Jul 28 2008

A notorious swindler arrives in Luxembourg

Published by at 08:21 under Industry

Filming on Swiss-German-Luxembourg co-production Der Fürsorger (“The Welfare Worker”) is scheduled to start on August 5 in the Grand Duchy. The film is the first theatrical feature of German-born TV director Lutz Konermann in years.

Written by Konermann and Felix Benesch, Der Fürsorger tells the true story of the rise and fall of notorious Swiss liar and swindler Hans-Peter Stalder.

In the late 1970s and the ‘80s, this “social worker” became rich by allowing over 200 people to use a bank account to transfer money from dubious origins. Over 11 million Swiss Francs (€6.75m) allowed Stalder a luxurious lifestyle that included two wives and many lovers.

Swiss actor of Dutch origins Roeland Wiesnekker (EdenBreakout [trailer]) will play Stalder. He will be joined by German actress Katharina Wackernagel (the upcoming Der Baader Meinhof Komplex), Swiss actress Johanna Bantzer (The Friend) and Luxembourg actors André Jung and Thierry van Werveke.

Filming will continue through the end of September on various locations in the Grand Duchy and Switzerland. The dramatic comedy with tragicomic touches should be ready by the end of the year.

Der Fürsorger is produced by Rolf Schmid for Swiss outfit Fama Film, in co-production with Luxembourger Paul Thiltges for Paul Thiltges Distributions and Anita Elsani for Cologne-based Elsani Film

by

Boyd van Hoeij

http://cineuropa.org/newsdetail.aspx?lang=en&documentID=85820

 

 

Anmerkungen des Regisseurs Lutz Konermann zum Film

«Der Fürsorger» ist die Lebensgeschichte des Hans-Peter Stalder, eines Betrügers, der über Jahre hinweg gutgläubigen Anlegern und liebesbedürftigen Frauen weit mehr verspricht, als er bei nüchterner Betrachtung je hätte einlösen können. 
Es ist die Lebensgeschichte eines Mannes, der nicht ‚nein’ sagen kann und dem jede Lüge recht ist, wo immer sich ihm Gelegenheit bietet, Aufmerksamkeit, Liebe und Anerkennung zu erheischen – eines Gefallsüchtigen im wahrsten Sinne des Wortes.

Eine freudlose Kindheit ist Anlass für seine Fehlentwicklung und treibt Stalder dazu, sich Ersatzfamilien zu suchen oder zu gründen. Neben der Heilsarmee, einer ersten überstürzten Ehe und gleichzeitigen Liebschaften sind es bald Bedürftige, denen er sich als Fürsorger zuwendet, eine Gemeinde von Gläubigen, denen er als Priesteranwärter von der Kanzel predigt, Schüler, die er in Lebenskunde unterweist, und nicht zuletzt die Grossfamilie seiner Gläubiger und „Angestellten”, die er im Laufe seiner Hochstaplerkarriere um sich schart.

Liest man zwischen den Zeilen seiner Gefängnisaufzeichnungen, die sicherlich nicht frei sind von Beschönigung und Stilisierung, so ist Stalder dabei selber zum grössten Opfer seiner eigenen Gefallsucht geworden – wobei die stete Angst, den Hoffnungen und Projektionen auf ihn und seine Fähigkeiten nicht genügen zu können, zum unaufhaltsamen Motor seiner immer komplexeren Lügenkonstrukte wurde.
Bei aller Aberwitzigkeit jedoch bespiegeln die Etappen seines Lebens durch viele übertragbare Motive auch das unsere: In seiner Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung, seiner Genugtuung ob dem Aufgehen eines Plans, der „Lust am Fabulieren”, am Verbiegen der Realität – und nicht zuletzt in der Faszination, Grenzen zu überschreiten und Verbotenes zu tun.

So bietet die authentische Geschichte vom Aufstieg und Fall jenes Millionenbetrügers nicht nur eine mit Details gespickte Vorlage für eine Realsatire, sondern zugleich das vielschichtige Psychogramm eines ebenso notorischen wie bedauernswürdigen Schwindlers, eines Clowns und Artisten, eines Finanz- und Gefühlsjongleurs.

Entsprechend ihrer Mehrdimensionalität wird die Geschichte Hans-Peter Stalders, des Menschen im Betrüger, von innen heraus, von ihm selber erzählt – in all ihrer Widersprüchlichkeit. 
Dabei schaffen Wiederholungen und Analogien thematisch begründete Übergänge zwischen den verschachtelten Zeitebenen, aus denen sich das Mosaik seiner bewegten Vita assoziativ zusammensetzt. 
Vom Morgen seiner Verhaftung an, über verschiedene Stadien des Leugnens und der Beschönigung bis hin zur Kapitulation und Läuterung begleiten wir den „Fürsorger“ auf seiner Reise durchs Fegefeuer. 

