Oct 27 2010

Luxemburger Flair in Berlin

Published by at 10:15 under Articles,Festival

SOURCE: http://www.tageblatt.lu/

Martine Schommer ist Luxemburger Botschafterin in Berlin. Mit ihrer Kulturbeauftragten Ann Muller und der Unterstützung des gesamten Teams hat sie die Luxemburger Filmwoche organisiert. Das „Tageblatt“ sprach mit ihr über Sinn und Zweck der Promotion Luxemburger Kultur in Berlin.

Janina Strötgen
Tageblatt: Warum ist es wichtig, Luxemburger Kultur in Berlin zu promoten?
Martine Schommer: „Wir möchten zeigen, dass Luxemburg viele Facetten hat. Neben einem erfolgreichen Finanzplatz und der Stahlindustrie hat Luxemburg eine sehr lebendige Kulturszene. Doch das wissen hier in Berlin die Wenigsten.“

„T“: Haben Sie deshalb auch die Serie „Luxemburg ist …“ ins Leben gerufen?
M.S.: „Ja. Unsere Aufgabe als Botschaft ist es, zu zeigen, wie reich Luxemburg an kulturellen Projekten ist. Letztes Jahr haben wir diese einwöchige Serie mit ’Luxemburg ist Literatur’ begonnen, dieses Jahr stand die Woche unter dem Motto ’Luxemburg ist Film’ und auch für nächstes Jahr haben wir schon etwas vor, aber welchen Bereich wir dann in den Vordergrund stellen, möchte ich noch nicht verraten. ’Luxemburg ist …’ soll die Leute hier überraschen, deshalb geben wir uns auch große Mühe bei der grafischen Gestaltung dieser Serie. Die Flyer, die überall in Berlin ausliegen, sollen dazu führen, dass die Leute hier denken: ’Aha, schon wieder die Luxemburger, was haben die denn jetzt wieder vor?‘ Zuerst möchten wir erstaunen, dann die Aufmerksamkeit auf Luxemburger Kultur ziehen und dann dazu beitragen, dass sich die Menschen weiter mit unserer Kultur beschäftigen.“

„T“: Warum haben Sie die Luxemburger Filmwoche in Berlin nicht während der Berlinale veranstaltet, wenn sowieso viele Filmschaffende in der deutschen Hauptstadt sind?
M.S.: „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, die Filmwoche nicht während der Berlinale zu veranstalten. Die Leute haben jetzt mehr Zeit, sich wirklich mit dem Luxemburger Film zu beschäftigen. Während der Berlinale sind alle so unter Stress, dass wir bei all dem Angebot leicht untergehen. Jetzt im Oktober haben sowohl das Publikum als auch die Professionellen mehr Zeit dazu, Filme zu genießen und sich auszutauschen.“

„T“ Nach welchen Kriterien haben Sie die Kinos in Berlin ausgewählt, in denen Sie die Luxemburger Filme gezeigt haben?
M.S.: „Wir haben versucht, Kinos zu finden, die auf eine Art von Film spezialisiert sind und so perfekt zu dem von uns aufgestellten Programm passen. Das Kino ’Eiszeit‘ in Kreuzberg zum Beispiel ist bekannt für sein junges Publikum. Deshalb haben wir auch dort den jungen Film aus Luxemburg gezeigt. Das Kino ’International‘, in dem wir am Montag die Deutschland-Premiere von ’House of Boys’ gezeigt haben, war genau der richtige Ort dafür. Der Saal war ausverkauft, am Ende gab es ’standing ovation‘, die beiden Hauptdarsteller und auch der Regisseur Jean-Claude Schlim waren anwesend, um dem Publikum danach Fragen zu beantworten. Der Abend war ein voller Erfolg.“

„T“: Welche konkreten Ergebnisse erhoffen Sie sich?
M.S.: „Natürlich ist unser Ziel, dass Luxemburger Filmschaffende Kontakte knüpfen können und eventuell Zusammenarbeiten entstehen. Beim Produzentenessen, in der Botschaft am Dienstag, hatten die rund 60 anwesenden, deutschen und luxemburgischen Produzenten Zeit, sich auszutauschen. Die Deutschen waren sehr erstaunt, welche Möglichkeiten der luxemburgische Film doch hat, und die Luxemburger haben sich gefreut, sich mit Kollegen, die sie auf der Berlinale vielleicht einmal kurz gesehen haben, länger zu unterhalten.“

„T“: Was war Ihr persönliches Highlight der Woche?
M.S.: Es geht ja nicht um mich und auch nicht um die Botschaft. Sondern es geht darum, dass die Luxemburger Filmschaffenden am Ende sagen, dass die Woche sich gelohnt hat. Und das haben sie gesagt. Und diese Aussage ist dann mein Highlight.“

„T“: Wieviele Leute haben bei der Organisation der Filmwoche mitgearbeitet?
M.S.: „Alle haben mitgearbeitet, alle sieben Mitarbeiter der Botschaft und der Fahrer und der Koch. Der Koch war sehr wichtig, er hat das Catering für die gesamte Woche organisiert und so mit Luxemburger Spezialitäten und Luxemburger Wein der ganzen Woche einen besonderen Luxemburger Flair gegeben.“

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SOURCE: http://www.tageblatt.lu/

Martine Schommer ist Luxemburger Botschafterin in Berlin. Mit ihrer Kulturbeauftragten Ann Muller und der Unterstützung des gesamten Teams hat sie die Luxemburger Filmwoche organisiert. Das „Tageblatt“ sprach mit ihr über Sinn und Zweck der Promotion Luxemburger Kultur in Berlin.

