Oct 26 2014

“Freue mich, dass ein Luxemburger Produzent den Stoff verfilmt”

Published by at 01:43 under Iris Production

SOURCE: http://www.wort.lu

Im vierten Buch von Tom Hillenbrand stolpert der Luxemburger Koch Xavier Kieffer über krumme Geschäfte in Italien. Derweil hat sich eine Produktionsfirma die Filmrechte an Kieffers erstem Fall gesichert.
Interview: Daniel Conrad

Tom Hillenbrand schickt sich an, wieder die Luxemburger Bestsellerliste zu erobern: Am 6. November kommt mit „Tödliche Oliven“ sein vierter Xavier Kieffer-Krimi in den Handel. 
In der neuen Geschichte macht er seinen Luxemburger Koch wieder einmal zum international agierenden Amateurdetektiv, der diesmal Olivenöl-Panschern auf die Spur kommt. Die Fans der „kulinarischen Krimis“ dürfen sich aber auch über ein weiteres Projekt freuen: Nicolas Steil bzw. die Produktionsfirma Iris Productions hat sich schon die Filmrechte am Stoff des ersten Romans „Teufelsfrucht“ gesichert. 2015 soll das Filmprojekt entwickelt werden.

Herr Hillenbrand, zur Neuerscheinung vom vierten Fall können Sie jetzt auch noch eine Verfilmung ankündigen? Wer hätte gedacht, dass Ihr Koch mit Spürnase, Xavier Kieffer, so erfolgreich wird, dass er die 
Kinoleinwand erreichen könnte?

Das freut mich natürlich sehr. Aber ich bin in den Entwicklungsprozess kaum involviert. Zwar habe ich mit Nicolas Steil über das Projekt gesprochen und war auch schon in Studios in Kehlen. Aber ich will auch keine Joanne K. Rowling sein, die alles kontrolliert. Und ich bin auch kein Tullio Forgiarini, der das Drehbuch gerne selbst schreibt. Ich akzeptiere, dass andere das Medium Film besser beherrschen als ich. „Let’ s hope for the best“ ist meine Devise. Ich hatte von Steils Ideen schon einen sehr guten Eindruck, jetzt ist das seine Show. Und wenn ich mir seine anderen Projekte wie aktuell „Colonia Dignidad“ ansehe, fühle ich mich, was die Werktreue und die Umsetzung angeht, in den richtigen Händen.

Die Mittel vom Filmfonds für die ersten Entwicklungsschritte sind schon bewilligt. Wird der Film denn auf Luxemburgisch oder Deutsch 
gedreht?

Das Projekt läuft unter dem Titel „Le fruit du diable“ und so weit ich weiß, soll das Drehbuch zunächst auf Französisch entwickelt werden. Aber die Filme von Nicolas Steil sind auch für die anderen Märkte gedacht. Ich stelle es mir aber schwer vor, einen Hauptdarsteller zu finden, der für das luxemburgische, französische und deutsche Publikum gut funktioniert. Ich bin auf die Wahl gespannt.

Sie werden dann aber eine gewisse Deutungshoheit verlieren und riskieren, dass eine etablierte Figur vielleicht ganz anders wahrgenommen wird …

Sicher, man hat selbst das Gefühl für die Figur und die anderen Charaktere, die eine Rolle in den Büchern spielen. Letztlich ist das aber ein Figurenpark wie bei jeder Serie. Aber es ist wunderbar, dass selbst die Leser oft ganz unterschiedliche Vorstellungen von Xavier Kieffer haben. Frauen zum Beispiel stellen ihn sich ganz anders vor als Männer. Aber ich denke nicht, dass man ganz so hart in die Vorlage eingreift. Ich freue mich auf jeden Fall, dass ein Luxemburger Produzent den Stoff verfilmt. Bei einem rein deutschen oder französischen Studio könnte man befürchten, dass der Luxemburger Kontext ganz verschwindet.

In „Tödliche Oliven“ stolpert Kieffer schon wieder in einen Mord und einen Lebensmittelskandal. Gehen Ihnen nicht irgendwann die Motive aus, dass der eigentlich unwillige Kieffer doch wieder ermittelt?

Die Motive für Mord und die Lebensmittelskandale gehen einem jedenfalls nicht aus. Aber sicher ist es schwer, eine Situation zu schaffen, die Kieffer dazu bewegt, sich in ein Abenteuer zu wagen. Diesmal ist es ein Freund, ein luxemburgisch-italienischer Öl- und Weinhändler, der verschwindet und um dessen Depot in Italien seltsame Dinge geschehen.

Das große Finale findet aber wieder in Luxemburg statt. Wie kommen Sie mit der Kritik klar, wenn Sie für Ihr Lëtzebuergesch oder den Lokalkolorit getadelt werden?

Ich nehme das schon ernst. Neulich schrieb jemand, dass ein Luxemburger Schimpfwort im heutigen Alltag antiquiert sei. Wenn sich sprachliche Fehler einschleichen oder Angaben nicht stimmen, ist es ganz wichtig, darauf hingewiesen zu werden. Ich versuche dann, das mit der Unterstützung meiner Luxemburger Kontrollleserin in den Griff zu bekommen.

Das komplette Interview mit dem Bestsellerautoren lesen Sie in der Wochenendausgabe des Luxemburger Wort vom 18. und 19. Oktober aus Seite 24/25.

„Tödliche Oliven“ kommt am 6. November in den Handel. Regionale Lesungen mit Hillenbrand finden am 13. November im hauptstädtischen Cercle Cité, am 21. November in der Perler Maimühle und am 22. November in der Musel-Sauer Mediathek in Wasserbillig statt.

