Jan 17 2013

Die Kraft der zwei M

Published by at 01:27 under Music

SOURCE: http://www.journal.lu

m&m

Die Jung-Filmemacher Marc Simon und Marc Weber über ihre aktuellen Projekte

Die beiden Filmemacher Marc Simon und Marc Weber arbeiten zurzeit in Österreichs Hauptstadt Wien. In ihrem letzten Interview mit dem „Journal“, das sie vor fast genau einem Jahr geführt haben, hatten sie einige Projekte mit luxemburgischen Künstlern angekündigt. Vor kurzem wurde jetzt der von ihnen realisierte Videoclip zum Titel „Dreams“ des Musikprojekts „Color of Dreams“ veröffentlicht. In der jüngsten Vergangenheit machten die beiden Marc’s übrigens mit Musikvideos positiv auf sich aufmerksam, die sogar den Sprung ins Programm angesagter österreichischer Musiksender geschafft haben. Über ihr neuestes Musikvideo sowie ihren erfolgreichen Kurzfilm „Dinner für Gewinner“ gaben sie dem „Journal“ Auskunft.

Ihr habt kurz vor dem Video-Release von „Dreams“ einen weiteren Clip von der luxemburgischen Band „The Fitness“ realisiert. Bei „The Fitness“ seid Ihr ja sehr stark persönlich involviert; wie kam die Zusammenarbeit mit der Band „Color of Art“ zustande?

Marc Simon/ Marc Weber: Unsere Zusammenarbeit mit „Color of Art“ kam durch Ben Jacobi, dem Gründer des Projekts, zustande; Ben ist auch Frontmann der Band „The Fitness“. Wir kennen uns schon seit einigen Jahren und haben schon vor zwei Jahren für seine vorherige Band „Cold Crash“ den Clip zu der Single „All I wanna know“ gedreht, was gleichzeitig auch unser erstes Musikvideo war. Uns verbindet auf jeden Fall auch abseits der Musik und den Musikclips eine Freundschaft, die schon lange, bevor wir angefangen haben Videos zu drehen, entstanden ist. Jedenfalls hat Ben uns während der Dreharbeiten zum neuen Video für „The Fitness“ die erste Version von „Dreams“vorgespielt und uns von seinen Plänen erzählt, das Lied in Verbindung mit einem Musikvideo rauszubringen. Wir waren diesbezüglich seine ersten Ansprechpartner.

Ist es wichtig, dass Euch der Musik-Titel auch persönlich zusagt, zu dem Ihr ein Video dreht?

Simon/Weber : Ja, das ist uns schon sehr wichtig, da man schon ein Gefühl für den Song und die Band entwickeln muss, wenn man ein gutes Musikvideo realisieren will. Ein gutes Video ist für uns ein Video, das die visuelle Identität der Band und ihrer Musik unterstreicht, ohne zu sehr aufgesetzt zu wirken. Wir versuchen uns gezielt mit den Menschen und ihrer Musik auseinander zu setzen, um so dem ganzen mehr Tiefe geben zu können.
Dies ist natürlich sehr viel einfacher, wenn einem die Musik der Band gefällt. Uns ist immer auch die menschliche Ebene bei der Arbeit sehr wichtig: Es soll vor, während und nach den Dreharbeiten eine Art freundschaftliches Miteinander zwischen allen Beteiligten stattfinden. Während der Konzeptentwicklung und den Dreharbeiten sollte im Idealfall ein gewisser „Flow“ entstehen, der dem Video einen gewissen Charakter gibt. Der Clip geht mit der Musik eine Art Symbiose ein.
Das kann sich dann auf ganz unterschiedliche Arten in den Videos widerspiegeln. Videos wie „Familiar Thing“ von „Dawa“ oder eben „Dreams“sind eher auf einer gefühlvolleren Ebene anzusiedeln, ganz im Gegensatz beispielsweise zu den Videos für die Band „The Fitness“, deren Videos sehr humoristisch und jederzeit mit einem zwinkernden Auge zu betrachten sind. Es war für uns jedesmal wichtig, zu den Liedern, die uns alle auf ihre eigene Art und Weise gefallen haben, ein Konzept zu entwickeln, das der Band und dem Lied ein eigenes Gesicht gibt.
Insbesondere bei „The Fitness“ ist dies eine spannende Aufgabe, da es sich ja nicht um einzelne unabhängige Musikvideos handelt, sondern die Band aus Kunstfiguren besteht, die in den Musikvideos zum Leben erweckt werde. Schaut man sich all diese Videos hintereinander an, so erzählen die Clips die ganze Geschichte – von der Entstehung bis zum Ende von „The Fitness“.

„Dreams“ wurde in Schwarz/Weiß gedreht, hätten Farbbilder womöglich der atmosphärischen Dichte des Songs nicht Rechnung getragen?

