Mar 28 2015

Fausti: Legende in Bild und Ton

Published by at 01:56 under PTD

SOURCE: http://www.wort.lu

Von Thierry Hick

Mit dem „Superjhemp“ gehört Fausti wohl für einzelne Generationen zu den populärsten Persönlichkeiten Luxemburgs. Kein Wunder, dass Filmemacher Andy Bausch dem unermüdlichen Entertainer einen neuen Dokumentarfilm gewidmet hat.

„Bei meinen Filmen interessiere ich mich oft für Menschen, die eine Pionierarbeit geleistet haben. Fausti ist einer von denen, denn um sich für eine Entertainer-Karriere im konservativen Luxemburg von damals zu entscheiden, gehörte schon Mut“, unterstreicht Andy Bausch. „Auch wenn ich nicht viel über sein Leben und seine Arbeit wusste, war ich von seiner unermüdlichen Energie einfach nur begeistert.“

„Fuesparty mam Fausti“, „Zwou Bulle Mokka“, die Teilnahme an der „Päischtcroisière“: Bilder, die die Persönlichkeit und den Mythos Fausti jahrelang geprägt haben. Wer weiß jedoch heute noch, dass Faustino Cima, 1940 in der Hauptstadt geboren, seine Karriere als Schlagzeuger in den verschiedensten Kabaretten gestartet hat? Wer weiß heute noch, dass Fausti nicht nur E-Orgel spielt, sondern sich mit der Violine, der Klarinette und der Harmonika sowie vor allem als Schlagzeuger einen Namen gemacht hat und sich nie nur auf die so genannte U-Musik beschränken wollte?

Bauschs Anliegen ist es, die unzähligen Facetten des Vollblutmusikers mit einem scharfen Blick zu belichten. Über das rein Illustrative hinaus will der Filmregisseur eine Geschichte um die Figur erzählen. Dass manche Interviewpartner nicht an Kritik sparen, wenn sie über den Musiker reden, gehört zu den Spielregeln. „Jeder darf über mich sagen, was er will, das ist sein gutes Recht und seine eigene Verantwortung“, erklärt seinerseits Fausti.

Kritisch-humorvoller Blick 
und Respekt

„Anfangs war er misstrauisch, er glaubte, ich wolle ihm in meinem Film Schlechtes antun. Mich auf ein rein positives Bild des Musikers zu beschränken, war nicht mein Ziel“, so Andy Bausch, „ich wollte doch immer sein Leben mit Respekt belichten. Nachdem er den Film gesehen hatte, war Fausti jedoch begeistert.“

Wie üblich bei Andy Bausch wechseln sich Interviews mit historischem und inszeniertem Bildmaterial ab. Dazwischen einige fiktive Szenen. In der Dokumentation werden die Zeitabschnitte der 60-jährigen Karriere Faustis mal ernst, mal sehr humorvoll dargestellt. „Ein witziger Film um eine witzige Person schien mir der richtige Weg zu sein.“

Für diesen neuen Streifen konnte der Regisseur Andy Bausch auf Rushs seines „Entrée d’artistes“-Dokumentarfilms zurückgreifen: „Damals erzählte Fausti mir genau dieselben Geschichten mit denselben Worten wie heute.“ So dass ein reibungsloses Hin und Her zwischen den Interviews von 
2007 und den während der 2014er-„Päischt-Croisière“ geführten möglich war.

Ein Dutzend Weggefährten des Entertainers kommen zu Wort: 
Ernie Hammes, Änder Hirtt, Al Ginter, Erny Delosch, Tony Schuster … Jang Linster, langjähriger Komplize, kommt zwar im Film vor, wird erstaunlicherweise jedoch nicht interviewt. „Trotz mehrerer Anfragen gab es seinerseits kein Interesse“, erklärt Bausch. Eventuelle Eifersucht und Fragen rund um Autorenrechte werden erwähnt. „Es gibt viele andere Personen, die vieles über mich erzählen könnten“, bedauert Fausti.

„Et geet elo 
duer“

Nach mehr als 60 Jahren Bühnenpräsenz will sich der 75-jährige Allround-Musiker von der Bühne verabschieden. „Et geet elo 
duer“, so Fausti. Bleibt nun zur Erinnerung ein humorvolles, nostalgisches und Bausch-typisches Porträt.

Dokumentarfilm (Luxemburg 2015). Regie: Andy Bausch. Kamera: Carlo Thiel. Produktion: Juliette Films. 90 Minuten. Ohne Altersbeschränkung.

