Oct 09 2010

LUX Prize Filmfestival im Cine Sura

Published by at 01:08 under Events & Projects,Festival

SOURCE: http://www.cinesura.com

Das Kino im Zentrum des europäischen Kulturmodells. Es ist ein Medium, das der größten Zahl von Menschen aller Altersklassen zugänglich ist. Als Verbindung von Ton und Bild ermöglicht es das Universum der Gefühle jedes Einzelnen anzusprechen.

Das europäische Kino wird alljährlich seit 2007 vom Europäischen Parlament geehrt, das den LUX-Preis in Anlehnung an die Einheit für die Beleuchtungsstärke Lux verleiht. Dieser Preis besteht in einer Sachleistung, um insbesondere den prämierten Film mit Untertiteln in den 23 Amtssprachen der Europäischen Union zu versehen.

Das Ziel des LUX-Preises des Europäischen Parlaments für das Kino ist zweierlei: eine sinnvolle öffentliche Debatte über die Zukunft Europas durch die artistische Qualität des Films und die Originalität seines Drehbuchs in Gang zu bringen und die Verbreitung europäischer Filme zu fördern, um das kinematografische und kulturelle Erbe in Europa zu bereichern.

Zusammen mit dem Informationsbüro des Europäischen Parlaments in Luxembourg, dem Trifolion und der Gemeinde Echternach bringen wir das erste europäische Filmfestival nach Echternach.

Le Silence de Lorna, Auf der Anderen Seite, Sturm und Eastern Plays werden jeweils von Gesprächen mit luxemburger Europaabgeordneten begleitet. Das ist Ihre Chance auf Fragen und Antworten rund um europäische Themen.

Das Programm
BELLE TOUJOURS
Freitag, 8. Oktober – 18:30 Uhr – Trifolion Echternach
Donnerstag 14. Oktober – 20:00 Uhr – Ciné Sura

Ein melancholischer Spielfilm mit Michel Piccoli in einer wunderbaren Altersrolle. Er setzt die Geschichte von “Belle de jour” fort, indem er 38 Jahre später die beiden Hauptfiguren des Buñuel-Klassikers erneut aufeinander treffen lässt.

38 Jahre ist es her, seit Henri Husson und Séverine Serizy sich zum letzten Mal sahen. Henri hatte seinem Freund Pierre Serizy berichtet, dass seine Frau als “Belle de jour” ein Doppelleben als Prostituierte in einem Freudenhaus führte. Nun begegnet er ihr während eines Konzerts in Paris wieder – und sofort ist er fasziniert von ihr und kann es kaum erwarten, sie zu sprechen. Séverine dagegen reagiert eher bestürzt, als sie Husson erkennt. Er folgt ihr durch die Straßen und bittet sie um ein Gespräch bei einem Abendessen. Séverine weicht zunächst aus, doch dann geht sie auf seine Einladung ein. Es wird ein Treffen, das von langem Schweigen geprägt ist, und in dem klar wird, dass beide ein völlig verschiedenes Verständnis des Vergangenen haben. Niemals wird Husson verstehen, was damals passiert ist. Und dann präsentiert er Séverine ein Geschenk: eine Schachtel, die jener ähnelt, die Séverine einst von einem Freier geschenkt bekam und dessen unbekannter Inhalt sie schon damals faszinierte.

LE SILENCE DE LORNA
Sonntag 17. Oktober – 17:45 Uhr – Ciné Sura
Donnerstag 21. Oktober – 20:00 Uhr – Ciné Sura

Am 17. Oktober findet zum Film ein Rundtischgespräch mit dem Europaabgeordneten Georges Bach statt.

Um die belgische Staatsbürgerschaft zu erlangen, geht die Albanerin Lorna eine Scheinehe mit einem Junkie ein, eingefädelt von Mittelsmann Fabio, einem Taxifahrer. Der will danach aber den Junkie mit einer Überdosis aus dem Weg schaffen, damit Lorna einen russischen Gangster heiratet und beide kräftig abkassieren; schließlich will sie wiederum mit ihrem albanischen Freund Solko eine Snack-Bar eröffnen. Aber Fabio hat nicht mit Lornas Gewissen gerechnet…

Die Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne haben schon mehrmals die menschlichen Abgründe ausgelotet und sehr genau hingeschaut, wie es um die Moral von Menschen bestellt ist. In ihrem Film “L’Enfant” (The Child) von 2005 beobachteten sie einen jungen Kleinkriminellen unter ihrem Mikroskop. Der verkaufte einfach das neugeborene Kind seiner Freundin, um Schulden zu begleichen.

