Mar 29 2014

Elly-Beinhorn-Darstellerin Vicky Krieps: „Fliegen kommt dem Gefühl von Freiheit sehr nah“

Published by at 01:59 under TV

SOURCE: http://www.focus.de

Das Leben der legendären Flugpionierin Elly Beinhorn (1907-2007) wurde verfilmt. Vicky Krieps spielt den Star zwischen Glamour und Motoröl sehr gut, wie Bernd Rosemeyer jr., Beinhorns Sohn, der Schauspielerin attestiert. Im Interview hat Krieps verraten, wie risikofreudig sie selbst ist.

Sie gehörte zu den modernen Frauen, die in der Aufbruchstimmung des frühen 20. Jahrhun­derts ihren eigenen Weg gehen wollten: Elly Maria Frida Rosemeyer-Beinhorn. Das Biopic „Elly Beinhorn – Alleinflug“ (Sonntag, 20.15 Uhr, ZDF) erzählt die abenteuerliche Lebensgeschichte der bedeutendsten deutschen Flug-Pilotin ihrer Zeit. Die Kosmopolitin und ihr Mann, der nicht minder berühmte Rennfahrer Bernd Rosemeyer (1909-1938), galten damals als echtes Promi-Traumpaar.

Die gebürtige Luxemburgerin Vicky Krieps (30, „Die Vermessung der Welt“ ) verkörpert die populäre deutsche Fliegerin. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erklärt die Schauspielerin, wie sehr die Dreharbeiten zu dem Film, in dem auch Max Riemelt (Bernd Rosemneyer), Christian Berkel (Ernst Udet), Ulrike Krumbiegel (Auguste Beinhorn) und Harald Krassnitzer (Heinrich Beinhorn) zu sehen sind, ihre Einstellung zum Fliegen verändert haben.

Wie reisen Sie am liebsten?
Vicky Krieps: lch reise am liebsten mit dem Zug, weil man da so schön die Seele baumeln lassen kann, einfach aus dem Fenster schauen und die Landschaft an sich vorbeiziehen lassen.

Wie gerne fliegen Sie? Falls Sie Flugangst haben: Was hilft Ihnen, wenn Sie trotzdem fliegen müssen?
Krieps: Ich muss sagen, dass ich, als ich diesen Film gemacht habe, eine ganz neue Seite des Fliegens kennengelernt habe. Die Seite, die Freiheit bedeutet. So ganz alleine in einem Flugzeug, wie der ME 108, zu sitzen und durch die Lüfte zu gleiten, kommt dem Gefühl von Freiheit sehr nah. Ein Passagier-Flugzeug hingegen, in dem man mit 200 anderen Gästen zusammengedrängt und an einen Sitz geschnallt, Anweisungen folgen muss, ist wohl eher das genaue Gegenteil davon.

Wie waren die Bedingungen beim Fliegen damals?
Krieps: Das Fliegen damals muss so abenteuerlich gewesen sein, wie kaum etwas heute. Was man sich dabei vor Augen führen muss, ist die Tatsache, dass es wirklich lebensgefährlich war und es viele Sportler das Leben gekostet hat, ihre Leidenschaft auszuüben. Das Fliegen war in vielen Belangen noch unerforscht, gefährlich, aber eben vielleicht genau deshalb auch so frei.

Den eigenen Weg zu gehen, ist nicht immer leicht. Haben Sie schon mal etwas erfolgreich gegen einen großen Widerstand durchgesetzt?
Krieps: Ja, als ich mich damals entschieden habe, meinen Koffer zu packen und an etwas wie einer Schauspielschule vorzusprechen.

Eltern machen sich immer Sorgen um ihre Kinder. Wie beruhigen Sie die Ihren?
Krieps: Eltern lassen sich nicht beruhigen, das weiß jeder, der es mal versucht hat. Man sollte einfach wie Hans ins Glück ziehen und wenn die Eltern sich sträuben, sollte man die Ruhe bewahren und einfach wunderschöne Fotos nach Hause schicken.

Wie risikofreudig sind Sie?
Krieps: Ich liebe Klettern, aber als risikofreudig würde ich das nicht unbedingt bezeichnen.

Unabhängigkeit vs. Ehe oder Partnerschaft – muss man diese Entscheidung auch heute noch treffen?
Krieps: Ich habe lange daran gekaut, aber ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass man sich gar nicht entscheiden muss. Man sollte wach bleiben und bereit sein zu scheitern. Ich persönlich finde es ganz wichtig, den Humor nie zu vergessen.

Wie romantisch muss ein Hochzeitsantrag sein?
Krieps: Ich denke mal, dass ein Hochzeitsantrag vor allem ehrlich sein sollte. Und die Antwort bestenfalls natürlich auch – sonst wird das nämlich schwierig.

Elly Beinhorn hätte als Glücksbringer mitfahren sollen zu Bernd Rosemeyers Rennen. Welchen Glücksbringer haben Sie?
Krieps: Ich habe keinen. Aber wenn, dann würde ich mir auf jeden Fall etwas aussuchen, was ich immer griffbereit hätte. Also die Luft vielleicht, die sollte ich immer bei mit haben, denke ich.

Der Film spielt in den 1930ern. Welche Zeit würden Sie sonst noch gerne mal erleben?
Krieps: Meine Zeit wäre, glaube ich, die Jahrhundertwende gewesen.

Waren Sie schon mal im südlichen Afrika?
Krieps: Ich war gleich nach meinem Abitur in Südafrika. Was mir am besten dort gefallen hat, ist die Lebendigkeit der Leute und der Natur. Wenn ich auf afrikanischem Boden stehe, habe ich immer das Gefühl, ich könnte spüren, wie er sich bewegt, brummt und vielleicht atmet.

