Sep 21 2012

Endlich ein Thriller «made in Luxembourg»!

Published by at 01:22 under Samsa

SOURCE: http://www.wort.lu

Mit «Doudege Wénkel» gelingt Regisseur Christophe Wagner die Spielfilm-Premiere

Die Erwartungen der Öffentlichkeit waren hoch – und sie werden nicht enttäuscht. Mit «Doudege Wénkel», dem ersten abendfüllenden Film von Jungregisseur Christophe Wagner gibt es erstmals einen Thriller in luxemburgischer Sprache. Der Kinostart ist für den 3. Oktober vorgesehen, die Presse durfte den Streifen bereits am Mittwoch sehen. Als Darsteller hat Wagner zwei alte Hasen verpflichtet: André Jung, der den eigenwilligen Inspektor Hastert verkörpert, und Jules Werner in der Rolle des gewalttätigen, undisziplinierten Polizisten Olivier.

Zu Beginn des Films wird Olivier wegen eines Übergriffs auf einen Kollegen vom Dienst suspendiert. Kurz darauf fällt sein Bruder Tom, ein mustergültiger Polizist, einem Mord zum Opfer. Olivier gelingt es, dem Ermittlungsteam von Inspektor Hastert zugeordnet zu werden und recherchiert in der Mordsache. Die Ermittlungen führen in eine unerwartete Richtung, nämlich in die Halbwelt der Prostitution, der undurchsichtigen Finanzgeschäfte und der vergessen geglaubten Skandale.

Eine Paraderolle für Jules Werner

Der Film ist weit entfernt vom «Krimi» eines Paul Scheuer, «Congé fir e mord», oder von Andy Bauschs «Troublemaker». «Doudege Wénkel» ist in einer urbanen, düsteren, realistischen Atmosphäre angesiedelt. Klischees über Luxemburg als Schlaraffenland oder Steuerparadies werden gekonnt umschifft. «Ich wollte mein Land mit einem anderen Gesicht zeigen. Der Thriller war ein Genre, das mir dafür am besten geeignet schien”, erklärt Christophe Wagner. Der Regisseur fühlt sich inspiriert von William Friedkin, dem Autor des Films “French Connection”, und hat sich besonders bei Straßenszenen direkt an diesem Vorbild orientiert.

Jeder Gesichtsausdruck, jedes ungesagte Wort

Besonders Jules Werner glänzt in seiner Rolle als sensibler, unkontrollierbare Hauptfigur. Zusammen mit André Jung bilden beide ein eher konventionelles Krimi-Duo (erfahrener Polizist kurz vor dem Ruhestand und sein junger, ehrgeiziger Kollege). Die Kamera von Christophe Wagner fängt aufmerksam jeden Blickwechsel, jeden Gesichtsausdruck und jedes ungesagte Wort auf. Diese Spannung wird durch den dynamischen Schnitt der einzelnen Sequenzen noch unterstützt.

Was die einzelnen Personen angeht, so hätte man sich gewünscht, dass Christophe Wagner mehr von Oliviers Bruder Tom oder über Hastert erzählt. Im Drehbuch bleibt ein toter Winkel zurück, der nicht vollständig beleuchtet wird.

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Mit «Doudege Wénkel» gelingt Regisseur Christophe Wagner die Spielfilm-Premiere

Die Erwartungen der Öffentlichkeit waren hoch – und sie werden nicht enttäuscht. Mit «Doudege Wénkel», dem ersten abendfüllenden Film von Jungregisseur Christophe Wagner gibt es erstmals einen Thriller in luxemburgischer Sprache. Der Kinostart ist für den 3. Oktober vorgesehen, die Presse durfte den Streifen bereits am Mittwoch sehen. Als Darsteller hat Wagner zwei alte Hasen verpflichtet: André Jung, der den eigenwilligen Inspektor Hastert verkörpert, und Jules Werner in der Rolle des gewalttätigen, undisziplinierten Polizisten Olivier.

Zu Beginn des Films wird Olivier wegen eines Übergriffs auf einen Kollegen vom Dienst suspendiert. Kurz darauf fällt sein Bruder Tom, ein mustergültiger Polizist, einem Mord zum Opfer. Olivier gelingt es, dem Ermittlungsteam von Inspektor Hastert zugeordnet zu werden und recherchiert in der Mordsache. Die Ermittlungen führen in eine unerwartete Richtung, nämlich in die Halbwelt der Prostitution, der undurchsichtigen Finanzgeschäfte und der vergessen geglaubten Skandale.

Eine Paraderolle für Jules Werner

Der Film ist weit entfernt vom «Krimi» eines Paul Scheuer, «Congé fir e mord», oder von Andy Bauschs «Troublemaker». «Doudege Wénkel» ist in einer urbanen, düsteren, realistischen Atmosphäre angesiedelt. Klischees über Luxemburg als Schlaraffenland oder Steuerparadies werden gekonnt umschifft. «Ich wollte mein Land mit einem anderen Gesicht zeigen. Der Thriller war ein Genre, das mir dafür am besten geeignet schien”, erklärt Christophe Wagner. Der Regisseur fühlt sich inspiriert von William Friedkin, dem Autor des Films “French Connection”, und hat sich besonders bei Straßenszenen direkt an diesem Vorbild orientiert.

Jeder Gesichtsausdruck, jedes ungesagte Wort

Besonders Jules Werner glänzt in seiner Rolle als sensibler, unkontrollierbare Hauptfigur. Zusammen mit André Jung bilden beide ein eher konventionelles Krimi-Duo (erfahrener Polizist kurz vor dem Ruhestand und sein junger, ehrgeiziger Kollege). Die Kamera von Christophe Wagner fängt aufmerksam jeden Blickwechsel, jeden Gesichtsausdruck und jedes ungesagte Wort auf. Diese Spannung wird durch den dynamischen Schnitt der einzelnen Sequenzen noch unterstützt.

Was die einzelnen Personen angeht, so hätte man sich gewünscht, dass Christophe Wagner mehr von Oliviers Bruder Tom oder über Hastert erzählt. Im Drehbuch bleibt ein toter Winkel zurück, der nicht vollständig beleuchtet wird.

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