Dec 23 2006

LUMEN um Max Ophüls Festival

Published by at 16:14 under Misc. Luxembourg

Lumen Kleng
Déi lëtzebuergesch-daitsch Coproduktioun LUMEN huet am Januar seng Weltpremiere um Max Ophüls Festival zu Saarbrécken. Den Film leeft Mëttwochs den 17.01 um 22:00 am Cinestar 5 an Donneschtegs den 18.01 um 20:00 am Kino 8 1/2.

LUMEN ass eng Produktioun vun lucil

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Lumen Kleng
Déi lëtzebuergesch-daitsch Coproduktioun LUMEN huet am Januar seng Weltpremiere um Max Ophüls Festival zu Saarbrécken. Den Film leeft Mëttwochs den 17.01 um 22:00 am Cinestar 5 an Donneschtegs den 18.01 um 20:00 am Kino 8 1/2.

LUMEN ass eng Produktioun vun lucil

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  1. filmreakteron 23 Jan 2007 at 07:31

    “Die größte Bühne für Kurzfilme sind die Festivals”: Ein Gespräch mit dem deutschen Regisseur Philip Koch und dem luxemburgischen Produzenten Bernard Michaux

    Vom 15. bis 21. Januar 2007 war die saarländische Landeshauptstadt Saarbrücken – zumindest eine Woche lang – der Dreh- und Angelpunkt der deutschsprachigen (Nachwuchs)-Filmszene. Auf der 28. Auflage des renommierten “Max Ophüls-Festival” wurden leider auch dieses Jahr wieder, Kulturhauptstadt hin oder her, nur sehr wenige Produktionen mit luxemburgischer Beteiligung gezeigt. Neben Pol Cruchtens “Perl oder Pica”, welcher in Saarbrücken am 20. und 21. Januar in seiner deutschsprachigen Fassung dem Festivalpublikum gezeigt wurde, stand im Festivalprogramm nur noch bei dem 30-minütigen Kurzfilm “Lumen” ein großes L in der Spalte “Herkunftsland”. Die deutsch-luxemburgische Koproduktion handelt von der jungen Franka, die an einer Lichtallergie leidet und ihre Existenz bedroht sieht, als ihre Schwester Marie ihr eines Tages verkündet, aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen. Produziert wird der Film des Jung-Regisseurs Philip Koch von der luxemburgischen Produktionsfirma LUCIL; finanziert wurde das 70.000 Euro Projekt u.a. vom “Filmfund Luxembourg”. Im Vorfeld der Premiere, welche am vergangenen Mittwochabend in Saarbrücken stattgefunden hat, trafen wir Philip Koch und Bernard Michaux, um mit den beiden über “Lumen” und ihr Metier zu plaudern.

    Lëtzebuerger Journal: Philip, wie ist die Zusammenarbeit zwischen Ihnen als Filmemacher und dem luxemburgischen Produzenten Bernard Michaux zu Stande gekommen?

    Philip Koch: Bernard und ich, wir haben gemeinsam im Jahre 2003 unsere Studien an der Hochschule für Fernsehen und Film in München angefangen und hatten aber bis dahin noch nicht zusammen gearbeitet. Die gegenseitigen Arbeiten haben uns aber sehr zugesagt, sodass wir uns dann für “Lumen”, meinen letzten Übungsfilm an der Hochschule, zusammengetan haben. In einem sehr frühen Stadium des Projektes arbeiteten wir bereits bei der Stoffauswahl wie auch inhaltlich zusammen. Anfänglich hatten wir 4 verschiedene Stoffe und haben dann selektiert: Bernard und ich einigten uns auf jenen Stoff, welcher uns persönlich am nächsten ist und wo wir auch das größte Potenzial darin sahen. Das Thema des Films drehte sich allerdings schon in der Frühphase um eine Lichtallergie und trug bereits den Titel “Lumen”.

    Abgedunkelter Lebensraum

    LJ: Wenn man die Bilder von “Lumen” auf sich wirken lässt, dann hat man das Gefühl, dass Ihr Film eine eher beklemmende Atmosphäre widerspiegelt.