OBCAN HAVEL
Sonntag 31. Oktober – 17:45 Uhr – Ciné Sura
Donnerstag 04. November – 20:00 Uhr – Ciné Sura

Nach der 992 erfolgten Teilung der Tschechoslowakei wurde der frühere Dissident und Anführer der ‘Samtenen Revolution‘, der Dramatiker und Essayist Václav Havel erster Präsident eines neuen Landes: der Tschechischen Republik. Ein früherer Staatsfeind bekam vom Volk das Mandat, den Staat und seine Institutionen umzugestalten. Da so etwas nicht alle Tage geschieht, erlaubte Havel seinem langjährigen Freund, dem Filmemacher Pavel Koutecký, ihn von seinem ersten Tag im Amt an so oft wie möglich zu begleiten und zu beobachten: auf der Prager Burg, dem Hradschin, und auf der ganzen Welt.
Das Ergebnis ist OBČAN HAVEL, ein abendfüllender Dokumentarfilm mit nie gesehenen Bildern, der einen direkten Blick auf diesen Mann wirft, den es unversehens ins Rampenlicht der internationalen Politik verschlagen hat.
Nach der 1992 erfolgten Teilung der Tschechoslowakei wurde der frühere Dissident und Anführer der ‘Samtenen Revolution‘, der Dramatiker und Essayist Václav Havel erster Präsident eines neuen Landes: der Tschechischen Republik. Ein früherer Staatsfeind bekam vom Volk das Mandat, den Staat und seine Institutionen umzugestalten. Da so etwas nicht alle Tage geschieht, erlaubte Havel seinem langjährigen Freund, dem Filmemacher Pavel Koutecký, ihn von seinem ersten Tag im Amt an so oft wie möglich zu begleiten und zu beobachten: auf der Prager Burg, dem Hradschin, und auf der ganzen Welt. Das Ergebnis ist OBČAN HAVEL, ein abendfüllender Dokumentarfilm mit nie gesehenen Bildern, der einen direkten Blick auf diesen Mann wirft, den es unversehens ins Rampenlicht der internationalen Politik verschlagen hat.

AUF DER ANDEREN SEITE
Sonntag 7. November – 17:45 Uhr – Ciné Sura
Donnerstag 11. Oktober – 20:00 Uhr – Ciné Sura

Am 7. November findet zum Film ein Rundtischgespräch mit dem Europaabgeordneten Charles Goerens statt.

Fatih Akins Film ist der zweite Teil einer Trilogie mit dem Titel “Liebe, Tod und Teufel”, deren erster Teil Gegen die Wand auf der Berlinale 2004 den Goldenen Bären gewann. In Auf der anderen Seite geht es um das Thema Tod; die Erzählweise ist ruhig und nachdenklich. Der Ensemblefilm erzählt von einer Reihe von Menschen aus Deutschland und der Türkei, die sich nicht kennen, deren Lebenswege sich jedoch schicksalhaft kreuzen. Charlotte, Ende 20, verliebt sich in die gleichaltrige Ayten Öztürk, eine politische Aktivistin, die sich illegal in Deutschland aufhält. Charlottes Mutter Susanne jedoch, eine vereinsamte Alt-68erin, hat andere Pläne für ihre Tochter. Nejat Aksu ist Anfang 40 und Deutschlands erster und einziger türkischstämmiger Germanistik-Professor. Eines Tages überredet sein Vater Ali die Türkin Yeter, bei ihm einzuziehen. Yeter arbeitet als Prostituierte, um ihrer in Istanbul geglaubten Tochter Ayten das Studium zu finanzieren. Als Yeter plötzlich stirbt, macht sich Nejat auf den Weg in die Türkei, um Ayten zu suchen, die jedoch in der Zwischenzeit entdeckt und in die Türkei zurück geschickt wird. So macht sich auch Charlotte auf die Suche.

4 LUNI, 3 SAPTAMÂNI SI 2 ZILE
Sonntag 14. November – 17:45 Uhr – Ciné Sura
Donnerstag 18. November – 20:00 Uhr – Ciné Sura

Der Film spielt im Jahre 1987 in einer rumänischen Kleinstadt unter dem Ceausescu-Regime.

Ein Mädcheninternat zur Examenszeit. Die blonde Otilia und die brünette Gabita teilen sich ein Zimmer. Während die eine sorgfältig ihren Koffer packt, sucht die andere auf dem Schwarzmarkt nach Seife oder einem Päckchen amerikanische Zigaretten als wichtigem Tauschobjekt, um sich den einen oder anderen Wunsch zu erfüllen.

Eine heimliche Komplizenschaft scheint die beiden Mädchen miteinander zu verbinden. Gemeinsam machen sie sich auf, in einer menschenfeindlichen Umwelt, die auf Lügen, Denunziation und Korruption beruht, eine schwere Probe zu bestehen. Otilia beweist ein Höchstmaß an Selbstverleugnung und opfert sogar sich selbst, um ihrer Freundin zu helfen. Diese grandiose Geschichte einer Freundschaft, in der Form eines echten Thrillers erzählt, lässt uns eintauchen in die dunkelsten Jahre eines kollabierenden Regimes. Der Überlebensdrang dieser beiden jungen Mädchen verkörpert den Überlebenswillen eines ganzen Landes.