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Von Thierry Hick

Mit dem „Superjhemp“ gehört Fausti wohl für einzelne Generationen zu den populärsten Persönlichkeiten Luxemburgs. Kein Wunder, dass Filmemacher Andy Bausch dem unermüdlichen Entertainer einen neuen Dokumentarfilm gewidmet hat.

„Bei meinen Filmen interessiere ich mich oft für Menschen, die eine Pionierarbeit geleistet haben. Fausti ist einer von denen, denn um sich für eine Entertainer-Karriere im konservativen Luxemburg von damals zu entscheiden, gehörte schon Mut“, unterstreicht Andy Bausch. „Auch wenn ich nicht viel über sein Leben und seine Arbeit wusste, war ich von seiner unermüdlichen Energie einfach nur begeistert.“

„Fuesparty mam Fausti“, „Zwou Bulle Mokka“, die Teilnahme an der „Päischtcroisière“: Bilder, die die Persönlichkeit und den Mythos Fausti jahrelang geprägt haben. Wer weiß jedoch heute noch, dass Faustino Cima, 1940 in der Hauptstadt geboren, seine Karriere als Schlagzeuger in den verschiedensten Kabaretten gestartet hat? Wer weiß heute noch, dass Fausti nicht nur E-Orgel spielt, sondern sich mit der Violine, der Klarinette und der Harmonika sowie vor allem als Schlagzeuger einen Namen gemacht hat und sich nie nur auf die so genannte U-Musik beschränken wollte?

Bauschs Anliegen ist es, die unzähligen Facetten des Vollblutmusikers mit einem scharfen Blick zu belichten. Über das rein Illustrative hinaus will der Filmregisseur eine Geschichte um die Figur erzählen. Dass manche Interviewpartner nicht an Kritik sparen, wenn sie über den Musiker reden, gehört zu den Spielregeln. „Jeder darf über mich sagen, was er will, das ist sein gutes Recht und seine eigene Verantwortung“, erklärt seinerseits Fausti.

Kritisch-humorvoller Blick 
und Respekt

„Anfangs war er misstrauisch, er glaubte, ich wolle ihm in meinem Film Schlechtes antun. Mich auf ein rein positives Bild des Musikers zu beschränken, war nicht mein Ziel“, so Andy Bausch, „ich wollte doch immer sein Leben mit Respekt belichten. Nachdem er den Film gesehen hatte, war Fausti jedoch begeistert.“

Wie üblich bei Andy Bausch wechseln sich Interviews mit historischem und inszeniertem Bildmaterial ab. Dazwischen einige fiktive Szenen. In der Dokumentation werden die Zeitabschnitte der 60-jährigen Karriere Faustis mal ernst, mal sehr humorvoll dargestellt. „Ein witziger Film um eine witzige Person schien mir der richtige Weg zu sein.“

Für diesen neuen Streifen konnte der Regisseur Andy Bausch auf Rushs seines „Entrée d’artistes“-Dokumentarfilms zurückgreifen: „Damals erzählte Fausti mir genau dieselben Geschichten mit denselben Worten wie heute.“ So dass ein reibungsloses Hin und Her zwischen den Interviews von 
2007 und den während der 2014er-„Päischt-Croisière“ geführten möglich war.

Ein Dutzend Weggefährten des Entertainers kommen zu Wort: 
Ernie Hammes, Änder Hirtt, Al Ginter, Erny Delosch, Tony Schuster … Jang Linster, langjähriger Komplize, kommt zwar im Film vor, wird erstaunlicherweise jedoch nicht interviewt. „Trotz mehrerer Anfragen gab es seinerseits kein Interesse“, erklärt Bausch. Eventuelle Eifersucht und Fragen rund um Autorenrechte werden erwähnt. „Es gibt viele andere Personen, die vieles über mich erzählen könnten“, bedauert Fausti.

„Et geet elo 
duer“

Nach mehr als 60 Jahren Bühnenpräsenz will sich der 75-jährige Allround-Musiker von der Bühne verabschieden. „Et geet elo 
duer“, so Fausti. Bleibt nun zur Erinnerung ein humorvolles, nostalgisches und Bausch-typisches Porträt.

Dokumentarfilm (Luxemburg 2015). Regie: Andy Bausch. Kamera: Carlo Thiel. Produktion: Juliette Films. 90 Minuten. Ohne Altersbeschränkung.

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