Feb 20 2011

Neue Sitcom “Wemseesdet”

Published by at 14:12 under Deutsch,TV

SOURCE: http://www.wort.lu

Back to the Roots
Die Produzentinnen Désirée Nosbusch und Alexandra Hoesdorff-Rosen im Interview

wemseesdet

deal productions heißt die neue Firma, die Désirée Nosbusch und Alexandra Hoesdorff kürzlich in Luxemburg gegründet haben. Für die zwei Frauen, die das Filmemachen und -produzieren in den USA gelernt haben, ist das eine Art „retour aux sources“. Beide haben sich ambitiöse Ziele gesetzt und es ist ihnen gelungen, einen echten Senkrechtstart hinzulegen. Bei der Ausschreibung zur ersten luxemburgischen Sitcom (siehe Kasten) erhielten sie den Zuschlag. Grund genug, uns am Rande der Berlinale mit den Macherinnen von deal zu unterhalten.

Désirée, Alexandra, Ihr Lebensmittelpunkt war bis dato Los Angeles. Nun haben Sie in Luxemburg eine Filmproduktionsfirma gegründet. Wie kam es dazu? Warum nicht die Vereinigten Staaten?

Désirée Nosbusch: Seit langem hegte ich den Wunsch, eine Produktionsfirma zu gründen, um eigene Ideen zu verwirklichen. Fest stand jedoch für mich immer, dass ich das in Europa, genauer gesagt in Luxemburg machen würde. Ich habe da meine Wurzeln und fühle mich frei. Freiheit braucht man, um kreativ sein zu können. Außerdem konnte in Luxemburg dank einer sehr großzügigen Unterstützung des Staates eine Filmbranche aufwachsen, die sich international absolut sehen lassen kann. In den USA habe ich eines gelernt: Man soll an seine Träume glauben und sie leben. Meine Gechäftspartnerin Alexandra und ich haben uns im richtigen Moment gefunden und gehen den Weg nun gemeinsam. Wir haben uns in Los Angeles kennen gelernt…

Alexandra Hoesdorff: … und haben sehr rasch angefangen, an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten. Ich bin seit 17 Jahren im Filmgeschäft tätig und habe den Beruf der Produzentin in den USA von der Pike auf gelernt. Eine berufliche Rückkehr nach Luxemburg war allerdings lange schon geplant.

Und was gab den Ausschlag für den Schritt „back to the roots“?

Alexandra Hoesdorff: Auch ich hatte das Gefühl, in Désirée den richtigen Partner gefunden zu haben, um diese Abenteuerreise anzutreten. So wurde deal geboren. de für Désirée und al für Alexandra.

Klingt gut, doch wie sieht der gemeinsame Plan konkret aus?

Désirée Nosbusch: Wir wollen Geschichten erzählen, die die Menschen berühren. Gutes europäisches Kino und Fernsehen, bei dem man das Gehirn miteinschalten darf.

Das wollen andere auch.

Alexandra Hoesdorff: Stimmt. In den USA lernt man jedoch sehr früh, dass man während der Entwicklung eines Stoffes bereits darüber nachdenken sollte, wie man ihn vermarkten könnte. Kunst und Kommerz gehen durchaus Hand in Hand. Da es in Amerika kaum staatliche Unterstützungen gibt, ist dies auch der einzige Weg, Filme zu finanzieren.

Désirée Nosbusch: Ich wünsche mir ein Europäisches Kino, das dem Amerikanischen die Stirn bieten kann. Dabei denke ich an den wirklichen Europäischen Film. Keine Produktionen, die aus Koproduktionsgründen zusammeln gewürfelt werden und dabei ihre Authenzitität verlieren. Wenn drei Schauspieler aus verschiedenen Ländern keine gemeinssame Sprache haben und man deswegen ins Englische ausweichen muss, geht doch gerne die Identität eines Filmes verloren.

Sie wollen sich also, wenn ich Sie richtig verstehe, an den USA inspirieren?