WELCOME
Sonntag 21. November – 17:45 Uhr – Ciné Sura
Donnerstag 25. November – 20:00 Uhr – Ciné Sura

Bilal ist 17 und stammt aus dem Irak. Er hat sein Land verlassen, nachdem seine Freundin kurz zuvor nach England emigriert ist. Um sie wiederzusehen, hat Bilal auf abenteuerlichen Wegen ganz Europa durchquert. Doch nun kommt seine Reise an ihr abruptes Ende. Bilal hat die Nordküste Frankreichs erreicht. Hier geht es für ihn nicht weiter. Bilal und seine Freundin Mina trennt nun, mitten in der kalten Jahreszeit, der von starkem Nord west wind aufgewühlte Ärmelkanal. Bilal ist in Calais gestrandet. 32 Kilometer trennen ihn von der nächstgelegenen englischen Stadt. Doch dass der Ärmelkanal, mit 500 Schiffen am Tag eine der meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt, auch ohne Kapitäns patent zu überwinden ist, haben kühne Kanalschwimmer seit dem Jahre 1875 immer wieder bewiesen.

Wird dies auch Bilal gelingen? Kurz entschlossen sucht der Junge das örtliche Schwimm bad auf, um das Schwimmen zu trainieren. Hier lernt er den Schwimm meister Simon kennen, dem er schließlich von seinen Absichten berichtet. Simon freundet sich mit Bilal an: Heimlich unterrichtet er den jungen Kurden im Kraulen… Neben dem Schwimmsport steht das Leben illegaler Emigranten in Frankreich im Mittelpunkt des Films. Für viele ist dies eine fremde Welt. Philippe Lioret: „Und dennoch so nah. Da ist es gut, im Kino das Land, in dem man lebt, unter einem Aspekt zu entdecken, von dem man keine Ahnung hat.“

STURM
Sonntag 28. November – 17:45 Uhr – Ciné Sura
Donnerstag 02. Dezember – 20:00 Uhr – Ciné Sura

Am 28. November findet zum Film ein Rundtischgespräch mit dem Europaabgeordneten Frank Engel statt.

Hannah Maynard ist Anklägerin am Kriegsverbrechertribunal in Den Haag und führt einen Prozess gegen Goran Duric, einen ehemaligen Befehlshaber der jugoslawischen Volksarmee. Ihm wird vorgeworfen, für die Deportation und den späteren Tod bosnisch-muslimischer Zivilisten in Kasmaj, einer Kleinstadt in der heutigen Republika Srpska, verantwortlich zu sein. Als sich ein wichtiger Augenzeuge bei seiner Aussage in Widersprüche verstrickt, schickt das Gericht eine Delegation nach Bosnien, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Die Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen erhärten sich, allem Anschein nach sagt er nicht die Wahrheit. Kurz darauf findet man seine Leiche; er hat sich in seinem Hotelzimmer das Leben genommen.

Hannah gibt den Fall noch nicht verloren. In der Hoffnung, neue Erkenntnisse zu ge- winnen, reist sie zur Beerdigung des Zeugen nach Sarajevo und trifft dort auf dessen Schwester Mira. Schon bald gewinnt Hannah den Eindruck, dass die junge Frau viel mehr über den Angeklagten zu sagen hat als sie zunächst zugeben möchte.

Obwohl Mira Angst hat, sich der Vergangenheit zu stellen und damit ihre ahnungslose Familie zu gefährden, mit der sie sich in Deutschland ein neues Leben aufgebaut hat, liefert sie schließlich den entscheidenden Hinweis für Durics Verbrechen und erklärt sich bereit, ihre Aussage vor dem Tribunal in Den Haag zu wiederholen.

Unmittelbar vor der entscheidenden Verhandlung versuchen Durics Verteidiger, Miras Zulassung als Zeugin abzuwenden – und finden mit ihrem Anliegen unerwartet Unterstützung von Seiten der Richterschaft. Hannah begreift, dass ihre Gegner nicht nur auf der Anklagebank, sondern auch in den eigenen Reihen zu finden sind. Im Spannungsfeld zwischen dem politischen Interesse der Vereinten Nationen und ihrem eigenen Anspruch auf Unabhängigkeit kämpft Hannah gegen die Schattenseiten von Recht und Gerechtigkeit.

EASTERN PLAYS
Sonntag 05. Dezember – 17:45 Uhr – Ciné Sura
Dienstag 07. Dezember – 20:00 Uhr – Ciné Sura (!)

Am 5. Dezember findet zum Film ein Rundtischgespräch mit dem Europaabgeordneten Claude Turmes statt.

Die Brüder Itso und Georgi haben sich seit ewigen Zeiten nicht mehr gesehen und plötzlich stehen sie sich unverhofft gegenüber.

Georgi als Teil einer Gruppe Neonazis, die eine türkische Familie verprügeln und der drogensüchtige Künstler Itso als deren Retter. Der Vorfall lässt beide an ihrem bisherigen Dasein zweifeln.

Itso hofft endlich seinem miserablen Dasein in Sofia entfliehen zu können, während Georgi Zweifel an seinen politischen Überzeugungen kommen.

Die Finalisten 2010
Folgende 3 Filme sind in der Endauswahl für den LUX Preis 2010. Zum Abschluss der Reihe spielen wir den Gewinnerfilm des diesjährigen LUX Preis im Sura.