    Koch: Ja, “Beklemmung” trifft zu. Da hat unser Kameramann Stefan Linn auch eine großartige Arbeit gemacht. Der Film handelt ja von einer Frau, die unter einer Kunst-und Tageslichtallergie leidet und die gezwungen ist, in einem abgedunkelten Haus zu wohnen. Ich habe mich sehr intensiv mit der Krankheit auseinandergesetzt; es ist ja psychologisch erwiesen, dass ein Mangel an Licht Depressionen auslöst. Es ist eine ganz furchtbare Krankheit: nicht furchtbar in dem Sinne, dass sie jetzt die Leute entstellt – das tut sie nämlich nicht – das Schlimme daran sind eher die psychischen Konsequenzen, die dieses Leiden mit sich bringt. In erster Linie für die Betroffenen selbst, aber auch für deren Angehörige. Darum kreist ja dieser Film: die Situation ist im Grunde genau so schlimm für Frankas Schwester Marie, die sich um die Hauptfigur kümmern muss, wie für Franka selbst. Diese ganze Beklemmung ist eigentlich eine Depression, die in der Ermangelung des Lichts gründet. Dies wollten wir in dem Film darstellen und das gelingt natürlich in erster Linie über die Bilder, über die Ästhetik. Es sind extrem dunkle Bilder; wir wollten an die Grenzen des Materials, an die Grenzen des Mediums gehen, was die Dunkelheit angeht.

    LJ: Die Darstellung eines beklemmenden Mikrokosmos’….

    Koch: …absolut! Wenn man den Film sieht, merkt man, dass die Orientierung in dem von Franka und Marie bewohnten Haus sehr schwer fällt. Da haben wir wirklich so gearbeitet, dass dieses dunkle Haus im Grunde ein Seelenbild der Protagonistin ist, in dem es keinen Ausweg gibt. Das einzige an Außenwelt, was wirklich sichtbar wird, sind teilweise überstrahlende weiße Lichtflecken hinter Vorhängen, Rollläden oder Jalousien. Zum Höhepunkt wird dies natürlich noch einmal gebrochen.

    Bernard Michaux: Die Darstellung der Außenwelt wird auch durch die Tonarbeit von Philip Kohn unterstützt; d.h. der ganze Alltag, der draußen vor dem Haus stattfindet, wird über die Töne erzählt.

    Koch: Und das unterstreicht noch einmal diesen ganzen beklemmenden Faktor. Die Außenwelt, das sind z.B. spielende Kinder, Nachbarn beim Grillen, alles Dinge, die die Protagonistin nicht haben kann. Diese Welt wird auf eine ganz dezente und unaufdringliche Art in der Tonverarbeitung ganz weit weg und verzerrt erscheinen.

    LJ: Gibt es irgendwelche Vorbilder im Hinblick auf die Darstellung solch beklemmender Atmosphären?

    Koch: Eine ganze Menge eigentlich. Ich bin ein ganz großer Fan von Werner Herzog und es gibt eigentlich einige Parallelen zur Arbeit von Werner Herzog, vor allem was den Einsatz von Musik und eine Form von Pathos anbetrifft. Dieser kommt jedoch nicht aus den Figuren, sondern eher von den Strukturen der Erzählung und von Bildern – substanziellen Bildern -, die, wie Herzog wahrscheinlich sagen würde, eine ekstatische Wahrheit widerspiegeln, die man so nicht erklären kann. Der Film erinnert auch ein bisschen an das, was François Ozon “leises Melodram” nennt: etwas, das nicht mit Pauken und Trompeten daherkommt, sondern – und das habe ich auch besonders in der Inszenierung versucht zu machen – eine Geschichte, die mit melodramatischen Elementen spielt, das aber mit einem sehr, sehr leisen Ton macht. Da ist Ozon und vielleicht auch Fassbinder, der diese Geschichten sehr leise und realistisch erzählt. Das ist eine Komponente in der Erzählung dieses Films, die mich sehr gereizt hat, und die ich da hin und wieder eingearbeitet habe.

    LJ: Auf der Homepage http://www.philip-koch.eu figuriert “Lumen” unter den Rubriken “Spielfilm” und “Kurzfilm”. Was hat es damit auf sich?