Désirée Nosbusch: Wir wollen auf jeden Fall Europäisches Kino machen. Was wir natürlich in den USA an Erfahrungen sammeln konnten, was wir gelernt, gesehen und erlebt haben, wird bei unserer Produzententätigkeit einfließen.

Denken Sie dabei auch an echte Luxemburger Projekte und Geschichten, ausgenommen die erste Sitcom, die deal produzieren soll?

Alexandra Hoesdorff: Natürlich wollen wir auch luxemburgische Projekte verwirklichen. Wir haben viele konkrete Ideen und sind gerade dabei, wie auch hier in Berlin, Kontakte zu knüpfen, über Finanzierungen zu verhandeln und Drehbücher zu lesen.

Désirée Nosbusch: Eine luxemburgische Liebeskomödie steht ganz oben auf meiner Wunschliste. Und Träume soll man ja bekanntlich leben…

Und wann soll die erste deal-Produktion ins Kino kommen?

Gehen Sie von 2012 aus. – Keine Angst, die Welt wird dann nicht untergehen…

Stichwort Luxemburg: deal production wird die erste luxemburgische Sitcom produzieren. Wieso ausgerechnet dieses Projekt? Eine Fernsehserie, kein Kinofilm.

Désirée Nosbusch: Das war einfach die Gelegenheit, etwas für das Land zu tun, das mir so sehr am Herzen liegt. Ich liebe unsere Sprache, unseren Humor und unsere Eigenarten. Daraus eine Sitcom zu entwickeln, ist eine tolle Herausforderung. Als Freunde aus Luxemburg uns im September 2010 in LA besuchten und von der Ausschreibung erzählten, stand für uns fest: Da machen wir mit. Es brauchte nicht lange, bis die Autoren Marc Limpach und Claude Lahr mit an Bord waren. Allein die Telefongespräche aus LA mit Marc und Claude waren filmreif!

Können Sie uns mehr über die Geschichte verraten?

Désirée Nosbusch: Nur so viel: „Weemseesdet“, das sind die Probleme und Sorgen des Alltags in einer ganz normalen luxemburgischen Familie. Ähnlich wie in den 70er-Jahren in der vom WDR produzierten Serie „Ein Herz und eine Seele“, die mit Ekel Alfred Kultcharakter erreichte. Generationenkonflikte, pubertierende Teenager, kleine Schwärmereien, Sorgen mit den lieben Nachbarn, das und vieles mehr ist unsere Sitcom.

Alexandra Hoesdorff: Und damit eins klar ist: Wir wollen keine Herz-Schmerz-Soap produzieren, sondern ein Produkt hoher Qualität. Dafür stehen nicht zuletzt auch unsere beiden Autoren. Es geht um eine Sitcom, nicht um eine Soap.

Ein feiner Unterschied, oder…

Désirée Nosbusch: Ein großer! Eine Sitcom ist – wie der Name es sagt – eine Situationskomödie. Sie lebt von starken Charakteren und einer schnellen Abfolge von Gags, Pointen und komischen Momenten. Eine Sitcom kann auch durchaus einen sozial-kritischen Hintergrund haben. Also keine Angst, wir reisen nicht ins Dschungelcamp.

Ihre Firma wird die Sitcom produzieren. Sieht man Désirée Nosbusch auch vor der Kamera?

Désirée Nosbusch: Ja, ich werde bei „Weemseesdet“ auch vor der Kamera stehen. Produzieren und Schauspiel schließen sich nicht aus. Wie schon gesagt: In Luxemburg fühle ich mich frei und muss mich nicht aus einer Schublade befreien…

Interview: Marc Glesener

Comments

comments

SOURCE: http://www.wort.lu

Back to the Roots
Die Produzentinnen Désirée Nosbusch und Alexandra Hoesdorff-Rosen im Interview

wemseesdet

deal productions heißt die neue Firma, die Désirée Nosbusch und Alexandra Hoesdorff kürzlich in Luxemburg gegründet haben. Für die zwei Frauen, die das Filmemachen und -produzieren in den USA gelernt haben, ist das eine Art „retour aux sources“. Beide haben sich ambitiöse Ziele gesetzt und es ist ihnen gelungen, einen echten Senkrechtstart hinzulegen. Bei der Ausschreibung zur ersten luxemburgischen Sitcom (siehe Kasten) erhielten sie den Zuschlag. Grund genug, uns am Rande der Berlinale mit den Macherinnen von deal zu unterhalten.

