Mar 18 2014

Neue Kinoreihe im Kulturhuef Grevenmacher

Published by at 12:41 under Screening Room

SOURCE: http://www.hunderttausend.de

Ab kommenden Mittwoch, den 19.03.2014, läuft im Kulturhuef in Grevenmacher die Reihe “Cinémaacher Plus” an. Gezeigt werden Filme zu aktuellen Themen und besondere Machwerke. Eröffnet wird die Reihe mit “The Act of Killing”. Worum es in diesem und in weiteren Filmen geht, fasst hunderttausend.de zusammen.

“Habe ich gesündigt?”, fragt Anwar Congo in die Kamera. Der Indonesier wird wegen seiner Mithilfe am Völkermord 1965 immer noch als Nationalheld gefeiert. Über eine Millionen kommunistische Regimegegner wurden damals in kürzester Zeit hingerichtet. Der Dokumentarfilm “The Act of Killing” von Joshua Oppenheimer zeigt das Kriegsverbrechen aus der Sicht der Mörder. Als Auftakt der neuen Kinoreihe “Cinémaacher Plus” im Kulturhuef Grevenmacher gehört “The Act of Killing” (Foto) zu einer Auswahl von Filmen, die mehr Aufmerksamkeit verdienen als sie bekommen.

“Wir wollen Filme anbieten, die sich entweder mit aktuellen Themen auseinandersetzen oder eine besondere Form des Films sind”, erklärt Fränk Grotz, der für das Kinoprogramm im Kulturhuef zuständig ist. “Außerdem geht es darum, den Leuten Filmgeschichte näher zu bringen und dem Publikum Einsicht in die Arbeit der Menschen hinter den Kulissen des Films zu gewähren”, ergänzt Grotz. “The Act of Killing”, ein Paradebeispiel für das neue Vorhaben, zeigt wie die Verantwortlichen des Völkermords auf ihre Taten zurückblicken. In einem Film stellen sie den Massenmord nach und entwickeln auf einmal ein neues Bewusstsein für ihr Handeln. Die fertige Produktion dokumentiert die Entwicklung des Films und ermöglicht so einen schockierend tiefen Einblick in die Psyche der Kriegsverbrecher. Der Film wird in dem oscarnominierten Director’s Cut gezeigt und dauert 159 Minuten. Im Vergleich zu der gekürzten Spielfilmversion unterstreicht diese Form besonders die künstlerische Intention des Regisseurs und ist daher auch länger. Diese Besonderheit betont auch Frank Grötz: “Die Qualität der normalen Version hat uns schon so überzeugt, dass wir den Director’s Cut für wirklich sehenswert halten”, erklärt er. Der englische und indonesische Originalton wird mit französischen Untertiteln übersetzt.

Neben “The Act of Killing” stehen auch zwei Luxemburger Kurzfilme auf dem Programm. “Wir möchten den Menschen hier auch lokale Filme präsentieren. Besonders das Kurzfilmformat hat Probleme, irgendwo einen Platz zu finden”, erklärt Fränk Grotz. Im Anschluss an die Filme wird eine Diskussion stattfinden, die den Dialog zwischen dem Publikum und den Machern der Filme ermöglichen soll. Die Zuschauer haben so die Chance, sich näher mit der Thematik und der Umsetzung der Filme auseinander zu setzen. Außerdem ist im Oktober eine Einführung in das Genre des Experimentalfilms geplant. “Wir lassen uns offen, im Laufe des Jahres weitere Programmpunkte hinzuzufügen. Im Moment sind schon drei Abende geplant”, erklärt Fränk Grotz das Konzept. Durch seine Arbeit bei dem Filmfestival der Stadt Luxemburg sieht er viele interessante Filme, die in das weitere Programm aufgenommen werden können. Trotzdem möchte sich das Kino thematisch nicht mehr von nur einem Themenschwerpunkt abhängig machen. “Wir halten uns die Thematik lieber offen. Natürlich ergibt sich aus der Aktualität der Themen eine Tendenz, wie zum Beispiel Menschenrechte und Gewalt. Wir haben schon ein Auge auf einen Film geworfen, der sich mit amerikanischer Außenpolitik beschäftigt. Das sind Themen die momentan aktuell sind”, erklärt Herr Grotz. Eine ebenso zeitgemäße Handlung greifen die beiden Kurzfilme auf. Beide handeln von Jugendlichen, die in Drogenkonsum und Gewaltexzesse abdriften. Einen Aspekt hebt er dabei besonders hervor: “Ich finde es sehr interessant, die beiden Filme zu vergleichen und die Filmemacher zu fragen, wie sie jeweils die Problematik angegangen sind.”

Obwohl sich die Macher von “Cinémaacher Plus” eigentlich nicht auf einen Schwerpunkt festlegen wollen, haben die Filme eins gemeinsam: Sie sind außergewöhnlich, aktuell und ergreifend. Es geht nicht nur um bloße Unterhaltung, sondern auch um das Auseinandersetzen mit ihrer Thematik und das Verständnis für das Handwerk des Filmemachers. “The Act of Killing” startet am 19. März. Das weitere Programm der Kinoreihe “Cinémaacher Plus” findet man auf der Homepage des Kulturhuef (rh).
– von Anna Schäffer

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Ab kommenden Mittwoch, den 19.03.2014, läuft im Kulturhuef in Grevenmacher die Reihe “Cinémaacher Plus” an. Gezeigt werden Filme zu aktuellen Themen und besondere Machwerke. Eröffnet wird die Reihe mit “The Act of Killing”. Worum es in diesem und in weiteren Filmen geht, fasst hunderttausend.de zusammen.