    Koch: Es handelt sich hier um zwei verschiedene Paar Schuhe oder wohl eher um zwei Paar Schuhe ein und derselben Person. “Lumen” ist erst einmal ein Kurzfilm; im Zuge der Drehbuchbearbeitung und unter Berücksichtigung des Feedbacks, das wir von verschiedenen Leuten erhielten, haben wir gemerkt, dass da wirklich sehr viel Potenzial drin ist, was man noch ausbauen kann. In der ersten Drehbuchfassung gab es z.B. noch einen Arzt und einen Freund; das war jedoch viel zu groß. Wir haben dann quasi diese beiden Figuren zu einer verschmolzen, um dies noch weiter zu verdichten, weil man in einem Kurzfilm einfach in ein oder zwei Minuten sehr viel erzählen muss. Bei einem 90-minütigen Spielfilm hat man einfach mehr Zeit; im Kurzfilm wurde vieles nur angeschnitten, was in einem längeren Spielfilm hochinteressanten Erzählstoff für weitere zwanzig Minuten bieten würde. Wir haben erkannt, dass ein gewisses Potenzial vorhanden ist, um daraus einen Kinofilm bzw. einen abendfüllenden Spielfilm zu machen.

    Werbung auf Festivals

    LJ: Wie weit ist dieses Vorhaben, den Stoff zu einem längeren Spielfilm auszuformen, denn bereits fortgeschritten?

    Koch: Es ist in konkreten Vorbereitungszügen. Einen Neunzigminüter finanziert sich natürlich nicht so einfach, und wir wollen jetzt einmal schauen, wie sich das mediale Echo auf den Film anhört. Wir wollen uns aber schon auf Festivals auf die Suche nach Leuten machen, die auch in der Lage sind, ein größeres Projekt zu unterstützen. Der Kurzfilm soll erst einmal das Interesse der Leute wecken.

    LJ: Stichwort “Festival”. Der “Max Ophüls-Filmpreis” ist das erste Festival, auf dem “Lumen” der Öffentlichkeit präsentiert wird.

    Koch: Genau. Auf dem Festival in Saarbrücken erlebt “Lumen” sozusagen seine Welturaufführung. Es ist für uns beide einfach ein schönes Gefühl, dass wir es geschafft haben, auf diesem Festival zu laufen. Der Film läuft jedoch außerhalb des Wettbewerbs in der Kategorie “Spektrum”

    LJ: Was bringt Ihnen beiden jetzt konkret die filmische Präsenz hier auf dem Festival in Saarbrücken?

    Koch: Da der “Max Ophüls-Filmpreis” zu den renommiertesten deutschen Festivals gehört, auf denen Kurzfilme gezeigt werden, ist es natürlich erst einmal eine große Ehre, hier überhaupt dabei sein zu dürfen. Das Festival bietet uns aber auch die Möglichkeit, hier in Saarbrücken Kontakte zu knüpfen, welche uns in punkto Realisierung eines neunzigminütigen Spielfilms von Nutzen sein können.

    Michaux: Auf dem “Max Ophüls- Festival” tummeln sich immerhin 600 Medienvertreter, zahlreiche Brancheninsider und um die 30.000 Besucher. Aus diesem Grund ist alleine die Tatsache, dass wir den Film hier zeigen dürfen, eine Riesenchance für uns. Für mich persönlich ist es außerdem eine Ehre, auf dem Festival mit einem vom luxemburgischen Filmfond mitfinanzierten Projekt vertreten zu sein.

    LJ: Wie konnten Sie die beiden luxemburgischen Schauspieler André Jung und Luc Feit für dieses Kurzfilm-Projekt gewinnen?

    Michaux: Wir haben bei den jeweiligen Agenturen der beiden Akteure angeklopft; Luc Feit konnten wir bereits sehr früh für das Projekt verpflichten. Bei André Jung riefen wir einfach drei Tage vor Drehbeginn Ende Juli an: er war begeistert und erklärte sich bereit, ans Dreh-Set nach München zu kommen, um für einige Stunden in die Rolle eines Pfarrers zu schlüpfen.

    LJ: Wird “Lumen” auch in Luxemburg gezeigt?

    Michaux: Da der luxemburgische Filmfond “Lumen” mitfinanziert hat, gehe ich davon aus, dass der Film im Laufe des Jahres – vielleicht im Rahmen des “Lëtzebuerger Filmprais” – gezeigt wird. Es wird vermutlich aber auch eine Premierenvorstellung in Luxemburg geben.

    Interview: Christian Spielmann und Patrick Versall

    Weitere Informationen zu “Lumen” sowie zukünftigen Projekten von Philip Koch und Bernard Michaux finden Sie auf den Internetseiten http://www.philip-koch.eu und http://www.lucil.lu

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