Aug 27 2014

Und Action!

Published by at 01:53 under Samsa

SOURCE: http://www.journal.lu

Er befasst sich mit dem Skript – das des Filmes und seines Lebens: Thoma Forgiarini
Wir haben das Filmset von „Eng nei Zäit“ besucht und dort auch einen jungen Praktikanten, Thoma Forgiarini, getroffen. Er hat mit uns über seine Tätigkeit, seine Zukunftspläne und die Filmbranche gesprochen.

Worin besteht deine Aufgabe am Set?

Thoma FORGIARINI Ich bin Praktikant beim Skript und die Aufgabe besteht darin, die Kontinuität des Drehs zu überwachen, da die Szenen ja nicht chronologisch abgedreht werden. Das heißt, wenn ein Schauspieler in einer Szene etwas Bestimmtes anhat, dann soll er womöglich in der folgenden Szene, – wenn es keinen Zeitsprung im Film gibt- möglichst gleich aussehen, also die gleiche Kleidung und die gleichen Accessoires tragen. Auch müssen die Übergänge beim Schnitt stimmen.

Außerdem können sich die Schauspieler nicht immer hundertprozentig an das halten, was im Skript geschrieben steht. In dem Fall muss überwacht werden, dass vom Inhalt her doch das Gleiche gesagt wird. Meine Hauptaufgabe besteht also auch darin, die Dialoge zu überwachen.

Was fasziniert dich an der Filmbranche und insbesondere beim Skript?

Forgiarini Was man oft nicht bedenkt, ist, dass man etwa an einem elfstündigen Drehtag höchstens um die fünf bis sechs Minuten abdrehen kann, die dann im Endeffekt im Film erscheinen werden, das Ganze ist also relativ aufwendig. Es steckt sehr viel Arbeit dahinter und das Endergebnis dann im fertigen Kinofilm sehen zu können ist definitiv faszinierend.

Mich interessiert generell alles, was mit Kreativität zu tun hat. Film und Kunst haben mich schon immer begeistert, es stand also für mich schon ziemlich lange fest, dass ich später etwas in dem Bereich machen möchte. Einen gängigen Berufsweg einzuschlagen, sagt mir einfach nicht zu.

Gibt es auch etwas, das dir weniger gut gefällt?

Forgiarini Es gibt mit Sicherheit ein paar Nachteile in diesem Beruf, beispielsweise die Ungewissheit, wann man arbeitet und ob man überhaupt Aufträge bekommt, aber damit sind andererseits auch Freiheiten verbunden, die man nirgendwo sonst vorfindet. Man kann sich viel Zeit nehmen für sich selbst und man arbeitet nie am gleichen Ort. Oft lernt man dabei auch viele neue und interessante Leute kennen.

Hast du irgendwelche Vorbilder aus dem Filmbereich?

Forgiarini Ich mag alle möglichen Filme, da jeder etwas Einzigartiges besitzt, das ihn auszeichnet. Sich auf einen einzelnen Film oder Schauspieler festzulegen wäre da gar nicht möglich. Aber ja, ich bin ein großer Fan von Actionfilmen, gerne auch, wenn sie in den 80ern oder 90ern spielen, und von Serien wie „Breaking Bad“ oder „Hannibal“. Nennenswert ist auch „The Wire“- in meinen Augen eine der besten Serien überhaupt. Sie legte den Grundstein für viele aktuelle Produktionen. Der Vorteil bei Serien ist ja, dass viel mehr Zeit bleibt, die Persönlichkeit der Charaktere und das Verhältnis zwischen ihnen zu entwickeln und zu vertiefen.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus?

Forgiarini Wenn alles glatt läuft, fange ich im September mit meinem BTS-Studium („Brevet de Technicien Supérieur – BTS Cinéma et Audiovisuel“) in Luxemburg an. Im Rahmen dieses Studiums sind sicher noch weitere Praktika eingeplant. Wenn ich aber in den Ferien noch einmal die Gelegenheit bekommen sollte, bei einem Filmdreh mitarbeiten zu können, würde ich diese aber selbstverständlich gerne nutzen, weil ich es als wichtig ansehe, andere Bereiche der Branche kennenzulernen.

