Feb 07 2015

Kleines Festival ganz groß

Published by at 00:46 under LuxFilmFest

SOURCE: http://www.tageblatt.lu

Filmliebhaber sollten die Zeitspanne vom 26. Februar bis zum 6. Mai in ihrem Terminkalender schon vormerken. Dann findet das „Luxembourg City Film Festival“ statt.

Mit 66 Filmen und 120 Vorführungen verspricht das „Lux Film Fest“ zum Filmereignis der Extraklasse zu werden. Das neue Logo hat Michel Welfringer gezeichnet, der Designer, der auch das Label der „Quinzaine des réalisateurs“ in Cannes entworfen hat. Man kann bedauern, dass das Luxemburger Filmfestival nun schon zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre seine Identität und seine grafische Darstellung ändert.

Die neue Bezeichnung, knapp vier Jahre nach der Umbenennung des Festivals in „Discovery Zone – Luxembourg Film Festival“, kann auf einen Mangel an Identität und eine verzweifelte Suche nach sich selbst schließen lassen.

“Discovery” irreführend

Diesen Verdacht lassen die Organisatoren um Festival-Direktor Alexis Juncosa nicht auf sich sitzen. „Die Bezeichnung ‘Discovery’ war eher irreführend, weil sie auf ein filmisches Genre schließen ließ, das nicht unseres ist“, verteidigte er die Umbenennung. Die meisten Festivals identifizieren sich stark mit ihrem Austragungsort. So gesehen macht die Umbenennung Sinn. Prestige soll auch der französisch-luxemburgische Adelsexperte Stéphane Bern als Jurymitglied bringen.

Jetzt muss sich das ehrgeizige Festival mit seinem facettenreichen Programm von der breiten Masse der vielen Filmwochen und -preise aus der ganzen Welt abheben. Keine einfache Herausforderung angesichts der erbitterten Schlachten, die sich die einzelnen Veranstalter liefern, um herausragende Filme in ihren jeweiligen Wettbewerb aufnehmen zu können. „Keine Kassenschlager, sondern hochwertiges Kino“, sagen die Veranstalter, die mit ihrer Programmierung auch dem Filmstandort Luxemburg gerecht werden müssen.

Ehrung für den Filmstandort

Deshalb kommt den heimischen Streifen ein ganz besonderer Platz zu. Nichtsdestotrotz müssen sie auch den internationalen Qualitätsansprüchen gerecht werden.

„D’Melodie vum Mier“ von Tomm Moore, der beim „Lux Film Fest“ Premiere feiert, geht in Los Angeles ins Oscar-Rennen. „Les Brigands“ von Frank Hoffmann und Pol Cruchten kam beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken bereits vor einer Woche zu Ehren. Auch „Melody“ von Bernard Bellefroid, das sich mit dem sehr aktuellen Thema der Leihmutterschaft befasst, ist ein Highlight. Die Luxemburger Schauspielerin Vicky Krieps ihrerseits wird in „Das Zimmermädchen Lynn“ von Ingo Haes erwartet.

Die Produktionsgesellschaft Tarantula feiert während des Filmfestivals den 20. Jahrestag ihrer Gründung, und das gleich mit zwei Filmen: Ihr „Baby(a)lone“ von Donato Rottuno wird zum Abschluss des Festivals gezeigt, das von ihr koproduzierte „Secrets of War“ von Dennis Bots gibt Anlass zu einer groß angelegten Geburtstagsparty in den „CarréRotondes“. Der Standort in Hollerich ist einer der Austragungsorte von „Hors les murs“, wenn sich das Filmfestival ins Mudam, in die Abtei Neumünster oder ins Casino exportiert.

Eröffnungsfilm ist „Big Eyes“ von Tim Burton, einer der elf Filme, die außerhalb des offiziellen Wettbewerbs laufen.

Zehn Filme im Wettbewerb

Um den Preis des Festivals wetteifern insgesamt zehn Filme, wobei dem iranischen Filmschaffen eine Sonderstellung eingeräumt wird. Liebhaber werden sich auch „Three Windows And A Hanging“ von Isa Qosja ansehen können, der für den Kosovo ins Oscar-Rennen geht. Hohe Erwartungen werden ebenfalls in die Kurzfilme und den Dokumentarwettbewerb gesetzt.

Luxemburg versteht sich aber nicht nur als Tummelplatz für Filmliebhaber, sondern auch als Einführung zum Film. Das macht es mit den zahlreichen kommentierten und begleiteten Vorführungen für Schulklassen, an denen über 4.500 Schüler teilnehmen werden, sowie mit den organisierten Drehbuch- und Filmkritik-Ateliers und den geplanten Begegnungen mit den Fachleuten.

Gespannt darf man auf den Preis sein, den die siebenköpfige „Jury jeunes“ am Ende verleihen wird. Die letztjährige Jugend-Jury war von ihrem Job so begeistert, dass sie sich dieses Jahr als Jugendreporter bei den Organisatoren verpflichtet hat.

