Oct 17 2014

Filmwehen

Published by at 01:09 under Iris Production

SOURCE: http://www.journal.lu

Filmemacher Donato Rotunno hat Tullio Forgiarinis „Amok“ verfilmt
LUXEMBURG – PATRICK VERSALL

Im März 2015 endet eine lange Durststrecke für luxemburgische Kino- und Literaturfans. Mit „Baby alone“, Donato Rotunnos Verfilmung des Romans „Amok“ aus der Feder des Schriftstellers Tullio Forgiarini kommt seit längerem wieder die Verfilmung eines luxemburgischen Buchs auf die große Leinwand. Filmemacher Rotunno und Autor Forgiarini kennen sich seit Jahren, Rotunno spielte eine Zeit lang mit dem Gedanken Forgiarinis „La énième mort d’Ernesto Guevara de la Serna, dit le Che“ fürs Kino zu adaptieren. Aus der Verfilmung wurde allerdings nichts; „vielleicht war es nicht das richtige Buch,“ reflektiert Donato Rotunno. Das „richtige Buch“ erhielt der Regisseur dann vom Filmproduzenten Nicolas Steil von der Produktionsfirma Iris Productions: „Vor knapp drei Jahren hat er mich angerufen und gemeint, ich solle doch Tullio Forgiarinis ‚Amok‘ lesen“, erinnert sich Rotunno, der sich kurz darauf den Roman besorgte und das Werk ziemlich schnell las. „Ich fand die Dialoge sehr reif. Außerdem hat mich der Roman auch von der Thematik her angesprochen, da ich finde, dass Tullio ein Werk abgeliefert hat, das sich sehr nahe an der Realität und an seinen persönlichen Erfahrungen bewegt.“

Des Weiteren hat es den Filmemacher gereitzt, ein luxemburgisches Buch zu verfilmen und somit ein bisschen Schützenhilfe für die Entwicklung der nationalen Literaturszene zu leisten. „Ich lese seit Jahren sehr viele luxemburgische Autoren und stelle fest, dass die gesamte Szene seit gut zehn Jahren förmlich explodiert.“ Dass trotzdem wenige dieser literarischen Werke verfilmt werden, erklärt Rotunno unter anderem damit, dass es manchmal schwierig sei, literarische Stoffe als verfilmbar zu identifizieren.

Komprimierter Stoff

Als Rotunno dem Produzenten Nicolas Steil seine Teilnahme an einer Verfilmung des Romans zugesagt hatte, begannen erste Gespräche mit dem „Amok“-Autoren unter sechs Augen. Rotunno, Steil und Forgiarini beschlossen, gemeinsam ein Drehbuch auszuarbeiten. Die Geschichte sollte, und dies war ein wichtiges Anliegen des Regisseurs, nicht eins zu eins auf die Leinwand übertragen werden. „Wenn jemand ein Buch eins zu eins auf die Leinwand bringen möchte, brauchen wir keinen Film; dann können wir auch alle den Roman lesen. Eine Verfilmung soll meines Erachtens immer einen Mehrwert enthalten“, liefert Donato Rotunno seine Definition einer Literaturverfilmung.

Das Kreativ-Triumvirat hat versucht den Stoff des Romans zu komprimieren, ohne dass dabei aber die Seele des literarischen Werkes auf der Strecke blieb. „Die Essenz des Romans ist erhalten geblieben, wurde aber in einer neuen Sprache, der Sprache des Films niedergeschrieben.“ Nach jedem Treffen war das Drehbuch dünner, weil verschiedene sprachliche Elemente rausflogen, die man für den Film nicht brauchte. „Natürlich benötigte Tullio im Roman manchmal eine längere Anlaufstrecke, um die Figuren oder eine Szene zu beschreiben. Auf der Leinwand ist dies nicht immer möglich und auch nicht nötig, weil man ja z.B. mit Bildern oder aber Musik arbeiten kann.“

Fünf bis sechs Drehbuchfassungen wurden für „Baby Alone“ angefertigt; Donato Rotunno präzisiert, dass es sich bei der sechsten Fassung keineswegs um die definitive gehandelt habe: Während des Drehs wurden beispielsweise noch Dialoge umgeschrieben. „Irgendwann hat Tullio Forgiarini sein Baby losgelassen und an mich übergeben“, erinnert sich der Filmemacher. Als das Drehbuch zu 80 Prozent stand, konnte das Casting für die Darsteller anlaufen und Rotunno begann damit, sein Filmteam zusammen zustellen. Demnächst wird die Werbekampagne für den Film anlaufen.