DIE FREMDE
„Hör auf zu träumen!“, sagt die Mutter zu ihrer 25-jährigen Tochter Umay, als diese mit ihrem kleinen Sohn Cem in Berlin vor der Wohnungstür ihrer Eltern steht. Umay ist aus einem unglücklichen Eheleben in Istanbul ausgebrochen und will zurück in Berlin ein selbstbestimmtes Leben führen. Sie weiß, dass sie ihren Eltern und Geschwistern damit viel zumutet, hofft aber, dass die liebevolle Verbundenheit stärker ist als alle gesellschaftlichen Zwänge. Doch schon bald erkennt sie, dass ihre Familie die Konventionen nicht einfach über Bord werfen kann und an der Herausforderung zu zerbrechen droht. Als die Familie beschließt, Cem zu seinem Vater in die Türkei zurückzuschicken, um den Ruf der Familie wiederherzustellen, flieht Umay erneut und bricht alle Brücken hinter sich ab. Umay verliebt sich in Stipe und baut für Cem und sich ein neues Leben auf. Als sie versucht, sich wieder mit ihrer Familie zu versöhnen, erkennt sie nicht, dass es bereits zu spät dafür ist …

Feo Aladag: „Viele Bürger Deutschlands mit türkischen Wurzeln hadern zu Recht mit ihrer Identität. Sie fühlen sich hier als Türken, die nicht gewollt sind, und in der Türkei als Deutsche. Ehrverbrechen sind auch in diesem Teil unserer Gesellschaft die Ausnahme, die schlimmstmögliche Katastrophe. Meines Erachtens ist eine der Ursachen für die Rückbesinnung auf traditionelle Werte, gerade in der jüngeren Generation, die gesellschaftliche Ablehnung durch die Mehrheitsgesellschaft. DIE FREMDE ist somit kein repräsentatives Porträt einer gesellschaftlichen Gruppe und auch keine Lebensanleitung. Der Film soll eine Möglichkeit spürbar machen. Darin liegt die eigentliche Hoffnung dieser Geschichte.“

ΑΚΑΔΗΜΊΑ ΠΛΆΤΩΝΟΣ – AKADIMIA PLATONOS
Ein etwas heruntergekommenes Stadtviertel in Athen: Der alternde und von seiner Frau verlassene Kioskbesitzer Stavros hängt den ganzen Tag mit seinen Freunden an seinem Kiosk herum und lästert über Albaner und Chinesen. Zu Hause muss er sich um seine senile Mutter kümmern. Die hat ausgerechnet einen Albaner bei sich aufgenommen, den sie für ihren verlorenen Sohn hält und mit dem sie fließend Albanisch spricht. Stavros schmeißt ihn zwar sofort raus, doch sein Selbstbild ist schwer erschüttert.

Humor entspringt der Verzweiflung in dieser griechischen Komödie über einen apathischen Fremdenfeind, der sich plötzlich mit seinen albanischen Wurzeln konfrontiert sieht.

Diesen Schock verträgt der alternde Kioskbesitzer Stavros (Antonis Kafetzopoulos) nicht. Er wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, dass sein Weltbild zusammenbricht. Dabei weiß der schlaflose Melancholiker längst, dass sein Leben verpfuscht ist: Verlassen von seiner Frau Dina pflegt er seine trübsinnige, senile Mutter (wundervoll: Titika Saringouli), mit der er in einer kleinen Wohnung über seinem Laden haust in einem schäbigen, baufälligen Straßenzug Athens. Das Viertel heißt ausgerechnet “Akadimia Platonos” (übersetzt Platons Akademie), so der bitter-ironische Originaltitel. Stavros und seine Kumpels bilden ein Quartett abgewirtschafteter Verlierer, sitzen jeden Tag vor dem Laden herum und geben sich Ressentiments hin. Sie wähnen sich als stolze Griechen und pflegen ihre Abneigung gegenüber Albanern und Chinesen, die vor ihrer Nase um die Wette arbeiten.

ILLÉGAL
Tanja und ihr 14-jähriger Sohn Iwan sind illegale Einwanderer aus Russland, die seit acht Jahren in Belgien leben. Tanja lebt in ständiger Angst vor einer Polizeikontrolle, bis sie eines Tages festgenommen wird und Mutter und Sohn getrennt werden. Sie tut alles in ihrer Macht stehende, um ihren Sohn wiederzufinden, auch wenn ihr jederzeit Abschiebung droht.

Der Regisseur von Illégal, Olivier Masset-Depasse, sagt: “Der LUX-Preis ist für mich eine wunderbare Möglichkeit, um die europaweite Verbreitung von Filmen zu fördern. Was ist ein Film, der nicht gesehen wird? Daher ist der Preis eine echte Chance für Illegal, denn ich denke, was ich in diesem Film zeige, trifft auf viele europäische Länder zu. Ich hoffe, eine europaweite Debatte auszulösen. Der LUX-Preis wäre ein exzellenter Ausgangspunkt, um den Film möglich weit zu verbreiten.”

Illégal ist eine Luxemburger Koproduktion. Der Film wurde, zusammen mit der Produktionsfirma Iris zu großen Teilen in Luxemburg gedreht. Vorbei schauen lohnt sich also auf jeden Fall.