(Claude Wolf)

Comments

comments

SOURCE: http://www.tageblatt.lu

Filmliebhaber sollten die Zeitspanne vom 26. Februar bis zum 6. Mai in ihrem Terminkalender schon vormerken. Dann findet das „Luxembourg City Film Festival“ statt.

Mit 66 Filmen und 120 Vorführungen verspricht das „Lux Film Fest“ zum Filmereignis der Extraklasse zu werden. Das neue Logo hat Michel Welfringer gezeichnet, der Designer, der auch das Label der „Quinzaine des réalisateurs“ in Cannes entworfen hat. Man kann bedauern, dass das Luxemburger Filmfestival nun schon zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre seine Identität und seine grafische Darstellung ändert.

Die neue Bezeichnung, knapp vier Jahre nach der Umbenennung des Festivals in „Discovery Zone – Luxembourg Film Festival“, kann auf einen Mangel an Identität und eine verzweifelte Suche nach sich selbst schließen lassen.

“Discovery” irreführend

Diesen Verdacht lassen die Organisatoren um Festival-Direktor Alexis Juncosa nicht auf sich sitzen. „Die Bezeichnung ‘Discovery’ war eher irreführend, weil sie auf ein filmisches Genre schließen ließ, das nicht unseres ist“, verteidigte er die Umbenennung. Die meisten Festivals identifizieren sich stark mit ihrem Austragungsort. So gesehen macht die Umbenennung Sinn. Prestige soll auch der französisch-luxemburgische Adelsexperte Stéphane Bern als Jurymitglied bringen.

Jetzt muss sich das ehrgeizige Festival mit seinem facettenreichen Programm von der breiten Masse der vielen Filmwochen und -preise aus der ganzen Welt abheben. Keine einfache Herausforderung angesichts der erbitterten Schlachten, die sich die einzelnen Veranstalter liefern, um herausragende Filme in ihren jeweiligen Wettbewerb aufnehmen zu können. „Keine Kassenschlager, sondern hochwertiges Kino“, sagen die Veranstalter, die mit ihrer Programmierung auch dem Filmstandort Luxemburg gerecht werden müssen.

Ehrung für den Filmstandort

Deshalb kommt den heimischen Streifen ein ganz besonderer Platz zu. Nichtsdestotrotz müssen sie auch den internationalen Qualitätsansprüchen gerecht werden.

„D’Melodie vum Mier“ von Tomm Moore, der beim „Lux Film Fest“ Premiere feiert, geht in Los Angeles ins Oscar-Rennen. „Les Brigands“ von Frank Hoffmann und Pol Cruchten kam beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken bereits vor einer Woche zu Ehren. Auch „Melody“ von Bernard Bellefroid, das sich mit dem sehr aktuellen Thema der Leihmutterschaft befasst, ist ein Highlight. Die Luxemburger Schauspielerin Vicky Krieps ihrerseits wird in „Das Zimmermädchen Lynn“ von Ingo Haes erwartet.

Die Produktionsgesellschaft Tarantula feiert während des Filmfestivals den 20. Jahrestag ihrer Gründung, und das gleich mit zwei Filmen: Ihr „Baby(a)lone“ von Donato Rottuno wird zum Abschluss des Festivals gezeigt, das von ihr koproduzierte „Secrets of War“ von Dennis Bots gibt Anlass zu einer groß angelegten Geburtstagsparty in den „CarréRotondes“. Der Standort in Hollerich ist einer der Austragungsorte von „Hors les murs“, wenn sich das Filmfestival ins Mudam, in die Abtei Neumünster oder ins Casino exportiert.

Eröffnungsfilm ist „Big Eyes“ von Tim Burton, einer der elf Filme, die außerhalb des offiziellen Wettbewerbs laufen.

Zehn Filme im Wettbewerb

Um den Preis des Festivals wetteifern insgesamt zehn Filme, wobei dem iranischen Filmschaffen eine Sonderstellung eingeräumt wird. Liebhaber werden sich auch „Three Windows And A Hanging“ von Isa Qosja ansehen können, der für den Kosovo ins Oscar-Rennen geht. Hohe Erwartungen werden ebenfalls in die Kurzfilme und den Dokumentarwettbewerb gesetzt.

Luxemburg versteht sich aber nicht nur als Tummelplatz für Filmliebhaber, sondern auch als Einführung zum Film. Das macht es mit den zahlreichen kommentierten und begleiteten Vorführungen für Schulklassen, an denen über 4.500 Schüler teilnehmen werden, sowie mit den organisierten Drehbuch- und Filmkritik-Ateliers und den geplanten Begegnungen mit den Fachleuten.

Gespannt darf man auf den Preis sein, den die siebenköpfige „Jury jeunes“ am Ende verleihen wird. Die letztjährige Jugend-Jury war von ihrem Job so begeistert, dass sie sich dieses Jahr als Jugendreporter bei den Organisatoren verpflichtet hat.

(Claude Wolf)

Comments

comments

No responses yet

Comments are closed at this time.

Trackback URI |