Ich finde es übrigens toll, dass das BTS-Studium in Luxemburg angeboten wird, es ist aber sicher auch nicht verkehrt, später ins Ausland zu gehen.

Wie würdest du den Film „Eng nei Zäit“ beurteilen?

Forgiarini Der Film greift eine historische Thematik auf, über die nicht gerne gesprochen wurde: Die Haltung der luxemburgischen Bevölkerung gegenüber den Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg. Hier herrschten natürlich viele Vorurteile und ein großes Misstrauen, selbst gegenüber jenen, die nicht faschistisch waren. Ich finde es gut, dass diese Problematik einmal aufgegriffen wird und auch gezeigt wird, dass es Vielen zu der Zeit nicht gut ging. Auch richtet sich der Film vor allem an das luxemburgische Publikum.

Das Drehbuch ist ebenfalls sehr gut geschrieben, weist viele Pointen auf und hat eigentlich alles, was ein gutes Drehbuch haben sollte. Ich bin überzeugt, dass Christophe Wagner sehr gute Arbeit leisten wird, immerhin hat er ja bereits mit seinem prämierten Film „Doudege Wénkel“ bewiesen, dass er ein bemerkenswerter Regisseur ist. Ich persönlich finde, dass es tolle Kulissen und Kostüme gibt- es wird also definitiv etwas für das Auge geboten.

Ich glaube, dass es insgesamt ein sehr guter Film werden wird!

Wie ist die Stimmung am Set?

Forgiarini Die Stimmung am Set ist unglaublich, weil die Leute sich größtenteils auch schon kennen. Unser Land ist ja bekanntlich ziemlich klein, es gibt also nicht so Viele, die in dieser Branche tätig sind. Einige haben sogar zusammen studiert. Es wird sehr viel gelacht- aber selbstverständlich konzentriert man sich trotzdem auf die Arbeit.

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SOURCE: http://www.journal.lu

Er befasst sich mit dem Skript – das des Filmes und seines Lebens: Thoma Forgiarini
Wir haben das Filmset von „Eng nei Zäit“ besucht und dort auch einen jungen Praktikanten, Thoma Forgiarini, getroffen. Er hat mit uns über seine Tätigkeit, seine Zukunftspläne und die Filmbranche gesprochen.

Worin besteht deine Aufgabe am Set?

Thoma FORGIARINI Ich bin Praktikant beim Skript und die Aufgabe besteht darin, die Kontinuität des Drehs zu überwachen, da die Szenen ja nicht chronologisch abgedreht werden. Das heißt, wenn ein Schauspieler in einer Szene etwas Bestimmtes anhat, dann soll er womöglich in der folgenden Szene, – wenn es keinen Zeitsprung im Film gibt- möglichst gleich aussehen, also die gleiche Kleidung und die gleichen Accessoires tragen. Auch müssen die Übergänge beim Schnitt stimmen.

Außerdem können sich die Schauspieler nicht immer hundertprozentig an das halten, was im Skript geschrieben steht. In dem Fall muss überwacht werden, dass vom Inhalt her doch das Gleiche gesagt wird. Meine Hauptaufgabe besteht also auch darin, die Dialoge zu überwachen.

Was fasziniert dich an der Filmbranche und insbesondere beim Skript?

Forgiarini Was man oft nicht bedenkt, ist, dass man etwa an einem elfstündigen Drehtag höchstens um die fünf bis sechs Minuten abdrehen kann, die dann im Endeffekt im Film erscheinen werden, das Ganze ist also relativ aufwendig. Es steckt sehr viel Arbeit dahinter und das Endergebnis dann im fertigen Kinofilm sehen zu können ist definitiv faszinierend.