Janina Strötgen
Tageblatt: Warum ist es wichtig, Luxemburger Kultur in Berlin zu promoten?
Martine Schommer: „Wir möchten zeigen, dass Luxemburg viele Facetten hat. Neben einem erfolgreichen Finanzplatz und der Stahlindustrie hat Luxemburg eine sehr lebendige Kulturszene. Doch das wissen hier in Berlin die Wenigsten.“

„T“: Haben Sie deshalb auch die Serie „Luxemburg ist …“ ins Leben gerufen?
M.S.: „Ja. Unsere Aufgabe als Botschaft ist es, zu zeigen, wie reich Luxemburg an kulturellen Projekten ist. Letztes Jahr haben wir diese einwöchige Serie mit ’Luxemburg ist Literatur’ begonnen, dieses Jahr stand die Woche unter dem Motto ’Luxemburg ist Film’ und auch für nächstes Jahr haben wir schon etwas vor, aber welchen Bereich wir dann in den Vordergrund stellen, möchte ich noch nicht verraten. ’Luxemburg ist …’ soll die Leute hier überraschen, deshalb geben wir uns auch große Mühe bei der grafischen Gestaltung dieser Serie. Die Flyer, die überall in Berlin ausliegen, sollen dazu führen, dass die Leute hier denken: ’Aha, schon wieder die Luxemburger, was haben die denn jetzt wieder vor?‘ Zuerst möchten wir erstaunen, dann die Aufmerksamkeit auf Luxemburger Kultur ziehen und dann dazu beitragen, dass sich die Menschen weiter mit unserer Kultur beschäftigen.“

„T“: Warum haben Sie die Luxemburger Filmwoche in Berlin nicht während der Berlinale veranstaltet, wenn sowieso viele Filmschaffende in der deutschen Hauptstadt sind?
M.S.: „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, die Filmwoche nicht während der Berlinale zu veranstalten. Die Leute haben jetzt mehr Zeit, sich wirklich mit dem Luxemburger Film zu beschäftigen. Während der Berlinale sind alle so unter Stress, dass wir bei all dem Angebot leicht untergehen. Jetzt im Oktober haben sowohl das Publikum als auch die Professionellen mehr Zeit dazu, Filme zu genießen und sich auszutauschen.“

„T“ Nach welchen Kriterien haben Sie die Kinos in Berlin ausgewählt, in denen Sie die Luxemburger Filme gezeigt haben?
M.S.: „Wir haben versucht, Kinos zu finden, die auf eine Art von Film spezialisiert sind und so perfekt zu dem von uns aufgestellten Programm passen. Das Kino ’Eiszeit‘ in Kreuzberg zum Beispiel ist bekannt für sein junges Publikum. Deshalb haben wir auch dort den jungen Film aus Luxemburg gezeigt. Das Kino ’International‘, in dem wir am Montag die Deutschland-Premiere von ’House of Boys’ gezeigt haben, war genau der richtige Ort dafür. Der Saal war ausverkauft, am Ende gab es ’standing ovation‘, die beiden Hauptdarsteller und auch der Regisseur Jean-Claude Schlim waren anwesend, um dem Publikum danach Fragen zu beantworten. Der Abend war ein voller Erfolg.“

„T“: Welche konkreten Ergebnisse erhoffen Sie sich?
M.S.: „Natürlich ist unser Ziel, dass Luxemburger Filmschaffende Kontakte knüpfen können und eventuell Zusammenarbeiten entstehen. Beim Produzentenessen, in der Botschaft am Dienstag, hatten die rund 60 anwesenden, deutschen und luxemburgischen Produzenten Zeit, sich auszutauschen. Die Deutschen waren sehr erstaunt, welche Möglichkeiten der luxemburgische Film doch hat, und die Luxemburger haben sich gefreut, sich mit Kollegen, die sie auf der Berlinale vielleicht einmal kurz gesehen haben, länger zu unterhalten.“

„T“: Was war Ihr persönliches Highlight der Woche?
M.S.: Es geht ja nicht um mich und auch nicht um die Botschaft. Sondern es geht darum, dass die Luxemburger Filmschaffenden am Ende sagen, dass die Woche sich gelohnt hat. Und das haben sie gesagt. Und diese Aussage ist dann mein Highlight.“

„T“: Wieviele Leute haben bei der Organisation der Filmwoche mitgearbeitet?
M.S.: „Alle haben mitgearbeitet, alle sieben Mitarbeiter der Botschaft und der Fahrer und der Koch. Der Koch war sehr wichtig, er hat das Catering für die gesamte Woche organisiert und so mit Luxemburger Spezialitäten und Luxemburger Wein der ganzen Woche einen besonderen Luxemburger Flair gegeben.“

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