May 03 2009

Luxemburger Programmrat

Published by at 01:23 under TV

 

source: www.wort.lu  (FeMo) –

CNP sehnt Reform des Gremiums herbei – und wartet auf Gutachten des Staatsrates.

Die Zahl der Beschwerden, die gegen luxemburgische Radio- und Fernsehsender eingereicht werden, sei auch in den vergangenen Monaten gering gewesen. Das sagte Tom Krieps, der Vorsitzende des Luxemburger Programmrates am Mittwochmorgen bei einer Pressekonferenz. Ein Dauerbrenner bleibe allerdings die RTL-Radiosendung “Deckkäpp”.
Unterdessen sehnen die Mitglieder des “Conseil national des programmes” (CNP) die – bereits auf den Weg gebrachte – Reform ihres Gremiums herbei. Aus gutem Grund: Der Luxemburger Programmrat ist schon lange nicht mehr nur für rein luxemburgische Radio- und Fernsehprogramme zuständig. 

In seinen Kompetenzbereich fallen heute ebenso das belgische RTL-Fernsehen wie beispielsweise ein chinesisches und ein japanisches Programm. Grund: diese beiden Programme werden über Luxemburger Satelliten ausgestrahlt. Kümmern müssen sich die CNP-Mitglieder auch um türkische Sender; sie werden von einer in Luxemburg angesiedelten Gesellschaft betrieben. Dabei, so Krieps, “sind unsere Türkischkenntnisse eher beschränkt.”

Der Ruf nach Kennzeichnung von Inhalten

Der CNP fordert daher nicht nur eine zügige Umsetzung des Reformprojektes – zaghaft übt man Kritik daran, dass das Gutachten des Staatsrates auf sich warten lässt – , sondern auch mehr Mittel für das Gremium. Darüber hinaus gibt es aber auch noch klassische inhaltliche Probleme. Stichwort Gewalt in Fernsehprogrammen.

Tom Krieps: “Wir machen uns Gedanken über französische Pay-TV-Sender, die Gewaltfilme zu einer Zeit ausstrahlen, zu der sie auch von Kindern gesehen werden können”. Der CNP verlangt daher klarere Regeln und auch die Einführung von Kennzeichnungsvorgaben für nicht jugendfreie und Gewalt verherrlichende Filme. 

Beispielsweise soll eingeblendet werden müssen, ab welchem Alter kritische Filme gesehen werden dürfen. Letztlich sei eine ordentliche Regulierung auch eine Frage der Glaubwürdigkeit. Eine andere Frage der Glaubwürdigkeit sei die Möglichkeit, “Strafen zu verhängen”.

“Keine Vision einer Medienerziehung”

Der “Conseil national des programmes” übt außerdem Kritik daran, dass im neuen Gesetz die Medienerziehung kein Thema ist. “Es gibt keine Vision einer Medienerziehung,” stellt CNP-Mitglied Robert Soisson fest. Dabei handele es sich um eine “sehr wichtige Sache”, mit der man früh beginnen müsse. Kinder sollten lernen, mit Medien umzugehen, forderte Soisson nicht zuletzt mit Blick auf die immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik geratenden Videospiele.

Comments

comments

 

source: www.wort.lu  (FeMo) –

CNP sehnt Reform des Gremiums herbei – und wartet auf Gutachten des Staatsrates.

Die Zahl der Beschwerden, die gegen luxemburgische Radio- und Fernsehsender eingereicht werden, sei auch in den vergangenen Monaten gering gewesen. Das sagte Tom Krieps, der Vorsitzende des Luxemburger Programmrates am Mittwochmorgen bei einer Pressekonferenz. Ein Dauerbrenner bleibe allerdings die RTL-Radiosendung “Deckkäpp”.
Unterdessen sehnen die Mitglieder des “Conseil national des programmes” (CNP) die – bereits auf den Weg gebrachte – Reform ihres Gremiums herbei. Aus gutem Grund: Der Luxemburger Programmrat ist schon lange nicht mehr nur für rein luxemburgische Radio- und Fernsehprogramme zuständig. 

In seinen Kompetenzbereich fallen heute ebenso das belgische RTL-Fernsehen wie beispielsweise ein chinesisches und ein japanisches Programm. Grund: diese beiden Programme werden über Luxemburger Satelliten ausgestrahlt. Kümmern müssen sich die CNP-Mitglieder auch um türkische Sender; sie werden von einer in Luxemburg angesiedelten Gesellschaft betrieben. Dabei, so Krieps, “sind unsere Türkischkenntnisse eher beschränkt.”

Der Ruf nach Kennzeichnung von Inhalten

Der CNP fordert daher nicht nur eine zügige Umsetzung des Reformprojektes – zaghaft übt man Kritik daran, dass das Gutachten des Staatsrates auf sich warten lässt – , sondern auch mehr Mittel für das Gremium. Darüber hinaus gibt es aber auch noch klassische inhaltliche Probleme. Stichwort Gewalt in Fernsehprogrammen.

Tom Krieps: “Wir machen uns Gedanken über französische Pay-TV-Sender, die Gewaltfilme zu einer Zeit ausstrahlen, zu der sie auch von Kindern gesehen werden können”. Der CNP verlangt daher klarere Regeln und auch die Einführung von Kennzeichnungsvorgaben für nicht jugendfreie und Gewalt verherrlichende Filme. 

Beispielsweise soll eingeblendet werden müssen, ab welchem Alter kritische Filme gesehen werden dürfen. Letztlich sei eine ordentliche Regulierung auch eine Frage der Glaubwürdigkeit. Eine andere Frage der Glaubwürdigkeit sei die Möglichkeit, “Strafen zu verhängen”.

“Keine Vision einer Medienerziehung”

Der “Conseil national des programmes” übt außerdem Kritik daran, dass im neuen Gesetz die Medienerziehung kein Thema ist. “Es gibt keine Vision einer Medienerziehung,” stellt CNP-Mitglied Robert Soisson fest. Dabei handele es sich um eine “sehr wichtige Sache”, mit der man früh beginnen müsse. Kinder sollten lernen, mit Medien umzugehen, forderte Soisson nicht zuletzt mit Blick auf die immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik geratenden Videospiele.

Comments

comments

No responses yet

Trackback URI | Comments RSS

Leave a Reply