Mich interessiert generell alles, was mit Kreativität zu tun hat. Film und Kunst haben mich schon immer begeistert, es stand also für mich schon ziemlich lange fest, dass ich später etwas in dem Bereich machen möchte. Einen gängigen Berufsweg einzuschlagen, sagt mir einfach nicht zu.

Gibt es auch etwas, das dir weniger gut gefällt?

Forgiarini Es gibt mit Sicherheit ein paar Nachteile in diesem Beruf, beispielsweise die Ungewissheit, wann man arbeitet und ob man überhaupt Aufträge bekommt, aber damit sind andererseits auch Freiheiten verbunden, die man nirgendwo sonst vorfindet. Man kann sich viel Zeit nehmen für sich selbst und man arbeitet nie am gleichen Ort. Oft lernt man dabei auch viele neue und interessante Leute kennen.

Hast du irgendwelche Vorbilder aus dem Filmbereich?

Forgiarini Ich mag alle möglichen Filme, da jeder etwas Einzigartiges besitzt, das ihn auszeichnet. Sich auf einen einzelnen Film oder Schauspieler festzulegen wäre da gar nicht möglich. Aber ja, ich bin ein großer Fan von Actionfilmen, gerne auch, wenn sie in den 80ern oder 90ern spielen, und von Serien wie „Breaking Bad“ oder „Hannibal“. Nennenswert ist auch „The Wire“- in meinen Augen eine der besten Serien überhaupt. Sie legte den Grundstein für viele aktuelle Produktionen. Der Vorteil bei Serien ist ja, dass viel mehr Zeit bleibt, die Persönlichkeit der Charaktere und das Verhältnis zwischen ihnen zu entwickeln und zu vertiefen.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus?

Forgiarini Wenn alles glatt läuft, fange ich im September mit meinem BTS-Studium („Brevet de Technicien Supérieur – BTS Cinéma et Audiovisuel“) in Luxemburg an. Im Rahmen dieses Studiums sind sicher noch weitere Praktika eingeplant. Wenn ich aber in den Ferien noch einmal die Gelegenheit bekommen sollte, bei einem Filmdreh mitarbeiten zu können, würde ich diese aber selbstverständlich gerne nutzen, weil ich es als wichtig ansehe, andere Bereiche der Branche kennenzulernen.

Ich finde es übrigens toll, dass das BTS-Studium in Luxemburg angeboten wird, es ist aber sicher auch nicht verkehrt, später ins Ausland zu gehen.

Wie würdest du den Film „Eng nei Zäit“ beurteilen?

Forgiarini Der Film greift eine historische Thematik auf, über die nicht gerne gesprochen wurde: Die Haltung der luxemburgischen Bevölkerung gegenüber den Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg. Hier herrschten natürlich viele Vorurteile und ein großes Misstrauen, selbst gegenüber jenen, die nicht faschistisch waren. Ich finde es gut, dass diese Problematik einmal aufgegriffen wird und auch gezeigt wird, dass es Vielen zu der Zeit nicht gut ging. Auch richtet sich der Film vor allem an das luxemburgische Publikum.

Das Drehbuch ist ebenfalls sehr gut geschrieben, weist viele Pointen auf und hat eigentlich alles, was ein gutes Drehbuch haben sollte. Ich bin überzeugt, dass Christophe Wagner sehr gute Arbeit leisten wird, immerhin hat er ja bereits mit seinem prämierten Film „Doudege Wénkel“ bewiesen, dass er ein bemerkenswerter Regisseur ist. Ich persönlich finde, dass es tolle Kulissen und Kostüme gibt- es wird also definitiv etwas für das Auge geboten.

Ich glaube, dass es insgesamt ein sehr guter Film werden wird!

Wie ist die Stimmung am Set?

Forgiarini Die Stimmung am Set ist unglaublich, weil die Leute sich größtenteils auch schon kennen. Unser Land ist ja bekanntlich ziemlich klein, es gibt also nicht so Viele, die in dieser Branche tätig sind. Einige haben sogar zusammen studiert. Es wird sehr viel gelacht- aber selbstverständlich konzentriert man sich trotzdem auf die Arbeit.

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