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SOURCE: http://www.cinesura.com

Das Kino im Zentrum des europäischen Kulturmodells. Es ist ein Medium, das der größten Zahl von Menschen aller Altersklassen zugänglich ist. Als Verbindung von Ton und Bild ermöglicht es das Universum der Gefühle jedes Einzelnen anzusprechen.

Das europäische Kino wird alljährlich seit 2007 vom Europäischen Parlament geehrt, das den LUX-Preis in Anlehnung an die Einheit für die Beleuchtungsstärke Lux verleiht. Dieser Preis besteht in einer Sachleistung, um insbesondere den prämierten Film mit Untertiteln in den 23 Amtssprachen der Europäischen Union zu versehen.

Das Ziel des LUX-Preises des Europäischen Parlaments für das Kino ist zweierlei: eine sinnvolle öffentliche Debatte über die Zukunft Europas durch die artistische Qualität des Films und die Originalität seines Drehbuchs in Gang zu bringen und die Verbreitung europäischer Filme zu fördern, um das kinematografische und kulturelle Erbe in Europa zu bereichern.

Zusammen mit dem Informationsbüro des Europäischen Parlaments in Luxembourg, dem Trifolion und der Gemeinde Echternach bringen wir das erste europäische Filmfestival nach Echternach.

Le Silence de Lorna, Auf der Anderen Seite, Sturm und Eastern Plays werden jeweils von Gesprächen mit luxemburger Europaabgeordneten begleitet. Das ist Ihre Chance auf Fragen und Antworten rund um europäische Themen.

Das Programm
BELLE TOUJOURS
Freitag, 8. Oktober – 18:30 Uhr – Trifolion Echternach
Donnerstag 14. Oktober – 20:00 Uhr – Ciné Sura

Ein melancholischer Spielfilm mit Michel Piccoli in einer wunderbaren Altersrolle. Er setzt die Geschichte von “Belle de jour” fort, indem er 38 Jahre später die beiden Hauptfiguren des Buñuel-Klassikers erneut aufeinander treffen lässt.

38 Jahre ist es her, seit Henri Husson und Séverine Serizy sich zum letzten Mal sahen. Henri hatte seinem Freund Pierre Serizy berichtet, dass seine Frau als “Belle de jour” ein Doppelleben als Prostituierte in einem Freudenhaus führte. Nun begegnet er ihr während eines Konzerts in Paris wieder – und sofort ist er fasziniert von ihr und kann es kaum erwarten, sie zu sprechen. Séverine dagegen reagiert eher bestürzt, als sie Husson erkennt. Er folgt ihr durch die Straßen und bittet sie um ein Gespräch bei einem Abendessen. Séverine weicht zunächst aus, doch dann geht sie auf seine Einladung ein. Es wird ein Treffen, das von langem Schweigen geprägt ist, und in dem klar wird, dass beide ein völlig verschiedenes Verständnis des Vergangenen haben. Niemals wird Husson verstehen, was damals passiert ist. Und dann präsentiert er Séverine ein Geschenk: eine Schachtel, die jener ähnelt, die Séverine einst von einem Freier geschenkt bekam und dessen unbekannter Inhalt sie schon damals faszinierte.

LE SILENCE DE LORNA
Sonntag 17. Oktober – 17:45 Uhr – Ciné Sura
Donnerstag 21. Oktober – 20:00 Uhr – Ciné Sura

Am 17. Oktober findet zum Film ein Rundtischgespräch mit dem Europaabgeordneten Georges Bach statt.

Um die belgische Staatsbürgerschaft zu erlangen, geht die Albanerin Lorna eine Scheinehe mit einem Junkie ein, eingefädelt von Mittelsmann Fabio, einem Taxifahrer. Der will danach aber den Junkie mit einer Überdosis aus dem Weg schaffen, damit Lorna einen russischen Gangster heiratet und beide kräftig abkassieren; schließlich will sie wiederum mit ihrem albanischen Freund Solko eine Snack-Bar eröffnen. Aber Fabio hat nicht mit Lornas Gewissen gerechnet…

Die Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne haben schon mehrmals die menschlichen Abgründe ausgelotet und sehr genau hingeschaut, wie es um die Moral von Menschen bestellt ist. In ihrem Film “L’Enfant” (The Child) von 2005 beobachteten sie einen jungen Kleinkriminellen unter ihrem Mikroskop. Der verkaufte einfach das neugeborene Kind seiner Freundin, um Schulden zu begleichen.

