Jun 20 2009

Ne te retourne pas am JOURNAL

Published by at 01:11 under Screening Room

source: http://www.journal.lu – CH.S.

Ne te retoune pas – SAMSA FILM

Jeanne (Sophie Marceau) ist eine erfolgreiche Autorin von Biographien und Reisebüchern. Als sie ihrem Verleger Robert (Didier Flamand) einen Roman mit autobiographischen Zügen vorlegt, lehnt dieser eine Veröffentlichung ab, da die Geschichte mit vielen Beschreibungen voll gestopft ist und zu wenig Emotionen oder gar Persönliches enthält. Jeanne erklärt ihm, dass ihr jegliche Erinnerungen an die Zeit vor dem Alter von acht Jahren fehlen. Zu Hause verdächtigt sie ihren Mann Teo (Andrea di Stefano) und ihre beiden Kinder Léa und Jérémie, den Küchentisch umgestellt zu haben. Viele Details in ihrer Wohnung erkennt sie nicht mehr wieder. Sie sieht sich Fotos an, um die Veränderungen zu entdecken. Nach und nach verändert sie sich, wie ihr Mann und ihre Mutter Nadia (Brigitte Catillon). Verfällt sie dem Wahnsinn? Schließlich ist Jeanne eine komplett andere Frau (Monica Bellucci) geworden. Ein altes Foto lässt sie aufhorchen. Könnte es irgendein Geheimnis in der Vergangenheit verbergen. Eine Frau auf dem Bild ähnelt ihrer Mutter. Jeanne geht auf Spurensuche in Lecce in Italien.
„Ne te retourne pas“ (Utopia) ist eine französisch-italienisch-belgisch-luxemburgische Co-Produktion (Samsa Film) und der erste abendfüllende Spielfilm von Marina de Van als Regisseurin. Als Schauspielerin sah man sie u. a. in „Sitcom“ von François Ozon oder „Dans ma peau“, ihrem ersten Spielfilm als Regisseurin. Stilistisch und formell ist der Film wie ein Thriller aufgebaut. Eine düstere Musik lässt den Zuschauer Schlimmes hinter den bizarren Visionen und der langsamen Verwandlung von Jeanne, die übrigens verblüffend echt von den Trickspezialisten in Szene gesetzt wurde, ahnen. Langsam nehmen die Gesichtszüge von Bellucci Überhand über die von Marceau. Jeanne sieht immer gespenstischer, ja Furcht erregend aus. Teo hat plötzlich zwei verschiedene Augenfarben, und Gianni aus Lecce sieht aus wie er. Thierry Neuvic spielt schließlich den komplett changierten Teo. Die Mutter verändert sich ebenfalls, und Sylvie Granotier schlüpft in die Rolle der älteren Nadia, während Myriam Muller sie in jungen Jahren darstellt.
Ungereimtheiten in der Geschichte
Das sieht sich anfangs wirklich gut an, aber die Geschichte zieht sich mit der Zeit in die Länge, und immer mehr Fragen stellen sich, die jedoch ohne überzeugende Antworten bleiben. Anstatt dass Jeannes Narben ein kniffliges Rätsel aufgeben, weisen sie eher auf des Rätsels Lösung hin. Jeanne erkennt bald wer sie wirklich ist, und man muss sich fragen, in welchem Zusammenhang diese Entdeckung mit ihrer Verwandlung steht, respektiv mit der generellen Metamorphose aller Schauspieler. Überhaupt, warum muss sich Marceau in Bellucci verwandeln? Hierzu gibt es keinen logischen Grund. Ihre Persönlichkeitswandlung fand bereits vor langen Jahren statt. Je mehr man sich mit diesen Fragen beschäftigt, umso mehr Ungereimtheiten findet man in der Geschichte. Hier wurde eine gute Ausgangsidee nicht wirklich durchdacht und von allen unlogischen Situationen befreit. Das ist schade, denn die beiden noch immer gut aussehenden Schauspielerinnen spielen ihre Rollen mit Überzeugung.

