Apr 07 2013

Legal oder illegal?

Published by at 21:45 under Lux

SOURCE: http://www.tageblatt.lu

Über diverse Online-Plattformen werden immer häufiger Filme, Songs oder andere Dateien heruntergeladen. Doch die meisten Benutzer sind sich nicht bewusst, dass sie sich hierbei strafbar machen.

Laut dem Urheberrechtsgesetz wird man bestraft, wenn man Daten wissentlich und mit bösartiger oder betrügerischer Absicht herunterlädt. Lex Kaufhold, Direktionsbeauftragter im Urheberrechtsamt, erklärt, dass das sogenannte „Sharing“ eigentlich kein Teilen der Daten ist, sondern eine Kopie der Daten, die man anderen zur Verfügung stellt. „Von ’sharen‘, teilen oder ausleihen kann nicht die Rede sein. Entweder besitzt man einen Gegenstand, verleiht ihn und erhält ihn nach einiger Zeit zurück oder man verschenkt den Gegenstand“, so Lex Kaufhold. Zudem ist das Urheberrecht nicht mit dem Datenschutz zu verwechseln. Beim Urheberrecht werden die Produzenten geschützt und beim Datenschutz geht es um den Schutz der eigenen Daten.

Beim Downloaden von Daten über diverse Internetseiten riskieren die Nutzer Geldstrafen bis zu 500.000 Euro oder eine Gefängnisstrafe zwischen drei Monaten und zwei Jahren. In Luxemburg muss man allerdings erst bei einer Wiederholungstat mit solch einer Strafe rechnen. Hierzulande wurde laut Lex Kaufhold bisher noch keine Privatperson verurteilt.

In unseren Nachbarländern hingegen wird das Downloaden viel strenger bestraft. Bei den Youtube-Videos ist es wiederum anders. Es gibt eine gesetzliche Basis die besagt, dass die Internetuser sich Musikvideos, die urheberrechtlich geschützt sind, ansehen können.

Abkommen wurde unterschrieben

Hierfür hat Youtube ein Abkommen mit der Sacem und Universal Music Publishing International für insgesamt 127 Länder unterschrieben. Erst am Mittwoch wurde bekannt, dass dieses Abkommen unterzeichent wurde. Der Vertrag besagt, dass die Musikproduzenten für ihre Urheberrechte von Youtube bezahlt werden. „Youtube hat mit der Sacem aus Frankreich ein Abkommen unterschrieben, unter das auch Luxemburg fällt. Mit der Gema aus Deutschland wurde bisher aber noch keine Einigung gefunden, weshalb zahlreiche Youtube-Videos in Deutschland für die Benutzer nicht zugänglich sind“, erklärt Kaufhold.

Ein Herunterladen von Youtube-Videos ist indes nicht legal. Damit es zu einem Abkommen über Urheberrechte kommen kann, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Zum einen müssen die Daten für jeden zugänglich sein und zum anderen muss der Verfasser mit der Veröffentlichung einverstanden sein, so Kaufhold.

„Das Verlangen von Urheberrechten ist allerdings nicht obligatorisch. Jeder Künstler, der seine Kunst zum Gratisdownload zur Verfügung stellt, kann dies tun. Strafen beim Herunterladen riskiert man dann keine“, erklärt Kaufhold, der auch findet, dass Strafen, wie es sie im Ausland gibt, nicht gerechtfertigt sind: „Eigentlich müsste man den Leuten eine legale Möglichkeit bieten, um an die verschiedenen Daten, ob Filme, Musik oder eBücher, heranzukommen. Dies würde dann einen geringen Betrag kosten und die Nutzer wären zufrieden.“

Die Welt dreht sich schneller

Das Problem mit dem Kopieren bestehe bereits seit mehrere Jahrzehnte, spiele sich aber auf einer anderen Ebene ab. Um einen Film zu downloaden genügte bisher ein Fernseher und ein VHS-Kasettenrecorder. Viele Haushalte kopierten auf diese Weise ihren Lieblingsfilm, ohne zu wissen, dass sie eine Straftat begingen. Heute dreht sich die Welt allerdings viel schneller und Daten werden in Sekundenschnelle übertragen und können mit einigen Mausklicks runtergeladen werden.

Das Urheberrechtsamt nimmt auch an zahlreichen Seminaren in den einzelnen Schulen teil. Am 25. April findet unter anderem die Journée de la propriété intellectuelle statt, wo die Besucher sich über das Thema Urheberrecht informieren können.

