Aug 23 2014

Beleuchtete Korridore

Published by at 01:45 under Samsa

SOURCE: http://www.journal.lu

ESCH-ALZETTE – PATRICK VERSALL

Am Filmset von „Eng nei Zäit“

Schmucklose weiße Kunststoffzelte verharren im Schatten des Gemeindehauses der Stadt Esch/Alzette. Im Innern stehen leb- und trostlos einige Holztische herum, auf denen sich Dosen und Flakons türmen, daneben Kleiderständer, die fast unter dem Gewicht der Hüte, Hosen und Mäntel zusammenbrechen. Auf den zweiten Blick entpuppt sich das Zelt als Mischung zwischen Fundus und Maske für die Samsa-Kooproduktion „Eng nei Zäit“, die der luxemburgische Filmemacher Christophe Wagner bis Mitte September in Luxemburg und im belgisch-luxemburgischen Grenzgebiet dreht.

Die Uhr zeigt 9.33 an. An den menschenleeren Zelten, wo bis vor wenigen Minuten Darsteller und Komparsen für den heutigen Drehtag eingekleidet wurden huscht Hauptdarsteller Luc Schiltz, der die Hauptfigur Jules spielt, vorbei. Schnell grüßt er zwei Filmsetmitarbeiter und ersteigt im Eiltempo die Treppen des Gemeindehauses.

Dreharbeiten in Esch und Echternach

In der zweitgrößten Stadt des Landes hat sich Christophe Wagner und seine Crew für ein paar Tage eingenistet. In einem Korridor auf der zweiten Etage des Stadthauses haben Toningenieure, Kameramänner und Beleuchter ihr schweres Material aufgebaut; Regisseur Wagner wuselt zwischen Scheinwerfern und Kabeln, bespricht letzte Details mit seinen Assistenten, ehe er alle Anwesenden zur Ruhe mahnt.

Der „Doudege Wénkel“-Filmemacher lässt eine Szene proben, die im dritten Viertel des Drehbuchs zu finden ist. Der Hauptprotagonist Jules sitzt auf einer kargen Holzbank Seite an Seite mit Emile Krieps und warten, dass sie im Nachkriegs-Luxemburg zum Verhör in ein Büro der Geheimpolizei gebeten werden. Krieps tritt in das Büro ein, um eine knappe Minuten später von zwei Beamten abgeführt zu werden. Die Kameralinse fokussiert die ganze Zeit den Hauptprotagonisten, der, in Gedanken verloren auf der Bank sitzend sich eine Zigarette anzündet und genussvoll am Glimmstängel zieht. Unterbrechung. Eine Maskenbildnerin rennt zu den Darstellern, die Beleuchter adjustieren die Scheinwerfer, der Toningenieur gibt letzte Anweisungen an seinen Tonangler.
Christophe Wagner lässt die Szene noch ein weiteres Mal proben, ehe Totenstille einkehrt und die Klappe fällt. In dieser Woche kann man die Crew u.a. in Echternach antreffen, wo das Gymnasium als Kulisse für die 3,5 Millionen-Produktion dient.

Neben Echternach und Esch-Alzette wird auch in der Hauptstadt, Wiltz und Vianden gedreht. „Eng nei Zäit“ soll im Herbst 2015 in die luxemburgischen Kinos kommen.

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ESCH-ALZETTE – PATRICK VERSALL

Am Filmset von „Eng nei Zäit“

Schmucklose weiße Kunststoffzelte verharren im Schatten des Gemeindehauses der Stadt Esch/Alzette. Im Innern stehen leb- und trostlos einige Holztische herum, auf denen sich Dosen und Flakons türmen, daneben Kleiderständer, die fast unter dem Gewicht der Hüte, Hosen und Mäntel zusammenbrechen. Auf den zweiten Blick entpuppt sich das Zelt als Mischung zwischen Fundus und Maske für die Samsa-Kooproduktion „Eng nei Zäit“, die der luxemburgische Filmemacher Christophe Wagner bis Mitte September in Luxemburg und im belgisch-luxemburgischen Grenzgebiet dreht.

Die Uhr zeigt 9.33 an. An den menschenleeren Zelten, wo bis vor wenigen Minuten Darsteller und Komparsen für den heutigen Drehtag eingekleidet wurden huscht Hauptdarsteller Luc Schiltz, der die Hauptfigur Jules spielt, vorbei. Schnell grüßt er zwei Filmsetmitarbeiter und ersteigt im Eiltempo die Treppen des Gemeindehauses.

Dreharbeiten in Esch und Echternach

In der zweitgrößten Stadt des Landes hat sich Christophe Wagner und seine Crew für ein paar Tage eingenistet. In einem Korridor auf der zweiten Etage des Stadthauses haben Toningenieure, Kameramänner und Beleuchter ihr schweres Material aufgebaut; Regisseur Wagner wuselt zwischen Scheinwerfern und Kabeln, bespricht letzte Details mit seinen Assistenten, ehe er alle Anwesenden zur Ruhe mahnt.

Der „Doudege Wénkel“-Filmemacher lässt eine Szene proben, die im dritten Viertel des Drehbuchs zu finden ist. Der Hauptprotagonist Jules sitzt auf einer kargen Holzbank Seite an Seite mit Emile Krieps und warten, dass sie im Nachkriegs-Luxemburg zum Verhör in ein Büro der Geheimpolizei gebeten werden. Krieps tritt in das Büro ein, um eine knappe Minuten später von zwei Beamten abgeführt zu werden. Die Kameralinse fokussiert die ganze Zeit den Hauptprotagonisten, der, in Gedanken verloren auf der Bank sitzend sich eine Zigarette anzündet und genussvoll am Glimmstängel zieht. Unterbrechung. Eine Maskenbildnerin rennt zu den Darstellern, die Beleuchter adjustieren die Scheinwerfer, der Toningenieur gibt letzte Anweisungen an seinen Tonangler.
Christophe Wagner lässt die Szene noch ein weiteres Mal proben, ehe Totenstille einkehrt und die Klappe fällt. In dieser Woche kann man die Crew u.a. in Echternach antreffen, wo das Gymnasium als Kulisse für die 3,5 Millionen-Produktion dient.

Neben Echternach und Esch-Alzette wird auch in der Hauptstadt, Wiltz und Vianden gedreht. „Eng nei Zäit“ soll im Herbst 2015 in die luxemburgischen Kinos kommen.

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