Désirée, Alexandra, Ihr Lebensmittelpunkt war bis dato Los Angeles. Nun haben Sie in Luxemburg eine Filmproduktionsfirma gegründet. Wie kam es dazu? Warum nicht die Vereinigten Staaten?

Désirée Nosbusch: Seit langem hegte ich den Wunsch, eine Produktionsfirma zu gründen, um eigene Ideen zu verwirklichen. Fest stand jedoch für mich immer, dass ich das in Europa, genauer gesagt in Luxemburg machen würde. Ich habe da meine Wurzeln und fühle mich frei. Freiheit braucht man, um kreativ sein zu können. Außerdem konnte in Luxemburg dank einer sehr großzügigen Unterstützung des Staates eine Filmbranche aufwachsen, die sich international absolut sehen lassen kann. In den USA habe ich eines gelernt: Man soll an seine Träume glauben und sie leben. Meine Gechäftspartnerin Alexandra und ich haben uns im richtigen Moment gefunden und gehen den Weg nun gemeinsam. Wir haben uns in Los Angeles kennen gelernt…

Alexandra Hoesdorff: … und haben sehr rasch angefangen, an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten. Ich bin seit 17 Jahren im Filmgeschäft tätig und habe den Beruf der Produzentin in den USA von der Pike auf gelernt. Eine berufliche Rückkehr nach Luxemburg war allerdings lange schon geplant.

Und was gab den Ausschlag für den Schritt „back to the roots“?

Alexandra Hoesdorff: Auch ich hatte das Gefühl, in Désirée den richtigen Partner gefunden zu haben, um diese Abenteuerreise anzutreten. So wurde deal geboren. de für Désirée und al für Alexandra.

Klingt gut, doch wie sieht der gemeinsame Plan konkret aus?

Désirée Nosbusch: Wir wollen Geschichten erzählen, die die Menschen berühren. Gutes europäisches Kino und Fernsehen, bei dem man das Gehirn miteinschalten darf.

Das wollen andere auch.

Alexandra Hoesdorff: Stimmt. In den USA lernt man jedoch sehr früh, dass man während der Entwicklung eines Stoffes bereits darüber nachdenken sollte, wie man ihn vermarkten könnte. Kunst und Kommerz gehen durchaus Hand in Hand. Da es in Amerika kaum staatliche Unterstützungen gibt, ist dies auch der einzige Weg, Filme zu finanzieren.

Désirée Nosbusch: Ich wünsche mir ein Europäisches Kino, das dem Amerikanischen die Stirn bieten kann. Dabei denke ich an den wirklichen Europäischen Film. Keine Produktionen, die aus Koproduktionsgründen zusammeln gewürfelt werden und dabei ihre Authenzitität verlieren. Wenn drei Schauspieler aus verschiedenen Ländern keine gemeinssame Sprache haben und man deswegen ins Englische ausweichen muss, geht doch gerne die Identität eines Filmes verloren.

Sie wollen sich also, wenn ich Sie richtig verstehe, an den USA inspirieren?

Désirée Nosbusch: Wir wollen auf jeden Fall Europäisches Kino machen. Was wir natürlich in den USA an Erfahrungen sammeln konnten, was wir gelernt, gesehen und erlebt haben, wird bei unserer Produzententätigkeit einfließen.

Denken Sie dabei auch an echte Luxemburger Projekte und Geschichten, ausgenommen die erste Sitcom, die deal produzieren soll?

Alexandra Hoesdorff: Natürlich wollen wir auch luxemburgische Projekte verwirklichen. Wir haben viele konkrete Ideen und sind gerade dabei, wie auch hier in Berlin, Kontakte zu knüpfen, über Finanzierungen zu verhandeln und Drehbücher zu lesen.