OBCAN HAVEL
Sonntag 31. Oktober – 17:45 Uhr – Ciné Sura
Donnerstag 04. November – 20:00 Uhr – Ciné Sura

Nach der 992 erfolgten Teilung der Tschechoslowakei wurde der frühere Dissident und Anführer der ‘Samtenen Revolution‘, der Dramatiker und Essayist Václav Havel erster Präsident eines neuen Landes: der Tschechischen Republik. Ein früherer Staatsfeind bekam vom Volk das Mandat, den Staat und seine Institutionen umzugestalten. Da so etwas nicht alle Tage geschieht, erlaubte Havel seinem langjährigen Freund, dem Filmemacher Pavel Koutecký, ihn von seinem ersten Tag im Amt an so oft wie möglich zu begleiten und zu beobachten: auf der Prager Burg, dem Hradschin, und auf der ganzen Welt.
Das Ergebnis ist OBČAN HAVEL, ein abendfüllender Dokumentarfilm mit nie gesehenen Bildern, der einen direkten Blick auf diesen Mann wirft, den es unversehens ins Rampenlicht der internationalen Politik verschlagen hat.
Nach der 1992 erfolgten Teilung der Tschechoslowakei wurde der frühere Dissident und Anführer der ‘Samtenen Revolution‘, der Dramatiker und Essayist Václav Havel erster Präsident eines neuen Landes: der Tschechischen Republik. Ein früherer Staatsfeind bekam vom Volk das Mandat, den Staat und seine Institutionen umzugestalten. Da so etwas nicht alle Tage geschieht, erlaubte Havel seinem langjährigen Freund, dem Filmemacher Pavel Koutecký, ihn von seinem ersten Tag im Amt an so oft wie möglich zu begleiten und zu beobachten: auf der Prager Burg, dem Hradschin, und auf der ganzen Welt. Das Ergebnis ist OBČAN HAVEL, ein abendfüllender Dokumentarfilm mit nie gesehenen Bildern, der einen direkten Blick auf diesen Mann wirft, den es unversehens ins Rampenlicht der internationalen Politik verschlagen hat.

AUF DER ANDEREN SEITE
Sonntag 7. November – 17:45 Uhr – Ciné Sura
Donnerstag 11. Oktober – 20:00 Uhr – Ciné Sura

Am 7. November findet zum Film ein Rundtischgespräch mit dem Europaabgeordneten Charles Goerens statt.

Fatih Akins Film ist der zweite Teil einer Trilogie mit dem Titel “Liebe, Tod und Teufel”, deren erster Teil Gegen die Wand auf der Berlinale 2004 den Goldenen Bären gewann. In Auf der anderen Seite geht es um das Thema Tod; die Erzählweise ist ruhig und nachdenklich. Der Ensemblefilm erzählt von einer Reihe von Menschen aus Deutschland und der Türkei, die sich nicht kennen, deren Lebenswege sich jedoch schicksalhaft kreuzen. Charlotte, Ende 20, verliebt sich in die gleichaltrige Ayten Öztürk, eine politische Aktivistin, die sich illegal in Deutschland aufhält. Charlottes Mutter Susanne jedoch, eine vereinsamte Alt-68erin, hat andere Pläne für ihre Tochter. Nejat Aksu ist Anfang 40 und Deutschlands erster und einziger türkischstämmiger Germanistik-Professor. Eines Tages überredet sein Vater Ali die Türkin Yeter, bei ihm einzuziehen. Yeter arbeitet als Prostituierte, um ihrer in Istanbul geglaubten Tochter Ayten das Studium zu finanzieren. Als Yeter plötzlich stirbt, macht sich Nejat auf den Weg in die Türkei, um Ayten zu suchen, die jedoch in der Zwischenzeit entdeckt und in die Türkei zurück geschickt wird. So macht sich auch Charlotte auf die Suche.

4 LUNI, 3 SAPTAMÂNI SI 2 ZILE
Sonntag 14. November – 17:45 Uhr – Ciné Sura
Donnerstag 18. November – 20:00 Uhr – Ciné Sura

Der Film spielt im Jahre 1987 in einer rumänischen Kleinstadt unter dem Ceausescu-Regime.

Ein Mädcheninternat zur Examenszeit. Die blonde Otilia und die brünette Gabita teilen sich ein Zimmer. Während die eine sorgfältig ihren Koffer packt, sucht die andere auf dem Schwarzmarkt nach Seife oder einem Päckchen amerikanische Zigaretten als wichtigem Tauschobjekt, um sich den einen oder anderen Wunsch zu erfüllen.

Eine heimliche Komplizenschaft scheint die beiden Mädchen miteinander zu verbinden. Gemeinsam machen sie sich auf, in einer menschenfeindlichen Umwelt, die auf Lügen, Denunziation und Korruption beruht, eine schwere Probe zu bestehen. Otilia beweist ein Höchstmaß an Selbstverleugnung und opfert sogar sich selbst, um ihrer Freundin zu helfen. Diese grandiose Geschichte einer Freundschaft, in der Form eines echten Thrillers erzählt, lässt uns eintauchen in die dunkelsten Jahre eines kollabierenden Regimes. Der Überlebensdrang dieser beiden jungen Mädchen verkörpert den Überlebenswillen eines ganzen Landes.

