Sep 23 2008

“Der Fürsorger” dréiht an der Schweiz

Published by at 06:48 under Industry

SOURCE: Zürcher Oberländer Anzeiger von Uster

Echter Pfarrer war “nur” Statist
Historischer Ort als Film-Kulisse

kyburg-filmdreh0.jpg (Anrissbild 1)

«Ruhe bitte! Kamera und Action!», hiess es gestern in der Kirche Kyburg. Die Fama Film AG drehte für den Film «Der Fürsorger». Er ist voraussichtlich im Herbst 2009 in den Kinos zu sehen. Rosmarie Schmid

Gestern mutierte Kyburg für einen Tag zum Drehort. Fünfzig Filmleute der Zürcher Fama Film AG kamen mit Sack und Pack angereist. Es fehlten weder die fahrbare Garderobe, das Büro, die Tontechnik noch die Beleuchtung. Kurzfristig wurden die Aussenaufnahmen wegen des schlechten Wetters in die Kirche verlegt.
«… teilet euren Profit und euch wird Profit zuteil», tönte es schon bald von der Kanzel. Und die Weisslinger Organistin Elsie Diethelm griff in die Tasten der Orgel. In den Bänken lauschten vierzig Statisten, gekleidet wie in den 70er und 80er Jahren. «Auf Position, Probe, Kamera und Action!» Dann: «Klappe: 105., die 59., 1. die 3.», was so viel heisst wie 105. Kamerarolle, 59. Szene, 1. Einstellung, 3. Wiederholung. Es herrschte absolute Ruhe, und Pfarrer Hans-Peter Stalder alias Schauspieler Roeland Wiesnekker predigte von Neuem. Für sieben Positionen wurde die Kamera immer wieder umgestellt und das Licht für die verschiedenen Perspektiven neu gemessen.

Kosten von fünf Millionen Franken

Produktionsland von «Der Fürsorger» (siehe Kasten) ist die Schweiz mit den Co-Produktionsländern Luxemburg und Deutschland. Im Hintergrund verfolgte Produzent Rolf Schmid die Dreharbeiten. «Die Produktionskosten belaufen sich auf fünf Millionen Franken», verriet er. «Wir sind im Zeitplan, aber vermutlich wird der Film erst im Herbst 2009 in die Kinos kommen.» Der Grund dafür: Der Film wird in Schweizerdeutsch gedreht, für Deutschland und Luxemburg aber hochdeutsch synchronisiert.

«Alles ist sehr professionell»

Fördergelder seien an Effekte geknüpft, erklärte Produktionsleiterin Sina Schlatter, weshalb während 18 Tagen in Luxemburg gedreht wurde und die ganze Technik aus Deutschland komme. Drehbeginn war der 6. August, am 21. September wird im alten Gefängnis in Uster gedreht, und am 24. September sollte alles im Kasten sein.
Für die Szene in der Kyburger Kirche wurden Statisten gesucht. Der Pfarrer in der vordersten Bank, neben den Schauspielern Jaap Achterberg, Lilian Naef und Andrea Gujer, war nicht verkleidet. Es handelte sich um Peter Lange, bis zu seiner Pensionierung viele Jahre Pfarrer in Illnau-Effretikon. «Sie haben einen richtigen Pfarrer gesucht», sagte er. Und weil der Kyburger Pfarrer Ernst Friedauer nicht anwesend war, sprang der passionierte Theaterschauspieler gerne ein. Alles sei sehr professionell, pingelig genau seien nur Kleidungsstücke aus den 70er und 80er Jahren akzeptiert worden, erzählte Lange. «Vieles ist vertraut von der Bühne her, einzig die Technik ist anders.» Statist Ernst Keller aus Egg meinte, das Ganze sei eher langweilig, aber eine neue Erfahrung, die trotzdem Spass mache. Den Film schaue er aber bestimmt mit anderen Augen an, schmunzelte er.

Zürcher Oberländer Anzeiger von Uster, 19/09/2008

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Echter Pfarrer war “nur” Statist
Historischer Ort als Film-Kulisse

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«Ruhe bitte! Kamera und Action!», hiess es gestern in der Kirche Kyburg. Die Fama Film AG drehte für den Film «Der Fürsorger». Er ist voraussichtlich im Herbst 2009 in den Kinos zu sehen. Rosmarie Schmid

Gestern mutierte Kyburg für einen Tag zum Drehort. Fünfzig Filmleute der Zürcher Fama Film AG kamen mit Sack und Pack angereist. Es fehlten weder die fahrbare Garderobe, das Büro, die Tontechnik noch die Beleuchtung. Kurzfristig wurden die Aussenaufnahmen wegen des schlechten Wetters in die Kirche verlegt.
«… teilet euren Profit und euch wird Profit zuteil», tönte es schon bald von der Kanzel. Und die Weisslinger Organistin Elsie Diethelm griff in die Tasten der Orgel. In den Bänken lauschten vierzig Statisten, gekleidet wie in den 70er und 80er Jahren. «Auf Position, Probe, Kamera und Action!» Dann: «Klappe: 105., die 59., 1. die 3.», was so viel heisst wie 105. Kamerarolle, 59. Szene, 1. Einstellung, 3. Wiederholung. Es herrschte absolute Ruhe, und Pfarrer Hans-Peter Stalder alias Schauspieler Roeland Wiesnekker predigte von Neuem. Für sieben Positionen wurde die Kamera immer wieder umgestellt und das Licht für die verschiedenen Perspektiven neu gemessen.

Kosten von fünf Millionen Franken

Produktionsland von «Der Fürsorger» (siehe Kasten) ist die Schweiz mit den Co-Produktionsländern Luxemburg und Deutschland. Im Hintergrund verfolgte Produzent Rolf Schmid die Dreharbeiten. «Die Produktionskosten belaufen sich auf fünf Millionen Franken», verriet er. «Wir sind im Zeitplan, aber vermutlich wird der Film erst im Herbst 2009 in die Kinos kommen.» Der Grund dafür: Der Film wird in Schweizerdeutsch gedreht, für Deutschland und Luxemburg aber hochdeutsch synchronisiert.

«Alles ist sehr professionell»

Fördergelder seien an Effekte geknüpft, erklärte Produktionsleiterin Sina Schlatter, weshalb während 18 Tagen in Luxemburg gedreht wurde und die ganze Technik aus Deutschland komme. Drehbeginn war der 6. August, am 21. September wird im alten Gefängnis in Uster gedreht, und am 24. September sollte alles im Kasten sein.
Für die Szene in der Kyburger Kirche wurden Statisten gesucht. Der Pfarrer in der vordersten Bank, neben den Schauspielern Jaap Achterberg, Lilian Naef und Andrea Gujer, war nicht verkleidet. Es handelte sich um Peter Lange, bis zu seiner Pensionierung viele Jahre Pfarrer in Illnau-Effretikon. «Sie haben einen richtigen Pfarrer gesucht», sagte er. Und weil der Kyburger Pfarrer Ernst Friedauer nicht anwesend war, sprang der passionierte Theaterschauspieler gerne ein. Alles sei sehr professionell, pingelig genau seien nur Kleidungsstücke aus den 70er und 80er Jahren akzeptiert worden, erzählte Lange. «Vieles ist vertraut von der Bühne her, einzig die Technik ist anders.» Statist Ernst Keller aus Egg meinte, das Ganze sei eher langweilig, aber eine neue Erfahrung, die trotzdem Spass mache. Den Film schaue er aber bestimmt mit anderen Augen an, schmunzelte er.

Zürcher Oberländer Anzeiger von Uster, 19/09/2008

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