Bildkonsum-Erziehung”. In diesem Rahmen findet ebenfalls ein Workshop mit dem Luxemburger Schauspieler und Regisseur Luc Feidt statt.

 

Im September gibt es die definitive Teilnehmerliste, ab dem 1. Oktober auf der Internetseite das detaillierte Programm. Wenn dies nicht ein Herbst ist, auf den man sich freuen kann …

  • Tickets für die verschiedenen Vorführungen und Ciné-Concerts sind ab dem 10. Oktober im Utopolis, Utopia und der Cinémathèque erhältlich . Pass (5 Eintritte) 20, resp. 15 Euro, Einzelticket 5 resp. 4 Euro, Ciné-Concerts 10, resp. 5 Euro.
  • Von Vesna Andonovic

 

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One Response to “Leinwand-Stars zum Anfassen”

  1. Benon 12 Jul 2008 at 14:01

    Peinlech.

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