WELCOME
Sonntag 21. November – 17:45 Uhr – Ciné Sura
Donnerstag 25. November – 20:00 Uhr – Ciné Sura

Bilal ist 17 und stammt aus dem Irak. Er hat sein Land verlassen, nachdem seine Freundin kurz zuvor nach England emigriert ist. Um sie wiederzusehen, hat Bilal auf abenteuerlichen Wegen ganz Europa durchquert. Doch nun kommt seine Reise an ihr abruptes Ende. Bilal hat die Nordküste Frankreichs erreicht. Hier geht es für ihn nicht weiter. Bilal und seine Freundin Mina trennt nun, mitten in der kalten Jahreszeit, der von starkem Nord west wind aufgewühlte Ärmelkanal. Bilal ist in Calais gestrandet. 32 Kilometer trennen ihn von der nächstgelegenen englischen Stadt. Doch dass der Ärmelkanal, mit 500 Schiffen am Tag eine der meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt, auch ohne Kapitäns patent zu überwinden ist, haben kühne Kanalschwimmer seit dem Jahre 1875 immer wieder bewiesen.

Wird dies auch Bilal gelingen? Kurz entschlossen sucht der Junge das örtliche Schwimm bad auf, um das Schwimmen zu trainieren. Hier lernt er den Schwimm meister Simon kennen, dem er schließlich von seinen Absichten berichtet. Simon freundet sich mit Bilal an: Heimlich unterrichtet er den jungen Kurden im Kraulen… Neben dem Schwimmsport steht das Leben illegaler Emigranten in Frankreich im Mittelpunkt des Films. Für viele ist dies eine fremde Welt. Philippe Lioret: „Und dennoch so nah. Da ist es gut, im Kino das Land, in dem man lebt, unter einem Aspekt zu entdecken, von dem man keine Ahnung hat.“

STURM
Sonntag 28. November – 17:45 Uhr – Ciné Sura
Donnerstag 02. Dezember – 20:00 Uhr – Ciné Sura

Am 28. November findet zum Film ein Rundtischgespräch mit dem Europaabgeordneten Frank Engel statt.

Hannah Maynard ist Anklägerin am Kriegsverbrechertribunal in Den Haag und führt einen Prozess gegen Goran Duric, einen ehemaligen Befehlshaber der jugoslawischen Volksarmee. Ihm wird vorgeworfen, für die Deportation und den späteren Tod bosnisch-muslimischer Zivilisten in Kasmaj, einer Kleinstadt in der heutigen Republika Srpska, verantwortlich zu sein. Als sich ein wichtiger Augenzeuge bei seiner Aussage in Widersprüche verstrickt, schickt das Gericht eine Delegation nach Bosnien, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Die Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen erhärten sich, allem Anschein nach sagt er nicht die Wahrheit. Kurz darauf findet man seine Leiche; er hat sich in seinem Hotelzimmer das Leben genommen.

Hannah gibt den Fall noch nicht verloren. In der Hoffnung, neue Erkenntnisse zu ge- winnen, reist sie zur Beerdigung des Zeugen nach Sarajevo und trifft dort auf dessen Schwester Mira. Schon bald gewinnt Hannah den Eindruck, dass die junge Frau viel mehr über den Angeklagten zu sagen hat als sie zunächst zugeben möchte.

Obwohl Mira Angst hat, sich der Vergangenheit zu stellen und damit ihre ahnungslose Familie zu gefährden, mit der sie sich in Deutschland ein neues Leben aufgebaut hat, liefert sie schließlich den entscheidenden Hinweis für Durics Verbrechen und erklärt sich bereit, ihre Aussage vor dem Tribunal in Den Haag zu wiederholen.

Unmittelbar vor der entscheidenden Verhandlung versuchen Durics Verteidiger, Miras Zulassung als Zeugin abzuwenden – und finden mit ihrem Anliegen unerwartet Unterstützung von Seiten der Richterschaft. Hannah begreift, dass ihre Gegner nicht nur auf der Anklagebank, sondern auch in den eigenen Reihen zu finden sind. Im Spannungsfeld zwischen dem politischen Interesse der Vereinten Nationen und ihrem eigenen Anspruch auf Unabhängigkeit kämpft Hannah gegen die Schattenseiten von Recht und Gerechtigkeit.

EASTERN PLAYS
Sonntag 05. Dezember – 17:45 Uhr – Ciné Sura
Dienstag 07. Dezember – 20:00 Uhr – Ciné Sura (!)

Am 5. Dezember findet zum Film ein Rundtischgespräch mit dem Europaabgeordneten Claude Turmes statt.

Die Brüder Itso und Georgi haben sich seit ewigen Zeiten nicht mehr gesehen und plötzlich stehen sie sich unverhofft gegenüber.

Georgi als Teil einer Gruppe Neonazis, die eine türkische Familie verprügeln und der drogensüchtige Künstler Itso als deren Retter. Der Vorfall lässt beide an ihrem bisherigen Dasein zweifeln.

Itso hofft endlich seinem miserablen Dasein in Sofia entfliehen zu können, während Georgi Zweifel an seinen politischen Überzeugungen kommen.

Die Finalisten 2010
Folgende 3 Filme sind in der Endauswahl für den LUX Preis 2010. Zum Abschluss der Reihe spielen wir den Gewinnerfilm des diesjährigen LUX Preis im Sura.