 

Hintergrund der Geschichte

Es war einmal im Land der Dieter Behrings und der Werner K. Reys, in den tiefen 70ern und 80ern des vorigen Jahrhunderts, da zog einer aus, risikofreudigen und gutgläubigen Anlegern das Wasser in den Mund und später in die Augen zu treiben. 
Gemessen an dem Flurschaden, den seine späteren Nachahmer auf dem Finanzplatz Schweiz angerichtet haben, mag er ein kleiner Fisch geblieben sein. Zu seiner Zeit jedoch war er ein Medienereignis – nicht zuletzt aufgrund des aberwitzigen Umstands, dass er, bereits ein erstes Mal verhaftet, unter Pseudonym noch über Jahre hinweg sein Unwesen treiben und Millionenbeträge ergaunern konnte.

Gestützt auf sein Vertrauen erweckendes Wesen und die Mär von einem Geheimcode für todsichere Anlagegeschäfte, der ihm aus Dankbarkeit für erwiesene Gefälligkeiten von einem – frei erfundenen – „Finanzdirektor der Chemie-Schweiz AG, Dr. Moser aus Basel”, anvertraut worden sei, gelang es dem „Fürsorger“ in mehreren Etappen und unter verschiedenen Identitäten rund 200 Anleger um insgesamt über 11 Millionen Franken zu erleichtern. Im steten Wissen darum, dass sein Glück nur von begrenzter Dauer sein würde, genoss er Anerkennung und Reichtum und liess auch andere, nicht zuletzt zwei Ehefrauen und eine Reihe von Geliebten, grosszügig daran teilhaben. Erst Mitte der 80er-Jahre, nach mehr als zehn Jahren Betrugs und Hochstapelei kam er schliesslich zu Fall und hinter Gitter.

Die Lebenserinnerungen jenes “Fürsorgers”, aufgezeichnet von einem Journalisten,  sind 1994 beim „Zytglogge Verlag“ in Buchform erschienen und liegen dieser Filmerzählung zugrunde.

http://www.famafilm.ch

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Filming on Swiss-German-Luxembourg co-production Der Fürsorger (“The Welfare Worker”) is scheduled to start on August 5 in the Grand Duchy. The film is the first theatrical feature of German-born TV director Lutz Konermann in years.

Written by Konermann and Felix Benesch, Der Fürsorger tells the true story of the rise and fall of notorious Swiss liar and swindler Hans-Peter Stalder.

In the late 1970s and the ‘80s, this “social worker” became rich by allowing over 200 people to use a bank account to transfer money from dubious origins. Over 11 million Swiss Francs (€6.75m) allowed Stalder a luxurious lifestyle that included two wives and many lovers.

Swiss actor of Dutch origins Roeland Wiesnekker (EdenBreakout [trailer]) will play Stalder. He will be joined by German actress Katharina Wackernagel (the upcoming Der Baader Meinhof Komplex), Swiss actress Johanna Bantzer (The Friend) and Luxembourg actors André Jung and Thierry van Werveke.

Filming will continue through the end of September on various locations in the Grand Duchy and Switzerland. The dramatic comedy with tragicomic touches should be ready by the end of the year.

Der Fürsorger is produced by Rolf Schmid for Swiss outfit Fama Film, in co-production with Luxembourger Paul Thiltges for Paul Thiltges Distributions and Anita Elsani for Cologne-based Elsani Film

by

Boyd van Hoeij

http://cineuropa.org/newsdetail.aspx?lang=en&documentID=85820

 

 

Anmerkungen des Regisseurs Lutz Konermann zum Film

«Der Fürsorger» ist die Lebensgeschichte des Hans-Peter Stalder, eines Betrügers, der über Jahre hinweg gutgläubigen Anlegern und liebesbedürftigen Frauen weit mehr verspricht, als er bei nüchterner Betrachtung je hätte einlösen können. 
Es ist die Lebensgeschichte eines Mannes, der nicht ‚nein’ sagen kann und dem jede Lüge recht ist, wo immer sich ihm Gelegenheit bietet, Aufmerksamkeit, Liebe und Anerkennung zu erheischen – eines Gefallsüchtigen im wahrsten Sinne des Wortes.