Désirée Nosbusch: Eine luxemburgische Liebeskomödie steht ganz oben auf meiner Wunschliste. Und Träume soll man ja bekanntlich leben…

Und wann soll die erste deal-Produktion ins Kino kommen?

Gehen Sie von 2012 aus. – Keine Angst, die Welt wird dann nicht untergehen…

Stichwort Luxemburg: deal production wird die erste luxemburgische Sitcom produzieren. Wieso ausgerechnet dieses Projekt? Eine Fernsehserie, kein Kinofilm.

Désirée Nosbusch: Das war einfach die Gelegenheit, etwas für das Land zu tun, das mir so sehr am Herzen liegt. Ich liebe unsere Sprache, unseren Humor und unsere Eigenarten. Daraus eine Sitcom zu entwickeln, ist eine tolle Herausforderung. Als Freunde aus Luxemburg uns im September 2010 in LA besuchten und von der Ausschreibung erzählten, stand für uns fest: Da machen wir mit. Es brauchte nicht lange, bis die Autoren Marc Limpach und Claude Lahr mit an Bord waren. Allein die Telefongespräche aus LA mit Marc und Claude waren filmreif!

Können Sie uns mehr über die Geschichte verraten?

Désirée Nosbusch: Nur so viel: „Weemseesdet“, das sind die Probleme und Sorgen des Alltags in einer ganz normalen luxemburgischen Familie. Ähnlich wie in den 70er-Jahren in der vom WDR produzierten Serie „Ein Herz und eine Seele“, die mit Ekel Alfred Kultcharakter erreichte. Generationenkonflikte, pubertierende Teenager, kleine Schwärmereien, Sorgen mit den lieben Nachbarn, das und vieles mehr ist unsere Sitcom.

Alexandra Hoesdorff: Und damit eins klar ist: Wir wollen keine Herz-Schmerz-Soap produzieren, sondern ein Produkt hoher Qualität. Dafür stehen nicht zuletzt auch unsere beiden Autoren. Es geht um eine Sitcom, nicht um eine Soap.

Ein feiner Unterschied, oder…

Désirée Nosbusch: Ein großer! Eine Sitcom ist – wie der Name es sagt – eine Situationskomödie. Sie lebt von starken Charakteren und einer schnellen Abfolge von Gags, Pointen und komischen Momenten. Eine Sitcom kann auch durchaus einen sozial-kritischen Hintergrund haben. Also keine Angst, wir reisen nicht ins Dschungelcamp.

Ihre Firma wird die Sitcom produzieren. Sieht man Désirée Nosbusch auch vor der Kamera?

Désirée Nosbusch: Ja, ich werde bei „Weemseesdet“ auch vor der Kamera stehen. Produzieren und Schauspiel schließen sich nicht aus. Wie schon gesagt: In Luxemburg fühle ich mich frei und muss mich nicht aus einer Schublade befreien…

Interview: Marc Glesener

Comments

comments

2 responses so far

2 Responses to “Neue Sitcom “Wemseesdet””

  1. Netty Kiefferon 22 Apr 2011 at 18:41

    Hallo

    Dier hut am Telecran ston ,dass dier D’Leit fier ” Weemseesdet” all hut bis ob di Portugiesech Botzfra.
    Ech wollt froen,muss dat dann och eng Portugiesech fra sin oder net? Wan net an wan di Roll nach frai wier dat giff mech immens fréen do mat zeman.
    Bis elo hun ech als Statist matgemat,an dat huet me schon zimmlech spass gemat,wann ech dann un d’Rei kum.

    Ech wes net ob ech hei richteg sin fier ze froen,me et ass di enzeg Plaz di ech font hun.

    Villmols Merci am Viraus

    Netty Kieffer

  2. Gilleson 14 Jan 2012 at 02:36

    Gaaaaanzzzz deiwen Niveau… Wirklech traureg. Haalt der einfach op an loosst dei Leit et man dei et kennen…. Witzer null… Das sou schlecht

Trackback URI | Comments RSS

Leave a Reply