Mar 06 2015

Talentschmiede

Published by at 01:21 under LuxFilmFest

SOURCE: http://www.journal.lu

Das Kurzfilmprogramm des Luxembourg City Film Festival am Montagabend

Traditionsgemäß bietet das Luxembourg City Film Festival jungen und älteren Talenten die Gelegenheit, ihre erste Regiearbeit, in diesem Fall einen Kurzfilm, einem großen Publikum vorzustellen. Am Montagabend war daher der größte Saal im „Utopolis“ bis auf den letzten Platz gefüllt.

Strandwurst

Cutter Thierry Faber gewann 2003 und 2007 den „Lëtzebuerger Filmpräis“ in der Kategorie „meilleure contribution technique“. Seine erste Regiearbeit „A quoi bon?“ ist demnach von einem gekonnten Schnitt geprägt. Der Fälscher Benoît (Frédéric Frenay) wünscht sich sehnlich, wieder Kontakt zu seiner Tochter Léa aufzunehmen.

Die neue kecke Postbotin Agathe (Julie Savary) nervt ihn anfänglich, doch dann wird sie ihm entscheidend helfen. Eine runde, kohärente Geschichte, die gut interpretiert ist und mit Humor durchwachsen ist, macht aus diesem Erstlingsfilm ein ausgezeichnetes Werk.
„The Clean Up“ von Jesse Allen wurde von dem luxemburgisch-britischen Produzenten Jim Probyn produziert. Zwei Putzfrauen, Paola (Maria Peyramaure) und Alejandra (Alba Ponce de Leon), entdecken den toten Mr. Samuelson (Lynn Berg), der eines nicht würdigen Todes gestorben ist. Um dies zu vertuschen, versuchen die beiden Frauen, ihn anders sterben zu lassen. Der gefällig in Szene gesetzte Film lebt von seinem bitterbösen Humor.

Die Luxemburgerin Sarah Hirtt realisierte die belgische Produktion „Javotte“. Im Lauf der Hochzeit der Mutter von Chris (Muriel Bersy) mit dem stinkreichen Vater von Lucie (Astrid Whettnall) werden die ungleichen Stiefschwestern in einem Kellergewölbe eingeschlossen. Während Chris versucht, einen Ausweg zu finden, kommen sich die beiden Frauen durch alle Missgeschicke näher. Formell ist das Filmchen gut inszeniert, nur fehlt der Geschichte ein Überraschungsmoment. Extrem lustig und originell ist der Trickfilm „Wurst“ des Luxemburgers Carlo Vögele, der bei Pixar arbeitet. Am Strand braten Würste in der Sonne. Eine Wurst-Dame wird vor dem Ertrinken von einem Steak gerettet, der irgendwie an „Baywatch“-Star David Hasselhoff erinnert. „The Light Eater“ ist ein Trickfilm von Sean McCormack (La Fabrique d’Images). Der kleine Albert absorbiert das Licht, wenn er verärgert ist. Erst als seine vom Tod des Vaters verstörte Mutter sich wieder um den kleinen kümmert, kann er normal leben. Fast klassisch gezeichnet, leidet die Geschichte unter nicht klar definierten Figuren.

Wohnwagenpuff

In „Roxy“ von Fabien Colas findet Jeff (Emile Schlesser) seine Mutter, die sich als Roxy (Christine Rausch) in einem Wohnwagen prostituiert. Anstatt sich rein auf diese Geschichte zu basieren, fängt der Film mit einer überflüssigen Streitszene zwischen Jeff und Alek (Nickel Bösenberg) im Café von Lena (Anne Metzler) an. Danach verfehlt die Grundidee ihr Ziel.

In „Morgue“ von Laurent Prim, von Feierblumm Productions a.s.b.l. produziert, streiten sich Max (Jules Werner) und seine Frau Anne (Fabienne Hollwege) über ihre zerbrochen Ehe, während sie ihre tote Tochter im Leichenhaus identifizieren. Auch hier ist sich der Regisseur nicht konsequent in der Erzählung, die von den Anfällen der beiden Streitenden dominiert wird.„Override“ von Juan Aguilar ist ein bizarres kompliziertes Filmchen über einen Transgender, Alex (Carine und Pierre Kolber), der als Junge geboren, als Mädchen groß gezogen und schließlich wieder zum Mann wird.„Le miroir des apparences“ ist der erste Film von Schauspieler Serge Wolfsperger, alias Serge Wolf. Die Basis des Films ist das Tanzspektakel „Männertanz“ von Jean-Guillaume Weis. Was Wolf den Zuschauern beweisen wollte, ist ein großes Rätsel, außer vielleicht, man ist mit der Entstehungsgeschichte der Choreografie vertraut.

