Sep 27 2013

Mit dem eigenen Mann fremd gehen

Published by at 16:54 under Samsa

SOURCE: http://www.journal.lu

LUXEMBURG – CHRISTIAN SPIELMANN

„Vijay and I“ von Sam Garbarski feierte seine Luxemburg-Premiere

Am Freitag, den 13., beginnt Sam Garbarskis neue Komödie „Vijay and I“, und genau an diesem Tag feierte sie ihre luxemburgische Premiere im „Utopolis“, das im Beisein des Regisseurs und des Hauptdarstellers Moritz Bleibtreu. Hoffentlich bringt dieser doppelte „Unglücks“-Tag der belgisch-deutsch-luxemburgischen Co-Produktion Glück. Samsa Film und Produzent Jani Thiltges haben den Film mitfinanziert.

Der vergessene Geburtstag

Der Film beginnt ganz im Stile der alten Filmkomödien mit einem Trickfilm als Vorspann. Eine weitere Hommage betrifft einen großen Meister des Genres. Der Name der Hauptfigur ist Wilhelm (Will) Wilder (Bleibtreu), also Billy Wilder, der seine Karriere als Regisseur in Deutschland begann, ehe er in den USA zu Weltruhm gelangte mit u. a. „Sunset Boulevard“, „Sabrina“, „Some Like It Hot“ oder „The Apartment“. Will ist Schauspieler und hat einigermaßen Erfolg als „Bad Luck Bunny“, einem übergroßen Hasen, den er in einem grünen Kostüm spielt. Seine Frau Julia (Patricia Arquette) ist Psychiaterin, während seine Tochter Lily (Catherine Missal) ihre pubertären Probleme hat. An einem Freitag, den 13., hat Will Geburtstag. Er wird 40 und hofft, dass wenigstens seine Familie ihn nicht vergessen hat. Was er nicht weiß, ist dass Lily eine Überraschungsparty im Filmstudio mit all seinen Kollegen organisiert hat. Weil ihm aber niemand vorher gratuliert, verlässt er wutentbrannt das Studio, und lässt sich noch wie ein kleines Kind sein Auto klauen. Deprimiert sucht er Rat bei seinem indischen Freund Rad (Danny Pudi). Als er im Fernsehen die Nachricht von seinem Tod in einem Autounfall hört, kommt ihm die Idee, in eine andere Rolle zu schlüpfen, um seine Freunde und Familie auszuspionieren. Als weißhaariger Inder Vijay besucht er sein eigenes Begräbnis. Komischerweise macht ihm Julia Avancen, anstatt um ihren toten Ehemann zu trauern. Und so kommt es, dass sich beide erneut ineinander verlieben.

Viele gute Ideen

Auch wenn Moritz Bleibtreu mit Perücke und Bart nicht einem Inder ähnelt, sondern sich selbst, kauft man Garbarski und seinen Drehbuchschreibern Philippe Blasband und Matthew Robbins die Geschichte anfangs ab, da sie mit vielen guten und witzigen Ideen durchwachsen ist. Doch nach einer guten Stunde sind alle Ideen aufgebraucht, und die ganz brav klassisch gefilmte Komödie tritt schwunglos auf der Stelle. Bleibtreu gibt sein Bestes, diese Figur des Inders Vijay glaubhaft zu spielen. Patricia Arquette zieht sich dagegen nicht sonderlich gut aus der Affäre. Ziemlich lustlos spielt sie ihre Rolle, von der weder Witz noch Emotionen ausgehen. Catherine Missal spielt dagegen in überzeugender Manier ein energisches Mädchen, das Vijay schnell durchschaut, ihn mit einer Lügengeschichte definitiv entlarvt und ihn anschließend sogar mit seiner anderen Identität erpresst. In den Rollen von Wills Eltern sind Michael Gwisdek und Hanna Schygulla kurz zu sehen, wie Garbarskis Tochter Tania in einer Nebenrolle.

„Ohne Luxemburg hätte ich nie einen Film gedreht“

Vor der Premiere präsentierten sich Garbarski und Bleibtreu der Presse. Bleibtreu drehte mit Thierry Van Werveke 1997 die Komödie „Knocking On Heavens Door“ (Regie Thomas Jahn).
Er erinnert sich noch heute an den unvergessenen Luxemburger Schauspieler: „Er hat eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Ich denke gern an ihn. Wenn Thierry eins war, dann war er der uneitelste und uneigennützigste Schauspieler, und das gleichzeitig mit einem riesengroßen Herzen.“
Sam Garbarski bemerkte: „Ohne Luxemburg hätte ich nie einen Film gedreht“. Er hat seine vier Filme, „Le tango des Rashevski“, „Irina Palm“, „Quartier lointain“ und „Vijay and I“, mit Samsa Film und Produzent Jani Thiltges gedreht. In „Quartier lointain“ drehte er mit der Deutschen Alexandra Maria Lara. Auf die Frage, ob er nun eine Vorliebe für deutsche Schauspieler hat, meinte er: „In meinem nächsten Film wird sie mit Moritz zusammen spielen!“
„Ich liebe diese Art von Schauspielern“, erklärte er weiter, „wie auch Patricia Arquette. Wenn sie die Idee verstanden und Vertrauen in einen haben, teilen sie ihre Lust am Spielen mit einem. Das ist toll!“

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LUXEMBURG – CHRISTIAN SPIELMANN

„Vijay and I“ von Sam Garbarski feierte seine Luxemburg-Premiere

Am Freitag, den 13., beginnt Sam Garbarskis neue Komödie „Vijay and I“, und genau an diesem Tag feierte sie ihre luxemburgische Premiere im „Utopolis“, das im Beisein des Regisseurs und des Hauptdarstellers Moritz Bleibtreu. Hoffentlich bringt dieser doppelte „Unglücks“-Tag der belgisch-deutsch-luxemburgischen Co-Produktion Glück. Samsa Film und Produzent Jani Thiltges haben den Film mitfinanziert.

