Feb 12 2009

Luxemburger in Berlin

Published by at 11:50 under Festival,Industry

SOURCE: www.wort.lu

Internationale Filmfestspiele Berlin
Alte Freunde und Bekannte
Von Susanne Wahl (dpa)

Die Luxemburger Filmbranche ist auf der Berlinale präsent. Auch wenn dieses Jahr kein Film mit luxemburgischer Beteiligung in einer der offiziellen Festivalsektionen läuft, sind Produzenten und Schauspieler vor Ort, um Kontakte zu pflegen.

Der Empfang der luxemburgischen Botschafterin Martine Schommer und des „Film Fund“ anlässlich der Filmfestspiele bot den Luxemburger Filmschaffenden eine angenehme Auszeit vom „Networking“, das ansonsten den Tagesablauf auf einem Filmfestival bestimmt.

Wer etwas zu verkaufen hat oder einen Geschäftspartner sucht, der nutzt vor allem das erste Wochenende der Berlinale, um ein Projekt weiterzubringen. Der direkte Kontakt ist auch in Zeiten der elektronischen Kommunikation immer noch wichtig.

Ein Filmfestival ist so etwas wie ein jährliches Klassentreffen, wo Bekanntschaften vertieft, Geschäftsbeziehungen eingefädelt und der eigene Marktwert getestet wird.

So verabredet sich Pol Thiltges von PTD mit seinen französischen Partnern von Babefilms, mit denen er den Film „Nous Trois“ mit Emmanuelle Béart ab März in Luxemburg drehen wird. Für die bereits fertiggestellte Produktion „Räuberinnen“ sucht er ausländische Verleiher.

Jani Thiltges und Claude Waringo von Samsa Film führen Gespräche mit ihrem deutschen Koproduzenten. Im April wird die erste Klappe für den Film „Quartier lointain“ fallen. Andere Projekte mit deutschen Produktionsfirmen sind in Vorbereitung, wie das Projekt „Moebius“ mit William Hurt.

Auch der Nachwuchs unter den luxemburgischen Produzenten ist vor Ort. Bernard Michaux von Lucil Film sondiert das Terrain für mögliche Koproduktionen und führt Gespräche mit Autoren. Auch Donato Rotunno von Tarantula pflegt seine Kontakte auf der Berlinale. Die Vorbereitungsphase für einen Film ist lang. Bis ein Film wirklich gedreht wird, sind etliche Ideen und Möglichkeiten durchgesponnen worden – und die meisten davon wieder im Papierkorb gelandet.

Filmgrößen und Nachwuchs

Die Filmproduktion scheint bislang noch nicht von der Finanzkrise betroffen, wie am Rande des Filmmarkts der Berlinale zu erfahren ist, da die Verträge und damit die Finanzierung vor dem Bankenzusammenbruch in trockenen Tüchern waren. Auf das Verleihgeschäft hat die aktuelle Wirtschaftskrise jedoch bereits Auswirkungen. So sind Verträge mit Verleihern aus Osteuropa Makulatur. Auch Mindestgarantien und Kredite seien derzeit schwierig zu bekommen.

Laura Schröder aus Luxemburg und Narayan Van Maele, der zurzeit in Irland lebt, besuchen den Talentcampus der Berlinale. Hier trifft der Filmnachwuchs auf arrivierte Filmgrößen wie Stephen Frears und Bertrand Tavernier, die im diesjährigen Wettbewerb vertreten sind. Für Laura Schröder, die bereits eine Ausbildung an einer Filmhochschule erfolgreich abgeschlossen hat, bietet der Talentcampus eine zusätzliche Plattform, um Erfahrungen zu sammeln.

Für Max Thömmes sind die Märkte der Eitelkeiten auf der Berlinale noch Neuland. Der 21-Jährige aus dem Norden Luxemburgs besucht seit vergangenem September die renommierte Schauspielschule Ernst Busch in Berlin.

Und auch Desirée Nosbusch ist während der Filmfestspiele in Berlin, wenn auch eher zufällig für einen PR-Termin für einen Fernsehfilm, und nutzt die Gelegenheit, alte Freunde und Kollegen zu treffen. Nur die einzige Luxemburgerin, die in diesem Jahr in einer offiziellen Sektion der Berlinale vertreten ist, fehlte auf dem Empfang in der Botschaft. Lea Linster kochte am selben Abend im „Kulinarischen Kino“, wo zu Filmen rund ums Essen und edel gespeist wird.

„Sensationeller“ Besucherrekord

Bereits zur Halbzeit kann die Berlinale einen Besucherrekord verzeichnen. Zur Mitte des Festivals wurden 270 000 Karten verkauft, teilten die Internationalen Filmfestspiele Berlin mit. Das sei ein „sensationeller Rekord“ in der 59-jährigen Geschichte der Berlinale. Im vergangenen Jahr seien während der gesamten Berlinale 240 000 Karten verkauft worden. Erstmals wurde der Friedrichstadtpalast mit seinen 1 800 Plätzen genutzt, er ist das größte Festivalkino.