“Habe ich gesündigt?”, fragt Anwar Congo in die Kamera. Der Indonesier wird wegen seiner Mithilfe am Völkermord 1965 immer noch als Nationalheld gefeiert. Über eine Millionen kommunistische Regimegegner wurden damals in kürzester Zeit hingerichtet. Der Dokumentarfilm “The Act of Killing” von Joshua Oppenheimer zeigt das Kriegsverbrechen aus der Sicht der Mörder. Als Auftakt der neuen Kinoreihe “Cinémaacher Plus” im Kulturhuef Grevenmacher gehört “The Act of Killing” (Foto) zu einer Auswahl von Filmen, die mehr Aufmerksamkeit verdienen als sie bekommen.

“Wir wollen Filme anbieten, die sich entweder mit aktuellen Themen auseinandersetzen oder eine besondere Form des Films sind”, erklärt Fränk Grotz, der für das Kinoprogramm im Kulturhuef zuständig ist. “Außerdem geht es darum, den Leuten Filmgeschichte näher zu bringen und dem Publikum Einsicht in die Arbeit der Menschen hinter den Kulissen des Films zu gewähren”, ergänzt Grotz. “The Act of Killing”, ein Paradebeispiel für das neue Vorhaben, zeigt wie die Verantwortlichen des Völkermords auf ihre Taten zurückblicken. In einem Film stellen sie den Massenmord nach und entwickeln auf einmal ein neues Bewusstsein für ihr Handeln. Die fertige Produktion dokumentiert die Entwicklung des Films und ermöglicht so einen schockierend tiefen Einblick in die Psyche der Kriegsverbrecher. Der Film wird in dem oscarnominierten Director’s Cut gezeigt und dauert 159 Minuten. Im Vergleich zu der gekürzten Spielfilmversion unterstreicht diese Form besonders die künstlerische Intention des Regisseurs und ist daher auch länger. Diese Besonderheit betont auch Frank Grötz: “Die Qualität der normalen Version hat uns schon so überzeugt, dass wir den Director’s Cut für wirklich sehenswert halten”, erklärt er. Der englische und indonesische Originalton wird mit französischen Untertiteln übersetzt.

Neben “The Act of Killing” stehen auch zwei Luxemburger Kurzfilme auf dem Programm. “Wir möchten den Menschen hier auch lokale Filme präsentieren. Besonders das Kurzfilmformat hat Probleme, irgendwo einen Platz zu finden”, erklärt Fränk Grotz. Im Anschluss an die Filme wird eine Diskussion stattfinden, die den Dialog zwischen dem Publikum und den Machern der Filme ermöglichen soll. Die Zuschauer haben so die Chance, sich näher mit der Thematik und der Umsetzung der Filme auseinander zu setzen. Außerdem ist im Oktober eine Einführung in das Genre des Experimentalfilms geplant. “Wir lassen uns offen, im Laufe des Jahres weitere Programmpunkte hinzuzufügen. Im Moment sind schon drei Abende geplant”, erklärt Fränk Grotz das Konzept. Durch seine Arbeit bei dem Filmfestival der Stadt Luxemburg sieht er viele interessante Filme, die in das weitere Programm aufgenommen werden können. Trotzdem möchte sich das Kino thematisch nicht mehr von nur einem Themenschwerpunkt abhängig machen. “Wir halten uns die Thematik lieber offen. Natürlich ergibt sich aus der Aktualität der Themen eine Tendenz, wie zum Beispiel Menschenrechte und Gewalt. Wir haben schon ein Auge auf einen Film geworfen, der sich mit amerikanischer Außenpolitik beschäftigt. Das sind Themen die momentan aktuell sind”, erklärt Herr Grotz. Eine ebenso zeitgemäße Handlung greifen die beiden Kurzfilme auf. Beide handeln von Jugendlichen, die in Drogenkonsum und Gewaltexzesse abdriften. Einen Aspekt hebt er dabei besonders hervor: “Ich finde es sehr interessant, die beiden Filme zu vergleichen und die Filmemacher zu fragen, wie sie jeweils die Problematik angegangen sind.”

Obwohl sich die Macher von “Cinémaacher Plus” eigentlich nicht auf einen Schwerpunkt festlegen wollen, haben die Filme eins gemeinsam: Sie sind außergewöhnlich, aktuell und ergreifend. Es geht nicht nur um bloße Unterhaltung, sondern auch um das Auseinandersetzen mit ihrer Thematik und das Verständnis für das Handwerk des Filmemachers. “The Act of Killing” startet am 19. März. Das weitere Programm der Kinoreihe “Cinémaacher Plus” findet man auf der Homepage des Kulturhuef (rh).
– von Anna Schäffer

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