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SOURCE: http://www.wort.lu

Im vierten Buch von Tom Hillenbrand stolpert der Luxemburger Koch Xavier Kieffer über krumme Geschäfte in Italien. Derweil hat sich eine Produktionsfirma die Filmrechte an Kieffers erstem Fall gesichert.
Interview: Daniel Conrad

Tom Hillenbrand schickt sich an, wieder die Luxemburger Bestsellerliste zu erobern: Am 6. November kommt mit „Tödliche Oliven“ sein vierter Xavier Kieffer-Krimi in den Handel. 
In der neuen Geschichte macht er seinen Luxemburger Koch wieder einmal zum international agierenden Amateurdetektiv, der diesmal Olivenöl-Panschern auf die Spur kommt. Die Fans der „kulinarischen Krimis“ dürfen sich aber auch über ein weiteres Projekt freuen: Nicolas Steil bzw. die Produktionsfirma Iris Productions hat sich schon die Filmrechte am Stoff des ersten Romans „Teufelsfrucht“ gesichert. 2015 soll das Filmprojekt entwickelt werden.

Herr Hillenbrand, zur Neuerscheinung vom vierten Fall können Sie jetzt auch noch eine Verfilmung ankündigen? Wer hätte gedacht, dass Ihr Koch mit Spürnase, Xavier Kieffer, so erfolgreich wird, dass er die 
Kinoleinwand erreichen könnte?

Das freut mich natürlich sehr. Aber ich bin in den Entwicklungsprozess kaum involviert. Zwar habe ich mit Nicolas Steil über das Projekt gesprochen und war auch schon in Studios in Kehlen. Aber ich will auch keine Joanne K. Rowling sein, die alles kontrolliert. Und ich bin auch kein Tullio Forgiarini, der das Drehbuch gerne selbst schreibt. Ich akzeptiere, dass andere das Medium Film besser beherrschen als ich. „Let’ s hope for the best“ ist meine Devise. Ich hatte von Steils Ideen schon einen sehr guten Eindruck, jetzt ist das seine Show. Und wenn ich mir seine anderen Projekte wie aktuell „Colonia Dignidad“ ansehe, fühle ich mich, was die Werktreue und die Umsetzung angeht, in den richtigen Händen.

Die Mittel vom Filmfonds für die ersten Entwicklungsschritte sind schon bewilligt. Wird der Film denn auf Luxemburgisch oder Deutsch 
gedreht?

Das Projekt läuft unter dem Titel „Le fruit du diable“ und so weit ich weiß, soll das Drehbuch zunächst auf Französisch entwickelt werden. Aber die Filme von Nicolas Steil sind auch für die anderen Märkte gedacht. Ich stelle es mir aber schwer vor, einen Hauptdarsteller zu finden, der für das luxemburgische, französische und deutsche Publikum gut funktioniert. Ich bin auf die Wahl gespannt.

Sie werden dann aber eine gewisse Deutungshoheit verlieren und riskieren, dass eine etablierte Figur vielleicht ganz anders wahrgenommen wird …

Sicher, man hat selbst das Gefühl für die Figur und die anderen Charaktere, die eine Rolle in den Büchern spielen. Letztlich ist das aber ein Figurenpark wie bei jeder Serie. Aber es ist wunderbar, dass selbst die Leser oft ganz unterschiedliche Vorstellungen von Xavier Kieffer haben. Frauen zum Beispiel stellen ihn sich ganz anders vor als Männer. Aber ich denke nicht, dass man ganz so hart in die Vorlage eingreift. Ich freue mich auf jeden Fall, dass ein Luxemburger Produzent den Stoff verfilmt. Bei einem rein deutschen oder französischen Studio könnte man befürchten, dass der Luxemburger Kontext ganz verschwindet.

In „Tödliche Oliven“ stolpert Kieffer schon wieder in einen Mord und einen Lebensmittelskandal. Gehen Ihnen nicht irgendwann die Motive aus, dass der eigentlich unwillige Kieffer doch wieder ermittelt?

Die Motive für Mord und die Lebensmittelskandale gehen einem jedenfalls nicht aus. Aber sicher ist es schwer, eine Situation zu schaffen, die Kieffer dazu bewegt, sich in ein Abenteuer zu wagen. Diesmal ist es ein Freund, ein luxemburgisch-italienischer Öl- und Weinhändler, der verschwindet und um dessen Depot in Italien seltsame Dinge geschehen.

Das große Finale findet aber wieder in Luxemburg statt. Wie kommen Sie mit der Kritik klar, wenn Sie für Ihr Lëtzebuergesch oder den Lokalkolorit getadelt werden?

Ich nehme das schon ernst. Neulich schrieb jemand, dass ein Luxemburger Schimpfwort im heutigen Alltag antiquiert sei. Wenn sich sprachliche Fehler einschleichen oder Angaben nicht stimmen, ist es ganz wichtig, darauf hingewiesen zu werden. Ich versuche dann, das mit der Unterstützung meiner Luxemburger Kontrollleserin in den Griff zu bekommen.

Das komplette Interview mit dem Bestsellerautoren lesen Sie in der Wochenendausgabe des Luxemburger Wort vom 18. und 19. Oktober aus Seite 24/25.

„Tödliche Oliven“ kommt am 6. November in den Handel. Regionale Lesungen mit Hillenbrand finden am 13. November im hauptstädtischen Cercle Cité, am 21. November in der Perler Maimühle und am 22. November in der Musel-Sauer Mediathek in Wasserbillig statt.

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