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Filmemacher Donato Rotunno hat Tullio Forgiarinis „Amok“ verfilmt
LUXEMBURG – PATRICK VERSALL

Im März 2015 endet eine lange Durststrecke für luxemburgische Kino- und Literaturfans. Mit „Baby alone“, Donato Rotunnos Verfilmung des Romans „Amok“ aus der Feder des Schriftstellers Tullio Forgiarini kommt seit längerem wieder die Verfilmung eines luxemburgischen Buchs auf die große Leinwand. Filmemacher Rotunno und Autor Forgiarini kennen sich seit Jahren, Rotunno spielte eine Zeit lang mit dem Gedanken Forgiarinis „La énième mort d’Ernesto Guevara de la Serna, dit le Che“ fürs Kino zu adaptieren. Aus der Verfilmung wurde allerdings nichts; „vielleicht war es nicht das richtige Buch,“ reflektiert Donato Rotunno. Das „richtige Buch“ erhielt der Regisseur dann vom Filmproduzenten Nicolas Steil von der Produktionsfirma Iris Productions: „Vor knapp drei Jahren hat er mich angerufen und gemeint, ich solle doch Tullio Forgiarinis ‚Amok‘ lesen“, erinnert sich Rotunno, der sich kurz darauf den Roman besorgte und das Werk ziemlich schnell las. „Ich fand die Dialoge sehr reif. Außerdem hat mich der Roman auch von der Thematik her angesprochen, da ich finde, dass Tullio ein Werk abgeliefert hat, das sich sehr nahe an der Realität und an seinen persönlichen Erfahrungen bewegt.“

Des Weiteren hat es den Filmemacher gereitzt, ein luxemburgisches Buch zu verfilmen und somit ein bisschen Schützenhilfe für die Entwicklung der nationalen Literaturszene zu leisten. „Ich lese seit Jahren sehr viele luxemburgische Autoren und stelle fest, dass die gesamte Szene seit gut zehn Jahren förmlich explodiert.“ Dass trotzdem wenige dieser literarischen Werke verfilmt werden, erklärt Rotunno unter anderem damit, dass es manchmal schwierig sei, literarische Stoffe als verfilmbar zu identifizieren.

Komprimierter Stoff

Als Rotunno dem Produzenten Nicolas Steil seine Teilnahme an einer Verfilmung des Romans zugesagt hatte, begannen erste Gespräche mit dem „Amok“-Autoren unter sechs Augen. Rotunno, Steil und Forgiarini beschlossen, gemeinsam ein Drehbuch auszuarbeiten. Die Geschichte sollte, und dies war ein wichtiges Anliegen des Regisseurs, nicht eins zu eins auf die Leinwand übertragen werden. „Wenn jemand ein Buch eins zu eins auf die Leinwand bringen möchte, brauchen wir keinen Film; dann können wir auch alle den Roman lesen. Eine Verfilmung soll meines Erachtens immer einen Mehrwert enthalten“, liefert Donato Rotunno seine Definition einer Literaturverfilmung.

Das Kreativ-Triumvirat hat versucht den Stoff des Romans zu komprimieren, ohne dass dabei aber die Seele des literarischen Werkes auf der Strecke blieb. „Die Essenz des Romans ist erhalten geblieben, wurde aber in einer neuen Sprache, der Sprache des Films niedergeschrieben.“ Nach jedem Treffen war das Drehbuch dünner, weil verschiedene sprachliche Elemente rausflogen, die man für den Film nicht brauchte. „Natürlich benötigte Tullio im Roman manchmal eine längere Anlaufstrecke, um die Figuren oder eine Szene zu beschreiben. Auf der Leinwand ist dies nicht immer möglich und auch nicht nötig, weil man ja z.B. mit Bildern oder aber Musik arbeiten kann.“

Fünf bis sechs Drehbuchfassungen wurden für „Baby Alone“ angefertigt; Donato Rotunno präzisiert, dass es sich bei der sechsten Fassung keineswegs um die definitive gehandelt habe: Während des Drehs wurden beispielsweise noch Dialoge umgeschrieben. „Irgendwann hat Tullio Forgiarini sein Baby losgelassen und an mich übergeben“, erinnert sich der Filmemacher. Als das Drehbuch zu 80 Prozent stand, konnte das Casting für die Darsteller anlaufen und Rotunno begann damit, sein Filmteam zusammen zustellen. Demnächst wird die Werbekampagne für den Film anlaufen.

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