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Internationale Filmfestspiele Berlin
Alte Freunde und Bekannte
Von Susanne Wahl (dpa)

Die Luxemburger Filmbranche ist auf der Berlinale präsent. Auch wenn dieses Jahr kein Film mit luxemburgischer Beteiligung in einer der offiziellen Festivalsektionen läuft, sind Produzenten und Schauspieler vor Ort, um Kontakte zu pflegen.

Der Empfang der luxemburgischen Botschafterin Martine Schommer und des „Film Fund“ anlässlich der Filmfestspiele bot den Luxemburger Filmschaffenden eine angenehme Auszeit vom „Networking“, das ansonsten den Tagesablauf auf einem Filmfestival bestimmt.

Wer etwas zu verkaufen hat oder einen Geschäftspartner sucht, der nutzt vor allem das erste Wochenende der Berlinale, um ein Projekt weiterzubringen. Der direkte Kontakt ist auch in Zeiten der elektronischen Kommunikation immer noch wichtig.

Ein Filmfestival ist so etwas wie ein jährliches Klassentreffen, wo Bekanntschaften vertieft, Geschäftsbeziehungen eingefädelt und der eigene Marktwert getestet wird.

So verabredet sich Pol Thiltges von PTD mit seinen französischen Partnern von Babefilms, mit denen er den Film „Nous Trois“ mit Emmanuelle Béart ab März in Luxemburg drehen wird. Für die bereits fertiggestellte Produktion „Räuberinnen“ sucht er ausländische Verleiher.

Jani Thiltges und Claude Waringo von Samsa Film führen Gespräche mit ihrem deutschen Koproduzenten. Im April wird die erste Klappe für den Film „Quartier lointain“ fallen. Andere Projekte mit deutschen Produktionsfirmen sind in Vorbereitung, wie das Projekt „Moebius“ mit William Hurt.

Auch der Nachwuchs unter den luxemburgischen Produzenten ist vor Ort. Bernard Michaux von Lucil Film sondiert das Terrain für mögliche Koproduktionen und führt Gespräche mit Autoren. Auch Donato Rotunno von Tarantula pflegt seine Kontakte auf der Berlinale. Die Vorbereitungsphase für einen Film ist lang. Bis ein Film wirklich gedreht wird, sind etliche Ideen und Möglichkeiten durchgesponnen worden – und die meisten davon wieder im Papierkorb gelandet.

Filmgrößen und Nachwuchs

Die Filmproduktion scheint bislang noch nicht von der Finanzkrise betroffen, wie am Rande des Filmmarkts der Berlinale zu erfahren ist, da die Verträge und damit die Finanzierung vor dem Bankenzusammenbruch in trockenen Tüchern waren. Auf das Verleihgeschäft hat die aktuelle Wirtschaftskrise jedoch bereits Auswirkungen. So sind Verträge mit Verleihern aus Osteuropa Makulatur. Auch Mindestgarantien und Kredite seien derzeit schwierig zu bekommen.

Laura Schröder aus Luxemburg und Narayan Van Maele, der zurzeit in Irland lebt, besuchen den Talentcampus der Berlinale. Hier trifft der Filmnachwuchs auf arrivierte Filmgrößen wie Stephen Frears und Bertrand Tavernier, die im diesjährigen Wettbewerb vertreten sind. Für Laura Schröder, die bereits eine Ausbildung an einer Filmhochschule erfolgreich abgeschlossen hat, bietet der Talentcampus eine zusätzliche Plattform, um Erfahrungen zu sammeln.

Für Max Thömmes sind die Märkte der Eitelkeiten auf der Berlinale noch Neuland. Der 21-Jährige aus dem Norden Luxemburgs besucht seit vergangenem September die renommierte Schauspielschule Ernst Busch in Berlin.

Und auch Desirée Nosbusch ist während der Filmfestspiele in Berlin, wenn auch eher zufällig für einen PR-Termin für einen Fernsehfilm, und nutzt die Gelegenheit, alte Freunde und Kollegen zu treffen. Nur die einzige Luxemburgerin, die in diesem Jahr in einer offiziellen Sektion der Berlinale vertreten ist, fehlte auf dem Empfang in der Botschaft. Lea Linster kochte am selben Abend im „Kulinarischen Kino“, wo zu Filmen rund ums Essen und edel gespeist wird.

„Sensationeller“ Besucherrekord

Bereits zur Halbzeit kann die Berlinale einen Besucherrekord verzeichnen. Zur Mitte des Festivals wurden 270 000 Karten verkauft, teilten die Internationalen Filmfestspiele Berlin mit. Das sei ein „sensationeller Rekord“ in der 59-jährigen Geschichte der Berlinale. Im vergangenen Jahr seien während der gesamten Berlinale 240 000 Karten verkauft worden. Erstmals wurde der Friedrichstadtpalast mit seinen 1 800 Plätzen genutzt, er ist das größte Festivalkino.

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