Der vergessene Geburtstag

Der Film beginnt ganz im Stile der alten Filmkomödien mit einem Trickfilm als Vorspann. Eine weitere Hommage betrifft einen großen Meister des Genres. Der Name der Hauptfigur ist Wilhelm (Will) Wilder (Bleibtreu), also Billy Wilder, der seine Karriere als Regisseur in Deutschland begann, ehe er in den USA zu Weltruhm gelangte mit u. a. „Sunset Boulevard“, „Sabrina“, „Some Like It Hot“ oder „The Apartment“. Will ist Schauspieler und hat einigermaßen Erfolg als „Bad Luck Bunny“, einem übergroßen Hasen, den er in einem grünen Kostüm spielt. Seine Frau Julia (Patricia Arquette) ist Psychiaterin, während seine Tochter Lily (Catherine Missal) ihre pubertären Probleme hat. An einem Freitag, den 13., hat Will Geburtstag. Er wird 40 und hofft, dass wenigstens seine Familie ihn nicht vergessen hat. Was er nicht weiß, ist dass Lily eine Überraschungsparty im Filmstudio mit all seinen Kollegen organisiert hat. Weil ihm aber niemand vorher gratuliert, verlässt er wutentbrannt das Studio, und lässt sich noch wie ein kleines Kind sein Auto klauen. Deprimiert sucht er Rat bei seinem indischen Freund Rad (Danny Pudi). Als er im Fernsehen die Nachricht von seinem Tod in einem Autounfall hört, kommt ihm die Idee, in eine andere Rolle zu schlüpfen, um seine Freunde und Familie auszuspionieren. Als weißhaariger Inder Vijay besucht er sein eigenes Begräbnis. Komischerweise macht ihm Julia Avancen, anstatt um ihren toten Ehemann zu trauern. Und so kommt es, dass sich beide erneut ineinander verlieben.

Viele gute Ideen

Auch wenn Moritz Bleibtreu mit Perücke und Bart nicht einem Inder ähnelt, sondern sich selbst, kauft man Garbarski und seinen Drehbuchschreibern Philippe Blasband und Matthew Robbins die Geschichte anfangs ab, da sie mit vielen guten und witzigen Ideen durchwachsen ist. Doch nach einer guten Stunde sind alle Ideen aufgebraucht, und die ganz brav klassisch gefilmte Komödie tritt schwunglos auf der Stelle. Bleibtreu gibt sein Bestes, diese Figur des Inders Vijay glaubhaft zu spielen. Patricia Arquette zieht sich dagegen nicht sonderlich gut aus der Affäre. Ziemlich lustlos spielt sie ihre Rolle, von der weder Witz noch Emotionen ausgehen. Catherine Missal spielt dagegen in überzeugender Manier ein energisches Mädchen, das Vijay schnell durchschaut, ihn mit einer Lügengeschichte definitiv entlarvt und ihn anschließend sogar mit seiner anderen Identität erpresst. In den Rollen von Wills Eltern sind Michael Gwisdek und Hanna Schygulla kurz zu sehen, wie Garbarskis Tochter Tania in einer Nebenrolle.

„Ohne Luxemburg hätte ich nie einen Film gedreht“

Vor der Premiere präsentierten sich Garbarski und Bleibtreu der Presse. Bleibtreu drehte mit Thierry Van Werveke 1997 die Komödie „Knocking On Heavens Door“ (Regie Thomas Jahn).
Er erinnert sich noch heute an den unvergessenen Luxemburger Schauspieler: „Er hat eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Ich denke gern an ihn. Wenn Thierry eins war, dann war er der uneitelste und uneigennützigste Schauspieler, und das gleichzeitig mit einem riesengroßen Herzen.“
Sam Garbarski bemerkte: „Ohne Luxemburg hätte ich nie einen Film gedreht“. Er hat seine vier Filme, „Le tango des Rashevski“, „Irina Palm“, „Quartier lointain“ und „Vijay and I“, mit Samsa Film und Produzent Jani Thiltges gedreht. In „Quartier lointain“ drehte er mit der Deutschen Alexandra Maria Lara. Auf die Frage, ob er nun eine Vorliebe für deutsche Schauspieler hat, meinte er: „In meinem nächsten Film wird sie mit Moritz zusammen spielen!“
„Ich liebe diese Art von Schauspielern“, erklärte er weiter, „wie auch Patricia Arquette. Wenn sie die Idee verstanden und Vertrauen in einen haben, teilen sie ihre Lust am Spielen mit einem. Das ist toll!“

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