DIE FREMDE
„Hör auf zu träumen!“, sagt die Mutter zu ihrer 25-jährigen Tochter Umay, als diese mit ihrem kleinen Sohn Cem in Berlin vor der Wohnungstür ihrer Eltern steht. Umay ist aus einem unglücklichen Eheleben in Istanbul ausgebrochen und will zurück in Berlin ein selbstbestimmtes Leben führen. Sie weiß, dass sie ihren Eltern und Geschwistern damit viel zumutet, hofft aber, dass die liebevolle Verbundenheit stärker ist als alle gesellschaftlichen Zwänge. Doch schon bald erkennt sie, dass ihre Familie die Konventionen nicht einfach über Bord werfen kann und an der Herausforderung zu zerbrechen droht. Als die Familie beschließt, Cem zu seinem Vater in die Türkei zurückzuschicken, um den Ruf der Familie wiederherzustellen, flieht Umay erneut und bricht alle Brücken hinter sich ab. Umay verliebt sich in Stipe und baut für Cem und sich ein neues Leben auf. Als sie versucht, sich wieder mit ihrer Familie zu versöhnen, erkennt sie nicht, dass es bereits zu spät dafür ist …

Feo Aladag: „Viele Bürger Deutschlands mit türkischen Wurzeln hadern zu Recht mit ihrer Identität. Sie fühlen sich hier als Türken, die nicht gewollt sind, und in der Türkei als Deutsche. Ehrverbrechen sind auch in diesem Teil unserer Gesellschaft die Ausnahme, die schlimmstmögliche Katastrophe. Meines Erachtens ist eine der Ursachen für die Rückbesinnung auf traditionelle Werte, gerade in der jüngeren Generation, die gesellschaftliche Ablehnung durch die Mehrheitsgesellschaft. DIE FREMDE ist somit kein repräsentatives Porträt einer gesellschaftlichen Gruppe und auch keine Lebensanleitung. Der Film soll eine Möglichkeit spürbar machen. Darin liegt die eigentliche Hoffnung dieser Geschichte.“

ΑΚΑΔΗΜΊΑ ΠΛΆΤΩΝΟΣ – AKADIMIA PLATONOS
Ein etwas heruntergekommenes Stadtviertel in Athen: Der alternde und von seiner Frau verlassene Kioskbesitzer Stavros hängt den ganzen Tag mit seinen Freunden an seinem Kiosk herum und lästert über Albaner und Chinesen. Zu Hause muss er sich um seine senile Mutter kümmern. Die hat ausgerechnet einen Albaner bei sich aufgenommen, den sie für ihren verlorenen Sohn hält und mit dem sie fließend Albanisch spricht. Stavros schmeißt ihn zwar sofort raus, doch sein Selbstbild ist schwer erschüttert.

Humor entspringt der Verzweiflung in dieser griechischen Komödie über einen apathischen Fremdenfeind, der sich plötzlich mit seinen albanischen Wurzeln konfrontiert sieht.

Diesen Schock verträgt der alternde Kioskbesitzer Stavros (Antonis Kafetzopoulos) nicht. Er wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, dass sein Weltbild zusammenbricht. Dabei weiß der schlaflose Melancholiker längst, dass sein Leben verpfuscht ist: Verlassen von seiner Frau Dina pflegt er seine trübsinnige, senile Mutter (wundervoll: Titika Saringouli), mit der er in einer kleinen Wohnung über seinem Laden haust in einem schäbigen, baufälligen Straßenzug Athens. Das Viertel heißt ausgerechnet “Akadimia Platonos” (übersetzt Platons Akademie), so der bitter-ironische Originaltitel. Stavros und seine Kumpels bilden ein Quartett abgewirtschafteter Verlierer, sitzen jeden Tag vor dem Laden herum und geben sich Ressentiments hin. Sie wähnen sich als stolze Griechen und pflegen ihre Abneigung gegenüber Albanern und Chinesen, die vor ihrer Nase um die Wette arbeiten.

ILLÉGAL
Tanja und ihr 14-jähriger Sohn Iwan sind illegale Einwanderer aus Russland, die seit acht Jahren in Belgien leben. Tanja lebt in ständiger Angst vor einer Polizeikontrolle, bis sie eines Tages festgenommen wird und Mutter und Sohn getrennt werden. Sie tut alles in ihrer Macht stehende, um ihren Sohn wiederzufinden, auch wenn ihr jederzeit Abschiebung droht.

Der Regisseur von Illégal, Olivier Masset-Depasse, sagt: “Der LUX-Preis ist für mich eine wunderbare Möglichkeit, um die europaweite Verbreitung von Filmen zu fördern. Was ist ein Film, der nicht gesehen wird? Daher ist der Preis eine echte Chance für Illegal, denn ich denke, was ich in diesem Film zeige, trifft auf viele europäische Länder zu. Ich hoffe, eine europaweite Debatte auszulösen. Der LUX-Preis wäre ein exzellenter Ausgangspunkt, um den Film möglich weit zu verbreiten.”

Illégal ist eine Luxemburger Koproduktion. Der Film wurde, zusammen mit der Produktionsfirma Iris zu großen Teilen in Luxemburg gedreht. Vorbei schauen lohnt sich also auf jeden Fall.

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