Comments

comments

source: http://www.journal.lu – CH.S.

Ne te retoune pas – SAMSA FILM

Jeanne (Sophie Marceau) ist eine erfolgreiche Autorin von Biographien und Reisebüchern. Als sie ihrem Verleger Robert (Didier Flamand) einen Roman mit autobiographischen Zügen vorlegt, lehnt dieser eine Veröffentlichung ab, da die Geschichte mit vielen Beschreibungen voll gestopft ist und zu wenig Emotionen oder gar Persönliches enthält. Jeanne erklärt ihm, dass ihr jegliche Erinnerungen an die Zeit vor dem Alter von acht Jahren fehlen. Zu Hause verdächtigt sie ihren Mann Teo (Andrea di Stefano) und ihre beiden Kinder Léa und Jérémie, den Küchentisch umgestellt zu haben. Viele Details in ihrer Wohnung erkennt sie nicht mehr wieder. Sie sieht sich Fotos an, um die Veränderungen zu entdecken. Nach und nach verändert sie sich, wie ihr Mann und ihre Mutter Nadia (Brigitte Catillon). Verfällt sie dem Wahnsinn? Schließlich ist Jeanne eine komplett andere Frau (Monica Bellucci) geworden. Ein altes Foto lässt sie aufhorchen. Könnte es irgendein Geheimnis in der Vergangenheit verbergen. Eine Frau auf dem Bild ähnelt ihrer Mutter. Jeanne geht auf Spurensuche in Lecce in Italien.
„Ne te retourne pas“ (Utopia) ist eine französisch-italienisch-belgisch-luxemburgische Co-Produktion (Samsa Film) und der erste abendfüllende Spielfilm von Marina de Van als Regisseurin. Als Schauspielerin sah man sie u. a. in „Sitcom“ von François Ozon oder „Dans ma peau“, ihrem ersten Spielfilm als Regisseurin. Stilistisch und formell ist der Film wie ein Thriller aufgebaut. Eine düstere Musik lässt den Zuschauer Schlimmes hinter den bizarren Visionen und der langsamen Verwandlung von Jeanne, die übrigens verblüffend echt von den Trickspezialisten in Szene gesetzt wurde, ahnen. Langsam nehmen die Gesichtszüge von Bellucci Überhand über die von Marceau. Jeanne sieht immer gespenstischer, ja Furcht erregend aus. Teo hat plötzlich zwei verschiedene Augenfarben, und Gianni aus Lecce sieht aus wie er. Thierry Neuvic spielt schließlich den komplett changierten Teo. Die Mutter verändert sich ebenfalls, und Sylvie Granotier schlüpft in die Rolle der älteren Nadia, während Myriam Muller sie in jungen Jahren darstellt.
Ungereimtheiten in der Geschichte
Das sieht sich anfangs wirklich gut an, aber die Geschichte zieht sich mit der Zeit in die Länge, und immer mehr Fragen stellen sich, die jedoch ohne überzeugende Antworten bleiben. Anstatt dass Jeannes Narben ein kniffliges Rätsel aufgeben, weisen sie eher auf des Rätsels Lösung hin. Jeanne erkennt bald wer sie wirklich ist, und man muss sich fragen, in welchem Zusammenhang diese Entdeckung mit ihrer Verwandlung steht, respektiv mit der generellen Metamorphose aller Schauspieler. Überhaupt, warum muss sich Marceau in Bellucci verwandeln? Hierzu gibt es keinen logischen Grund. Ihre Persönlichkeitswandlung fand bereits vor langen Jahren statt. Je mehr man sich mit diesen Fragen beschäftigt, umso mehr Ungereimtheiten findet man in der Geschichte. Hier wurde eine gute Ausgangsidee nicht wirklich durchdacht und von allen unlogischen Situationen befreit. Das ist schade, denn die beiden noch immer gut aussehenden Schauspielerinnen spielen ihre Rollen mit Überzeugung.

Comments

comments

No responses yet

Trackback URI | Comments RSS

Leave a Reply