Eine freudlose Kindheit ist Anlass für seine Fehlentwicklung und treibt Stalder dazu, sich Ersatzfamilien zu suchen oder zu gründen. Neben der Heilsarmee, einer ersten überstürzten Ehe und gleichzeitigen Liebschaften sind es bald Bedürftige, denen er sich als Fürsorger zuwendet, eine Gemeinde von Gläubigen, denen er als Priesteranwärter von der Kanzel predigt, Schüler, die er in Lebenskunde unterweist, und nicht zuletzt die Grossfamilie seiner Gläubiger und „Angestellten”, die er im Laufe seiner Hochstaplerkarriere um sich schart.

Liest man zwischen den Zeilen seiner Gefängnisaufzeichnungen, die sicherlich nicht frei sind von Beschönigung und Stilisierung, so ist Stalder dabei selber zum grössten Opfer seiner eigenen Gefallsucht geworden – wobei die stete Angst, den Hoffnungen und Projektionen auf ihn und seine Fähigkeiten nicht genügen zu können, zum unaufhaltsamen Motor seiner immer komplexeren Lügenkonstrukte wurde.
Bei aller Aberwitzigkeit jedoch bespiegeln die Etappen seines Lebens durch viele übertragbare Motive auch das unsere: In seiner Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung, seiner Genugtuung ob dem Aufgehen eines Plans, der „Lust am Fabulieren”, am Verbiegen der Realität – und nicht zuletzt in der Faszination, Grenzen zu überschreiten und Verbotenes zu tun.

So bietet die authentische Geschichte vom Aufstieg und Fall jenes Millionenbetrügers nicht nur eine mit Details gespickte Vorlage für eine Realsatire, sondern zugleich das vielschichtige Psychogramm eines ebenso notorischen wie bedauernswürdigen Schwindlers, eines Clowns und Artisten, eines Finanz- und Gefühlsjongleurs.

Entsprechend ihrer Mehrdimensionalität wird die Geschichte Hans-Peter Stalders, des Menschen im Betrüger, von innen heraus, von ihm selber erzählt – in all ihrer Widersprüchlichkeit. 
Dabei schaffen Wiederholungen und Analogien thematisch begründete Übergänge zwischen den verschachtelten Zeitebenen, aus denen sich das Mosaik seiner bewegten Vita assoziativ zusammensetzt. 
Vom Morgen seiner Verhaftung an, über verschiedene Stadien des Leugnens und der Beschönigung bis hin zur Kapitulation und Läuterung begleiten wir den „Fürsorger“ auf seiner Reise durchs Fegefeuer. 

 

Hintergrund der Geschichte

Es war einmal im Land der Dieter Behrings und der Werner K. Reys, in den tiefen 70ern und 80ern des vorigen Jahrhunderts, da zog einer aus, risikofreudigen und gutgläubigen Anlegern das Wasser in den Mund und später in die Augen zu treiben. 
Gemessen an dem Flurschaden, den seine späteren Nachahmer auf dem Finanzplatz Schweiz angerichtet haben, mag er ein kleiner Fisch geblieben sein. Zu seiner Zeit jedoch war er ein Medienereignis – nicht zuletzt aufgrund des aberwitzigen Umstands, dass er, bereits ein erstes Mal verhaftet, unter Pseudonym noch über Jahre hinweg sein Unwesen treiben und Millionenbeträge ergaunern konnte.

Gestützt auf sein Vertrauen erweckendes Wesen und die Mär von einem Geheimcode für todsichere Anlagegeschäfte, der ihm aus Dankbarkeit für erwiesene Gefälligkeiten von einem – frei erfundenen – „Finanzdirektor der Chemie-Schweiz AG, Dr. Moser aus Basel”, anvertraut worden sei, gelang es dem „Fürsorger“ in mehreren Etappen und unter verschiedenen Identitäten rund 200 Anleger um insgesamt über 11 Millionen Franken zu erleichtern. Im steten Wissen darum, dass sein Glück nur von begrenzter Dauer sein würde, genoss er Anerkennung und Reichtum und liess auch andere, nicht zuletzt zwei Ehefrauen und eine Reihe von Geliebten, grosszügig daran teilhaben. Erst Mitte der 80er-Jahre, nach mehr als zehn Jahren Betrugs und Hochstapelei kam er schliesslich zu Fall und hinter Gitter.

Die Lebenserinnerungen jenes “Fürsorgers”, aufgezeichnet von einem Journalisten,  sind 1994 beim „Zytglogge Verlag“ in Buchform erschienen und liegen dieser Filmerzählung zugrunde.

http://www.famafilm.ch

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