Apr 18 2015

Ein Film feiert Jubiläum

Published by at 01:21 under KML

SOURCE: http://www.journal.lu

Im Gespräch mit Marc Barnig über seinen Film „Black King’s Way“
LUXEMBURG – JEFF KARIER

Vor zehn Jahren lief der Film „Black King’s Way“ in den luxemburgischen Kinos an. Hinter dem Werk stecken die Mitglieder des Filmklubs „Koler Movies Lëtzebuerg“ (KML), deren Präsident Marc Barnig bei diesem Film auch Platz im Regiestuhl nahm und das Drehbuch schrieb. Jetzt, zehn Jahre nachdem „Black King’s Way“ in den luxemburgischen Kinos lief, veranstaltet der KML am 24 April eine Wiederaufführung des Films im Vereinssaal in Garnich.

Herr Barnig, wie hat das damals bei ihnen angefangen mit dem Filmemachen?
Marc Barnig Das hat eigentlich ganz einfach angefangen. 1995 zu Weihnachten bekam ich eine Videokamera geschenkt, mit der ich dann zusammen mit meinen zwei Freunden Laurent Schmit und Frank Hansen kleine Filmchen gedreht habe. Das war nichts Besonderes, wir haben einfach rumgealbert und hatten Spaß. Irgendwann wollten wir dann aber etwas auf die Beine stellen, das auch Hand und Fuß hat. Nur dafür brauchten wir auch ein Budget. Da haben wir beschlossen dass wir einen Klub gründen, einen Filmklub, da man so von der Gemeinde einen kleinen Zuschuss pro Jahr bekommt. Nachdem wir dann die Klubstatuten 1998 eingereicht hatten, war „Koler Movies Lëtzebuerg“ geboren. Wir haben seither viele Filme, Kurzfilme und Clips produziert und arbeiten gerade an einem weiteren Kurzfilm. Damit wir diese ganzen Filme aber überhaupt produzieren konnten, haben wir nebenbei auch Auftragsarbeiten angenommen, da das Geld der Gemeinde nicht ausreicht. Wenn also ein anderer Club eine Galavorstellung hat, oder eine Theatergruppe ein Stück aufführt, kann man uns damit beauftragen, das mit der Kamera festzuhalten. Das hat eigentlich immer ganz gut geklappt.

Hatten Sie als KML auch den Plan, ihre Filme auf Festivals einzureichen?
Barnig Zu Beginn war es nie unser Ziel, dass es einer unserer Filme ins Ausland, geschweige denn auf ein Festival schafft. Wir wollten, dass unsere Filme in luxemburgischen Kinos laufen. Als wir dieses Ziel dann mit „Liewensrees“ geschafft hatten, wollten wir, dass jeder weitere Film von uns es auch ins Kino schafft und noch mehr Zuschauer hat, als der vorherige. Das ist uns auch gelungen und so mancher Hollywood-Film lockte weniger Leute ins Kino als die von uns produzierten Filme. Als wir aber immer weniger Zeit hatten, um große Filme zu produzieren, konzentrierten wir uns auf Kurzfilme. Mit denen wollten wir dann auch bei Filmfestivals mitmachen. Das ist uns dann auch mit dem Kurzfilm „MONA“ gelungen, der unter anderem auf dem „Benelux Filmfestival“ und auf dem „UNICA Filmfestival“ einen Preis gewonnen hat.

Was ist an „Black King’s Way“ so besonders, dass Sie den jetzt wiederaufführen?
Barnig Das war eigentlich der letzte große Film, den wir gemeinsam in unseren Sommerferien gefilmt haben. Damals hatten wir alle noch Zeit dafür. Heute arbeiten alle, haben ein Haus, einige sogar Kinder. Da ist solch ein Projekt wie es „Black King’s Way“ war, nicht mehr ohne weiteres möglich. Daher machen wir seither eher Kurzfilme, Clips und so weiter, da der zeitliche Aufwand kleiner ist, als bei einem Lang-Film. Die Wiederaufführung ist für uns die Gelegenheit mal wieder alle zusammen zu kommen, da sich manche auch schon seit Jahren nicht mehr gesehen haben. Und für viele wird es das erste Mal seit zehn Jahren sein, dass sie den Film sehen.

Und wie war damals die Resonanz des Publikums auf „Black King’s Way“?
Barnig Ehrliche Resonanz ist in Luxemburg immer so ein Ding. Wir haben hier im Land eine Kultur des Nicht-Kritisierens. Ich habe für meine Filme eigentlich immer nur Komplimente bekommen, was mich zwar einerseits gefreut hat. Aber ich weiß dass es einiges in „Black King’s Way“ gab, das man hätte besser machen können. Aber es scheint sich niemand zu trauen, etwas negatives zu sagen und das nervt mich. Das ist nicht nur im Amateurbereich der Fall, auch professionelle Filme aus Luxemburg darf und will scheinbar niemand kritisieren. Ich kann mir aber vorstellen, dass jetzt nach zehn Jahren bei der Wiederaufführung ich endlich ehrliche Kritik von den Leuten bekommen werde.

Was wird die Leute bei der Wiederaufführung am 24. April erwarten?
Barnig Da „Black Kings Way“ nur eine Laufzeit von 60 Minuten hat, haben wir beschlossen, noch einen weiteren Film zu zeigen, den wir ebenfalls 2005 veröffentlicht hatten und das ist „31 Min.“ bei dem Yves Steichen Regie führte. Ich und Yves werden an dem Abend vor Ort sein, einiges zu unseren Filmen erzählen und auf die Fragen der Leute eingehen. Anschließend lassen wir den Abend bei dem ein oder anderen Bier ausklingen.