(Philippe Hammelmann/Tageblatt)

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SOURCE: http://www.tageblatt.lu

Über diverse Online-Plattformen werden immer häufiger Filme, Songs oder andere Dateien heruntergeladen. Doch die meisten Benutzer sind sich nicht bewusst, dass sie sich hierbei strafbar machen.

Laut dem Urheberrechtsgesetz wird man bestraft, wenn man Daten wissentlich und mit bösartiger oder betrügerischer Absicht herunterlädt. Lex Kaufhold, Direktionsbeauftragter im Urheberrechtsamt, erklärt, dass das sogenannte „Sharing“ eigentlich kein Teilen der Daten ist, sondern eine Kopie der Daten, die man anderen zur Verfügung stellt. „Von ’sharen‘, teilen oder ausleihen kann nicht die Rede sein. Entweder besitzt man einen Gegenstand, verleiht ihn und erhält ihn nach einiger Zeit zurück oder man verschenkt den Gegenstand“, so Lex Kaufhold. Zudem ist das Urheberrecht nicht mit dem Datenschutz zu verwechseln. Beim Urheberrecht werden die Produzenten geschützt und beim Datenschutz geht es um den Schutz der eigenen Daten.

Beim Downloaden von Daten über diverse Internetseiten riskieren die Nutzer Geldstrafen bis zu 500.000 Euro oder eine Gefängnisstrafe zwischen drei Monaten und zwei Jahren. In Luxemburg muss man allerdings erst bei einer Wiederholungstat mit solch einer Strafe rechnen. Hierzulande wurde laut Lex Kaufhold bisher noch keine Privatperson verurteilt.

In unseren Nachbarländern hingegen wird das Downloaden viel strenger bestraft. Bei den Youtube-Videos ist es wiederum anders. Es gibt eine gesetzliche Basis die besagt, dass die Internetuser sich Musikvideos, die urheberrechtlich geschützt sind, ansehen können.

Abkommen wurde unterschrieben

Hierfür hat Youtube ein Abkommen mit der Sacem und Universal Music Publishing International für insgesamt 127 Länder unterschrieben. Erst am Mittwoch wurde bekannt, dass dieses Abkommen unterzeichent wurde. Der Vertrag besagt, dass die Musikproduzenten für ihre Urheberrechte von Youtube bezahlt werden. „Youtube hat mit der Sacem aus Frankreich ein Abkommen unterschrieben, unter das auch Luxemburg fällt. Mit der Gema aus Deutschland wurde bisher aber noch keine Einigung gefunden, weshalb zahlreiche Youtube-Videos in Deutschland für die Benutzer nicht zugänglich sind“, erklärt Kaufhold.

Ein Herunterladen von Youtube-Videos ist indes nicht legal. Damit es zu einem Abkommen über Urheberrechte kommen kann, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Zum einen müssen die Daten für jeden zugänglich sein und zum anderen muss der Verfasser mit der Veröffentlichung einverstanden sein, so Kaufhold.

„Das Verlangen von Urheberrechten ist allerdings nicht obligatorisch. Jeder Künstler, der seine Kunst zum Gratisdownload zur Verfügung stellt, kann dies tun. Strafen beim Herunterladen riskiert man dann keine“, erklärt Kaufhold, der auch findet, dass Strafen, wie es sie im Ausland gibt, nicht gerechtfertigt sind: „Eigentlich müsste man den Leuten eine legale Möglichkeit bieten, um an die verschiedenen Daten, ob Filme, Musik oder eBücher, heranzukommen. Dies würde dann einen geringen Betrag kosten und die Nutzer wären zufrieden.“

Die Welt dreht sich schneller

Das Problem mit dem Kopieren bestehe bereits seit mehrere Jahrzehnte, spiele sich aber auf einer anderen Ebene ab. Um einen Film zu downloaden genügte bisher ein Fernseher und ein VHS-Kasettenrecorder. Viele Haushalte kopierten auf diese Weise ihren Lieblingsfilm, ohne zu wissen, dass sie eine Straftat begingen. Heute dreht sich die Welt allerdings viel schneller und Daten werden in Sekundenschnelle übertragen und können mit einigen Mausklicks runtergeladen werden.

Das Urheberrechtsamt nimmt auch an zahlreichen Seminaren in den einzelnen Schulen teil. Am 25. April findet unter anderem die Journée de la propriété intellectuelle statt, wo die Besucher sich über das Thema Urheberrecht informieren können.

(Philippe Hammelmann/Tageblatt)

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