Simon/Weber: Wir haben uns bei „Dreams“ einerseits für den Schwarz/Weiß Look entschieden, weil wir von Anfang an beim Durchhören so ein düsteres, beklemmendes Gefühl hatten. Das Lied hat eine depressive Grundstimmung, die in Farbbildern nicht so rübergekommen wäre. Uns war deswegen schon klar, bevor wir überhaupt ein festes Konzept für das Video hatten, dass wir es wohl in Schwarz/Weiß drehen werden. Da das Video ja das Thema „Selbstmord“ behandelt, das in Luxemburg nach wie vor noch als Tabuthema gilt, war es uns dann noch klarer, dass man dies wohl nicht so gut in Farbbildern rüberbringen kann. Zudem soll das ganze Video ja eher wie eine Traumlandschaft rüberkommen und nicht unbedingt mit der Realität, die wir ja in Farbe wahrnehmen, verschmelzen.
Ein Schwarz/Weiß-Video hat andererseits sicherlich auch logistische Vorteile, da man weniger auf die Belichtung achten muss – normale Taschenlampen reichen aus. Bei einem Farbvideo ist das natürlich nicht so einfach. Wir müssen auch meist gänzlich ohne Budget auskommen, was bedeutet, dass sich unsere Konzepte immer unseren beschränkten finanziellen Möglichkeiten anpassen müssen.

Der Kurzfilm „Dinner für Gewinner“, der 2012 veröffentlicht wurde, lief auf einigen Festivals. Wie hoch stehen die Chancen, dass der Streifen einmal in einem luxemburgischen Kino zu sehen sein wird, z.B. im Rahmen des DicoveryZone-Festivals?

Simon/Weber: Wir müssen ehrlich gestehen, dass wir vom DiscoveryZone-Festivals nicht viel mitbekommen haben, da wir die meiste Zeit in Wien sind. Das Festival haben wir erst vor kurzem selbst auf Facebook entdeckt. Es wäre für uns eine große Ehre, wenn ein Kurzfilm von uns auch in einem luxemburgischen Kino oder auf einem luxemburgischen Festival gezeigt werden würde. Wir hätten „Dinner für Gewinner“ sehr gerne auf dem Discovery Zone-Festivals eingereicht, haben jedoch nirgends Bewerbungsformulare oder dergleichen für das luxemburgische Festivals gefunden. Unglücklicherweise haben wir in Luxemburg gar keine Ansprechpartner, die uns bisher diesbezüglich weiterhelfen konnten. Aber wir hoffen, dass sich das in Zukunft bessern wird.pav

www.facebook.com/MandMvideosOFFICIAL

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Die beiden Filmemacher Marc Simon und Marc Weber arbeiten zurzeit in Österreichs Hauptstadt Wien. In ihrem letzten Interview mit dem „Journal“, das sie vor fast genau einem Jahr geführt haben, hatten sie einige Projekte mit luxemburgischen Künstlern angekündigt. Vor kurzem wurde jetzt der von ihnen realisierte Videoclip zum Titel „Dreams“ des Musikprojekts „Color of Dreams“ veröffentlicht. In der jüngsten Vergangenheit machten die beiden Marc’s übrigens mit Musikvideos positiv auf sich aufmerksam, die sogar den Sprung ins Programm angesagter österreichischer Musiksender geschafft haben. Über ihr neuestes Musikvideo sowie ihren erfolgreichen Kurzfilm „Dinner für Gewinner“ gaben sie dem „Journal“ Auskunft.

Ihr habt kurz vor dem Video-Release von „Dreams“ einen weiteren Clip von der luxemburgischen Band „The Fitness“ realisiert. Bei „The Fitness“ seid Ihr ja sehr stark persönlich involviert; wie kam die Zusammenarbeit mit der Band „Color of Art“ zustande?

Marc Simon/ Marc Weber: Unsere Zusammenarbeit mit „Color of Art“ kam durch Ben Jacobi, dem Gründer des Projekts, zustande; Ben ist auch Frontmann der Band „The Fitness“. Wir kennen uns schon seit einigen Jahren und haben schon vor zwei Jahren für seine vorherige Band „Cold Crash“ den Clip zu der Single „All I wanna know“ gedreht, was gleichzeitig auch unser erstes Musikvideo war. Uns verbindet auf jeden Fall auch abseits der Musik und den Musikclips eine Freundschaft, die schon lange, bevor wir angefangen haben Videos zu drehen, entstanden ist. Jedenfalls hat Ben uns während der Dreharbeiten zum neuen Video für „The Fitness“ die erste Version von „Dreams“vorgespielt und uns von seinen Plänen erzählt, das Lied in Verbindung mit einem Musikvideo rauszubringen. Wir waren diesbezüglich seine ersten Ansprechpartner.

Ist es wichtig, dass Euch der Musik-Titel auch persönlich zusagt, zu dem Ihr ein Video dreht?