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Das Leben der legendären Flugpionierin Elly Beinhorn (1907-2007) wurde verfilmt. Vicky Krieps spielt den Star zwischen Glamour und Motoröl sehr gut, wie Bernd Rosemeyer jr., Beinhorns Sohn, der Schauspielerin attestiert. Im Interview hat Krieps verraten, wie risikofreudig sie selbst ist.

Sie gehörte zu den modernen Frauen, die in der Aufbruchstimmung des frühen 20. Jahrhun­derts ihren eigenen Weg gehen wollten: Elly Maria Frida Rosemeyer-Beinhorn. Das Biopic „Elly Beinhorn – Alleinflug“ (Sonntag, 20.15 Uhr, ZDF) erzählt die abenteuerliche Lebensgeschichte der bedeutendsten deutschen Flug-Pilotin ihrer Zeit. Die Kosmopolitin und ihr Mann, der nicht minder berühmte Rennfahrer Bernd Rosemeyer (1909-1938), galten damals als echtes Promi-Traumpaar.

Die gebürtige Luxemburgerin Vicky Krieps (30, „Die Vermessung der Welt“ ) verkörpert die populäre deutsche Fliegerin. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erklärt die Schauspielerin, wie sehr die Dreharbeiten zu dem Film, in dem auch Max Riemelt (Bernd Rosemneyer), Christian Berkel (Ernst Udet), Ulrike Krumbiegel (Auguste Beinhorn) und Harald Krassnitzer (Heinrich Beinhorn) zu sehen sind, ihre Einstellung zum Fliegen verändert haben.

Wie reisen Sie am liebsten?
Vicky Krieps: lch reise am liebsten mit dem Zug, weil man da so schön die Seele baumeln lassen kann, einfach aus dem Fenster schauen und die Landschaft an sich vorbeiziehen lassen.

Wie gerne fliegen Sie? Falls Sie Flugangst haben: Was hilft Ihnen, wenn Sie trotzdem fliegen müssen?
Krieps: Ich muss sagen, dass ich, als ich diesen Film gemacht habe, eine ganz neue Seite des Fliegens kennengelernt habe. Die Seite, die Freiheit bedeutet. So ganz alleine in einem Flugzeug, wie der ME 108, zu sitzen und durch die Lüfte zu gleiten, kommt dem Gefühl von Freiheit sehr nah. Ein Passagier-Flugzeug hingegen, in dem man mit 200 anderen Gästen zusammengedrängt und an einen Sitz geschnallt, Anweisungen folgen muss, ist wohl eher das genaue Gegenteil davon.

Wie waren die Bedingungen beim Fliegen damals?
Krieps: Das Fliegen damals muss so abenteuerlich gewesen sein, wie kaum etwas heute. Was man sich dabei vor Augen führen muss, ist die Tatsache, dass es wirklich lebensgefährlich war und es viele Sportler das Leben gekostet hat, ihre Leidenschaft auszuüben. Das Fliegen war in vielen Belangen noch unerforscht, gefährlich, aber eben vielleicht genau deshalb auch so frei.

Den eigenen Weg zu gehen, ist nicht immer leicht. Haben Sie schon mal etwas erfolgreich gegen einen großen Widerstand durchgesetzt?
Krieps: Ja, als ich mich damals entschieden habe, meinen Koffer zu packen und an etwas wie einer Schauspielschule vorzusprechen.

Eltern machen sich immer Sorgen um ihre Kinder. Wie beruhigen Sie die Ihren?
Krieps: Eltern lassen sich nicht beruhigen, das weiß jeder, der es mal versucht hat. Man sollte einfach wie Hans ins Glück ziehen und wenn die Eltern sich sträuben, sollte man die Ruhe bewahren und einfach wunderschöne Fotos nach Hause schicken.

Wie risikofreudig sind Sie?
Krieps: Ich liebe Klettern, aber als risikofreudig würde ich das nicht unbedingt bezeichnen.

Unabhängigkeit vs. Ehe oder Partnerschaft – muss man diese Entscheidung auch heute noch treffen?
Krieps: Ich habe lange daran gekaut, aber ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass man sich gar nicht entscheiden muss. Man sollte wach bleiben und bereit sein zu scheitern. Ich persönlich finde es ganz wichtig, den Humor nie zu vergessen.

Wie romantisch muss ein Hochzeitsantrag sein?
Krieps: Ich denke mal, dass ein Hochzeitsantrag vor allem ehrlich sein sollte. Und die Antwort bestenfalls natürlich auch – sonst wird das nämlich schwierig.

Elly Beinhorn hätte als Glücksbringer mitfahren sollen zu Bernd Rosemeyers Rennen. Welchen Glücksbringer haben Sie?
Krieps: Ich habe keinen. Aber wenn, dann würde ich mir auf jeden Fall etwas aussuchen, was ich immer griffbereit hätte. Also die Luft vielleicht, die sollte ich immer bei mit haben, denke ich.

Der Film spielt in den 1930ern. Welche Zeit würden Sie sonst noch gerne mal erleben?
Krieps: Meine Zeit wäre, glaube ich, die Jahrhundertwende gewesen.

Waren Sie schon mal im südlichen Afrika?
Krieps: Ich war gleich nach meinem Abitur in Südafrika. Was mir am besten dort gefallen hat, ist die Lebendigkeit der Leute und der Natur. Wenn ich auf afrikanischem Boden stehe, habe ich immer das Gefühl, ich könnte spüren, wie er sich bewegt, brummt und vielleicht atmet.

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