Mar 15 2015

Junge Krieger

Published by at 01:59 under Screening Room

SOURCE: http://www.journal.lu

LUXEMBURG – PATRICK VERSALL

„The Pain Inside“ von Charlotte Bruneau wird am Montag im CarréRotondes gezeigt

Warum wir hier sind? Na, wegen dem Haschisch!“, erwidert der junge Israeli und reicht den Stoff an seinen Kumpel weiter. Jedes Jahr reisen hunderte junge israelische Männer und Frauen nach dem Ende ihres mehrjährigen Militärdienstes nach Indien, um auf Distanz zu ihrem Land und dem Nahostkonflikt zu gehen.
Die luxemburgische Regisseurin Charlotte Bruneau hat für ihren Dokumentarfilm „The Pain Inside“, der am Montag im CarréRotondes gezeigt wird, junge Israelis in ihrer Heimat, in Indien und Berlin getroffen, um mit ihnen über Sinn oder Unsinn des Militärdienstes sowie über ihr Leben nach dem Austritt aus der Armee zu sprechen. Ein Thema, über das es schwierig sei zu reden, meint die Regisseurin.

Die Dreharbeiten begannen in Indien, dort wo viele ehemalige Wehrpflichtige nach ihrem Dienst als Rucksacktouristen durchs Land ziehen und versuchen, einen definitiven Strich unter ihre Militärlaufbahn zu ziehen. „Die jungen Israelis reisen nach ihrem Austritt aus der Armee überall hin, diejenigen, die wirklich Party machen möchten, zieht es nach Indien“, erklärt Bruneau. Die Aussteiger auf dem Selbstfindungstrip in Indien sind desillusioniert, vertreten oft die Meinung, dass der Staat ihnen zwei
oder drei Jahre ihrer Jugend geraubt habe.

Drei Monate Recherchearbeit

Die Kontakte zu den meisten Interviewpartnern verschaffte ihr die junge, in Berlin lebende Israelin Mor Dovrat, die als Regieassistentin am Film mitarbeitete.
Die Idee zum Projekt hatte die luxemburgische Filmemacherin und Journalistin während ihrer Zeit im Libanon, wo sie unter anderem mit palästinensischen Flüchtlingen gearbeitet hat.
„Dort haben wir viel über den Konflikt geredet, und ich fing an mir Fragen zu stellen, ob die jungen Israelis auch unter dem Militarismus leiden würden“.

Die luxemburgische Firma Free Lens TV hat die Dokumentation produziert, Al Jazeera strahlte „The Pain Inside“ aus.
Sie habe mehrere Fernsehanstalten angeschrieben, Al Jazeera sei interessiert gewesen, erinnert sich Brunneau, die es spannend fand, das fertige Produkt einem arabisch sprechenden Publikum zu zeigen.
„Das arabische Publikum reagiert anders auf einen solchen Film, wie beispielsweise das europäische“, betont die Filmemacherin.
Ehe sie ihre Kamera für die ersten Dreharbeiten in Indien aufbaute, recherchierte sie drei Monate lang.
Das Feedback der israelischen Zuschauer sei äußerst positiv gewesen, präzisiert Bruneau, deren neuester Film „Return to Morocco“ im Januar erschienen ist und der von den Juden in Marokko handelt.

„The Pain Inside“ wird am Montag, den 16. März um 20.00 im CarréRotondes gezeigt. Auf die Projektion folgt eine Podiumsdiskussion mit Regisseurin Charlotte Bruneau.

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LUXEMBURG – PATRICK VERSALL

„The Pain Inside“ von Charlotte Bruneau wird am Montag im CarréRotondes gezeigt

Warum wir hier sind? Na, wegen dem Haschisch!“, erwidert der junge Israeli und reicht den Stoff an seinen Kumpel weiter. Jedes Jahr reisen hunderte junge israelische Männer und Frauen nach dem Ende ihres mehrjährigen Militärdienstes nach Indien, um auf Distanz zu ihrem Land und dem Nahostkonflikt zu gehen.
Die luxemburgische Regisseurin Charlotte Bruneau hat für ihren Dokumentarfilm „The Pain Inside“, der am Montag im CarréRotondes gezeigt wird, junge Israelis in ihrer Heimat, in Indien und Berlin getroffen, um mit ihnen über Sinn oder Unsinn des Militärdienstes sowie über ihr Leben nach dem Austritt aus der Armee zu sprechen. Ein Thema, über das es schwierig sei zu reden, meint die Regisseurin.

Die Dreharbeiten begannen in Indien, dort wo viele ehemalige Wehrpflichtige nach ihrem Dienst als Rucksacktouristen durchs Land ziehen und versuchen, einen definitiven Strich unter ihre Militärlaufbahn zu ziehen. „Die jungen Israelis reisen nach ihrem Austritt aus der Armee überall hin, diejenigen, die wirklich Party machen möchten, zieht es nach Indien“, erklärt Bruneau. Die Aussteiger auf dem Selbstfindungstrip in Indien sind desillusioniert, vertreten oft die Meinung, dass der Staat ihnen zwei
oder drei Jahre ihrer Jugend geraubt habe.

Drei Monate Recherchearbeit

Die Kontakte zu den meisten Interviewpartnern verschaffte ihr die junge, in Berlin lebende Israelin Mor Dovrat, die als Regieassistentin am Film mitarbeitete.
Die Idee zum Projekt hatte die luxemburgische Filmemacherin und Journalistin während ihrer Zeit im Libanon, wo sie unter anderem mit palästinensischen Flüchtlingen gearbeitet hat.
„Dort haben wir viel über den Konflikt geredet, und ich fing an mir Fragen zu stellen, ob die jungen Israelis auch unter dem Militarismus leiden würden“.

Die luxemburgische Firma Free Lens TV hat die Dokumentation produziert, Al Jazeera strahlte „The Pain Inside“ aus.
Sie habe mehrere Fernsehanstalten angeschrieben, Al Jazeera sei interessiert gewesen, erinnert sich Brunneau, die es spannend fand, das fertige Produkt einem arabisch sprechenden Publikum zu zeigen.
„Das arabische Publikum reagiert anders auf einen solchen Film, wie beispielsweise das europäische“, betont die Filmemacherin.
Ehe sie ihre Kamera für die ersten Dreharbeiten in Indien aufbaute, recherchierte sie drei Monate lang.
Das Feedback der israelischen Zuschauer sei äußerst positiv gewesen, präzisiert Bruneau, deren neuester Film „Return to Morocco“ im Januar erschienen ist und der von den Juden in Marokko handelt.

„The Pain Inside“ wird am Montag, den 16. März um 20.00 im CarréRotondes gezeigt. Auf die Projektion folgt eine Podiumsdiskussion mit Regisseurin Charlotte Bruneau.

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