Simon/Weber : Ja, das ist uns schon sehr wichtig, da man schon ein Gefühl für den Song und die Band entwickeln muss, wenn man ein gutes Musikvideo realisieren will. Ein gutes Video ist für uns ein Video, das die visuelle Identität der Band und ihrer Musik unterstreicht, ohne zu sehr aufgesetzt zu wirken. Wir versuchen uns gezielt mit den Menschen und ihrer Musik auseinander zu setzen, um so dem ganzen mehr Tiefe geben zu können.
Dies ist natürlich sehr viel einfacher, wenn einem die Musik der Band gefällt. Uns ist immer auch die menschliche Ebene bei der Arbeit sehr wichtig: Es soll vor, während und nach den Dreharbeiten eine Art freundschaftliches Miteinander zwischen allen Beteiligten stattfinden. Während der Konzeptentwicklung und den Dreharbeiten sollte im Idealfall ein gewisser „Flow“ entstehen, der dem Video einen gewissen Charakter gibt. Der Clip geht mit der Musik eine Art Symbiose ein.
Das kann sich dann auf ganz unterschiedliche Arten in den Videos widerspiegeln. Videos wie „Familiar Thing“ von „Dawa“ oder eben „Dreams“sind eher auf einer gefühlvolleren Ebene anzusiedeln, ganz im Gegensatz beispielsweise zu den Videos für die Band „The Fitness“, deren Videos sehr humoristisch und jederzeit mit einem zwinkernden Auge zu betrachten sind. Es war für uns jedesmal wichtig, zu den Liedern, die uns alle auf ihre eigene Art und Weise gefallen haben, ein Konzept zu entwickeln, das der Band und dem Lied ein eigenes Gesicht gibt.
Insbesondere bei „The Fitness“ ist dies eine spannende Aufgabe, da es sich ja nicht um einzelne unabhängige Musikvideos handelt, sondern die Band aus Kunstfiguren besteht, die in den Musikvideos zum Leben erweckt werde. Schaut man sich all diese Videos hintereinander an, so erzählen die Clips die ganze Geschichte – von der Entstehung bis zum Ende von „The Fitness“.

„Dreams“ wurde in Schwarz/Weiß gedreht, hätten Farbbilder womöglich der atmosphärischen Dichte des Songs nicht Rechnung getragen?

Simon/Weber: Wir haben uns bei „Dreams“ einerseits für den Schwarz/Weiß Look entschieden, weil wir von Anfang an beim Durchhören so ein düsteres, beklemmendes Gefühl hatten. Das Lied hat eine depressive Grundstimmung, die in Farbbildern nicht so rübergekommen wäre. Uns war deswegen schon klar, bevor wir überhaupt ein festes Konzept für das Video hatten, dass wir es wohl in Schwarz/Weiß drehen werden. Da das Video ja das Thema „Selbstmord“ behandelt, das in Luxemburg nach wie vor noch als Tabuthema gilt, war es uns dann noch klarer, dass man dies wohl nicht so gut in Farbbildern rüberbringen kann. Zudem soll das ganze Video ja eher wie eine Traumlandschaft rüberkommen und nicht unbedingt mit der Realität, die wir ja in Farbe wahrnehmen, verschmelzen.
Ein Schwarz/Weiß-Video hat andererseits sicherlich auch logistische Vorteile, da man weniger auf die Belichtung achten muss – normale Taschenlampen reichen aus. Bei einem Farbvideo ist das natürlich nicht so einfach. Wir müssen auch meist gänzlich ohne Budget auskommen, was bedeutet, dass sich unsere Konzepte immer unseren beschränkten finanziellen Möglichkeiten anpassen müssen.

Der Kurzfilm „Dinner für Gewinner“, der 2012 veröffentlicht wurde, lief auf einigen Festivals. Wie hoch stehen die Chancen, dass der Streifen einmal in einem luxemburgischen Kino zu sehen sein wird, z.B. im Rahmen des DicoveryZone-Festivals?

Simon/Weber: Wir müssen ehrlich gestehen, dass wir vom DiscoveryZone-Festivals nicht viel mitbekommen haben, da wir die meiste Zeit in Wien sind. Das Festival haben wir erst vor kurzem selbst auf Facebook entdeckt. Es wäre für uns eine große Ehre, wenn ein Kurzfilm von uns auch in einem luxemburgischen Kino oder auf einem luxemburgischen Festival gezeigt werden würde. Wir hätten „Dinner für Gewinner“ sehr gerne auf dem Discovery Zone-Festivals eingereicht, haben jedoch nirgends Bewerbungsformulare oder dergleichen für das luxemburgische Festivals gefunden. Unglücklicherweise haben wir in Luxemburg gar keine Ansprechpartner, die uns bisher diesbezüglich weiterhelfen konnten. Aber wir hoffen, dass sich das in Zukunft bessern wird.pav

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