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Das Kurzfilmprogramm des Luxembourg City Film Festival am Montagabend

Traditionsgemäß bietet das Luxembourg City Film Festival jungen und älteren Talenten die Gelegenheit, ihre erste Regiearbeit, in diesem Fall einen Kurzfilm, einem großen Publikum vorzustellen. Am Montagabend war daher der größte Saal im „Utopolis“ bis auf den letzten Platz gefüllt.

Strandwurst

Cutter Thierry Faber gewann 2003 und 2007 den „Lëtzebuerger Filmpräis“ in der Kategorie „meilleure contribution technique“. Seine erste Regiearbeit „A quoi bon?“ ist demnach von einem gekonnten Schnitt geprägt. Der Fälscher Benoît (Frédéric Frenay) wünscht sich sehnlich, wieder Kontakt zu seiner Tochter Léa aufzunehmen.

Die neue kecke Postbotin Agathe (Julie Savary) nervt ihn anfänglich, doch dann wird sie ihm entscheidend helfen. Eine runde, kohärente Geschichte, die gut interpretiert ist und mit Humor durchwachsen ist, macht aus diesem Erstlingsfilm ein ausgezeichnetes Werk.
„The Clean Up“ von Jesse Allen wurde von dem luxemburgisch-britischen Produzenten Jim Probyn produziert. Zwei Putzfrauen, Paola (Maria Peyramaure) und Alejandra (Alba Ponce de Leon), entdecken den toten Mr. Samuelson (Lynn Berg), der eines nicht würdigen Todes gestorben ist. Um dies zu vertuschen, versuchen die beiden Frauen, ihn anders sterben zu lassen. Der gefällig in Szene gesetzte Film lebt von seinem bitterbösen Humor.

Die Luxemburgerin Sarah Hirtt realisierte die belgische Produktion „Javotte“. Im Lauf der Hochzeit der Mutter von Chris (Muriel Bersy) mit dem stinkreichen Vater von Lucie (Astrid Whettnall) werden die ungleichen Stiefschwestern in einem Kellergewölbe eingeschlossen. Während Chris versucht, einen Ausweg zu finden, kommen sich die beiden Frauen durch alle Missgeschicke näher. Formell ist das Filmchen gut inszeniert, nur fehlt der Geschichte ein Überraschungsmoment. Extrem lustig und originell ist der Trickfilm „Wurst“ des Luxemburgers Carlo Vögele, der bei Pixar arbeitet. Am Strand braten Würste in der Sonne. Eine Wurst-Dame wird vor dem Ertrinken von einem Steak gerettet, der irgendwie an „Baywatch“-Star David Hasselhoff erinnert. „The Light Eater“ ist ein Trickfilm von Sean McCormack (La Fabrique d’Images). Der kleine Albert absorbiert das Licht, wenn er verärgert ist. Erst als seine vom Tod des Vaters verstörte Mutter sich wieder um den kleinen kümmert, kann er normal leben. Fast klassisch gezeichnet, leidet die Geschichte unter nicht klar definierten Figuren.

Wohnwagenpuff

In „Roxy“ von Fabien Colas findet Jeff (Emile Schlesser) seine Mutter, die sich als Roxy (Christine Rausch) in einem Wohnwagen prostituiert. Anstatt sich rein auf diese Geschichte zu basieren, fängt der Film mit einer überflüssigen Streitszene zwischen Jeff und Alek (Nickel Bösenberg) im Café von Lena (Anne Metzler) an. Danach verfehlt die Grundidee ihr Ziel.

In „Morgue“ von Laurent Prim, von Feierblumm Productions a.s.b.l. produziert, streiten sich Max (Jules Werner) und seine Frau Anne (Fabienne Hollwege) über ihre zerbrochen Ehe, während sie ihre tote Tochter im Leichenhaus identifizieren. Auch hier ist sich der Regisseur nicht konsequent in der Erzählung, die von den Anfällen der beiden Streitenden dominiert wird.„Override“ von Juan Aguilar ist ein bizarres kompliziertes Filmchen über einen Transgender, Alex (Carine und Pierre Kolber), der als Junge geboren, als Mädchen groß gezogen und schließlich wieder zum Mann wird.„Le miroir des apparences“ ist der erste Film von Schauspieler Serge Wolfsperger, alias Serge Wolf. Die Basis des Films ist das Tanzspektakel „Männertanz“ von Jean-Guillaume Weis. Was Wolf den Zuschauern beweisen wollte, ist ein großes Rätsel, außer vielleicht, man ist mit der Entstehungsgeschichte der Choreografie vertraut.

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