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Im Gespräch mit Marc Barnig über seinen Film „Black King’s Way“
LUXEMBURG – JEFF KARIER

Vor zehn Jahren lief der Film „Black King’s Way“ in den luxemburgischen Kinos an. Hinter dem Werk stecken die Mitglieder des Filmklubs „Koler Movies Lëtzebuerg“ (KML), deren Präsident Marc Barnig bei diesem Film auch Platz im Regiestuhl nahm und das Drehbuch schrieb. Jetzt, zehn Jahre nachdem „Black King’s Way“ in den luxemburgischen Kinos lief, veranstaltet der KML am 24 April eine Wiederaufführung des Films im Vereinssaal in Garnich.

Herr Barnig, wie hat das damals bei ihnen angefangen mit dem Filmemachen?
Marc Barnig Das hat eigentlich ganz einfach angefangen. 1995 zu Weihnachten bekam ich eine Videokamera geschenkt, mit der ich dann zusammen mit meinen zwei Freunden Laurent Schmit und Frank Hansen kleine Filmchen gedreht habe. Das war nichts Besonderes, wir haben einfach rumgealbert und hatten Spaß. Irgendwann wollten wir dann aber etwas auf die Beine stellen, das auch Hand und Fuß hat. Nur dafür brauchten wir auch ein Budget. Da haben wir beschlossen dass wir einen Klub gründen, einen Filmklub, da man so von der Gemeinde einen kleinen Zuschuss pro Jahr bekommt. Nachdem wir dann die Klubstatuten 1998 eingereicht hatten, war „Koler Movies Lëtzebuerg“ geboren. Wir haben seither viele Filme, Kurzfilme und Clips produziert und arbeiten gerade an einem weiteren Kurzfilm. Damit wir diese ganzen Filme aber überhaupt produzieren konnten, haben wir nebenbei auch Auftragsarbeiten angenommen, da das Geld der Gemeinde nicht ausreicht. Wenn also ein anderer Club eine Galavorstellung hat, oder eine Theatergruppe ein Stück aufführt, kann man uns damit beauftragen, das mit der Kamera festzuhalten. Das hat eigentlich immer ganz gut geklappt.

Hatten Sie als KML auch den Plan, ihre Filme auf Festivals einzureichen?
Barnig Zu Beginn war es nie unser Ziel, dass es einer unserer Filme ins Ausland, geschweige denn auf ein Festival schafft. Wir wollten, dass unsere Filme in luxemburgischen Kinos laufen. Als wir dieses Ziel dann mit „Liewensrees“ geschafft hatten, wollten wir, dass jeder weitere Film von uns es auch ins Kino schafft und noch mehr Zuschauer hat, als der vorherige. Das ist uns auch gelungen und so mancher Hollywood-Film lockte weniger Leute ins Kino als die von uns produzierten Filme. Als wir aber immer weniger Zeit hatten, um große Filme zu produzieren, konzentrierten wir uns auf Kurzfilme. Mit denen wollten wir dann auch bei Filmfestivals mitmachen. Das ist uns dann auch mit dem Kurzfilm „MONA“ gelungen, der unter anderem auf dem „Benelux Filmfestival“ und auf dem „UNICA Filmfestival“ einen Preis gewonnen hat.

Was ist an „Black King’s Way“ so besonders, dass Sie den jetzt wiederaufführen?
Barnig Das war eigentlich der letzte große Film, den wir gemeinsam in unseren Sommerferien gefilmt haben. Damals hatten wir alle noch Zeit dafür. Heute arbeiten alle, haben ein Haus, einige sogar Kinder. Da ist solch ein Projekt wie es „Black King’s Way“ war, nicht mehr ohne weiteres möglich. Daher machen wir seither eher Kurzfilme, Clips und so weiter, da der zeitliche Aufwand kleiner ist, als bei einem Lang-Film. Die Wiederaufführung ist für uns die Gelegenheit mal wieder alle zusammen zu kommen, da sich manche auch schon seit Jahren nicht mehr gesehen haben. Und für viele wird es das erste Mal seit zehn Jahren sein, dass sie den Film sehen.

Und wie war damals die Resonanz des Publikums auf „Black King’s Way“?
Barnig Ehrliche Resonanz ist in Luxemburg immer so ein Ding. Wir haben hier im Land eine Kultur des Nicht-Kritisierens. Ich habe für meine Filme eigentlich immer nur Komplimente bekommen, was mich zwar einerseits gefreut hat. Aber ich weiß dass es einiges in „Black King’s Way“ gab, das man hätte besser machen können. Aber es scheint sich niemand zu trauen, etwas negatives zu sagen und das nervt mich. Das ist nicht nur im Amateurbereich der Fall, auch professionelle Filme aus Luxemburg darf und will scheinbar niemand kritisieren. Ich kann mir aber vorstellen, dass jetzt nach zehn Jahren bei der Wiederaufführung ich endlich ehrliche Kritik von den Leuten bekommen werde.

Was wird die Leute bei der Wiederaufführung am 24. April erwarten?
Barnig Da „Black Kings Way“ nur eine Laufzeit von 60 Minuten hat, haben wir beschlossen, noch einen weiteren Film zu zeigen, den wir ebenfalls 2005 veröffentlicht hatten und das ist „31 Min.“ bei dem Yves Steichen Regie führte. Ich und Yves werden an dem Abend vor Ort sein, einiges zu unseren Filmen erzählen und auf die Fragen der Leute eingehen. Anschließend lassen wir den Abend bei dem ein oder anderen Bier ausklingen.

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